Aufgeschrieben im Jahr 2019
Was ist die grundlegende Ursache der Probleme der Menschheit? Warum gibt es Kriege, Umweltverschmutzung und die atomare Bedrohung? Warum werden Menschen geächtet? Gibt es eine wirkliche Lösung all dieser Probleme? Wir werden sehen, was es mit dem Opfertod Jesu auf sich hat.
Grundlegende Fragen, die wir uns stellen müssen
Schon den ernsten Bibelforschern war es ein grundlegendes Anliegen, denkende Christen zu sein und sich nicht mehr von einer Geistlichenklasse irreführen zu lassen. Man erkannte, dass die Trennung von Geistlichkeit und Laientum zu Babylon der Großen gehört, die von Jehova verurteilt wird. Aber warum sind heute die Verhältnisse in den Versammlungen der Zeugen Jehovas so völlig anders? Warum lassen sich Menschen so schnell dazu bringen, blind einer Organisation zu folgen und sogar eigene Familienangehörige zu ächten, sie völlig zu meiden, weil diese ausgeschlossen wurden? Warum folgt man bis in den intimsten und privatesten Bereich hinein einer Führung, die doch eigentlich eine Geistlichenklasse darstellt (Galater 1:9)? Und in vorauseilendem Gehorsam handeln sie noch extremer, als es je gefordert wurde!
Warum handeln sie so extrem?
Man erklärte noch im Wachtturm vom 15.04.1988 „Zucht, die eine friedsame Frucht eintragen kann“, Abs. 13, dass die Familienbande im Falle eines Gemeinschaftsentzugs ja erhalten bliebe. Mit einem ausgeschlossenen Familienangehörigen „könnte der normale Umgang und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie weiterbestehen“. Und welches Verhältnis man zu seinen eigenen Kindern und seinen eigenen Eltern hat, entscheidet man normalerweise selbst. Aber sie haben schon zu der Zeit, als dieser Wachtturm-Artikel aktuell war, noch viel extremer gehandelt, als es gemäß Zeitschrift „der Wachtturm“ verlangt wurde. Sie haben sich völlig von ihrem ausgeschlossenen Familienangehörigen getrennt, kein Wort mehr mit ihm geredet. Und auch, wenn es die eigenen Eltern, Großeltern oder Kinder waren, haben sie so gehandelt.
Da sollte man wirklich einmal innehalten und sich wundern! Irgend einen Grund muss es doch dafür geben! Und wenn die Ältesten dies verlangt hätten, warum sagten sie nicht zu ihnen: „Es ist meine Familie und ich entscheide, wie ich hier zu handeln habe! “? Es muss doch irgendein besonderer Anreiz geben, so schlimm zu handeln. Es muss doch ein besonderer Nährboden sein, dass dieses Gedankengut des Meidens von Ausgeschlossenen so angenommen wird!
Jesus hat uns das jedenfalls nicht vorgelebt. In den vier Evangelien findet man keine einzige Begebenheit, bei der Jesus Menschen völlig gemieden hätte. Im Gegenteil! Er achtete auf Menschen, die ausgegrenzt waren. Er sprach mit einer samaritischen Frau, berührte einen Aussätzigen, hatte Umgang mit Steuernehmern und Sündern und hatte nichts dagegen, dass eine Frau, die in der Stadt als Sünderin bekannt war, ihm die Füße mit Öl einrieb (Johannes 4:7-27; Lukas 5:12, 13; Matthäus 9:9-13; Lukas 7:37-50)!
Keine Lehre unserer Vorväter und auch keine biblische Lehre!
Auch der Gründungsvater der Bibelforscherbewegung, aus der die heutigen Zeugen Jehovas hervorgingen, Charles T. Russell, war aufgeschlossen und hatte diese Dinge auf keinen Fall gelehrt. Im Gegenteil, er wollte den Menschen helfen, sich von einer Geistlichenklasse, durch die seine Mitmenschen und Kirchgänger eingeschüchtert wurden, zu befreien.
Und wenn man sich auch auf ein paar Bibeltexte aus den Briefen von Paulus, Jakobus und Johannes stützt, die man aus dem Zusammenhang reißt, bleibt es immer noch völlig unverständlich. Nirgends wird in diesen Briefen gelehrt, einer Geistlichenklasse zu folgen. Wenn empfohlen wird, eine zweifelhafte oder böse Person zu meiden oder aus dem Weg zu gehen, dann soll dies immer aus eigenem Entschluss erfolgen und nie aufgrund eines Entschlusses durch eine Geistlichenklasse. Und nirgends ist in diesen Briefen davon die Rede, dass man die eigenen Kinder oder die eigenen Eltern meiden soll und erst recht nicht wegen einer Sünde im privaten oder intimen Bereich.
Ja, es ist wohl nicht so leicht, zu verstehen, warum sie so handeln. Wir wollen nun im Folgenden den Versuch unternehmen, dieses Rätsel zu lösen, die Antwort auf diese Frage zu finden. Hierbei wollen wir, wie wir es gewohnt sind, die Bibel als Informationsquelle nutzen, da sie von Gott inspiriert ist. Es wird aber auch zum besseren Verständnis nützlich sein, ein wenig die Erkenntnisse aus der Psychologie mit einfließen zu lassen. Kehren wir zum Anfang der Menschheitsgeschichte zurück.
Die Erbsünde
Wie alles begann
Adam und Eva hatten ein einziges Gebot von Gott erhalten. Der Beginn der Menschheitsgeschichte wird so beschrieben, dass Adam und Eva in einem Garten Eden waren, wo sie von ihrem Schöpfer alles bekamen, was sie brauchten. Es gab keine Gesetzbücher, sie konnten sich einfach von ihrem Gewissen leiten lassen. Außerdem hatten sie die Zusammenkünfte mit ihrem Schöpfer jeden Tag.
Das einzige konkrete Gebot, das sie erhalten hatten, bestand darin, nicht von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen (1. Mose 2:16, 17). Sonst würden sie noch am selben Tag sterben.
Schlage 1. Mose Kapitel 3 auf.
Nun aber redete ein Geistgeschöpf, das auf diese Weise zum Satan wurde, durch eine Schlange zu Eva, um sie dazu zu überreden, ihrem Schöpfer zu widersprechen und von der Frucht zu nehmen (1. Mose 3:4, 5).
Er behauptete, sie würden ganz bestimmt nicht sterben, sondern sie würden sein wie Gott, erkennend Gut und Böse.
Daraufhin aß die Frau von der Frucht und gab sie auch ihrem Mann Adam. Was geschah unmittelbar danach?
In 1. Mose 3:7 erfahren wir es: Jetzt wurde ihnen bewusst, dass sie nackt waren. Als Reaktion nähten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Lendenschurze.
Was war geschehen? War die Frucht giftig oder war sie eine Droge, die ihnen ein anderes Bewusstsein bescherte? Warum machten sie sich Lendenschurze? Ist es eine Sünde, nackt zu sein? Und warum war das vorher kein Problem?
Die logischen Konsequenzen
Wir müssen uns einmal in ihre Lage hineinversetzen. Sie hatten soeben ihrem Schöpfer widersprochen, dem sie alles einschließlich ihr Leben zu verdanken haben. Es war unmöglich, sich irgendwie zu rechtfertigen. Schon von ihrem logischen Denkvermögen her war es ein unlösbarer Widerspruch, irgendetwas im Widerstand zu ihrem Schöpfer zu wollen! Also standen sie völlig verlegen da. Sie mussten das, was sie getan hatten, irgendwie kompensieren und erfanden so die erste Sünde, das Nacktsein! Denn sie hatten ja ein Verlangen nach der Frucht, wie man eben auf sexuellem Gebiet ein Verlangen haben kann. Und das macht sich an den Geschlechtsorganen bemerkbar, z. B. durch eine Erektion beim Mann oder an den Schamlippen der Frau. Also müssen sie bedeckt werden, damit man das nicht sieht.
Natürlich ist die von Jehova geschaffene Sexualität keine Sünde, aber sie diente ihnen nun als Stellvertreter. Damit hatte ihr selbst gemachtes Gesetzbuch schon den ersten Paragraphen, etwa, „ein Mitmensch soll dich nicht nackt antreffen, du sollst dich bekleiden“. Und im Laufe der Zeit kamen noch viele weitere Regeln hinzu. Die Frucht hatte dadurch tatsächlich diese Wirkung, dass sie auf der Grundlage ihrer durch das Kompensationsbedürfnis geschaffenen Gesetzbücher eine Erkenntnis von Gut und Böse bekamen.
Nein, die Frucht war nicht giftig und auch nicht erbgutverändernd. Auch ihr Schöpfer hatte zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht auf ihr Verhalten reagiert und ihnen keine neuen Gebote gegeben. Es waren sie selbst. Ja, die Gesetze der Psychologie liefen einfach ab und sie selbst mussten sich verurteilen.
Das neue Verhältnis zwischen Mensch und Gott
Natürlich fürchteten sie sich auch vor der nächsten Zusammenkunft mit ihrem Schöpfer:
Betrachte 1. Mose 3:8-10
Man beachte: Adam fürchtete sich davor, dass sein Lebengeber es ihm übel nehmen würde, wenn er nackt herumliefe. Aber warum sollte sein Schöpfer, der ihn bildete, damit ein Problem haben, ihn nackt zu sehen? Gerade hatte Adam sein erstes Gebot zu Kompensationszwecken erfunden und schon ist es für ihn so, wie wenn sein Gebot von Gott selbst kommen würde!
Auf diese Weise hatte er seinem Schöpfer eine neue Rolle übertragen, nämlich die eines strengen Gesetzgebers. Und Jehova musste in seiner entsprechenden Gegenübertragung darauf reagieren und nahm die Rolle an (siehe https://psychotherapie-wissenschaft.info/article/view/161/41ORI06HTML)[50], indem er ihnen lange Gewänder aus Fell machte (1. Mose 3:21).
Und so veränderte sich ihr Verhältnis zu ihrem Schöpfer. Die Menschen machten ihre eigene Gesetzte und diese wurden so betrachtet, wie wenn sie von Gott kommen würden. Auf diese Weise wurden die menschlichen Gesetzgeber selbst zu Stellvertreter Gottes auf Erden. Im Laufe der Geschichte, als die Menschen viele wurden, bildeten sich menschliche Regierungen und Königreiche. Und die Regenten, ihre Anweisungen und Gesetze, wurden so betrachtet, wie wenn sie von Gott kommen würden.
Hartherzige Tyrannen unterdrückten die Menschen. Da die ersten Menschen sich selbst verurteilten und Gott in ihrer Übertragung zu einem hartherzigen Gesetzgeber und Richter machten, wurde jede Tyrannei akzeptiert, wie wenn sie von Gott selbst ausgehen würde. Durch Übertragung und Gegenübertragung wurde das Ur-Trauma an nachfolgende Generationen weitergegeben. Die Menschheit begann diesen Weg der Menschenherrschaft zu gehen.
Der Baum und die Frucht an sich hatten keine Wirkung. Ihr Erbgut wurde nicht verändert. Selbst ihr Schöpfer wollte sie nicht verwerfen. Dass der wahre Gott sie weiterhin liebte, wurde später durch Christus bewiesen. Es waren die Naturgesetze der menschlichen Psyche, die hier abliefen, nichts anderes. Und auf der Grundlage dieser Gesetze blieb das Ur-Trauma fest im Unterbewusstsein des Menschen über alle Generationen hinweg verankert.
Gottes Handlungsweise verstehen
Es ging nicht darum, dass Gott ihnen nicht vergeben würde. Aber es war nicht möglich, die Naturgesetze zu ändern. Schließlich hatte Gott sie auf der Grundlage dieser Gesetze erschaffen. Wenn wir beispielsweise im Flugzeug sitzen, profitieren wir von den Gesetzen der Aerodynamik. Wenn aber ein Fehler auftritt, das Flugzeug etwa falsch gesteuert wird, können dieselben Gesetze dazu führen, dass das Flugzeug abstürzt. Genauso können wir auf der Grundlage der Naturgesetze uns des Lebens erfreuen. Wenn Dinge falsch laufen, können diese Gesetze aber auch zum Unglück führen.
Warum hatte Gott ihnen überhaupt ein Gebot auferlegt? Man könnte es mit einer Kontrollleuchte im Auto vergleichen. Wenn sie aufleuchtet, dann weiß man, dass etwas nicht stimmt. Man muss etwas unternehmen. Möglicherweise ist eine kostspielige Reparatur nötig. Wäre es da nicht besser, wenn sie nicht vorhanden wäre. Dann könnte man unbekümmert weiterfahren. Natürlich hätte man dann später einen noch viel größeren Schaden.
Genauso hat Jehova das Gebot im Garten Eden als Kontrollleuchte eingeführt. Der Schaden wurde ja von einem Geistgeschöpf verursacht, der danach Satan und Teufel genannt wurde. Er hätte sein verkehrtes Denken noch länger verbergen können und hätte lange unerkannt Unheil schmieden können. Dann wäre der Schaden für alle vernunftbegabten Geschöpfe und für die ganze Schöpfung noch viel schlimmer geworden.
Die Bezeichnung „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ hat mit dem Baum selbst nichts zu tun. Aber Gott kannte das Gesetz von Ursache und Wirkung, das er selbst geschaffen hatte. Der Ablauf dieser Gesetze machte ihn zu dem, was der Titel verrät.
Die Konsequenzen für den Lauf der Menschheitsgeschichte
Welche Auswirkungen der eingeschlagene Weg auf die ganze Menschheit haben würde, können wir heute an der Menschheitsgeschichte erkennen.
Völkermord und Terror
Da menschliche Regenten zu Stellvertretern Gottes geworden sind, befolgen Menschen im Allgemeinen all ihre Anweisungen, auch wenn sie noch so zweifelhaft, ja unmenschlich sind. Auch wenn der Regent ein Verbrecher und ein Mörder ist, gehorchen die Menschen ihm. Das führte dann zu den schlimmsten Gräueltaten, zu schlimmen Kriegen, zu Völkermord, zu industrialisierten Tötungen in Gaskammern. Denn Gehorsam gegenüber dem Führer ist das oberste Gebot. Und jede Tat, einschließlich Massenmord und Folter, wird für diesen Gehorsam begangen. Denn die Gebote des Führers sind Gottes Gebote, so das tief sitzende Denkmuster.
Zerstörung des Lebensraums
Welche Nachteile haben die von Menschen gemachten Gesetze noch? Wir müssen uns an viele Regeln halten und uns immer auf dem Laufenden halten, um nicht als Gesetzesübertreter verurteilt dazustehen. Manche Taten wie Steuerhinterziehung werden schwer betraft. Aber gleichzeitig können wir ganz legal, also in Übereinstimmung mit den von Menschen gemachten Gesetzen, Dinge tun, mit denen wir unseren Lebensraum zerstören, ja, mit denen wir die ganze Erde für nachfolgende Generationen ruinieren. Wer fossile Brennstoffe aus der Erde holt, um den Kohlenstoff in Form von Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre zu blasen mit unkalkulierbaren Folgen für das Klima und die Umwelt, der handelt legal, wenn er nur ganz nach Vorschrift seine Steuern bezahlt.
Bis zur Selbstvernichtung der Menschheit
Und wenn Regenten das Gebot aufstellen, seine Feinde mithilfe von Abschreckung in Schach zu halten, dann werden Atomwaffen gebaut und riesige Arsenale errichtet. Und sie werden ständig in Bereitschaft gehalten, damit man sie jederzeit abfeuern kann. Die Menschheit könnte sich durch diesen von Menschen aufgestellten Gesetzen in kürzester Zeit sich selbst komplett auslöschen! Wie viele Menschen sind damit beschäftigt, diese selbstmörderischen Dinge aufzurichten! Tausende von Atomwaffen zu bauen, zu installieren, ist eine Menge Arbeit. Aber sie machen es, denn das Gebot ist ja wie von Gott kommend!
Die Rolle der Religion
Auch Atheisten unterliegen diesem Denkmuster, obwohl sie den Glauben an einen Gott bewusst verdrängt haben, denn das Ur-Trauma ist auch bei ihnen tief im Unterbewusstsein verankert.
In den Religionen jedoch kommt diese Grundhaltung, Menschen zu Stellvertretern Gottes zu machen, besonders deutlich zum Ausdruck. Hier rückt direkt eine Priesterschaft oder der Papst oder eine leitende Körperschaft an die Stelle Gottes. Darum wird in der Bibel treffend gesagt, dass Babylon (die organisierte Religion) die ganze Erde trunken gemacht hat und die Nationen deshalb ständig unsinnig handeln würden (Jeremia 51:7).
Wie dringend, ja überlebensnotwendig ist es doch, dass dieses Menschheitsproblem, verursacht durch das Ur-Trauma, gelöst wird! Doch wir wollen noch weitere Auswirkungen betrachten, die ebenfalls schwerwiegend sind, aber gleichzeitig eine Grundlage bilden, das Problem zu lösen.
Eine weitere Konsequenz: Ächtung und Stigmatisierung
In der Psychologie kennt man neben der Übertragung und der Gegenübertragung noch eine Form, die sogenannte projektive oder traumatisierende Übertragung (https://psychotherapie-wissenschaft.info/article/view/161/41ORI06HTML)[50]. Jetzt ist es ein anderer Mensch, der so behandelt wird, dass dieser das eigentliche, im Unterbewusstsein tief verankerte Ur-Trauma stellvertretend erleben und durchmachen soll! Der Andere wird hier nicht zum Gott, wie bei der primären Übertragung, sondern zum Verurteilten.
So hat man Menschen stigmatisiert, geächtet, als Hexen oder Häretiker auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Und dies beantwortet auch die eingangs gestellte Frage, warum bei Jehovas Zeugen Menschen geächtet werden, warum Eltern nicht mit ihren ausgeschlossenen Kindern sprechen und Kinder nicht mit ihren ausgeschlossenen Eltern. Der Ausgeschlossene soll sozusagen das Ur-Trauma wieder neu erleben, wie sich Adam und Eva gefühlt haben, als von Gott Verworfene. Diese Dinge laufen natürlich unbewusst ab. Aber sie bilden den Nährboden für das Verhalten, das man sonst nicht verstehen könnte. In diesem Fall vertreten die Angehörigen des Ausgeschlossenen Gott, der sozusagen seine menschlichen Kinder durch ihre Übertretung verloren hat. Und die Regeln für den Gemeinschaftsentzug kommen weiterhin von den menschlichen Göttern.
Für den Ausgeschlossenen wird dies zu einem traumatischen Erlebnis, wie die Bezeichnung traumatisierende Übertragung ja auch nahelegt. Er verliert nicht nur alle seine bisherigen Freunde. Er soll auch das Gefühl haben, von Jehova selbst verurteilt und verworfen zu sein. Ihn erwartet nur noch der Tod und kein ewiges Leben. Viele bekommen Panikattacken, haben Angst, dass ihr Körper plötzlich versagen könnte und sie sterben müssten. Manche von ihnen flüchten dann in den Atheismus. Sicher hat auch der im 19. Jahrhundert aufgekommene Atheismus seine Quelle in dem Bemühen, der Wirkung der traumatisierenden Übertragung, nach all den mittelalterlichen Exzessen, zu entgehen.
Das Loskaufsopfer
Doch so schlimm die Wirkung der traumatisierenden Übertragung für den Betroffenen ist, sie ist gleichzeitig das Mittel zur Lösung des Problems. Wie wir schon gesehen haben, hat Gott zunächst mit einer Gegenübertragung reagiert, indem er die Rolle eines Gesetzgebers annahm. Er wählte auch ein Volk aus und gab ihm eine Gesetzessammlung, das mosaische Gesetz, das durch Engel übermittelt wurde (Galater 3:19). Doch führte es nur zur Verurteilung. Durch das Gesetz hatten sie die Sünde kennengelernt, eben eine Erkenntnis von Gut und Böse, wie der Name des Baumes im Garten Eden schon sagt. Doch nun sollte der Christus auf die Erde kommen.
Der Christus führte keine neue Gesetzessammlung ein, die zur Verurteilung führt und wie es der Gegenübertragung entsprechen würde. Er wurde stattdessen zum Gegenstand der projektiven Übertragung. Jesus wurde zum verurteilten Sünder gemacht, zu einem Verfluchten (Jesaja 53:2-9). Er wurde ausgeliefert und an einen Pfahl genagelt. Und dadurch, dass Jesus eine solche Stellvertreterfunktion einnahm, konnte Jehova die Menschheit zurückkaufen. Jesus übergab sich dem, der gerecht richtet und wurde nicht im Grab gelassen (1. Petrus 2:22-25). Er wurde auferweckt und zu unserem Führer (Matthäus 23:10; Römer 4:25). Da er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist, haben die Menschen die Möglichkeit, durch Glauben an den Christus von ihrer Selbstverurteilung befreit zu werden (Apostelgeschichte 2:32-36; Johannes 3:16-18).
Die menschliche Gerichtsbarkeit wird dadurch selbst für nichtig erklärt, da auf ihrer Grundlage sogar der Christus verurteilt wurde. Die Offerte Satans, die er der Eva machte, wird zurückgewiesen. Wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben, dann sind wir von Sünde und Tod befreit und haben die Aussicht, ewig zu leben!
Was bedeutet Glaube an Christus?
Doch was schließt der Glaube an den Christus alles ein? Was ist mit denen, die ausgeschlossen wurden? Diejenigen, die ausgeschlossen und geächtet wurden, machen eigentlich die gleichen Erfahrungen wie Christus. Sie sind durch den gleichen psychologischen Mechanismus in diesen Zustand geraten. Dadurch sind sie sozusagen mit Christus verwandt. Sie sind seine Brüder. Aus dem Gleichnis von den Schafen und Böcken (Matthäus 25:31-46) erfahren wir, dass es von entscheidender Bedeutung ist, wie man Christi Brüder, also die Geächteten, behandelt. Sie befinden sich meist in einer misslichen Lage, also sind hungrig oder durstig (meist im geistigen Sinne) oder fremd, nackt, krank oder im Gefängnis, da sie ja alle Unterstützung durch ihre früheren Freunde eingebüßt haben. Wer ihnen Gutes tut, erhält von Jehova Lohn. Er wird als Schaf eingestuft, die anderen als Böcke.
Denn Glauben an Jesus Christus auszuüben, bedeutet, zu glauben, dass der „Stein“, den die Bauleute verworfen haben, zum „Haupteckstein“ wurde (Psalm 118:22, 23). Es bedeutet auch, zu glauben, dass die anderen „Steine“, also die Geächteten, ebenfalls zum Tempel Jehovas gehören, also als Gerechte vor Jehova stehen (Epheser 2:20-22). Und für einen Ausgeschlossenen und Geächteten wäre es wichtig, zu glauben, dass er von Jehova nicht verurteilt wurde, genauso, wie Christus nicht von Jehova verurteilt wurde. Es bedeutet auch, sich darüber im Klaren zu sein, dass die Gerichtsbarkeit der Versammlung null und nichtig ist.
Der Weg der Scheingerechten
Die Ältesten, die Rechtskomitees bilden, sind hingegen sogar Musterbeispiele für Menschen, die das Angebot Satans annehmen. Sie wollen zum einen so sein wie Gott, erkennend Gut und Böse. Denn sie sprechen die Urteile im Namen Gottes aus. Sie sagen: „Er musste ausgeschlossen werden“. Und man soll glauben, dass dies Jehova so entschieden hat. Sie glauben auch der Lüge Satans, dass sie dennoch nicht sterben müssten. Andere dürfen sie verurteilen, sie selbst wollen später als die Fürsten ewig auf der Erde leben [51]. Sie haben wirklich das im Sinn, was der Teufel solch habgierigen und machtbesessenen Menschen anbieten möchte (2. Petrus 2:3).
Eine neue Identität
Viele haben Angst davor, ausgeschlossen zu werden, da man über sie sagt, sie seien keine Zeugen Jehovas mehr. Es ist ihre Identität, die plötzlich wegzubrechen scheint. Ihr Leben lang waren sie auch in ihren Augen Zeugen Jehovas und jetzt wissen sie nicht mehr, wer sie sind. Sie sind wie Menschen ohne Identität geworden, wie solche, deren Biographie gebrochen wurde. Was ist passiert? Wie kann das sein?
Lehre Jesu für Nikodemus, einem Pharisäer
Betrachten wir einmal die Worte, die Jesus zu einem Pharisäer namens Nikodemus sprach. Er kam mitten in der Nacht zu Jesus und wollte wissen, was er tun kann, um in Gottes Gunst zu geraten. Er verstand aufgrund der Wunder Jesu, dass Jesus von Gott ausgesandt worden sein musste.
Was sagte nun Jesus zu ihm? Was hätten wir einem Pharisäer gesagt, einem Menschen, der zu der Gruppe gehörte, die Jesus verwerfen würde und die deshalb nur Gottes Strafgericht verdient hätte?
Vielleicht hätten wir zu ihm gesagt: „Trenn dich von der Gruppe. Du brauchst eine neue Identität. Als Pharisäer kannst du am Ende nur verurteilt werden, egal, wie wohlwollend du jetzt Jesus anerkennst“. Das hat Jesus im Wesentlichen zu ihm gesagt:
Schlage Johannes Kapitel 3 auf
Betrachte Johannes 3:3
Jesus verwendet die Bezeichnung „wiedergeboren werden“ als Metapher für eine neue Identität. Er erklärt dann, von welcher Art die neue Identität sein sollte:
Betrachte Johannes 3:5-8
Der Pharisäer Nikodemus ist in seiner gegenwärtigen Identität „aus dem Fleisch geboren“ worden. Denn es waren Menschen, die ihn zu dem machten, der er ist. Bestimmt hatte er eine Pharisäerschule besucht, ist entsprechend unterwiesen worden und ist schließlich ein ernannter Pharisäer und Vorsteher in Israel geworden. Alles, was er ist, was ihn ausmacht, wurde ihm von Menschen zugeteilt. Als solcher steht er aber verurteilt da. Er kann nicht Gottes Königreich sehen.
Der Name „Jehovas Zeuge“
Auch bei den Zeugen Jehovas ist ein Identitätsproblem dieser Art entstanden. Nicht nur, dass man ebenfalls durch die Versammlung Zuteilungen erhält, die einem dann wieder weggenommen werden können, was auch sehr schmerzlich ist. Es war am 26.07.1931, auf dem Kongress in Kolumbus (Ohio), als die ernsten Bibelforscher den Namen „Jehovas Zeugen“ annahmen (siehe das Buch Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes Kapitel 11 Seite 155: „Ein neuer Name“)[8]. Auf einem Kongress den Zuhörern klar zu machen, dass sie außer ernste Bibelforscher auch Zeugen Jehovas sind und es schon vorher waren, wenn sie Zeugnis für Jehova ablegen, ist nicht unbedingt verkehrt. Denn alles, was die Erkenntnis fördert, ist wertvoll. Das Problem war nur, dass die meisten Zuhörer dies als eine neue Identität annahmen. Und sie nahmen diese Identität eben nicht von Jehova, sondern vom Kongressveranstalter an.
Aus dem Fleisch geboren
Dadurch, dass diese Identität von einer Organisation verliehen wurde, sind sie „aus dem Fleisch geboren“ und nicht „aus dem Geist“. Die schwerwiegenden Folgen werden uns dann erst bewusst, wenn wir ausgeschlossen werden. Was von einer menschlichen Organisation kommt, kann von dieser auch wieder weggenommen werden. Und so bekommt eine Organisation eine solche Macht, uns die Identität zu rauben. Auf dieser Grundlage ist natürlich kein ewiges Leben möglich. An einem Tag, am Tag unserer Hingabe und Taufe, freute man sich, von Jehova gezogen worden zu sein, weil er uns mit ewiger Liebe geliebt hat (Jeremia 31:3), und wir bekamen die Hoffnung, ewig leben zu dürfen. Nun sind wir ausgeschlossen und unsere Identität samt Hoffnung ist dahin. Das ist ja ein schön kurzes ewiges Leben. Nein, so kann das nicht gehen.
Es ist kein Zufall, dass in dieser Zeit die Einsammlung der Geistgesalbten, die mit Christus im Himmel regieren werden, zu Ende ging. Denn wer „aus dem Fleisch geboren“ ist, kann auf keinen Fall ein Geistgesalbter sein. Wie wir schon gesehen haben, erfüllte sich die Prophezeiung aus Offenbarung 7:1-8; 9:13-15. Die vier Engel werden losgelassen. Durch diese von Menschen zugeteilte Identität wurden sozusagen das sinnbildliche Wasser und die sinnbildliche Erde und die sinnbildlichen Bäume beschädigt.
Aus Wasser und Geist geboren werden
Wir müssen „aus Wasser und Geist geboren“ werden! Aber was bedeutet das? Das Wasser erinnert an die Wassertaufe und wir hatten schon betrachtet, welche Bedeutung sie hat (siehe die Abhandlung „Unser Hingabegelübde“). Es bedeutet, dass wir es bereut haben, Menschen zu ächten und dass wir Liebe zu allen Geächteten empfinden, ja die klare Gewissheit, dass sie bei Jehova in einem gerechten Stand sind, da Gottes Sohn in gleicher Weise behandelt wurde. Dadurch kann uns niemand mehr durch Ächtung unsere Identität rauben.
Und in Geist geboren zu werden bedeutet, dass wir unsere Identität in den vom Geist inspirierten Schriften wiederfinden. Wir gehören zu denen, durch die Joel Kapitel 2 in Erfüllung geht oder zu denen, die Brüder Christi genannt werden, weil wir geächtet wurden. Denn dann sind wir erst richtige Nachfolger Jesu, da er auch geächtet wurde (Johannes 1:11-13). Oder wir tun den Geächteten, das heißt den Brüdern Christi, Gutes und dürfen so zu den sinnbildlichen Schafen statt zu den Böcken gehören. Seither haben wir zu denen gehört, durch die Matthäus 24:14 in Erfüllung ging.
Eine solche Identität wird durch die genaue Erkenntnis der Wahrheit erneuert (Kolosser 3:10; Johannes 17:3). Sie kann uns von keinem Menschen weggenommen werden, genauso, wie uns keiner unsere Erkenntnis wegnehmen kann. Und kein Mensch, der die Erkenntnis nicht hat, weiß, was wir in Gottes Augen tatsächlich sind, woher wir kommen und wohin wir gehen (vergleiche auch Galater 4:21-26). Er hat dann auch keinerlei Macht über uns.
Zustand der Christenversammlung
In welchem Zustand ist die Christenversammlung tatsächlich geraten? Man strengt sich an und gibt sich Mühe, den Ältesten zu gefallen. Denn sie haben die Macht, uns auszuschließen. Zuerst brauchten wir ihre Gunst, damit wir überhaupt erst zur Taufe zugelassen wurden. Die Taufe und das Bleiben in der Organisation der Christenversammlung gilt als Grundlage für die Rettung. Also brauchen alle die Gunst der Ältesten, damit sie nicht ausgeschlossen werden und dadurch verloren gehen. Mit was kann man das vergleichen? Stellen wir uns eine Seilschaft vor. Jeder möchte am Seil angebunden bleiben.
Wenn ich in Gottes Gunst bleiben möchte, muss ich erst in der Gunst der Ältesten bleiben. Es ist doch so, wie es bei einer sogenannten „Vetternwirtschaft“ oder „Günstlingswirtschaft“ ist. Also den Job bekomme ich, wenn ich mich mit der Frau des Chefs oder einer anderen einflussreichen Person gut stelle. Jehova bringt mich in die neue Welt, wenn ich mich mit den einflussreichen Ältesten gut stelle. So etwas nennt man auch Korruption. Was ist denn los! Glaubst du etwa, dass unser Schöpfer und Lebengeber korrupt ist? Wird sich der wahre Gott auf ein solches System der Günstlingswirtschaft einlassen?
Eine prophetische Veranschaulichung
Als Jakob auf dem Weg in das Land der Verheißung unterwegs war, stellte sich ihm die Frage, wie die Anbetung unter seinen Nachkommen wohl organisiert werden würde. Er hatte einen Traum von einer Leiter oder einer Treppe, die bis in den Himmel reichte und auf der die Engel auf und abgingen (1. Mose 28:10-19).
Lies 1. Mose 28:12
Auf diese Leiter nahm auch Jesus Bezug, indem er sagte:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel aufgetan und die Engel Gottes zum Menschensohn auf- und niedersteigen sehen.“ (Johannes 1:51)
Da buchstäbliche Engel Geistgeschöpfe sind und sicher keine Himmelsleiter brauchen, können sie nicht gemeint sein. Der Begriff „Engel“ steht in der Bibel oft einfach für Boten. Hier sind es die menschlichen Boten, die Zeugen Jehovas, die damit beschäftigt sind, durch diese Himmelsleiter zum Menschensohn zu gelangen. Da man gemeint hat, die Glieder der leitenden Körperschaft seien Brüder Christi, stieg man diese Leiter hinauf, um durch Gehorsam ihrer Führung gegenüber wie durch eine Seilschaft zum Christus zu gelangen. Denn sie dachten sozusagen, dass der Christus oben sei. Nun ist Christus aber unten bei den Geächteten und Ausgeschlossenen, denn sie sind die Brüder Christi. Darum sollen sie nun zum Menschensohn wieder niedersteigen!
Der Menschensohn muss erhöht werden
Jesus nimmt auch Bezug zu einem Ereignis in Israel und erklärt, dass der Menschensohn erhöht werden muss:
Lies Johannes 3:14, 15
Da die Israeliten gegen Moses und gegen Jehova immer wieder gemurrt hatten, sandte Jehova giftige Schlangen und viele wurden gebissen und starben. Nachdem sie bei Moses Fürbitte eingelegt hatten, machte Moses nach der Anleitung Jehovas eine Schlange aus Kupfer und setzte sie auf eine Signalstange. Dann sollte jeder, der gebissen wurde, auf das Signal schauen und dadurch am Leben bleiben (4. Mose 21:9).
Jehovas Zeugen betrachten Aussteiger, sogenannte Abtrünnige und sogenannte reuelose Sünder als Personen, die nicht nur böse seien, sondern vor denen man sich schützen müsse, weil sie Schaden verursachen und die Küchengehilfen Satans seien. Und so setzt man Rechtskomitees ein, schließt sie aus der Christenversammlung aus und ächtet sie. Sie sind für sie sozusagen wie die Schlangen, die beißen können. Das führt dann zu gespaltenen Familien.
Die Heilung von diesem Problem besteht nun darin, dass die Geächteten erhöht werden, wie die kupferne Schlange auf der Signalstange. Man soll sie achten, ihnen zuhören. Sie sollen als Gerechte betrachtet werden, denn sie sind die Brüder Christi! Dadurch wird man von dem falschen Feindbild geheilt und kehrt zu Christus um.
Wer sein Leben retten will, wird es verlieren
Doch die vorherrschende Geisteshaltung besteht darin, unbedingt der Organisation treu bleiben zu müssen, denn sie ist wie die Arche Noahs ein Rettungsboot. Jetzt, so kurz vor Harmagedon, kann man doch nicht das Rettungsboot verlassen und umkommen. Damit man nicht schwach wird, muss man seine ganzen kognitiven Fähigkeiten nutzen, um jeden Widerspruch und jede Ungereimtheit in der Organisation wegzurationalisieren, umzuinterpretieren und eine gute Erklärung für alles zu haben. Darum unterstützen sie die Organisation bis zum Exzess. Und deshalb, weil es ihnen bei diesem Denkmuster ja ums Überleben geht, hat Jesus folgendes gesagt gemäß Matthäus 16:25 NWT [47]:
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren, aber wer sein Leben meinetwegen verliert, wird es finden.
Jesus hat sein Leben verloren und es wiedergefunden. Und wenn wir um der Gerechtigkeit willen verfolgt und ausgeschlossen werden, werden wir es auch finden.
Jehovas Strafgericht
Ja, Jehova hat durch diese Organisation viele Menschen aus allen Nationen eingesammelt. Über acht Millionen sind es geworden. Doch am Ende brachte er die Menschen zusammen, um seinen Zorn zum Ausdruck zu bringen, wie es in Zephanja 3:8 erklärt wird:
Lies Zephanja 3:8
Viele Zeugen Jehovas haben schon lange auf die Erfüllung der biblischen Verheißungen gewartet. Schon 1975 oder früher hätte es soweit sein sollen oder dann wenigstens im Jahr 2000. Sie hatten sich gefragt, warum es so lange dauert!
Doch in der Bibel wird eine klare Antwort gegeben:
Betrachte 2. Thessalonicher 2:1-12
In Vers 3 wird uns klar vor Augen geführt, dass der Tag, auf den Jehovas Zeugen so lange gewartet haben, nicht kommt, bevor der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn der Vernichtung, geoffenbart werde. Er wird in Vers 4 noch genauer beschrieben. Es sind die Vertreter der Organisation, die sich über alles erhoben haben, um wie die Stellvertreter Gottes über die ganze Bruderschaft zu herrschen. Sie haben sich sozusagen in den Tempel des wahren Gottes niedergesetzt und sich öffentlich durch große Kongresse und viele Ansprachen in Versammlungszusammenkünften so dargestellt, als ob sie an die Stelle Gottes getreten wären. Alle, die Gott ergeben sein wollten, folgen nur noch ihrer Leitung.
Und diese Dinge mussten vorher geschehen. Die Schlechtigkeit innerhalb der Christenversammlung musste ausnehmend groß werden. Dann hält Jehova Gericht und bringt Babylon die Große zu seinem Ende. Es soll nie wieder aufstehen können! Dies wird zu einer völligen Kehrtwende führen, denn er wird diejenigen befreien, die unter den schlimmen Verhältnissen in der Christenversammlung sehr gelitten haben (2. Thessalonicher 1:6)!
Lies 2. Thessalonicher 1:6-9 (NWT 2018[47])
Ewige Vernichtung droht also denen, die der Lüge geglaubt haben, obwohl sie ja angeblich „in der Wahrheit sind“, und die für diese verheerenden Verhältnisse in der Christenversammlung die Verantwortung tragen. Sie hatten die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen.
Autor: Bernd Oelschlägel
CC-BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
Da der Autor diese Inhalte auch Menschen zugänglich machen möchte, die eine andere Sprache sprechen, ist dieser Beiträge mit CC-BY-SA 4.0 (siehe https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0) lizenziert. Wer eine andere Sprache spricht und den Wunsch hat, den wertvollen Aufschluss, den Jehovas Geist daher getragen hat, aus Liebe zu übersetzen und in anderen Sprachen zugänglich zu machen, der soll sich ermuntert fühlen, dies zu tun. Die verwendeten Zitate aus der Bibel oder anderen Quellen sind in der Regel in anderen Sprachen verfügbar. Sie beruhen auf das Zitatrecht bzw. Fair Use und sind auf die vorliegende Public License nicht anwendbar.