Eine Vers-für-Vers-Betrachtung des Bibelbuches Joel
aufgeschrieben im Jahr 2017
In Verbindung mit der Christenversammlung der Zeugen Jehovas gibt es heute sehr unterschiedliche Personengruppen. Manche sind begeistert und machen alles, was die Ältesten sagen. Manche habe schlechte Dinge erlebt oder wundern sich über den geistigen Zerfall, bleiben aber in der Versammlung, weil sie ja treu und loyal bleiben wollen. Oder sie bleiben, weil sie ihre Familie nicht verlieren wollen. Manche engagieren sich, übernehmen die Führung als Älteste. Sie wollen die Versammlung gegen die sogenannten Abtrünnigen verteidigen. Manche steigen mit Empörung wegen schlechter Erlebnisse aus. Einige sind ausgeschlossen worden und haben keinen Kontakt mehr zur Versammlung.
Das Bibelbuch Joel zeigt uns, was jeder Einzelne tun kann. Und man wird feststellen: Wer als Aussteiger nicht mehr an Jehova glaubt, der handelt trotzdem so, wie es in diesem Bibelbuch vorausgesagt wurde. Wenn du aber gerne Teil einer intakten Christenversammlung sein und Jehova in Geist und Wahrheit anbeten möchtest: Was erwartet Jehova heute von dir? Das beantwortet das Bibelbuch Joel.
Es geht heute darum, die Dinge richtigzustellen. Wer geht den geraden Weg, den Jehova uns zu gehen gelehrt hat? Wer von den unterschiedlichen Personengruppen hat denn recht? Das muss in der „Tiefebene der Entscheidung“ ermittelt werden. Alle sollen zusammenkommen, um ihre Sicht der Dinge zu erklären und zu beweisen, dass sie im Recht sind. Das muss unbedingt geklärt werden.
Der Zustand der Christenversammlung – ehrlich betrachtet
Joel Kapitel 1
Joel 1:1-3
Die Dinge, die sich heute in der Christenversammlung abspielen, sind sehr denkwürdig. Sie sollen nicht in Vergessenheit geraten. Denn Jehova schafft einen Präzedenzfall. Es sollte zum ewigen Gericht gegen die fehlgeleitete organisierte Religion führen, wie wir schon erfahren haben. Die Dinge, die geschehen, sind wirklich außergewöhnlich. Es ist Jehovas befremdende Tat, wie wir schon durch Jesaja 28:21 erkannt haben (siehe die Abhandlung „Ihr Herrscher dieses Volkes“ zu Jesaja 28:21).
Joel 1:4
Mit diesen anschaulichen Worten schildert Joel die geistige Verödung, wie sie schon in Jesaja Kapitel 24 beschrieben wurde. Wie bei einem Einfall von Schädlingen wurde das Land, die Christenversammlung, verheert (siehe das Kapitel „Du hast eine Stadt zu einem Steinhaufen gemacht“). Die verheerenden Dinge kamen nach und nach und wurden immer schlimmer.
Doch die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: „Wie sollen wir darauf reagieren? Was sollen wir tun?“
Joel 1:5, 6
Die meisten schlafen und merken nicht, was hier vor sich geht. Sie wollen sich weiter mit Wein berauschen, indem sie den Segen Jehovas durch seine glorreiche Organisation feiern. Aber sie sollten aufwachen, denn es ist, wie wenn eine Nation eingedrungen wäre (siehe den Beitrag Diebe haben uns ausgeraubt!).
Wir hatten ja schon gesehen, dass ganze Dämonennationen in die Christenversammlung eingedrungen sind (siehe Jesaja 24:18 und dazu die Abhandlungen „Du hast eine Stadt zu einem Steinhaufen gemacht“; „Die Mächte in den letzten Tagen“). Sie herrschen auf immer tyrannischere Art und Weise über Jehovas Volk, wie wenn ein Löwe eingedrungen wäre. Jeder, der nicht ganz auf Linie ist, bekommt Schwierigkeiten. Andersdenkende werden schnell als Abtrünnige betrachtet. Viele werden ausgeschlossen. Es gibt keine freie Meinungsäußerung mehr. Man verrät sich gegenseitig. Die vielen Änderungen, die es gibt, werden von der leitenden Körperschaft einfach befohlen, egal, ob man damit zurechtkommt und welche Auswirkungen das auf die Zusammenarbeit unter Glaubensbrüdern hat. Und die Ältesten gehen nach ihren Kräften auf Unterwerfung aus (Jeremia 5:31). Und das hat man so geliebt.
Joel 1:7, 8
Für jeden freiheits- und wahrheitsliebenden Menschen sind die Zustände entsetzlich geworden. Man erinnert sich vielleicht an frühere Zeiten, als man Jehova noch aus eigenem Antrieb in Freiheit und mit Freude des Herzens dienen konnte. Denn echter Glaube ist nie das Ergebnis von Zwang. Man wird durch die Liebe des Christus angespornt, tätig zu werden, seinen Mitbrüdern zu helfen und andere Menschen durch die gute Botschaft zu trösten. Nun aber gibt es nur noch Zwang, nur noch Unterwerfung.
Joel 1:9-12
Solch schlimme Zustände herrschen nun vor. Sie wurden auch schon in Jesaja Kapitel 24 beschrieben. Mit Priestern sind alle gemeint, die sich am Predigtdienst, am Königreichswerk beteiligen. Denn es sollte ja in der wahren Anbetung keine Trennung von Geistlichkeit und Laientum geben. Die Zustände werden hier in sinnbildlicher Art und Weise beschrieben. Es gibt keine intakte geistige Speise mehr. Die Lehren sind wieder zu Wermut geworden, wie man es schon in Verbindung mit den Kirchen der Christenheit beschrieben hat (siehe Offenbarung 8:10, 11 und „Gerichtsbotschaften gegen das organisierte Christentum“).
Doch wie sollte man darauf reagieren? Sollte man alles ignorieren, ja in Abrede stellen und feiern? Wir sollten das tun, was in den folgenden Versen gesagt wird:
Joel 1:13, 14
Jehova ruft zum Trauern und zum Fasten auf. Man sollte die Sachlage zur Kenntnis nehmen und zusammenkommen, um zu Jehova um Hilfe zu schreien. Man sollte zur Kenntnis nehmen, was sich alles geändert hat und was alles verloren ging. Denn wenn man nur noch aus Zwang und mit Kadavergehorsam handelt, ist dies für Jehova nicht annehmbar. Jehova liebt einen fröhlichen Geber und ein Herz, angetrieben von echter Liebe. Man sollte sich all das zu Herzen nehmen und beratschlagen, wie man sich vor den Eindringlingen mit Jehovas Hilfe verteidigen kann.
Joel 1:15-18
Geistige Speise ist tatsächlich weggetilgt worden, denn man hat Lehren geändert. Ursprünglich hat man die Tätigkeit der ernsten Bibelforscher vor 1914 als das betrachtet, was dazu führte, dass sie über die ganze Habe gemäß Matthäus 24:45 gesetzt wurden. Ich kann mich noch erinnern, dass der Kreisaufseher uns das noch im Jahr 2011 bei einer Dienerbesprechung (Besprechung mit den Ältesten und Dienstamtgehilfen der Versammlung) folgendermaßen erklärt hatte:
Es gab im Jahr 1914 sehr viele Religionsgemeinschaften, die sich christlich nannten. Welche sollte Jesus bei seiner Ankunft im Jahre 1914 gebrauchen, um die gute Botschaft vom Königreich auf der ganzen Erde gemäß Matthäus 24:14 verkündigen zu lassen? Nur die ernsten Bibelforscher hatten schon lange auf die Wiederkunft des Herrn im Jahre 1914 hingewiesen und dies öffentlich verkündigt. Sie teilten geistige Speise genau zur rechten Zeit aus. Nur sie hatten verstanden, wo sich die Menschheit im Strome der Zeit wirklich befindet. Also wurden sie von Jesus gemäß Matthäus 24:45 ausgewählt. Der Kreisaufseher wollte uns erklären, dass wir volles Vertrauen in den treuen und verständigen Sklaven haben sollten wegen dieser guten Grundlage.
Doch dieses Verständnis gilt nicht mehr, da es nach dem neuen Verständnis die jetzige leitende Körperschaft ist, die erst in Zukunft, in der großen Drangsal, über die ganze Habe gesetzt wird. Das, was ursprünglich zur Überzeugung beigetragen hat, ist weggetilgt worden. Was fängt man mit den neuen Lehren an? Sie machen keinen Sinn, durch sie wird nichts erklärt. Die Glieder der leitenden Körperschaft können sich mit solchen Lehren selbst verherrlichen. Sie können sich nun großartig präsentieren. Doch die Schafe, die Zeugen, die nur gehorchen müssen, bleiben schuldig zurück. Wenn sie gegen eine Regel verstoßen, anderer Meinung sind oder gar eine „schwere“ Sünde begehen, gelten sie als Böse und vielleicht als Fall für eine Rechtskomiteeverhandlung.
Joel 1:19, 20
Gerechtigkeitsliebende Menschen sollen zu Jehova um Hilfe rufen. Nur Jehova kann Antworten geben, nicht Menschen, die über uns herrschen wollen. Mit „Bäumen“ sind Personen gemeint, die Anleitung und Orientierung bieten können. Mit „Tiere des Feldes“ sind die Verkündiger gemeint, die erfolgreich ihren Predigtdienst oder Felddienst durchführen wollen und dazu gesunde geistige Speise brauchen, damit sie etwas haben, was sie den Menschen sagen können. Es gibt aber keine gesunde geistige Speise mehr. Nur noch verwirrende Erklärungen. Darum sollte man nun unbedingt aufwachen:
Das Werk der Aufklärung übler Machenschaften
Joel Kapitel 2
In vielen Bibelübersetzungen sind die Verse Joel 2:28-32 (NWÜ) unter Joel 3:1-5 zu finden und das Kapitel 3 (NWÜ) ist dort das Kapitel 4.
Joel 2:1, 2
Das, was sich anbahnt, ist der Tag Jehovas. Die meisten denken vielleicht, dass sie an diesem Tag von der bösen Welt befreit werden. Aber da die Diener Jehovas selbst vom rechten Weg abgekommen sind, ist es ein Tag der Finsternis. Denn sie sind völlig irregeführt worden. Die Dinge müssen richtiggestellt, die Sünder, die sich für gerecht halten, entlarvt und entfernt werden. Die Wahrheit muss dann wie durch das Licht der Morgenröte aufgedeckt werden (Hosea 6:3).
Doch viele wollen all diese Dinge einfach nicht wahr haben. Sie meinen, dass alles recht sei und sogar besser wird. Wenn jemand von schlechten Dingen redet, die in der Organisation geschehen, dann meinen sie, dies seien nur verleumderische Behauptungen von Abtrünnigen. Außerdem sagen sie, wenn unverständliche Dinge geschehen: „Wir wissen ja nicht alles! Wie kann man nur diese Glaubensgemeinschaft gar als extremistisch einstufen, wie in Russland geschehen! Ist denn friedliches Zusammenkommen, beten und Lieder singen extremistisch? Leben wir nicht in einem geistigen Paradies?“ Deshalb ist noch etwas zur Richtigstellung nötig, denn Jehova ist der „Gott der Wahrheit“ (Psalm 31:5). Dieses besondere Werk wird nun beschrieben:
Joel 2:2, 3
Alle, die in Verbindung mit dieser Organisation Schlechtes erlebt haben, werden nun aufgefordert, aktiv zu werden und diese Dinge öffentlich zu machen. All das, was im Verborgenen getan wurde, muss aufgedeckt werden. Brüder und Schwestern sind zu Rechtskomitees geschleppt worden, sie haben Schlimmes mitgemacht. Vielleicht sind sie dann ausgeschlossen worden und keiner weiß so genau, was der Grund dafür war. Weil alles im Geheimen und Verborgenen stattfand und kaum ein Außenstehender etwas davon mitbekam, konnte man sich kaum ein Bild darüber machen, ob der Ausschluss gerechtfertigt war. Als man Zweifel über die Rechtskomiteeentscheidung äußerte, sagten sie, „Ihr wisst nicht alles“. Deshalb ließ man es darauf bewenden.
Sollten wir nicht Aufklärung fordern?
Aber stell dir vor, es ist ein Mord geschehen und man hat auch einen Tatverdächtigen. Nur reichen die Beweise nicht, weil man nicht genug weiß. Würde man dann einfach dem potenziellen Mörder die Hand reichen, sich von ihm auch noch führen lassen und alles tun, was er sagt? Wäre man mit der unzureichenden Beweislage einfach zufrieden? Bestimmt nicht! Man würde zurecht Aufklärung des Mordfalls fordern!
In der Christenversammlung werden Menschen geistig ermordet, indem man sie aus der Christenversammlung ausschließt. Und die Rechtskomiteesitzungen finden im Geheimen statt. Man soll einen Ausgeschlossenen meiden und ihm so dem sozialen Tod überführen, obwohl man noch nicht einmal weiß, was er denn Schlimmes getan hat. Selbst alle Angehörigen und sogar die Eltern oder die Kinder betrachten ihn dann oft so, wie wenn er schon gestorben wäre. Sollten wir nicht Aufklärung fordern?
Darum muss dieses hier in der Bibel beschriebene Werk durchgeführt werden. Alles muss ans Tageslicht kommen. Dies hat verheerende Folgen. Wenn all die Lügen, die man uns erzählt hat, aufgedeckt werden, dann wird sozusagen aus einem Garten Eden, dem „geistigen Paradies“, eine öde Wüstenei. Wie groß das Unrecht ist, dass die Vertreter der Organisation im Verborgenen begehen! Im Lichte der Aufklärung wird nichts bestehen können. Es wird für nichts, was sie tun, irgendeine Entschuldigung geben können.
Joel 2:4-6
Wenn dieses Werk in vollem Umfang durchgeführt wird, dann ist es so, wie hier beschrieben (Jesaja 30:16). Mit großem Eifer und Entschlossenheit geht man ans Werk. Nun müssen all die üblen Dinge schnell aufgedeckt werden. Niemand ist verzagt oder eingeschüchtert, weil sie gegen die Interessen der Herren in den Versammlungen handeln, die immer großgetan haben. Denn nicht ihre Herren, sondern diejenigen, die dieses Werk durchführen, befinden sich in sinnbildlicher Hinsicht auf den Gipfeln der Berge. Sie sind auf Jehovas Seite und handeln mit Erkenntnis. Und es führt zu einer vernichtenden Verurteilung. Die Glaubensbrüder, die auf ihre Ältesten vertraut haben und die Ältesten werden bei dem Versuch, sich zu verteidigen, vor Erregung erglühen (zum Vergleich Nahum 2:10).
Jesus ist gekommen um ein Feuer anzuzünden!
In Jesaja 13:8 wird ebenfalls in Verbindung mit dem Tag Jehova prophezeit:
Und [die] Menschen sind beunruhigt worden. Krämpfe und Geburtsschmerzen selbst befallen [sie]; wie eine Gebärende haben sie Wehen. Sie sehen einander staunend an. Ihre Gesichter sind Flammengesichter.
Deutlich drückt sich auch Hesekiel aus. Dort ist in Hesekiel 20:47 davon die Rede, dass Jehova ein Feuer anzündet und die Gesichter versengt werden.
Jesus sagte dies voraus in Luk 12:49:
Ich bin gekommen, um ein Feuer auf der Erde anzufachen …
Deshalb führt dieses besondere Werk, all das Üble in der Christenversammlung aufzudecken, mit Feuereifer aus!
Joel 2:7, 8
Darum fürchtet euch nicht! Es ist Jehovas geistiger Krieg. Man hat doch schon eine feurige Gerichtsbotschaft gegen die Kirchen der Christenheit verkündet. Nun sollen alle Lügen innerhalb dieser Organisation entlarvt werden. Da Jehova niemals auf der Seite von Übeltätern und Lügnern stehen kann, soll dieser Kriegszug mit der größten Entschlossenheit durchgeführt werden. Das Ziel, die Aufklärung aller üblen Dinge, damit sie ein für alle Mal aufhören, muss absoluten Vorrang haben. Selbst wenn es den Ältesten gelingt, einige wieder einzuschüchtern oder mundtot zu machen, gibt es für die Anderen keinen Grund, nachzulassen.
Außerdem braucht dieses Werk keine Organisation. Jeder kann für sich handeln und die Dinge aufdecken, denn es heißt ja, dass sie „ein jeder auf seinen eigenen Wegen“ gehen. Denn jeder hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Möglichkeiten, sich mit Entschlossenheit an diesem Kriegszug zu beteiligen.
Vielleich finden wir es abwegig, dass Jehova ausgerechnet mit uns handeln sollte und uns als seine Diener betrachten sollte, wenn wir bereits als Sünder und von der Organisation Verworfene und Ausgeschlossene gestrandet sind.
Das Beispiel Rahab
Dann denken wir doch an das Beispiel der Rahab. Sie war eine Kanaaniterin und unter ihnen keine ehrenhafte Person, denn sie war eine Prostituierte. Jehova hatte bereits die ganze Nation verurteilt und verworfen. Und Rahab, die Prostituierte, stand wahrscheinlich sogar in ihrer eigenen Nation in schlechtem Ruf. Wie sollte ausgerechnet der heilige Gott Jehova, der ihre ganze Nation verworfen hat, auf die Idee kommen, sie als seine Dienerin zu betrachten oder sie gar zu Ehren führen? Wäre allein dieser Gedanke in den Augen aller nicht lächerlich gewesen?
Doch Jehova fand bereits Gefallen an ihr, während sie noch ihrer Arbeit nachging. Während sie die israelitischen Kundschafter beherbergte, wurde ihr und ihrer ganzen Familie Rettung zugesagt. Sie waren die Einzigen, die gerettet wurden. Warum hat Jehova so viel Gefallen an Rahab bekundet?
Auch die Anderen sahen die Aussichtslosigkeit, gegen Israel standzuhalten. Aber sie verharrten in ihrer falschen Loyalität gegenüber ihrem verurteilten Land und ihrer verurteilten Regierung. Sie hätten die israelitischen Kundschafter sofort verraten. Doch Rahab, die Prostituierte, war bereit, die Seite zu wechseln, weil sie an den Ausgang der Dinge dachte und Jehova als den unbesiegbaren Gott betrachtete. Auch sie war so erzogen worden, dass man der Regierung des eigenen Landes loyal sein musste. Doch sie wusste, dass dies nun keinen Zweck mehr haben würde, da ihre Nation von Jehova gerichtet worden ist.
Jehova segnete Rahab
Sie wurde schließlich so sehr gesegnet, dass sie sogar eine Vorfahrin des Christus werden durfte (Matthäus 1:5). Wie groß wird ihre Freude sein, wenn Jehova sie schließlich zur Auferstehung bringt und sie erfährt, wie oft sie in der Bibel genannt worden ist. Vielleicht fragt sie dann jemand: „Bist Du Rahab, die Prostituierte?“, denn sie wird in der Bibel oft so bezeichnet (Josua 2:1; 6:17, 23, 25; Hebräer 11:31; Jakobus 2:25). Du magst sagen: „Auf den Namenszusatz `Prostituierte´ würde ich gerne verzichten“. Aber Jehova ist der Gott der Wahrheit. Er möchte nicht, dass irgendetwas vertuscht wird (vergleiche auch Markus 5:25-34). Und so wissen wir alle, Jehova kann unsere Sünden wirklich vergeben und Jehova schreibt niemanden als hoffnungslosen Sünder ab!
Darum dient dem Gott der Wahrheit und erzählt freimütig, was ihr getan und erlebt habt und wie ihr von den Vertretern der Organisation und von den Mitbrüdern behandelt worden seid. Es sollte nichts mehr vertuscht werden!
Joel 2:9-11
Die Herren der Organisation haben alles daran gesetzt, ihre Macht zu festigen. Sie haben geistige Mauern errichtet und die gefestigten Organisationsstrukturen scheinen wie ein Bollwerk zu sein. Aber die Angreifer lassen sich in keiner Hinsicht aufhalten. Sie ersteigen alle Mauern und dringen überall ein, wie der Dieb.
Stell die vor, ein Herrscher hätte so viel Macht über seine Untertanen, dass sie ihm auch dann noch gehorchen würden, nachdem er sie schon getötet hätte. Du magst sagen, das ist unmöglich. Tote können doch nichts mehr tun und auch nicht gehorchen. Doch genau so ist es oft, wenn jemand aus der Christenversammlung ausgeschlossen, also geistig getötet wird. Selbst danach gehorcht er denen, die ihn ausgeschlossen haben, indem er mit seinen (ehemaligen) Mitbrüdern nicht redet. Nicht nur diese reden nicht mehr mit ihm, sondern er selbst redet nicht, weil er es ja nicht darf. Er wird von anderen wie ein Toter betrachtet und er selbst hält sich gehorsam an alle Anweisungen, die er von denen erhalten hatte, die ihn geistig getötet haben. Sein Selbstbild ist so, wie man es ihm erklärt hat. Welch ungeheure Macht doch die Herren der Organisation haben. Das hat noch kein menschlicher und weltlicher König geschafft.
Das Beispiel einer Glaubensschwester
Doch es gab eine Glaubensschwester, die immer wieder auf das Bethelgelände (das Zweigbüro der Zeugen Jehovas) kam, weil sie der Meinung war, sie müsste sich dort aufhalten, genauso, wie die in der Bibel erwähnte Anna nie im Tempel fehlte (Lukas 2:36, 37). Sie kam einfach herein, auch nachdem man es ihr untersagt hatte. Wenn die Schranke aufging, um ein Auto hereinzulassen, kam sie als Fußgängerin herein. Und wenn man sie nicht daran hinderte, kam sie auch in die Gebäude hinein und auch mal auf die Bühne während der Versammlungszusammenkunft, um etwas zu sagen. Natürlich hat man alles getan, um das zu verhindern. Manchmal hat man sie zu zweit unter die Arme gefasst, um sie wieder hinauszuschleppen. Das war sehr personalintensiv, denn sie kam immer wieder zurück.
Auch ich hatte einmal zusammen mit einem Ältesten des Bereitschaftsdienstes die Aufgabe, sie hinauszuführen. Das war, als ich den Dienst an der Schranke verrichtete. Sie wurde von uns gemaßregelt und hinausbefördert, aber sie war frei. Wir hingegen waren nicht frei. Wir mussten das tun, was uns unsere Dienstherren aufgetragen hatten. Es konnte sie nichts erschüttern, denn sie war ja überzeugt, dass sie das tut, was Jehova möchte. Die Dienstherren hatten sie als geisteskrank hingestellt. Doch sie brachte durch ihr Verhalten zum Ausdruck, dass die Entscheidungen dieser Herren nicht mit Jehova übereinstimmen.
Was wir glauben ist entscheidend
Bestimmt können sich noch viele an die Schwester Hebamme erinnern. Man hat ihr Versammlungsverbot und, natürlich Hausverbot erteilt. Sie blieb immer freundlich und war auch ordentlich gekleidet. Sie verhielt sich immer anständig, nur dass sie eben immer wieder im Bethel sein musste, wie die Anna im Tempel Jehovas. Man rief schon mal die Polizei, die sie dann abgeholt hat. Sie war aber ganz freundlich zu den Polizisten. Diese konnten auch nichts gegen sie tun, denn sie tat ja eigentlich nichts Böses. Am nächsten Tag war sie dann wieder da. Bestimmt haben selbst die Zweigkomiteemitglieder, die Dienstherren, sich den Kopf zerbrochen, was man da tun kann. Sie waren völlig machtlos. Aber warum sind sie mit der Schwester Hebamme nicht fertig geworden? Weil sie einfach nicht gehorcht hat. Sie hat einfach etwas anderes geglaubt. Sie hat geglaubt, dass Jehova möchte, dass sie immer wieder kommt.
Darum ahmt doch den Glauben der Schwester Hebamme nach! Sie glaubte fest an Jehova! Sobald ihr ihnen den Gehorsam verweigert, ohne den Glauben zu verlieren, sind sie machtlos. Man wäre dann nur „wie“ der Dieb, weil ihr Gehorsamsanspruch völlig unberechtigt ist! Sie haben anderen ihre Rechte weggenommen und sind selbst gegenüber dem Christus ungehorsam. Außerdem steht Jehova auf eurer Seite, da ihr sein Wort ausführt, das Wort aus Joel Kapitel 2. Er möchte, dass wir nicht mehr Sklaven von Menschen sind (1. Korinther 7:23).
Wir sollten aktiv werden
Darum handelt genau so, wie es Jehova hier vorausgesagt hat! Denn auch wenn ihr ausgeschlossen seid, Jehova hat Euch eine neue Identität gegeben (siehe das Kapitel „Eine neue Identität“ im Bibelstudienwerk „Die Himmelsleiter“). Sie sagen euch, ihr sollt anderen nichts von der Rechtskomiteesitzung erzählen. Ihr sollt ihnen weder sagen, was dort geredet wurde und wie sie ablief, noch solltet ihr überhaupt über Anklagepunkte sprechen. Haltet euch niemals mehr daran, sondern seid für sie wie der Dieb! Denn sie sind ja potenziell geistige Mörder! Ihr sollt alles an die Öffentlichkeit bringen! Notiert alles und sammelt Beweise! Wenn ihr etwas Ungeheuerliches erlebt, wenn sogar elementare Menschenrechte mit Füßen getreten werden, sprecht nicht nur mit anderen darüber. Geht an die Öffentlichkeit! Sprecht mit Medienvertreter darüber oder wendet euch an zuständige Ämter!
Die Rolle der Öffentlichkeit in Verbindung mit der schlechten Tat
Auch wenn es nicht ihre Aufgabe ist, den Glauben zu beurteilen, so hat die weltliche Obrigkeit doch die Aufgabe, darüber zu wachen, wenn man Menschen grundlegende Rechte wegnimmt oder ihnen Schaden zufügt (siehe Römer 13:3).
Bei Medikamenten verhindern beispielsweise die Auflagen und die Kontrolle durch die Zulassungsbehörde, dass unkalkulierbare Risiken und Schäden entstehen. Man denke an den Contergan-Skandal, wenn diese versagen. So sollte man sich nicht davor zurückhalten, die Ämter an ihre Pflichten zu erinnern. Genauso, wie man Kenntnisse über Kindesmissbrauch melden müsste, so sollte man auch andere, ebenfalls gravierende Verstöße unverzüglich melden! Die Ältesten stehen hier vor der weltlichen Rechtssprechung und können sich nicht auf ein anderes Gesetz, wie etwa das mosaische Gesetz, berufen. Denn das mosaische Gesetz regelte Angelegenheiten für das Staatswesen Israels und ist unter Christen, die in vielen Ländern verstreut leben, gar nicht in Kraft.
Der Kontrast zu den guten Taten wahrer Christen
Christen stehen unter dem Gesetz, einander zu lieben. Wer seinen Bruder liebt, fügt ihm nichts Böses zu. Und sie sollen nach Jesu Worten aufhören zu richten, statt ihre eigenen Glaubensbrüder durch Rechtskomitees zu verurteilen (Matthäus 7:1). Sie sagen, wir müssen die Christenversammlung rein erhalten. Aber warum hat denn Jehova den Satan so lange geduldet? Warum hat er ihn nicht sofort rausgeschmissen oder vernichtet (Hiob 1:6)? Das wissen wir doch!
Sie haben unsere Kinder misshandelt, manche, die sie ausgeschlossen bzw. stigmatisiert haben, wollten nicht mehr leben. Solche Dinge müssen aufhören. Es sind völlig antichristliche Handlungsweisen, mit nichts zu rechtfertigen. Manche sind schon allein durch ein bösartiges Gespräch mit mehreren Ältesten traumatisiert worden!
Joel 2:12-14
Auch jetzt ist es nicht zu spät, ernsthaft Reue zu zeigen. Statt empört zu sein, weil aus einem Paradies eine öde Wüstenei gemacht wird durch die rückhaltlose Aufdeckung übler Machenschaften, sollte man tief im Herzen zu Jehova umkehren. Jehova ist der Gott der Wahrheit und Gerechtigkeit sind alle seine Wege (5. Mose 32:4). Jeder sollte es tief bedauern, dass er sich durch seine Gefügigkeit gegenüber einer Organisation nur zu einem Komplizen von Übeltätern gemacht hat. Wenn jemand wirklich mit Fasten und Weinen und Klagen zu Jehova umkehrt und nicht mehr all das Üble unterstützt, ist er gnädig und barmherzig. Man kann Vergebung erlangen und danach sogar Segen zurücklassen.
Joel 2:15, 16
Alle in der Christenversammlung sollten diese Dinge sehr ernst nehmen. Durch Ignoranz würden wir nur so sein, wie es in Matthäus 24:38, 39 beschrieben wird. Wir könnten dann Jehovas Strafgericht nicht entkommen. Denn Jesus erwähnte ja, dass es kurz vor dem Tag Jehovas so sein würde wie vor der Sintflut. Man ist mit normalen Dingen des Lebens, wie das Heiraten, beschäftigt. Deshalb merkt man nicht, wie dramatisch die Zeit ist und dass das Gericht Jehovas kommt.
Joel 2:17-19
Wegen all der üblen Dinge, die geschehen und aufgedeckt werden und dem darauffolgenden Ende der Organisation, werden sich viele Gegner bestätigt wissen und spotten können (Offenbarung 11:8-10; siehe auch Klagelieder 1:21; 3:14). Doch wie Moses können wir uns im Geist der Reue an Jehova wenden, uns Barmherzigkeit um seines Namens willen zu erweisen (2. Mose 32:11-13).
Die Dinge, die geschehen, sollen ja alle, die Jehova in Geist und Wahrheit anbeten wollen, zurückführen. Wenn wir bereuen und uns auf die Seite Jehovas stellen, dann sendet er uns gerade durch die Erfüllung biblischer Prophezeiungen und die in diesen Prophezeiungen aufgezeigten Gerichtsurteile, neue geistige Speise. Und wir erhalten die Bestätigung, dass Jehova auf „diesem Berg“ weilt (Jesaja 25:7). Denn hier gehen diese Dinge, die Jehova vor langer Zeit vorausgesagt hatte, in Erfüllung.
Joel 2:20
Mit dem Nordischen ist der in Daniel 11:45 beschriebene „König des Norden“ in seiner letzten Erscheinungsform gemeint. Wie wir schon gesehen haben, handelt es sich um die heutige leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas, die unter dem Einfluss dieses Dämonenfürsten geraten ist (siehe in dem Bibelstudienwerk „Nationen“: „Die letzte Großaktion des Nordkonigs„).
In der Guten Nachricht Bibel lautet der Text [38]:
… Die Leichen werden die Luft mit ihrem Gestank erfüllen. So bestrafe ich ihn für seine Prahlerei.«
Die leitende Körperschaft hat wirklich groß getan. Sie wollte sich selbst verherrlichen. Außerdem hat sie sich eine großartige Residenz in Warwick bauen lassen, eine Weltzentrale, von wo aus sie am liebsten über die ganze Welt regieren wollte. Sie allein wollte der in der Bibel erwähnte treue und verständige Sklave sein. Sie wollte sogar über die ganze Habe gesetzt werden, die dem Christus im Himmel gehört. Darum muss dieser üble Geruch der Selbsterhöhung aufsteigen. Das westliche Meer ist das Mittelmeer und steht für das Volk echter Anbeter Jehovas. Das östliche Meer ist das Tote Meer und steht für Gott entfremdete Menschen. Sie werden zu solchen werden, die geistig tot und von Gott entfremdet und verworfen sind (Lukas 14:11).
Joel 2:21-23
Jehova hingegen wird mit seiner befremdenden Tat (Jesaja 28:21) wirklich Großes tun, da sein prophetisches Wort in Erfüllung geht. Dadurch gibt es reichhaltige geistige Speise und gerechtigkeitsliebende Menschen werden befriedigt. Die Söhne Zions sind alle, die auf Jehova, nicht auf die Organisation hoffen (Jeremia 51:9, 10). Es wird sein wie zuerst, als wir Jehova mit Freude kennenlernten (Hohes Lied 2:8-13; 8:14 siehe dazu die Erklärungen in der Abhandlung „Das Lied der Zeugen Jehovas“).
Joel 2:24-26
Jehova wird alle, die auf ihn gehofft haben, für all das Schlechte, was sie mit der zunehmend verdorbenen Organisation erlebt haben, entschädigen. Und es wird nun gereinigte geistige Speise geben, kein Gemisch von guten und falschen Lehren. Wir können wirklich den Namen Jehovas preisen, da die Dinge so geworden sind, wie er es vorausgesagt hat.
Joel 2:27
Und weil biblische Prophezeiungen hier an diesem Ort in Verbindung mit Jehovas Zeugen in Erfüllung gingen, werden wir klar erkennen, dass Jehova tatsächlich inmitten dieses Volkes handelt. Es gibt keinen anderen Gott außer Jehova. Die Organisation mit ihrer leitenden Körperschaft war nur ein Götze (Hesekiel 39:6, 22).
Joel 2:28, 29
(Oder Joel 3:1, 2 in vielen Bibelübersetzungen)
Dieser Bibeltext wurde bereits von Petrus in Verbindung mit der Ausgießung des heiligen Geistes zu Pfingsten zitiert (Apostelgeschichte 2:15-21). Alle, die bereuten, dass sie den Christus an den Pfahl gebracht haben und sich zum Zeichen ihrer Reue zur Vergebung ihrer Sünden im Namen Jesu Christi taufen ließen, erhielten Jehovas heiligen Geist (Apostelgeschichte 2:36-38). Genauso müssen nun alle bereuen, dass sie den Christus erneut an den Pfahl gebracht haben durch ihre Ergebenheit gegenüber einer Organisation (siehe „Unser Hingabegelübde“). Wer dazu bereit ist, empfängt nun Jehovas heiligen Geist (Offenbarung 11:11; Hesekiel 39:29; Sacharja 14:8).
Joel 2:30-32
(Oder Joel 3:3-5 in vielen Bibelübersetzungen)
Nach Pfingsten ging diese Prophezeiung in Erfüllung, als die Apostel Wunder wirken konnten und die Sonne der geistlichen Führer in Israel dunkel wurde, da sie als böse entlarvt wurden. Auch alle, die aus Gehorsam gegenüber den Oberpriestern Jesu Hinrichtung verlangten, wurden wegen ihrer Blutschuld in sinnbildlicher Hinsicht zu Blut. Im Jahre 70 u. Z. wurde Jerusalem vollständig zerstört und das jüdische System hörte auf zu existieren. Wer den Namen Jehovas anrief, indem er an das prophetische Wort Jehovas und die prophetischen Worte Jesu Glauben ausübte, wurde gerettet. Der Berg Zion ist der sinnbildliche Ort wahrer Anbeter Jehovas und mit Jerusalem ist das neue Jerusalem gemeint (Offenbarung 21:2). Es ist damals die junge Christenversammlung gewesen, in der die wahren Anbeter eingesammelt wurden.
Genauso wird Jehova wieder erneut Wunder wirken und die Vertreter der heutigen Christenversammlung werden als böse entlarvt werden müssen. Auch alle, die aus Gehorsam gegenüber Ältesten und den von ihnen gebildeten Rechtskomitees ihre Mitbrüder dem geistigen Tod auslieferten, werden in sinnbildlicher Hinsicht wegen ihrer Blutschuld zu Blut. Doch alle, die Jehovas Namen anrufen, indem sie Jehovas prophetisches Wort anerkennen und Glauben ausüben, werden gerettet. Denn es wurde ja alles vorausgesagt, wie die vorliegenden Bibelbetrachtungen zeigen. Sie werden nicht mehr auf die Organisation vertrauen, sondern Jehova in Geist und Wahrheit anbeten (Jesaja 26:3, 4, 13).
Kommt zusammen in der Tiefebene der Entscheidung
Joel Kapitel 3
(Oder Joel Kapitel 4 in vielen Bibelübersetzungen)
Joel 3:1-3
Mit den „Gefangenen Judas“ sind alle gemeint, die wegen der Machtausübung durch die Organisation eingeschüchtert werden und die sich deshalb nicht getrauen, im Widerspruch zu den Regeln der Organisation zu handeln. Diejenigen, die sie ausgebeutet zurückgelassen haben, sollten alle zum Gericht zusammenkommen. In der Tiefebene Josaphats brachte Jehova die Feinde Israels in Verwirrung und sie brachten sich gegenseitig um.
Genauso möchte Jehova nun mit denen, die seine Knechte ausgebeutet haben, ins Gericht gehen und sie in Verwirrung bringen wegen ihrer Sünden.
Sie warfen über Jehovas Volk ständig „Lose“, indem sie willkürliche Zuteilungen vornahmen. Wer sich zur Verfügung stellte, wurde irgendwohin geschickt. Die jungen Männer unter den Zeugen Jehovas hat man zu Ältesten ernannt. In dieser Funktion lernten sie am Ende nur, wie man über die Mitbrüder, die Jehovas Erbe sind, herrscht (1. Petrus 5:3). Sie bildeten Rechtskomitees und verurteilten einige. Diese Menschenherrschaft wird in der Bibel auch als „geistige Prostitution“ bezeichnet. Denn wenn man sich Jehova hingegeben hat, sollte man Jehova ergeben sein und nicht Menschen mit ihrer Gerichtsbarkeit.
Die Anderen trieb man zur Arbeit an. Sie durften ihre Erfahrungen, die sie mit Jehova und der Organisation gemacht haben, oft auf Kongressen berichten. Das diente zur Verherrlichung der Organisation und des Werkes. Dadurch sollten alle in berauschender Weise ermuntert werden.
Joel 3:4-8
Mit Tyrus und Sidon sind die Vertreter der Organisation gemeint, die mit dem echten Glauben der Zeugen Jehovas Handel getrieben haben (siehe die Abhandlung „Die Vermarktung des Glaubens“). Sie missbrauchten die Gottesfurcht echter Glaubensbrüder, indem sie sie zum Dienst für ihre Interessen hinführten (Hohes Lied 1:6). Sie mussten all die Ergebnisse ihres hingebungsvollen Dienstes an sie abgeben. Alles wurde zum Eigentum der Organisation. Eigentlich wollten sie Jehova, dem Gott der Wahrheit, dienen. Nun dienten sie Dämonen, nämlich demselben Dämonenfürsten, der ursprünglich der Fürst von Griechenland war (siehe das Bibelstudienwerk „Nationen“ und dort „Die letzte Großaktion des Nordkönigs“). Er erhielt im Bibelbuch Daniel auch den Decknamen „König des Nordens“. Aber Jehova hat vor, seine Diener aufzuwecken. Sie sollten merken, wohin sie verkauft worden sind und zurückkehren (Hohes Lied 8:5; siehe auch die Abhandlung „Das Lied der Zeugen Jehovas“).
Nun sollen umgekehrt diejenigen, die in der Organisation die Führung übernahmen, verkauft werden. Scheba ist ein fernes Land, weit von Israel entfernt. Die Königin von Scheba unternahm einst eine Reise, um König Salomo zu sehen, weil sie von seiner Weisheit gehört hatte. Sie bewunderte ihn und pries ihn glücklich. Genauso sollen diejenigen, die die Führung übernahmen, weit von der wahren Anbetung entfernt werden. Doch sie sollen die echten Anbeter Jehovas ehren (Offenbarung 3:9).
Um das Gesagte verständlicher zu machen, betrachten wir das Beispiel, das bereits zum Verständnis des Gleichnisses von den Schafen und den Böcken angeführt wurde (siehe die Abhandlung „Das Gleichnis von den Schafen und Böcken“ am Ende der Betrachtung):
Das Beispiel eines Glaubensbruders, der später ein Glied der leitenden Körperschaft wurde
Ein Bruder, der später ein Glied der leitenden Körperschaft wurde, besuchte in Südkorea einige Glaubensbrüder im Gefängnis, die dort als Kriegsdienstverweigerer einsaßen. Sie waren wohl dort, weil sie dem Gebot des Christus, kein Teil der Welt zu sein und seine Mitmenschen zu lieben, nachkommen wollten. Sie brachten auf diese Weise ja große Opfer und waren in Unehre geraten. Wenn sie dies wirklich aus reinen Beweggründen taten und nicht aus Gruppenzwang und Angst, sonst ausgeschlossen zu werden, waren diese Opfer in Jehovas Augen von größtem Wert! Da sie ja die Schmach des Christus auf sich genommen haben, sind sie zu den Brüdern Christi zu zählen. Auf sie treffen die Beschreibungen aus dem Gleichnis (Matthäus 25:36: … Ich war im Gefängnis …) am ehesten zu.
Doch eine andere Frage stellt sich nun: Für welche Personengruppe steht ihr Besucher, der mit ihnen eine Versammlungszusammenkunft durchführte und später ein Glied der leitenden Körperschaft wurde? Er wollte den jungen Männern, die doch für den Glauben und die Liebe des Christus so viel auf sich nahmen, klarmachen, dass sie sich als Glieder der Christenversammlung von denen, die dort die Leitung innehaben, führen lassen sollten. Sie sollen die Organisation preisen und die leitenden Männer dort als die Brüder Christi betrachten. Darum stellt er ein Vertreter des sinnbildlichen Tyrus dar, der versucht, mit dem Glauben dieser jungen Männer ins Geschäft zu kommen.
Für einen Alexander den Großen alles opfern?
Heute betont man, dass wir keine Zusammenkunft versäumen sollten, da wir vielleicht kurz vor der großen Drangsal stehen und lebenswichtige Anweisungen von der leitenden Körperschaft erhalten könnten. Absoluten Gehorsam gegenüber den Anleitungen der leitenden Körperschaft selbst dann, wenn wir sie nicht verstehen und uns damit sogar in Gefahr bringen, betrachtet man als entscheidend, um die große Drangsal überleben zu können, um in Gottes Königreich eingehen zu können.
In Wirklichkeit unterstellt man sich damit einem mächtigen Dämonenfürsten, der gemäß Bibelbuch Daniel ursprünglich der „Fürst von Griechenland“ war. Dieser Dämon hat schon immer die Menschenherrschaft unterstützt. Unter der Führung eines mächtigen Herrschers, wie Alexander des Großen, waren Menschen bereit, bedingungslosen Gehorsam gegenüber ihrem Führer an den Tag zu legen, auch wenn sie ihr eigenes Leben riskieren oder Gräueltaten begehen mussten. Das hat nichts mit der Opferbereitschaft eines Dieners Jehovas zu tun (siehe den Beitrag »Unser neuer Rechtsanwalt«).
Darum sollte man nun aufwachen und zur echten Gottergebenheit zurückkehren, wie es ursprünglich bei den Gefängnisinsassen der Fall gewesen sein mochte, statt einer leitenden Körperschaft zu folgen. Der Besucher muss zurückgewiesen werden. Wenn solche Leute kommen, um ihre Gottergebenheit, ihre Liebe, ihren Glauben und ihr Ausharren zu bewundern, wie die Königin von Scheba Salomo bewunderte, ist das in Ordnung. Doch sie selbst haben nichts mit der wahren Anbetung zu tun. Genauso, wie die Königin von Scheba aus einem fernen Land kam und keine Anbeterin Jehovas war, so sind diese Leute (1. Könige 10:1-9; 2. Chronika 9:1-9)). Sie haben die Liebe des Christus nie kennengelernt. Sonst würden sie nicht Satans Handelssystem vertreten, um mit dem Glauben der echten Anbeter Jehovas ins Geschäft zu kommen. Alle sollten sich nun im Klaren sein, dass die Vermarkter des Glaubens überhaupt keine echten Glaubensbrüder sind.
Joel 3:9-12
Weil diese Dinge so aufgelöst werden, sollen nun alle zum geistigen Krieg zusammenkommen. In der Tiefebene Josaphats, dort, wo Jehova einst eine große Verwirrung unter den Streitkräften der Feinde Israels angerichtet hatte, sollen sich nun alle versammeln. Die Dinge müssen richtiggestellt werden. Sollen doch die Vertreter der Organisation ihre Argumente vorbringen und beweisen, dass sie im Recht sind. Selbst die schwächeren Glieder der Versammlung, die alles, was in der Organisation getan wurde, unterstützt haben, sollen in diesem geistigen Krieg Stellung beziehen. Sie sollen ihren Glauben verteidigen, Argumente hervorbringen. Sie sollen erklären, warum es in ihren Augen recht war, die Organisation und all ihre Machenschaften zu unterstützen.
Gleichzeitig sollen alle echten Anbeter Jehovas aufwachen, sich bewusst werden, dass man sie an Babylon der Großen und an den König des Nordens verkauft hat!
Joel 3:13-16
Das Tal Josaphats wird hier auch als Tiefebene der Entscheidung bezeichnet. Es muss eine Entscheidung getroffen werden, wer nun im Recht ist. Wer steht wirklich auf der Seite Jehovas? Die Vertreter der Organisation mit all ihren Unterstützern, die treulos an ihren Mitbrüdern gehandelt haben, die vielen den geistigen und sozialen Tod überliefert haben? Ihre Schlechtigkeit ist ausnehmend groß geworden. Sie haben Lehren geändert und haben sich selbst verherrlicht. Sie hatten Ansprachen gegen Babylon die Große, das Weltreich der falschen Religion, gehalten und sind dann selbst Vertreter Babylons der Großen geworden.
Was versteht man denn unter dem Begriff „wahre Anbetung“? Ist sie so, wie diese Leute getan haben, oder so, wie es uns Jesus vorgelebt hat?
Es soll eine große Verwirrung eintreten, sodass die Organisation ins Wanken gebracht wird. Himmel und Erde stehen für die Organisation mit all ihren Einrichtungen (siehe Matthäus 24:29, 35 und Erklärungen in der Abhandlung „Die Worte Jesu zum Thema Abschluss des Weltsystems verstehen lernen“). Da Jehovas und Jesu Worte sich erfüllen, wird Jehova eine Zuflucht sein für alle wahrheitsliebenden Menschen, die an Jehova und seine Verheißungen geglaubt haben.
Joel 3:17
Jehova hat alles umgesetzt, was er vor lang währenden Zeiten verheißen hat (Jesaja 25:1-5). Dadurch, dass das prophetische Wort hier in Erfüllung ging, wird man erkennen müssen, dass Jehova dort weilt, wo seine Zeugen tätig waren und immer noch tätig sind. Und obwohl Jehova die Organisation richtet, wird dieser sinnbildliche Berg, auf dem Jehovas Zeugen belehrt wurden, durch die Erfüllung der biblischen Prophezeiungen an diesem Ort zu einer heiligen Stätte werden.
Joel 3:18
Wegen der Erfüllung biblischer Prophezeiungen wird es eine Fülle geistiger Speise geben und wahrheitsliebende Menschen werden mit Freude erfüllt sein. Man wird nun den Vorsatz Jehovas verstehen können. Das heilige Geheimnis Gottes gemäß der guten Botschaft, die Jehovas Zeugen verkündigt haben, wird dann vollendet sein (Offenbarung 10:7; Daniel 12:2, 3).
Joel 3:19-21
Ägypten steht für das System der Menschenherrschaft und die gesetzlich befestigte Organisation. Diejenigen, die ihre Hoffnung auf die gesetzliche Befestigung des Werkes etwa durch die Erlangung von Körperschaftsrechten gesetzt haben (siehe Jesaja 30:1-7 mit Erklärungen aus der Abhandlung „Der Opferaltar, der selbst zum Schlachtopfer wird“), die eine Organisation aufgebaut haben mit Herrschaftsstrukturen und der Gerichtsbarkeit der Versammlungen, werden völlig verworfen sein. Ihr System ist in Übereinstimmung mit der falschen Anbetung, die man schon öffentlich in Verbindung mit den Kirchen der Christenheit verurteilt hat. Sie haben keinen Anteil an der wahren Anbetung, sind nicht die Knechte Jehovas! Denn sie haben für viel Bedrückung durch ihren Herrschaftsanspruch, die Ausbeutung ihrer Mitbrüder und durch Rechtskomiteeentscheidungen gesorgt.
Die Wachtturmgesellschaft, hier mit „Edom“ bezeichnet, steht völlig verurteilt da. Denn sie hat die auf Menschenherrschaft beruhenden Urheberrechte der Wachtturmliteratur, ohne Erbe der Verheißung zu sein, so wie Edom nicht Erbe der Verheißung ist.
Alle, die nicht für diese Menschenherrschaft waren, sondern ihr Vertrauen allein auf Jehova gerichtet haben, sollen sich korrigieren, sodass Jehova sie gesegnet (Jesaja 65:13-16). Nachdem sie es bereut haben, sich zu Komplizen einer von Jehova verurteilten ungerechten Organisation gemacht zu haben, können sie Jehova wieder gemeinsam in Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4:24; Jesaja 26:1-6, dazu die Abhandlung „Du hast eine Stadt zu einem Steinhaufen gemacht“; .Jesaja 33:15-24, dazu die Abhandlung „Wehe, der du verheerst“).
Autor: Bernd Oelschlägel, niedergeschrieben 2017
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