Nachdem man als Zeuge Jehovas hingebungsvoll für seinen Glauben gelebt hat, sieht man die Glaubensgemeinschaft wie von Nomaden umzingelt und beherrscht. Alles, für was man sich eingesetzt hat, ist dem Raub dieser Nomaden zum Opfer gefallen. Sie zerreißen alles und man fragt sich, wie das sein kann und warum man sich nicht dagegen wehren konnte.
Davon handelt die Geschichte Kafkas: Ein altes Blatt
Online Lesemöglichkeit des Kafka-Textes z. B. https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/erzaehlg/chap003.html
Nachdem man mit Sorgfalt die Bibel gelesen und studiert hat, um fortgesetzt eine immer genauere Erkenntnis der Wahrheit zu erlangen, stellt man fest, dass es Fremde sind, die in der Organisation die Führung übernehmen. Sie sind wie ein Heer von Nomaden, die sich gierig auf alles stürzen, was wahrheitsliebende Menschen sich erarbeitet haben. Sie stellen sich auf die Bühne in einem Königreichssaal, tun so, wie wenn sie direkt Jehova, den Schöpfer des Universums, vertreten würden, lehren dann aber in unverschämter Art und Weise ihre falschen Vorstellungen.
Vielleicht darf man sich noch mit Kommentaren beteiligen. Doch wenn man auch etwas Wertvolles beizutragen hat, wird es von den Lehrern der Versammlung missbraucht, manipuliert oder widersprochen. Sie machen so viel Lärm mit ihren Worten, dass man es kaum ertragen kann. Ich bin zeitweise mit Ohrstöpsel in die Zusammenkunft gegangen und habe mich dann außen in Fensternähe gesetzt. Das dem Redner zugewandte Ohr habe ich mit dem Ohrstöpsel versehen. Es war immer noch laut genug. Oft hatte ich wegen des Lärms danach Kopfschmerzen.
Aber für meine Arbeit, meinen 19-jährigen Betheldienst und mein Beitrag im der Zeitschrift Erwachet! (siehe den Artikel „Wissenschaft und Bibel haben mir geholfen, den Sinn des Lebens zu finden“) und für meine Gedanken interessieren sie sich überhaupt nicht. Nicht ein einziges Mal haben sie nachgefragt. Sie interessieren sich nur für ihre Gedanken, ihre Machtposition und alles, was sie in der Gegenwart in ihrer Habsucht ergattern können.
Wenn sie es wichtig haben mit ihren Ermahnungen, dann ist es, wie wenn man mit Worten geschlagen wird. Doch welche Lehren vertreten sie eigentlich. Es sind die Lehren, die ursprünglich von wahrheitsliebenden Menschen stammten, dann geändert und verdreht wurden und nun so von ihnen verwendet werden, dass sie sich selbst darin weiden und über andere herrschen könnten.
Wie soll man reagieren? Wenn man irgendetwas sagt, werden Lärm und Chaos nur noch größer. Wer geistige Speise sozusagen noch in lebendiger Form zum Nachdenken darlegt, etwas sagt, was zur Korrektur gereichen könnte, wird durch ihren Lärm darüber schwer bestraft. Sie drehen dir deine Worte im Mund herum, reißen deine Argumente in Stücke. Nein, das darf man nicht mehr tun.
Am besten, man verhält sich ruhig. Und um nicht zu provozieren, gibt man ihnen eben das, was sie verlangen. Man investiert noch Zeit und legt seine Mittel zusammen, um sie nicht zu provozieren, weil der Lärm einfach unerträglich ist. Ja, sie, die Ältesten, die Vertreter der Organisation der Diebe, haben wegen ihrer wahnsinnigen Habsucht alles zu ihrer Beute gemacht. Wie lange muss man das alles noch ertragen, fragt man sich?
Eigentlich hätte man das geistige Land verteidigen müssen und echte Zeugen Jehovas, wahrheitsliebende Menschen hätten die Aufgabe dafür gehabt. Nur, man hat es nicht gelernt. Man war ja stets ein demütiger, sanftmütiger und gehorsamer Mensch. Man fühlt sich der Aufgabe nicht gewachsen, das Land gegen solche Nomaden zu verteidigen. Schließlich hat man ja nie behauptet, es gegen solche verteidigen zu können, sondern wartet geduldig auf Jehova. Es ist ein Missverständnis, wenn man meint, dass Jehova das so gewollt hätte.