Das prophetische Wort aus Offenbarung verstehen lernen
Offenbarung Kapitel 1 und Kapitel 4-22
Eine Vers-für-Vers-Betrachtung
Dieses Bibelbuch enthält eine Beschreibung der heutigen entscheidenden Zeit, dem Tag des Herrn. Sie erklärt, wie Jehova sein Gerichtsurteil an dem heutigen Weltsystem vorbereiten lässt und dann vollstreckt. Die Beweise gegen das von Satan beherrschte Weltsystem werden gesammelt. Die großen Unterschiede zwischen Satans und Jehovas Herrschaftsweise werden hervorgehoben. Dann kann das Urteil vollstreckt werden. Die Prophezeiungen sind weit in die Zukunft gerichtet und gehen bis zum endgültigen Ende der dämonischen Herrschaft.
Ein Verbannter empfängt eine zukunftsweisende Botschaft von Gott
Offenbarung Kapitel 1
Offenbarung 1:1, 2
Die folgenden Visionen, die Johannes empfing und dann aufschrieb, kommen in Wirklichkeit von Jehova Gott. Nur er kennt die Zukunft und weiß, wie alles ausgehen wird. Die ganze Schrift stammt von ihm und alle Worte, die Jehova geredet hat, werden ganz sicher in Erfüllung gehen (2. Timotheus 3:16, 17; Josua 21:45). Und da Jesus Christus die Offenbarung von Jehova empfangen hatte, kommt sie mit der gleichen Zuverlässigkeit von ihm (Matthäus 24:35). Über einen weiteren Engel, der als Bote diente, empfing schließlich der Apostel Johannes die Vision. Diese prophezeiten Dinge sollen nach der Zeitrechnung Jehovas (2. Petrus 3:8) schon in kurzem eintreffen.
Die Dinge, die geschehen sollen, werden aber in Zeichen dargelegt. Das heißt, es sind veranschaulichende Visionen. Johannes ist bereits aktiv bemüht, von allem, was er über Jehova und Jesus Christus erfahren hat, Zeugnis abzulegen, also diese Dinge anderen zu verkünden. Und so erhält er nun weitere Aufgaben, die so empfangenen Visionen an andere weiterzugeben.
Offenbarung 1:3
Was bedeutet es, laut zu lesen und die Worte zu hören? Zu lesen und zuzuhören sind zwei verschiedene Dinge. Vielleicht haben wir es schon erlebt, dass wir etwas gelesen haben, ohne wirklich etwas vom Gesagten mitzubekommen. Dann fragt uns jemand, was wir gerade gelesen haben und wir können die Frage nicht beantworten. Selbst wenn wir leise lesen, müssen wir uns selber zuhören, damit wir das Gelesene verstehen können. Glücklich ist also jemand, der wirklich richtig zuhört, die Worte ernst nimmt, die in diesem Teil der Bibel stehen, damit er dann auch etwas damit anfangen kann.
Offenbarung 1:4, 5a
Primär richtet sich die Botschaft an die sieben Versammlungen in Asien. Zuerst zeigt Johannes, dass Jehova im Mittelpunkt steht, nicht Jesus. Jehova ist derjenige, der von Anfang an war und von dem auch die Visionen, die Johannes nun empfängt, ausgehen. Und er wird kommen, indem alle prophezeiten Dinge in Erfüllung gehen. Die sieben Geistern stehen für die Wirkungen, die der heilige Geist bei uns hervorrufen kann, um uns zu helfen und anzuleiten (Johannes 14:16, 17). Sie stehen vor Jehovas Thron, weil sie nicht von Menschen kommen, sondern Anleitung geben, die direkt von Jehova kommt. Schließlich wird Jesus Christus erwähnt. Er ist ein treuer Zeuge Jehovas und der Erste, der von den Toten zu unvergänglichem Leben auferweckt wurde, nachdem er am Pfahl starb. Da er der Herrscher ist über die Könige der Erde, wird er bald alle Dinge umsetzen, die prophezeit wurden (Daniel 2:44).
Offenbarung 1:5b, 6
Durch Jesu Opfertod wurden wir von unseren Sünden erlöst (1. Petrus 2:24). Herrlichkeit und die Macht, weil er aus Liebe gehandelt hat und Jehovas Herrlichkeit und Ehre gesucht hat, nicht seine eigene.
Offenbarung 1:7
Das bedeutet, er kommt unsichtbar. Selbst die Bösen werden ihn insofern sehen, wenn sie klar erkennen müssen, dass ihr Gericht nun gekommen ist (Matthäus 24:30).
Offenbarung 1:8
Das Alpha ist der erste und das Omega ist der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet. Jehova selbst ist der Anfang und das Ende. Jehova ist der Allmächtige, der alle Dinge gemacht hat. Viele, die sich Christen nennen und die Jesus an die erste Stelle gesetzt haben, übersehen, dass Jehova der Gott ist, mit dem die Vorväter Abraham, Isaak und Jakob gewandelt sind (2. Mose 3:15). Auch Noah erhielt seine Anweisungen, wie er die Arche bauen soll, von Jehova (1. Mose 6:8-16). Die Propheten in alter Zeit haben stets im Namen Jehovas prophezeit (Jesaja 37:6). Die Rolle, die Jesus einnimmt, ist zwar sehr bedeutsam. Er ist das Mittel zur Rettung (Lukas 2:30). Aber Jehova allein wird sogar bis in alle Ewigkeit unser Gott sein (Johannes 20:17, 1. Korinther 15:28).
Offenbarung 1:9
Johannes war ein Gefangener auf der Insel Patmos. Er ist ein treuer Diener Jehovas. Aber Menschen mit Gottergebenheit werden verfolgt und erleiden Drangsale (2. Timotheus 3:12). Und in einem Zustand der Schwachheit, in dem seine Möglichkeiten, Zeugnis zu geben, stark eingeschränkt wurden, erhielt er das Vorrecht, diese wunderbaren Visionen zu erhalten, die erst viele Jahrhunderte später von allergrößter Bedeutung sein werden. Daran kann man sehen, wen Jehova segnen möchte und dass er den schwachen Zustand, in den der Teufel uns bringen möchte, beachtet.
Offenbarung 1:10, 11
Aus diesen Worten geht hervor, dass die ganzen Visionen, die er nun erhält, nicht in seinen Tagen in Erfüllung gehen, sondern am Tag des Herrn. Es ist der Zeitabschnitt, an dem Jesus in besonderer Weise handelt, um die Werke des Teufels abzubrechen (1. Johannes 3:8; Psalm 110:1; Hebräer 1:13). Diese Zeit ist heute, besonders seit 1914. Dennoch soll er es an sieben Versammlungen senden, die in seinen Tagen existierten und die er bereits in Vers 4 angesprochen hatte. Er hat auch besonderen Rat für die sieben Versammlungen. Darum geht es in Offenbarung Kapitel 2 und 3. Das ist kein Widerspruch. Denn die Zustände in den sieben Versammlungen in Kleinasien sind den Verhältnissen in den Versammlungen am Tag des Herrn ähnlich. Und da die Zahl Sieben auch für Vollständigkeit steht, sind damit die Gesamtheit aller Versammlungen am Tag des Herrn gemeint.
Offenbarung 1:12, 13
Der Menschensohn ist der Christus (Matthäus 9:6), den Johannes nun in einer Vision sieht. Er ist umgürtet mit Wahrheit (Epheser 6:14) und durch das, was er auf der Erde erlitt, ist er auch geläutert wie Gold (Hebräer 5:8; Offenbarung 22:14). Der Gürtel bildet ein Brustpanzer der Gerechtigkeit (Epheser 6:14). Es ist die aus der heiligen Schrift, Gottes Wort der Wahrheit, stammende Gerechtigkeit (Johannes 17:17). Sein Kleid entspricht seinem Priesteramt. Die sieben goldene Leuchter stehen für die sieben Versammlungen, wie weiter unten erklärt wird.
Offenbarung 1:14, 15
Nun werden seine herausragenden Eigenschaften sinnbildlich beschrieben. Das weiße Haar gleicht dem des „Alten an Tagen“, den Daniel in einer Vision sah und der für Jehova steht (Daniel 7:9). Da Jesus viele Milliarden Jahre mit seinem Vater zusammen war, ist er wie sein Vater. Er spiegelt Jehovas Weisheit wider. Mit seinen Augen sieht er nicht nur alles, was in den Versammlungen vor sich geht, sondern er zieht auch die Konsequenzen daraus. Seinem vernichtenden Urteil wird niemand entkommen. Seine Füße, die die gute Botschaft zu den Menschen tragen, vertreten durch sein Volk von Verkündigern, sind voller Eifer. Seine Stimme wird durch sein Volk, das sein Wort verkündigt, verstärkt.
Offenbarung 1:16
Das zweischneidige Schwert ist Gottes Wort (Epheser 6:17). Es ist zweischneidig, da es auch gegen die gerichtet ist, die die Bibel schon gegen andere verwenden, um sie zu verurteilen, sie aber in Wirklichkeit für ihre Machtinteressen missbrauchen (Jeremia 12:12).
Sein Antlitz ist wie die Sonne, da er König der Könige und Herr der Herren ist (Offenbarung 17:14). Von ihm geht Anleitung für die ganze Menschheit aus. Er ist tatsächlich der Führer, nicht wie menschliche Herrscher, die sich Führer nennen (Matthäus 23:10).
Offenbarung 1:17, 18
Jesus wurde durch seinen Opfertod scheinbar besiegt, doch er wurde als Erstling von den Toten zu unvergänglichem Leben auferweckt. Und durch seinen Opfertod ermöglichte er sündigen Menschen, von Sünde und Tod befreit zu werden (1. Korinther 15:20-22). Jesus ist auch der Letzte, der ohne Sünde starb und direkt von Jehova auferweckt wurde, sodass er der Ewigvater für die sündige Menschheit werden konnte (Jesaja 9:6). Trotz seiner Größe möchte er seine Macht niemals zur Einschüchterung missbrauchen. Er ist Freund und Erlöser der Menschen, die Jehova lieben.
Offenbarung 1:19
Johannes soll Dinge, die sind, aufschreiben, also zur Zeit des Johannes, als der Abfall schon um sich griff, aber die abtrünnige Christenheit noch nicht vorhanden war. Das sind aber auch Dinge, die in den Versammlungen nach 1914 abgelaufen sind und als Ausgangslage für das Gericht dienen. Denn gemäß Vers 10 befand er sich in der inspirierten Vision schon am Tag des Herrn. Zu den Dingen, die sind, gehören die in den Kapiteln 2 und 3 behandelten Zustände einzelner Versammlungen.
Und dann soll er die Dinge aufschreiben, die danach kommen und zum Höhepunkt der Offenbarung führen.
Offenbarung 1:20
Die Engel sind Boten der Versammlung, also Versammlungsaufseher, denen er die Briefe überreichen kann. Gemäß Vers 12 und 13 steht Jesus mitten unter diesen durch Leuchter symbolisierten Versammlungen und hat die Boten der Versammlung in seiner Hand. Wie wir in den nächsten zwei Kapiteln erfahren, bedeutet das nicht, dass es in den Versammlungen keine Ungerechtigkeit gibt oder dass diejenigen, die dort die Führung übernehmen, nichts falsch machen könnten. Aber Jesus beobachtet alle Dinge, die geschehen, aufmerksam und er wird als Richter kommen, um alles ins Gericht zu bringen. Ihm entgeht nichts.
In den folgenden zwei Kapiteln werden mahnende Worte an sieben Versammlungen gerichtet, die in den Tagen des Johannes existierten. Sie stellten den Bezug zur damaligen Gegenwart dar als Ausgangslage für die Botschaften, die in diesem Bibelbuch enthalten sind. Es gab einige echte Christen in den Versammlungen. Dennoch waren einige Versammlungen in einem schlechten, tadelnswerten Zustand. Es war die letzte Stunde, in der der Apostel Johannes noch hemmend auf den zunehmenden Abfall vom wahren Glauben einwirken konnte. Satan, der Teufel, hatte bereits viel Unkraut gesät. Und das Unkraut, die Scheinchristen, sollte in den folgenden Jahrhunderten das wahre Christentum überwuchern.
Am Tag des Herrn – was bedeutet das?
Da Johannes aber durch Inspiration an den Tag des Herrn versetzt wurde, treffen die mahnenden Worte erneut auf die Versammlungen zu, die am Tag des Herrn gebildet wurden. Die ernsten Bibelforscher bemühten sich sehr, zum wahren Christentum zurückzukehren. Und am Tag des Herrn, also seit 1914, wurden Menschen in die ständig wachsende Christenversammlung eingesammelt. Doch Satan würde nichts unversucht lassen, wieder erneut Unkraut zu säen, sodass wieder erneut eine verdorbene, abtrünnige Christenversammlung entstehen sollte. Doch am Tag des Herrn wird das Gericht über die Scheinchristen nicht mehr aufgeschoben. Michael steht bereit, alles ins Gericht zu bringen. Und genau darum geht es in diesem Bibelbuch.
Damit wir das Gericht Jehovas richtig verstehen, wollen wir die Offenbarung ab Kapitel 4 versweise betrachten. Für die folgenden zwei Kapiteln soll keine Vers-für-Vers-Betrachtung gegeben werden, da sie mahnende Worte enthalten, die auf bestimmte Versammlungen zutrafen, die in der Vergangenheit bemüht waren, den wahren Glauben zu bewahren. Doch nun wollen wir unsere Aufmerksamkeit auf das Gericht Jehovas richten. Dafür ist die Zeit nun reif!
Die Grundlage für das Gericht an Satans Systeme
Offenbarung Kapitel 4
Offenbarung 4:1
Bei diesen nun folgenden Visionen geht es also um Dinge, die noch in der Zukunft geschehen sollen, nachdem Rat für Versammlungen gegeben wurde, die in den Tagen des Johannes existierten, die aber auch die Verhältnisse in der Anfangsphase des Tages des Herrn widerspiegeln. Wie wird es weitergehen? Davon handeln alle weiteren Visionen, die Johannes sieht.
Somit dienen die Verhältnisse in den Versammlungen in der Zeit, in der die Offenbarung empfangen wurde, als Ausgangssituation für die Zuspitzung des Gerichts in den letzten Tagen. In ähnlicher Weise sind auch die Prophezeiungen Jesajas besonders Kapitel 21-35 zu verstehen. Dies sind ebenfalls Prophezeiungen, die sich in den letzten Tagen und dem Tag Jehovas erfüllen. Sie haben aber die besonderen Verhältnisse und Zustände als Grundlage, wie sie schon in den Tagen Jesajas existierten und das kommende Gericht notwendig machten.
Offenbarung 4:2
Johannes wird durch die Macht des Geistes in einen geistigen Bereich gebracht, zu dem normalerweise kein Mensch Zugang hat. Er ist fast zweitausend Jahre in die Zukunft versetzt worden, in die Zeit der letzten Tage und des Tages des Herrn (Offenbarung 1:10; Johannes 21:22, 23). Und nun sind wir sehr gespannt, was er uns zu berichten hat.
Offenbarung 4:3
Der Sitzende ist wie ein besonders wertvoller Stein. Der Regenbogen erinnert an den Bund, den Jehova mit Noah und seine Nachkommen unmittelbar nach der Sintflut schloss (1. Mose 9:12-16). Darum ist der Sitzende Jehova selbst. Er sitzt offenkundig auf dem Thron, um als König Handlungen zu vollbringen, die mit diesem Bund, den er mit uns Menschen geschlossen hat, zu tun haben. Denn wir alle sind Nachkommen Noahs.
Offenbarung 4:4
Diese vierundzwanzig Ältesten haben offensichtlich ein Königtum inne, da sie Kronen aufhaben und auf Thronen sitzen. Sie müssen mit der Gruppe von Personen identisch sein, die von der Erde erkauft worden sind, um mit Christus über die Erde zu regieren (Offenbarung 3:5, 21; 14:3; 20:4-6). Nur dass sie hier schon in der Gesamtheit auf ihrem Platz im Himmel sitzen.
Offenbarung 4:5, 6
Die Blitze, Stimmen und Donner bedeuten, dass geistiges Licht und Gerichtsbotschaften von Jehova kommen. Die sieben Geister wurden schon in Offenbarung 1:4 erwähnt und sie stehen für die Wirkungen oder die Führung durch den heiligen Geist. Das gläserne Meer dient vergleichbar wie das gegossene Meer, in dem sich die Priester vor Dienstantritt wuschen, zur Reinigung durch das Wasserbad des Wortes Gottes (Epheser 5:26). Das gläserne Meer steht also für die fehlerfreie genaue Erkenntnis aus Gottes Wort, der Bibel (Philipper 1:9).
Offenbarung 4:6, 7
Die lebenden Geschöpfe können mit ihren Augen alles überblicken, was vor und hinter ihnen geschieht. Sie haben sowohl die Zukunft als auch die Vergangenheit im Auge. Der Löwe steht für das mutige Eintreten für Gerechtigkeit (Sprüche 28:1). Der Stier hat Kraft und ist ein Arbeitstier (Sprüche 14:3). Er steht für die Macht Jehovas. Der Mensch ist im Bilde Gottes erschaffen worden (1. Mose 1:27). Er steht für die herausragendste Eigenschaft Jehovas, die Liebe (1. Johannes 4:16). Der Adler ist weitsichtig (Hiob 39:27-29). Er steht für die Weisheit Jehovas (Sprüche 2:6). Somit stehen die vier lebenden Geschöpfe für die vier Grundeigenschaften Jehovas.
Offenbarung 4:8
Die lebenden Geschöpfe stellen auch Cherube dar, die unmittelbar vor Jehova stehen, um seine wunderbaren Eigenschaften zu verkünden (Ps 99:1; vergleiche auch Hesekiel 1:5 und Hesekiel 10:9). So herrlich sie auch sein mögen, richten sie ihre Aufmerksamkeit immer auf Jehova, um ihn zu verherrlichen. Es würde ihnen nie einfallen, sich selbst zu verherrlichen. Mit ihren Augen können sie alles sehen, was auf der Erde geschieht. Da sie für die vier Grundeigenschaften des majestätischen Gottes Jehovas stehen, wird durch sie die verkehrte Menschenherrschaft unter Satans Anleitung auf der Erde als völlig untauglich entlarvt. Sie wollen niemand anderes als Jehova selbst die Ehre geben. Jehovas Name soll für immer geheiligt werden (Matthäus 6:9).
Offenbarung 4:9-11
Man sollte nicht denken, die Engel und die vierundzwanzig Ältesten würden sich buchstäblich so verhalten. Was hier beschrieben wird, ist auf keinen Fall mit einer Liturgie in einer Kirche vergleichbar. Vielmehr wird durch ein anschauliches Bild gezeigt, was die innere Geisteshaltung der echten Anbeter Jehovas ist und das ist für uns von größter Wichtigkeit, weil alle echten Anbeter so eingestellt sein müssen. Denn dies unterscheidet sie von denen, die die falsche Anbetung praktizieren und von den Scheinchristen.
Jehova selbst hat alle Dinge erschaffen. Und er selbst war auch sein eigener Auftraggeber. Durch Liebe motiviert erschuf er dann alles. Im Gegensatz dazu ist der Engel, der zum Satan wurde, nur ein Geschöpf und machte Geschäfte mit Handelsgütern, deren Erschaffer doch Jehova ist. So wurde er stolz und wollte Jehova Konkurrenz machen, als ob seine Handelsgüter von ihm kommen (Hesekiel 28:12-19). Und er verführte die Menschen, genauso zu sein, wie er. Es entstand die falsche Anbetung, bei der Geschöpfe angebetet und Handelsgüter verherrlicht werden.
Im Gegensatz dazu nehmen selbst diejenigen, die von Jehova das Vorrecht erhalten, als Könige zu regieren, nie Ehre für sich selbst an, um Jehova Konkurrenz zu machen und bilden sich nicht ein, gegenüber Jehova etwas zu sein oder ihre Königsmacht geltend machen zu können. Sie sind von dem Wunsch durchdrungen, Jehova die Ehre zu geben (Philipper 2:5-11).
Die falsche Anbetung soll nun ins Gericht gebracht werden. Davon handeln nun die weiteren Visionen. Für dieses Gericht steht der Himmel nun bereit, das erfahren wir hier.
Offenbarung Kapitel 5
Offenbarung 5:1
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit der Sieg über Satan und seiner Herrschaft erreicht werden kann? Um diese Frage geht es hier. Wie wir noch sehen werden, enthält die Buchrolle sozusagen den Plan, um die Werke des Teufels abzubrechen, und zwar außerhalb wie innerhalb einer Christenversammlung. Da die Buchrolle versiegelt ist, entsteht zuerst die Frage, wer die Siegel öffnen darf.
Offenbarung 5:2-4
Für Johannes sah es so aus, als ob der Sieg über Satans System und der Erlösung der Menschheit schon an der ersten Hürde scheitern würde, so schwer scheint es zu sein, die Menschen zu erlösen (Hiob 33:23, 24). Doch dann kommt die tröstliche Nachricht:
Offenbarung 5:5
Der Löwe, der vom Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, ist niemand anderes als Jesus Christus, da David die Königreichsverheißung erhalten hat und Jesus sich mutig für Gerechtigkeit einsetzt. Er ist tatsächlich von allen Geschöpfen der Einzige, der würdig ist, weil er gesiegt hat.
Offenbarung 5:6
Was für eine merkwürdige Erscheinung! Mitten unter den herrlichen, hochheiligen Geschöpfen steht ein Lamm, und das auch noch wie geschlachtet. Was für ein Kontrast! Und ausgerechnet die in unseren Augen geradezu lächerliche Erscheinung ist würdig, die Siegel zu lösen! Jehova wird hier zum Karikaturist! Wie treffend dadurch gezeigt wird, dass der Sieg über den stolzen Teufel nicht mit Glanz und Gloria erreicht wird, sondern mit der großen Liebe und Demut, die Jehova und Jesus Christus haben (Johannes 16:3). Durch Jesu Opfertod konnte die sündige Menschheit erlöst werden. Dies ist die Grundvoraussetzung, dass der Sieg errungen wird.
Offenbarung 5:7, 8
Dadurch, dass Jesus bereitwillig seine Rolle annimmt, können auch die Gebete der Heiligen erhört werden. Sie haben nicht umsonst auf Jehova gehofft. Ihre Hoffnung wird zur rechten Zeit in Erfüllung gehen (2. Korinther 1:19, 20). Darum beugen sich auch die vier lebenden Geschöpfe vor dem Lamm nieder.
Offenbarung 5:9, 10
Das ist nun etwas Neues, wie eine neue Lehre von Jehova, dass nicht die äußere Herrlichkeit Würde und Majestät verleiht, sondern dass Liebe und Demut von viel größerer Bedeutung sind. Durch Jesu Opfertod hat er eine besondere Gruppe von Menschen von der Erde erkauft, die schließlich als Könige über die Erde regieren sollen (Lukas 22:28-30; Johannes 14:2, 3; Offenbarung 20:4-6; 1. Thessalonicher 4:16, 17). Später werden sie als eine Gruppe von hundertvierundvierzigtausend kenntlich gemacht (Offenbarung 14:3; 7:3, 4).
Offenbarung 5:11, 12
Das ist nun eine neue überragende Lehre für alle Geschöpfe. Satan war ursprünglich ein Geschöpf, das kaum an Herrlichkeit zu überbieten war, aber er wurde stolz wegen seiner Schönheit und seiner Handelsgüter (Hesekiel 28:12-17). Das hat ihn verdorben. Jesus schlägt ihn nun mit dem genauen Gegenteil.
Offenbarung 5:13, 14
Da der Christus nie Ehre für sich in Anspruch nehmen wollte, sondern immer Jehova die Ehre gab, werden alle vernunftbegabten Geschöpfe Jehova preisen. Und auch das Lamm wird dafür gepriesen werden.
Offenbarung Kapitel 6
Offenbarung 6:1, 2
Nun öffnet das Lamm nacheinander die sieben Siegel. Erst wenn alle Siegel geöffnet sind, kann die Buchrolle gelesen werden. Dann sind die Voraussetzungen für das Gericht an Satan und sein System erfüllt. Denn bevor alles geschehen kann, was in der Buchrolle steht, muss sichergestellt werden, dass es erfolgreich ausgehen wird (Lukas 14:28-30). Dazu wird zunächst der Zustand der Welt Satans begutachtet.
Das lebende Geschöpf, das mit einer Donnerstimme antwortet, ist das Erste, das einem Löwen gleicht und für Gerechtigkeit steht. Dies wäre ein passendes Bild für den Christus, der hier anscheinend in dieser Rolle auf dem sinnbildlichen weißen Pferd reitet (Offenbarung 5:5). Denn um der Unrechtsherrschaft Satans ein Ende zu machen, braucht es jemand, der mutig für Gerechtigkeit eintritt.
Jesus hat schon, als er auf der Erde war, bewiesen, dass er sich nicht einschüchtern lässt. Mutig trieb er die Verkäufer aus dem Tempel (Matthäus 21:12, 13). Er heilte am Sabbat, obwohl dies den Zorn der Pharisäer heraufbeschwören konnte (Matthäus 12:10-14). Er hat schon Siege errungen und hat sich bereit gemacht, seinen Sieg zu vollenden, damit Menschen ewig im Paradies auf der Erde leben könnten (Jesaja 9:6; Offenbarung 2:7).
Nun stehen in der Welt Satans Führer und Freiheitskämpfer auf, die angeblich für Gerechtigkeit kämpfen und ihre Eroberungsfeldzüge führen. Sie sind selbstbewusst wie auf einem Siegesritt und fest entschlossen, ihre Siege zu vollenden. Doch was ist das Ergebnis? Das wird uns durch die drei nachfolgenden Reiter deutlich gemacht:
Offenbarung 6:3, 4
Das zweite, einem Stier ähnliche Geschöpf steht für Macht. Jehova setzt seine Macht immer zum Wohl seiner Geschöpfe ein. Wie sehr unterscheidet sich das von der Machtausübung Satans. Der Frieden wurde von der Erde weggenommen mit ungeheurem Leid. Diese Dinge sind schon zu Beginn der letzten Tage seit 1914 durch die zwei Weltkriege geschehen. Und durch die modernen Waffen und schließlich die Atombombe wurde wirklich ein großes Schwert gegeben.
Offenbarung 6:5, 6
Das dritte lebende Geschöpf, das ein Menschengesicht hat und für Liebe steht, kündigt Lebensmittelknappheit an. Aus Liebe sorgt Jehova für alles, was seine Geschöpfe benötigen. Er verlangt keine Gegenleistung für die guten Dinge aus seiner Hand, da er seine Geschöpfe sehr liebt. Doch nun müssen die Menschen hungern. Arme Menschen können sich die Lebensmittel nicht mehr leisten, da sie für einen hohen Preis gekauft werden müssen. Das bringt die Menschenherrschaft unter der Anleitung Satans zustande.
Offenbarung 6:7, 8
Das vierte lebende Geschöpf gleich eines fliegenden Adlers steht für Weisheit. Jehova kann in seiner Weisheit die Entwicklungen voraussehen. So lenkt er alle Angelegenheiten von Anfang an so, dass alles zu einem guten Ende kommt. Auch seine Gebote sind langfristig von Nutzen. Nun aber führen alle Wege in Satans System letztendlich zum Tod. Alles geht verheerend aus.
Eigentlich kämpfte man zu Beginn siegessicher für die gerechte Sache, wie durch den vorauseilenden Reiter auf dem weißen Pferd angedeutet. Doch das Endergebnis ist der Tod. Die vier Reiter zeigen uns deutlich, wie groß der Gegensatz zwischen Gottesherrschaft und Menschenherrschaft ist.
Der vorauseilende Reiter hätte ja der Christus sein sollen. Doch die schlechten Ergebnisse, ausgedrückt durch die drei nachfolgenden Reiter, zeigen deutlich, dass da was nicht stimmt. Die Christenversammlung, die in dieser Zeitperiode das Werk des Zeugnisgebens innehat, sollte eigentlich durch den Christus angeführt werden. Doch geschehen lauter üble Dinge. Um dieses Thema geht es nun in Verbindung mit den nächsten Siegeln, die geöffnet werden:
Offenbarung 6:9-11
Schon über die Jahrhunderte hinweg wurden Menschen, die Jehova dienen wollten, heftig verfolgt. Viele wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt oder durch die Vertreter der organisierten Religion in die Verbannung geschickt. Wie wir in Offenbarung 18:24 erfahren, ist es Babylon die Große, das Weltreich der fehlgeleiteten organisierten Religion, die dies zu verantworten hat. Nun schreit ihr vergossenes Blut nach Rache. Und wir mögen uns fragen, warum zögert Jehova noch, all das Übel, das schon über Jahrhunderte hinweg geschehen ist, ins Gericht zu bringen. Aber wir erhalten eine klare Antwort.
Es kommen noch weitere hinzu, die (geistig) getötet werden. Das böse Werk ist noch nicht ganz vollendet (vergleiche 1. Mose 15:16). Ja, die Organisation, die in den letzten Tagen das Werk des Zeugnisgebens beaufsichtigt und die eigentlich anfangs als treuer und verständiger Sklave galt, wird übel gesinnt und macht schließlich das Maß voll (Matthäus 24:45-51; 23:29-32). Mit seinem Gericht wird Jehova schließlich das vergossene Blut rächen. Für Jehova stehen alle diese Verfolgten ehrenhaft da, was durch das lange weiße Gewand veranschaulicht wird.
Offenbarung 6:12-14
Hier wird nun das Gericht an der falschen oder organisierten Religion anschaulich beschrieben (siehe auch Matthäus 24:29). Die Sonne steht für die Führung einer Organisation oder einer Regierung. Es sind die Regenten. Der Mond ist ein großer Himmelskörper, der nur leuchtet, weil er von der Sonne angestrahlt wird. Es sind die gehorsamen Beamten, die nur Anweisungen befolgen und weitergeben. Die Sterne sind klein, haben aber ein Eigenleuchten. Sie stehen für jeden, der einen Platz in der Organisation hat und mit seiner Arbeit und seinen Fähigkeiten einen Beitrag leistet. Der Himmel steht für die ganze Organisation.
Bezogen auf die Organisation, die in den letzten Tagen das Werk des Zeugnisgebens innegehabt hat, wäre die leitende Körperschaft die Sonne, die Zweigkomiteemitglieder, reisende Aufseher und schließlich die Ältesten wären der Mond und alle, die einen Platz in der Organisation haben, um zur Einhaltung seiner Satzungen und Regeln beizutragen, wären die Sterne.
Sein Gericht bedeutet nun das Ende dieser Organisation (Matthäus 24:35). Die enorme Blutschuld, die die Ältesten durch ihren Gehorsam gegenüber ihrer „Sonne“ auf sich geladen haben, wird aufgedeckt. Auch alle, die die Organisation mit ihrem Beitrag gestützt haben und ihr Vertrauen in die Organisation gesetzt haben, stehen deshalb nicht ehrenhaft da. Das Kapitel „organisierte Religion“ wird einfach wie ein ausgelesenes Buch zugeschlagen. Dies hat weitreichende Folgen, die über das Geschick einer Organisation weit hinausgehen (Jesaja 25:7). Jetzt steht die ganze Menschenherrschaft endgültig zur Disposition. Da ist kein Regierungssystem, das noch irgendwie seine Glaubwürdigkeit bewahrt.
Offenbarung 6:15-17
Wegen des Gerichts an der Organisation, die in den letzten Tagen das Werk des Zeugnisgebens gemäß Matthäus 24:14 innegehabt hat, merken nun alle Machthaber unter den Menschen, dass der große Tag des Zorns Jehovas und des Lammes gekommen ist. Sie wollen sich hinter ihren bergähnlichen Institutionen verbergen. Vor Jehova in ihrer Verantwortung geradezustehen, ist unerträglich. Sie wissen, dass es kaum möglich ist, vor dem lebendigen Gott zu bestehen. Selbst solche, die vorgaben, Jehova zu dienen, sind gefallen.
All diese Dinge, die durch das Öffnen der sechs Siegel beschrieben werden, müssen geschehen. Das ist für das Gericht an Satans Systemen unbedingt erforderlich.
Jehova geht in seiner Weisheit sehr planvoll ans Werk. Alles muss in rechter Weise und Reihenfolge veranlasst werden. Darum geht es nun als Nächstes:
Offenbarung Kapitel 7
Offenbarung 7:1-3
Bevor all die Dinge geschehen können, die schon in Verbindung mit dem sechsten Siegel beschrieben werden, muss vorher noch etwas sehr Wichtiges getan werden. Die Sklaven unseres Gottes müssen versiegelt sein. Das bedeutet, dass ihre Vollzahl erreicht ist und dass sie nicht mehr abfallen können. Wer diese Sklaven unseres Gottes sind, wird weiter unten erklärt. Durch das Gericht an der organisierten Religion kommt es zur Beschädigung der Erde, das sind die beständigeren Elemente der Menschenherrschaft. Es kommt auch zur Beschädigung des Menschenmeeres, da ihre Schuld aufgedeckt wird.
Offenbarung 7:4-8
Die Versiegelten sind diejenigen, die mit Christus als Könige im Himmel regieren werden. Es sind 144.000 Personen, die von der Erde erkauft wurden (Offenbarung 5:9, 10). Die Zahl setzt sich aus 12×12.000 zusammen. Dies zeigt, dass sie quantitativ zu verstehen ist. Dass aus jedem Stamm gleich viele kommen, zeigt, dass sie aus allen Bevölkerungsgruppen kommen. Die Stämme sind sinnbildlich zu verstehen, da Joseph als Stamm aufgeführt wird, obwohl er selbst kein Stamm in Israel bildete (seine beiden Söhne waren die Väter von zwei Stämmen). Die aufgeführten Vorväter sind aber die Söhne Jakobs, der die Königreichsverheißungen geerbt hatte.
Die Vollzahl dieser künftigen Könige muss also erst erreicht worden sein, bevor sich eine weitere Gruppe von Menschen zeigt:
Offenbarung 7:9, 10
Erst danach kommt nun eine weitere Gruppe zum Vorschein. Es ist eine große Volksmenge, deren Zahl nun im Gegensatz zur ersten Gruppe unbestimmt ist. Die Palmzweige erinnern an das jüdische Laubhüttenfest, durch das die Israeliten ihre Freude wegen der Befreiung aus Ägypten zum Ausdruck bringen konnten. Die weißen langen Gewänder zeigen, dass sie als Gerechte dastehen. Und sie bringen offenkundig ihre Freude an einer Befreiung zum Ausdruck und wissen, wem sie es zu verdanken haben.
Die große Volksmenge wurde erstmals erkennbar, als auf dem Kongress der Zeugen Jehovas, der vom 30. Mai bis 3. Juni 1935 stattfand, sich Folgendes abspielte: „Würden alle, die die Hoffnung haben, ewig auf der Erde zu leben, bitte einmal aufstehen?“ fragte der Redner die Anwesenden. Mehr als die Hälfte der Zuhörer standen gemäß den Angaben eines Augenzeugen auf (siehe das Buch „Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes“ Kap. 12 S. 169 [8]). Das war deshalb so bemerkenswert, da bisher nach ihrem Verständnis nur diejenigen eingesammelt wurden, die die Hoffnung haben, im Himmel mit Christus vereint zu sein, also zu der kleinen Schar der hundertvierundvierzigtausend zu gehören.
Von diesem Zeitpunkt an nahm die Zahl derjenigen, die zu den hundertvierundvierzigtausend gehören, ständig ab, da keine neuen mehr hinzukamen, sondern stattdessen Menschen eingesammelt wurden, die die Hoffnung haben, ewig auf der Erde zu leben. Offenkundig hat sich Offenbarung 7:3 erfüllt, dass die „Sklaven unseres Gottes“, also die hundertvierundvierzigtausend nun versiegelt waren, sodass die Einsammlung der großen Volksmenge beginnen konnte. Dieser verheißungsvolle Anfang führt im weiteren Verlauf schließlich nach dem Gericht an der Organisation zu der hier beschriebenen Szene (siehe Vers 14).
Offenbarung 7:11, 12
Wenn diese Dinge geschehen, muss der Höhepunkt der Offenbarung erreicht sein und Jehovas Name geheiligt worden sein. Es herrscht große Freude im Himmel.
Offenbarung 7:13, 14
Hier erfahren wir mehr über die Identität der großen Volksmenge. Sie sind aus der großen Drangsal gekommen, über die bereits Jesus sprach (Matthäus 24:29). Sie bedeutet das Gericht an der Organisation, die in den letzten Tagen das Werk des Zeugnisgebens innegehabt hat. Viele, die erste in der Organisation waren, sind als die schlimmsten Vertreter der fehlgeleiteten organisierten Religion bloßgestellt worden. Die große Drangsal bedeutet eine Zeit der schweren Zurechtweisung und Läuterung. Niemand bleibt zwar gänzlich unschuldig. Doch wer die richtige Einstellung hat und bereit ist, sich läutern zu lassen, der wird gerettet. Er wäscht gewissermaßen seine Kleidung. Und durch das Lösegeld, das durch Jesu Opfertod beschafft wurde, kann ihm vergeben werden. Hoch erfreut über die Befreiung rufen sie die Worte aus Vers 10 aus. Denn sie haben gelernt, dass Rettung niemals von einer menschlichen Organisation kommt.
Jehovas Vorgehensweise ist seine befremdende Tat (Jesaja 28:21). Deshalb wird von einem Ältesten, der sich wundert, die Frage gestellt, wer diese Volksmenge ist und wo sie herkommt. Doch all die Dinge, die geschehen sollen, sind schon lange bekannt, da sie ja in Gottes inspiriertem Wort stehen.
Offenbarung 7:15-17
Nach der läuternden Drangsal kann sie nichts mehr von Jehova abbringen. Sie werden von nun an keine schlechten Erfahrungen machen mit hartherzigen Herren, die über sie geherrscht haben (Jesaja 26:13). Sie werden sich nicht mehr fragend umschauen müssen wegen Ungerechtigkeiten, die in ihrer Mitte geschehen (Jesaja 59:11; Psalm 37:10). Jetzt erhält man die richtige Anleitung (siehe Jesaja Kapitel 35).
In den folgenden Kapiteln geht es nun um Botschaften gegen das organisierte Christentum. Es muss bekannt gegeben werden, warum es Gottes Strafgericht verdient hat.
Gerichtsbotschaften gegen das organisierte Christentum
Offenbarung Kapitel 8
Offenbarung 8:1, 2
Bevor sehr wichtige Botschaften verkündet werden, muss zuerst eine Phase der Ruhe und Besinnung eintreten. Denn die Organisationen der Christenheit haben die Menschheit mit vielen Lehren geradezu bombardiert. Um zur Wahrheit zurückzukehren, müssen erst diese falschen Lehren verlernt werden (Matthäus 18:2, 3).
Offenbarung 8:3, 4
Eine gebetsvolle Einstellung ist ebenfalls wichtig, um die Dinge klar zu erkennen. Nur Jehova kann uns helfen, die wahre Bedeutung seines Wortes zu verstehen. Außerdem können wir durch unsere flehentlichen Bitten Jehova unser Herz ausschütten. Wir bringen unsere Bedürfnisse zum Ausdruck und zeigen ihm auch, womit wir zu kämpfen haben und was wir nicht verstehen. Das hat der Prophet Jeremia getan, der ein inniges Verhältnis zu Jehova hatte. Wir finden seine Worte in Jeremia 12:1-6. Er versteht vieles nicht, was sogar gerade durch Menschen getan wird, die vorgeben, Jehova zu dienen und die ja eigentlich sein Volk sind. Und solche Gespräche mit Jehova führen dann dazu, dass wir Jehovas Gerichtsurteile klar verstehen können. Für Jehova sind die Gedanken der Gerechten wie ein wohlriechendes Räucherwerk.
Offenbarung 8:5, 6
Nun soll die Ruhephase beendet werden und die Diener Jehovas haben Erkenntnisse gewonnen und sind nun bereit, sie den Menschen zu verkünden. Sie wissen, dass Jehova das organisierte Christentum richten muss und wissen auch warum.
Offenbarung 8:7
Diese Dinge hören sich wirklich dramatisch an. Man muss aber verstehen, dass sie sinnbildlich gemeint sind. Und es werden auch keine Ereignisse auf der Erde beschrieben, sondern vielmehr Gerichtsbotschaften. Ja, diese Botschaften, die den Inhalt der ersten vier Trompetenstöße bilden, haben die ernsten Bibelforscher verkündet. Wir haben die Möglichkeit, diese Worte mit der feurigen Botschaft zu vergleichen, die damals besonders in den 1920er Jahren gegeben wurde. Da etwa ein Drittel der Menschheit zu der Christenheit oder zu den christlichen Nationen gehört, ist hier wie nach den nächsten Trompetenstößen von einem Drittel die Rede. Die Gerichtsbotschaft richtet sich eben nur an diesen Teil der Menschheit.
Die Erde versinnbildlicht die christlichen Nationen. Hagel steht meist für schwere Gerichtsbotschaften, Feuer für Vernichtung oder Verheerung und Blut für Blutschuld. Durch diese Gerichtsbotschaft wurde klargestellt, dass die christlichen Nationen mit ihren christlichen Herrschern vollständig versagt haben. Es gab nur Kriege, Verheerung und die Bedürfnisse der Menschen wurden nicht befriedigt.
Offenbarung 8:8, 9
Das Meer stellt die Menschenmassen dar und in diesem Fall die Christenheit. Ein Berg stellt eine Regierung oder ein Herrschaftssystem mit seiner Ideologie dar. Die Menschenmassen, von den Geistlichen falsch belehrt, werden irregeführt, damit man besser über sie herrschen kann. Sie unterstützen dadurch ungerechte und mörderische Herrschaftssysteme. Ein Beispiel ist Adolf Hitler, ein Katholik, der mit seiner Partei an die Macht kam. Er sprach von Gottes Vorsehung. Sein Reich sollte ein tausendjähriges Reich sein und in Nürnberg standen 144 Säulen. Die Menschen glaubten an ihn. Und das hatte katastrophale Folgen. Welch eine Blutschuld sich doch die Christenheit aufgeladen hat! Wie kommt es, dass biblische Lehren so missbraucht wurden, dass eine Terrorherrschaft mit unzähligen Toten die Folge war? Aber dies ist nur ein Beispiel.
Wegen dieser Sünde sterben sie vom Standpunkt Jehovas in geistiger Hinsicht. Die Gerichtsbotschaft gegen dieses irregeführte Menschenmeer wurde in den 1920er Jahren schon deutlich verkündigt. Ob die Geistlichen selbst oder ein politischer Herrscher Macht durch die religiöse Irreführung auf die Menschenmassen ausüben, macht keinen wirklichen Unterschied.
Offenbarung 8:10, 11
Die Lehren der Christenheit führen offenkundig nicht zu guten Ergebnissen. Der Stern stellt die Menschen dar, die zu dem biblischen Verständnis und den Lehren beigetragen haben und das Volk belehrten. Das christliche Volk bekam dadurch eine Vorstellung, was für Gott annehmbar ist und was er von ihnen erwartet. Konnten sie dadurch ein Leben führen, das lauter gute Ergebnisse oder Früchte bringt (Matthäus 7:16)? Offensichtlich nicht! Die Lehren haben sich als wertlos, ja bitter erwiesen. Sie gaben den Menschen auch keine wirkliche Hoffnung. Ihre Fragen blieben unbeantwortet. Etwa die Frage, warum es so viel Leid gibt und warum Gott das Böse zulässt.
Offenbarung 8:12
Sonne, Mond und Sterne sollten eigentlich Orientierung geben. Nun sind sie in der Christenheit finster. Die Geistlichen der Christenheit wissen keine Antwort. Sie stehen wie solche da, die überhaupt nichts von der Bibel verstehen. Sie können keine Orientierung geben. Die ganze Kirchenorganisation hat keine echte Beziehung zu Gott.
Eine Veranschaulichung
Man könnte die Gerichtsbotschaften, die durch die vier Trompetenstöße zum Ausdruck kommen einmal folgendermaßen veranschaulichen:
Wir möchten ein Tagesseminar für den Umgang mit elektrischen Geräten besuchen, damit wir die elektrischen Geräte in unserem Haushalt besser verstehen und sie selbst reparieren können. Wir haben uns erkundigt und begeben uns auf den Weg zum Veranstaltungsort.
Auf dem Weg lauern Gefahren, da sich der Veranstalter mit der Konkurrenz im Krieg befindet. Es besteht die Gefahr, erschossen zu werden. Wir treffen auf dem Weg andere, die ebenfalls das Seminar besuchen möchten, und schließen uns ihnen an, damit wir uns nicht verlaufen. Als wir ankommen, merken wir, dass wir nicht am Seminargebäude, sondern an einer Mülldeponie für Elektrogeräte gelandet sind. Alle sind gemeinsam falsch gelaufen, da die Wegbeschreibung irreführend war und nicht richtig verstanden wurde. Wegen giftiger Dämpfe müssen wir sofort die Flucht ergreifen.
Endlich gelingt es uns, das Seminar zu besuchen. Wir probieren das Gelernte gleich aus. Allerdings funktioniert nichts. Stattdessen entsteht ein Brand wegen eines Kurzschlusses, den wir verursacht haben, obwohl wir uns genau an das Gelernte halten. Dann erfahren wir, dass die Lehrer gar keine Fachleute sind und in Wirklichkeit keine Ahnung von Elektrizität und Elektrogeräten haben.
So ähnlich ergeht es der Christenheit, die ja eigentlich vorzügliche geistige Belehrung durch die Bibel erhalten sollte. Die Geistlichen haben eigentlich große Verantwortung, da sie das Volk, die „Schafe“, weiden und hüten sollten (Johannes 21:15-17). Da sie dieser Verantwortung offenkundig nicht in rechter Weise nachkamen, ist es nur gerecht, wenn sie sich nun eine Gerichtsbotschaft anhören müssen. Darum geht es nun auch in Verbindung mit dem ersten Wehe:
Offenbarung 8:13
Mit diesen Worten werden nun drei Wehe, schwere vernichtende Gerichtsbotschaften, angekündigt. Sie stehen mit den letzten drei Engel, die Trompeten blasen, in Verbindung. Der Adler steht für Weisheit und Weitblick. Wer Einsicht hat, kann klar erkennen, welche Konsequenzen das ungünstige Urteil über das organisierte Christentum, das durch die ersten vier Engeln mit ihren Trompeten zum Ausdruck kommt, haben muss.
Offenbarung Kapitel 9
Offenbarung 9:1, 2
Nun fällt wieder ein Stern vom Himmel. Er fällt aber nicht auf die Wasserquellen, sondern auf die Erde und ist mit einem Schlüssel ausgestattet. Ein Abgrund steht für einen Zustand der Untätigkeit. Es muss dieses Mal wieder mit geistiger Belehrung zu tun haben, aber nicht die Belehrung durch Geistliche, die zu etwas Bitterem wird, sondern durch Menschen, die lange Zeit in einem Zustand der Untätigkeit und des Wartens waren und sich mit ihrem Urteil zurückhielten (zum Vergleich Hiob 32:6). Nun aber ist es so weit, dass sie tätig werden können. Der Rauch eines großen Ofens deutet darauf hin, dass feurige und vernichtende Gerichtsbotschaften drohen. Die geistlichen Führer, die normalerweise Orientierung bieten, wie die Sonne, verlieren an Ansehen und Bedeutung. Die Luft steht für die allgemeine Geisteshaltung der Menschen. Auch ihr droht Verurteilung.
Offenbarung 9:3, 4
Diese Heuschrecken versinnbildlichen nun die Menschen, die ein hartes Gerichtsurteil zu verkünden haben. Sie sollen nur die Menschen beschädigen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn geschrieben haben. Das sind die Personen, die nur vorgeben, Gott anzubeten, ohne dass dies wirklich der Fall ist.
Offenbarung 9:5, 6
Die Geistlichen der Christenheit haben es versäumt, die ihnen anvertrauten Menschen (sinnbildliche Schafe) richtig zu weiden und zu hüten. Nun sollten sie ein hartes Urteil empfangen, durch das sie völlig entlarvt werden. Sie werden erkennen müssen, dass sie ihrer großen Verantwortung nicht gerecht wurden (Johannes 21:15-17). Jetzt wollen sie sich am liebsten wegstehlen, etwa so, wie ein Kapitän ein großes, untergehendes Schiff verlässt und die Passagiere im Stich lässt. Denn die Verantwortung zu tragen, das ist zu schwer. Doch die Verantwortung wird ihnen nicht weggenommen. Sie müssen sie tragen. Sie sind weiterhin für ihre „Schafe“ verantwortlich, die sie leer zurückgelassen haben.
So war es nach 1914 und besonders in den 1920er Jahren, als die ernsten Bibelforscher das völlige Versagen der Geistlichen enthüllten. Die Bibelforscher, die die Hoffnung haben, mit Christus im Himmel vereint zu sein und die in den Tod Christi getauft waren (Römer 8:15-17), gingen mit größtem Eifer und Hingabe ans Werk. Mit Flugblättern und anderen Schriften, die man verbreitete, durch Plakate und sogar einem Radiosender ging man ans Werk, das völlige Versagen der organisierten Christenheit und ihrer Geistlichen zu verkünden. Wie sehr mussten die Geistlichen dadurch gequält worden sein. Aber sie hatten weiterhin die Verantwortung über ihre „Schafe“ zu tragen.
Die folgende Beschreibung zeigt, mit welchem Eifer und welcher Einstellung die Bibelforscher ans Werk gingen.
Offenbarung 9:7-11
Ihre Zeugnistätigkeit war wie ein Kriegszug. Da sie von Jehova für dieses Werk autorisiert wurden, hatten die sinnbildlichen Heuschrecken Kronen gleich Gold. Sie taten alles mit der Überzeugungskraft der von Gott Gesandten. Auch wenn sie wie Krieger auftraten, waren sie doch demütige und gehorsame Menschen. Der Löwe steht für Gerechtigkeit. Und so war ihr Werk durch das Eintreten für göttliche Gerechtigkeit gekennzeichnet.
Sie lebten ein selbstloses, hingebungsvolles Leben ohne sich ablenken zu lassen oder sich zu unrechten Taten vom Teufel verführen zu lassen. Auch wenn sie wenige waren, so war doch ihr Zeugnis gewaltig und es wurde überall auf der Erde gehört. Durch die Schriften, die sie hinterließen, war ihr Zeugnis besonders wirkungsvoll. Eine Heuschrecke lebt etwa fünf Monate. Sie setzten ihre Zeugnistätigkeit in ihrer Hingabe bis zu ihrem Tod fort. Sie hatten auch einen König über sich, nämlich Jesus Christus, da sie in den Tod Christi getauft waren.
Engel des Abgrunds – was bedeutet das?
Aber warum wird der Christus hier als Engel des Abgrunds bezeichnet? Dazu müssen wir wissen, dass Jehova dem Satan, Jesu Widersacher, Zeit eingeräumt hat, seine im Garten Eden aufgeworfenen Streitfragen zu beweisen. Erst wenn die für Satan und sein System gesetzte Fristen zu Ende sind und das völlige Versagen Satans bewiesen ist, kann das Gericht und das vernichtende Urteil kommen. Darum nehmen alle Diener Jehovas eine wartende Haltung ein (Micha 7:7). Auch der Christus wartete (Hebräer 10:12, 13). Während der Wartezeit müssen sich die echten Anbeter Jehovas zurückhalten. Sie befinden sich in dieser Hinsicht im Abgrund der Untätigkeit. Doch nun war die Zeit gekommen, tätig zu werden und das Gericht Jehovas zu verkünden.
Der Name Abaddon heißt Vernichtung, Untergang und der Name Apollyon heißt Vernichter, Verderber. So bedeutet das Werk Jesu für die falschen Namenschristen Vernichtung und Untergang. Die Außenstehenden erkennen in ihm einen Vernichter und Verderber. Er hat diese Rolle erhalten, denn er ist offenbar dazu bestimmt worden, die Werke des Teufels abzubrechen (1. Johannes 3:8)!
Offenbarung 9:12
Die angekündigten weiteren Wehe kommen nicht zeitgleich mit dem ersten Wehe, sondern danach.
Zunächst hatten die Geistlichen noch die volle Verantwortung für die Menschen, die geistige Anleitung benötigen. Doch das sollte sich nun ändern:
Offenbarung 9:13-15
In Offenbarung 7:1 war ebenfalls von vier Engeln die Rede, die die vier Winde festhalten. Sie sollten die Erde nicht beschädigen, bis die Vollzahl der hundertvierundvierzigtausend, die die Hoffnung haben, mit Christus im Himmel vereint zu sein, erreicht ist und sie nicht mehr vom Glauben abfallen können. Nun aber sollen sie losgebunden werden. Dass sie diesmal am Strom Euphrat gebunden sind, zeigt ihre besondere Rolle in Verbindung mit Babylon der Großen und ihrem Gericht. Denn der Euphrat floss durch Babylon und schützte die Stadt.
Nachdem sie losgebunden wurden, sollen die Geistlichen und alle, die weiterhin zu ihnen halten, die ganze Christenheit, in geistigem Sinne getötet werden, da sie keinen Auftrag von Jehova mehr erhalten sollten. Und so kam es dann auch.
In den 1920er Jahren hatten alle aktive und getaufte Bibelforscher die Hoffnung, zu Leben im Himmel auferweckt zu werden. Im Jahre 1932 verstand man dann, was mit den in Johannes 10:16 erwähnten anderen Schafen gemeint ist und wer die große Volksmenge ist. Auf dem Kongress im Jahre 1935 ließen sich erstmals Personen taufen, die die Hoffnung haben, im Paradies auf der Erde ewig zu leben. Von dieser Zeit an nahm die Zahl dieser anderen Schafe ständig zu und es wurden bald Millionen, die sich ihnen anschlossen. Die Zahl derjenigen, die die himmlische Hoffnung haben, nahm von da an ständig ab, da keine Neuen mehr dazukamen und die anderen ihren irdischen Lauf beendeten.
Die Vollzahl der hundertvierundvierzigtausend war offensichtlich erreicht und alle, die Jehova dienen wollten, stand es frei, ihre Kirche zu verlassen und sich den wachsenden Reihen der anderen Schafe anzuschließen.
Offenbarung 9:16-19
Die wachsende große Schar der Zeugen Jehovas mit irdischer Hoffnung gleicht wirklich einer riesigen Zahl von Reiterheeren. Denn sie geben überall auf der Erde ein großes Zeugnis. Auffallend ist hier, dass nicht die Reiter, sondern die Pferde Brustpanzer und Löwenköpfe haben. Und aus den Mäulern der Pferde, nicht aus dem Mund der Reiter kam Feuer, Rauch und Schwefel hervor. Feuer steht für eine feurige Gerichtsbotschaft, Rauch für Vernichtung und Schwefel für dauerhafte Vernichtung. Das große Heer der anderen Schafe verrichtet seinen Dienst unter Anleitung durch eine Organisation (siehe hierzu die Abhandlung ‚Der Name „Jehovas Zeuge“‚). Sie werden mit Hilfsmittel, wie Bücher, Zeitschriften, Audio und Videobeiträgen ausgestattet. Die bei den Menschen zurückgelassene Literatur führt ebenfalls zu einem großen Zeugnis, hier durch die Schwänze mit Köpfen dargestellt.
Durch diese große Zeugnistätigkeit wird die Christenheit mit ihren Geistlichen vom Standpunkt Jehovas betrachtet, geistig getötet. Denn der Auftrag, in den letzten Tagen ein Zeugniswerk gemäß Matthäus 24:14 durchzuführen, erging an Jehovas Zeugen (Apostelgeschichte 15:14; Matthäus 24:47). Die Christenheit hatte keinen Auftrag von Jehova mehr erhalten und die Geistlichen hatten keine Verantwortung mehr über Menschen, die den wahren Gott Jehova dienen wollten, da diese ihre Kirche verlassen und sich den Reihen der Zeugen Jehovas anschließen konnten (Jesaja 22:15-23).
Offenbarung 9:20, 21
Die meisten Menschen nahmen und nehmen von diesen Dingen wenig Kenntnis. Sie beten weiterhin ihre Ersatzgötter an und achten nicht auf Jehovas Taten. Oder sie setzten weiter auf die Elemente der Menschenherrschaft, wie sie in Offenbarung Kapitel 13 beschrieben werden. Oder sie hoffen auf Ideen, die von Dämonen inspiriert sind, ohne dies zu merken. Und sie leben ein Leben nach ihren eigenen Maßstäben. Auch diejenigen, die in diese neue Organisation der Zeugen Jehovas eingesammelt wurden, sind oft nicht anders. Darum geht es in den nächsten Kapiteln um ihr Gericht.
Die kleine geöffnete Buchrolle
Jehova ist ein Offenbarer von Geheimnissen (Daniel 2:28) und teilt seinen Dienern im Voraus mit, was er im Begriff ist zu tun (Amos 3:7,8).
Jehova hat in den „letzten Tagen“ ein großes Werk in Gang gebracht. Die gute Botschaft wird gemäß Matthäus 24:14 auf der ganzen Erde gepredigt. Von diesem großen Predigtwerk ist in Offenbarung 9:12-19 die Rede. Es wird mit einem großen organisierten Reiterheer verglichen und dieser Vergleich ist passend, denn es sind inzwischen Millionen, die sich in organisierter Weise daran beteiligen. Dies wird mit dem sechsten Engel, der seine Trompete bläst und das zweite Wehe auslöst, in Verbindung gebracht. Da es sich um eine Gerichtsbotschaft handelt, ist es für diejenigen, denen das Gericht angekündigt wird, ein Wehe.
Doch nun stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Schließlich wird noch ein siebter Engel seine Trompete blasen und ein weiteres Wehe, das dritte Wehe, ankündigen. Um was handelt es sich und was wird diesem vorausgehen? Bevor das zweite Wehe vorbei ist (Offenbarung 11:14) wird uns in den Versen davor noch einiges mitgeteilt, was Aufschluss darüber gibt.
Darum soll die Aufmerksamkeit nun auf die Ereignisse gerichtet werden, die sich zwischen dem Blasen der Trompete des sechsten Engels und der Trompete des siebten Engels ergeben (Offenbarung 10:1-11:14), da sich diese Dinge erfüllen, während das Predigtwerk in vollem Gang ist, aber seinem Ende entgegengeht.
Offenbarung Kapitel 10
Offenbarung 10:1
Es handelt sich um den verherrlichten Jesus Christus, denn diese Beschreibung passt gut auf die Vision aus Offenbarung 1:12-17, in der Johannes den verherrlichten Christus sah, der die Versammlungen genau im Blick hat. Im Unterschied zur Vision aus Offenbarung Kapitel 1 werden seine Füße nun als Feuersäulen beschrieben. Dies deutet auf eine feurige vernichtende Gerichtsbotschaft hin. Der Regenbogen deutet jedoch an, dass er als Bote des Friedens kommt. Und das ist bestimmt passend, denn seine Aufgabe ist es, die Werke des Teufels abzubrechen (1. Johannes 3:8), damit wieder Frieden zwischen Jehova und den Menschen hergestellt wird. Dennoch ist er für die meisten Glieder der Christenversammlung nun unsichtbar oder unerkannt, da er mit einer Wolke umhüllt ist.
Offenbarung 10:2
Was ist das für eine Buchrolle? Das finden wir erst heraus, wenn wir die weiteren Verse gelesen haben.
Offenbarung 10:2-3
Das Meer steht normalerweise für das Menschenmeer und die Erde für den organisierten Teil der Menschheit. Da der verherrlichte Christus aber in besondere Weise die Christenversammlung genau beaufsichtigt, steht hier das Meer für die Millionen, die Jehova anbeten und die Erde für die Organisation, in der Jehova angebetet wird. Beides untersteht seiner Aufsicht, wie wir aus Offenbarung Kapitel 1 bis 3 erfahren.
Aber warum schreit er wie ein Löwe? Der Löwe steht für eine Grundeigenschaft Jehovas, die Gerechtigkeit. Dass er schreit, zeigt, dass Dinge in der Christenversammlung geschehen, die der Gerechtigkeit zuwiderlaufen. Die sieben Donner antworten ihm und bestätigen offenbar, dass ungerechte Dinge in den Versammlungen geschehen. Sie stehen mit den Versammlungen in Verbindung und mit dem, was wir mithilfe des heiligen Geistes und des inspirierten Wortes der Bibel erkennen können (vergleiche Offenbarung 1:4).
Offenbarung 10:4
Es ist naheliegend, dass man sofort reagieren möchte, wenn man aufgrund unrechter Dinge, die geschehen, wachgerüttelt wird. Doch eine Stimme aus dem Himmel mahnt zur Zurückhaltung. Es ist nicht die Zeit, zu reden (Prediger 3:7), da sich ganz besondere Ereignisse anbahnen, wie in den folgenden Versen weiter ausgeführt wird.
Offenbarung 10:5-7
Das, was sich anbahnt, ist das endgültige Gericht Jehovas an der fehlgeleiteten organisierten Religion. Wie viel Unrecht ist schon im Laufe der Geschichte in Verbindung mit denen geschehen, die behaupten, Gott zu dienen? Welches Unrecht ist schon in der Christenheit geschehen? Doch Jehova hat noch gewartet (Offenbarung 6:9-11). Nun aber sollen diese unrechten Dinge, die jetzt geschehen, unmittelbar zum Gericht führen, und zwar in Übereinstimmung mit all dem, was in der Bibel bereits angekündigt wurde. Und wenn schließlich der siebte Engel seine Trompete bläst, wird alles seinen Abschluss finden.
Offenbarung 10:8-9
Johannes sollte also die kleine geöffnete Buchrolle essen. Das bedeutet, er soll sich das, was in dieser Buchrolle steht, verinnerlichen, sich also mit der Botschaft so gut vertraut machen, dass er sofort bereit ist, Zeugnis darüber zu geben, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist. Doch was steht wohl in dieser Buchrolle und warum ist sie in seinem Mund süß? Und warum wird sie sein Bauch bitter machen? Eine ähnliche Aufforderung erging an Hesekiel (Hesekiel 2:8-3:15). Hesekiel musste Israel, seinem eigenen Volk, eine Gerichtsbotschaft überbringen.
Und in dieser kleinen Buchrolle steht offenkundig eine Gerichtsbotschaft, wie sie auch von den sieben Donnern übermittelt wurde. Aber warum macht sie seinen Bauch bitter? Weil es eine Gerichtsbotschaft ist? Auch Jona wurde von Jehova ausgesandt, um eine Gerichtsbotschaft gegen Ninive zu verkünden (Jona 1:1-3; 3:1-3, 10; 4:1). Das war für ihn alles andere als bitter. Ihm störte es ja, dass Jehova zu barmherzig mit Ninive verfuhr. Aber wenn man gegen das eigene Volk und gegen die eigene Organisation, für die man ja tätig ist, eine Gerichtsbotschaft erhält und sich verinnerlichen soll, ist sie zwar im Mund süß, da sie von Jehova kommt, aber nach der Verdauung erkennt man die bittere Tragweite der Botschaft.
Offenbarung 10:10-11
Die Wirkung trat ein, aber zu welchem Zweck sollte er sich diese Gerichtsbotschaft verinnerlichen, wenn er sie noch nicht verkünden soll? Er muss wieder prophezeien. Da das heilige Geheimnis in dieser Zeitperiode nun seiner vollständigen Enthüllung entgegengeht, muss dieses Zeugnis gründlich vorbereitet werden, bevor man es öffentlich machen kann. Es geht um Völker, Nationen und Zungen und viele Könige. Welche Dinge sind das? Darum geht es nun in dem Bibelstudienwerk „Nationen„. Der Gegenstand dieser Betrachtung ist die Art und Weise, wie die Nationen und ihre Herrscher durch unsichtbare Drahtzieher im Hintergrund geleitet werden. Diese Dinge werden besonders im Bibelbuch Daniel beschrieben.
Die zwei Zeugen
Nachdem wir nun gesehen haben, was es alles über die in Offenbarung 10:11 erwähnten „Völker, Nationen, Zungen und Könige“ zu prophezeien gibt, betrachten wir Offenbarung Kapitel 11, um zu sehen, wie es weitergeht.
Offenbarung Kapitel 11
Offenbarung 11:1
Das erinnert uns an das, was Hesekiel in einer Vision sah (Hesekiel 40). Hier ging es um die Wiederherstellung der reinen Anbetung. Es erinnert auch an die Deutung der Schrift an der Wand, durch die dem babylonischen König Belsazar der Untergang angekündigt wurde: MENẸ, MENẸ, TEKẸL und PARSỊN … TEKẸL, du bist auf der Waage gewogen und als zu leicht befunden worden (Daniel 5:25,27). Auch diesmal geht es darum, welcher Teil der Anbetungsstätte und der Anbetenden würdig ist, Jehova weiterhin zu dienen. Dies geht aus dem nächsten Vers hervor:
Offenbarung 11:2
Der Vorhof steht für die Organisation, die durch den Einfluss der Dämonen verdorben wurde. Sie wurde den Dämonennationen übergeben. Dass er nicht gemessen werden soll, zeigt, dass sie für die Anbetung untauglich wurde und deshalb gerichtet werden muss. Die hier angegebene Zeitspanne von 42 Monaten stimmt mit der Zeitspanne aus Daniel 7:25 überein. Hier ist von 3 ½ Zeiten die Rede, welche mit 3 ½ Jahre oder 42 Monate interpretiert werden können. In den folgenden Versen ist nochmals von einer gleich langen Zeitspanne die Rede:
Offenbarung 11:3, 4
Tausendzweihundertsechzig Tage sind wieder 3 ½ Jahre. Während die Dämonen die Oberhand haben, werden die zwei Zeugen veranlasst, in Sacktuch zu prophezeien.
Um zu verstehen, wer die zwei Zeugen sind, betrachten wir den Hinweis in Vers 4. Hier ist von zwei Olivenbäumen und zwei Leuchtern die Rede. Dies nimmt Bezug auf die Prophezeiung aus Sacharja 4:3, 11-12, in der ebenfalls von zwei Olivenbäumen und zwei goldenen Röhren die Rede ist (vergleiche Matthäus 5:14).
In seiner ersten Erfüllung geht es um die Wiederherstellung der wahren Anbetung nach der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil im Jahre 537 u. Z.:
Sacharja Kapitel 4
Lies Sacharja 4:4-7, 11-14
Die zwei Olivenbäume und die zwei Leuchter stehen in der ersten Erfüllung für Serubbabel und den Hohepriester Josua (Nehemia 7:6, 7; Haggai 1:1, 14-15; 2:4). Diese zwei Zeugen hatte Jehova damals in besonderer Weise gebraucht und ihren Geist erweckt (Haggai 1:14), um führend in der Wiederherstellung der wahren Anbetung voranzugehen.
Und genauso wurde die wahre Anbetung in der Neuzeit wiederhergestellt. Dies war notwendig, da echte Christen in der abtrünnigen Christenheit, des neuzeitlichen Babylons (vergleiche Offenbarung 14:8), gefangen gehalten wurden. Jehova gebrauchte Personen wie Charles T. Russell, Joseph Rutherford und andere für die Wiederherstellung der wahren Anbetung. Und durch Jehovas Geist wurde schließlich ein Millionenvolk von Königreichsverkündiger eingesammelt (Sacharja 4:6).
Doch sollten am Ende der Wiederherstellung alle Feinde besiegt sein? Schon in Sacharja 3:1 wird gezeigt, dass Satan von Anfang an Widerstand leisten würde. Und als Jesus auf der Erde war, war die wahre Anbetung schon wieder verdorben und dies gipfelte darin, dass sie Jesus schließlich überliefert hatten, sodass er an einem Pfahl starb (Apostelgeschichte 2:23). Daraufhin verwarf Jehova diese Nation und im Jahr 70 u. Z. wurde schließlich Jerusalem vollständig zerstört.
Wie ist es in der Neuzeit? Betrachten wir hierzu, was der Prophet Sacharja als Nächstes sieht:
Sacharja Kapitel 5
Lies Sacharja 5:1-4
Dies ist ja eine merkwürdige Erscheinung. Eine fliegende Buchrolle. Wie sollen wir uns das konkret vorstellen?
Nehmen wir an, ein Zeuge Jehovas hat auf dem Standesamt einen Eidschwur geleistet und nun trennt er sich von seinem Ehepartner. Nachdem er das getan hat, empfiehlt er sich weiterhin als vorbildlicher Diener Jehovas, und da er keine „Hurerei“ begangen hat, wird ihm weiter auch nichts vorgeworfen. Er bleibt völlig straffrei. Alles scheint in Ordnung zu sein, ungeachtet, wie es dem verlassenen Ehepartner geht. Und da er überzeugend auftritt, gilt er in den Augen vieler Glaubensbrüder als vorbildlich.
Oder jemand hat sogar ein Kind missbraucht. Da es keine zwei Zeugen gibt, bleibt er völlig straffrei. Aber einige mögen sich weiter Gedanken machen, wie das Jehova sieht, da sie sich nicht vorstellen können, dass dies so in den Augen Jehova in Ordnung ist oder in irgendeiner Weise gerecht ist (vergleiche Jeremia 12:1-6). Diese Gedanken werden durch diese fliegende Buchrolle veranschaulicht. Sie sind wie ein Fluch.
Doch warum hat dies Jehova zugelassen? Um ein Gericht herbeizuführen. Aber nur über diese Einzelpersonen? Diese Dinge, die geschehen, haben noch viel größere Folgen:
Lies Sacharja 5:5-8
Das Epha-Maß ist ein Gefäß, das zum genauen Abmessen benutzt wird und von dem deshalb erwartet wird, dass es genau die richtige Größe hat (Micha 6:10). Nun sitzt aber die Bosheit darin. Was bedeutet dies? Dadurch, dass bestimmte Personen straflos geblieben sind, wird der Maßstab für das, was vorbildlich ist, verzerrt. Personen, die stehlen oder falsch schwören gelten als vorbildlich, manch andere dafür weniger. Das Urteilsvermögen der Christenversammlung und derer, die dort die Führung übernehmen, wird verzerrt. Das Urteilsvermögen in der Christenversammlung ist am Ende genauso verdreht, wie es in der von Satan beherrschten Welt der Fall ist (1. Johannes 5:19). Äußerlich und oberflächlich betrachtet sieht das Epha gut aus, da die Bosheit ja im Inneren gut versteckt ist. Und dies alles hat nun noch weitere Folgen:
Lies Sacharja 5:9-11
Das Land Schinar ist der Ort, an dem die falsche Anbetung begann. Hier begann Nimrod, ein gewaltiger Jäger im Widerstand gegen Jehova zu werden und dort gründete er Babel (1. Mose 10:9,10). In letzter Konsequenz wird also durch diese Dinge und unter dem Einfluss der Dämonen (Epheser 2:2) die wahre Anbetung verdorben und die Organisation wird wieder erneut ein Teil der Organisation der falschen Anbetung, die schließlich durch Jehovas Gericht für immer vernichtet wird (Offenbarung 16:19; 18:21).
Doch bevor dies geschieht, lässt Jehova die zwei Zeugen in Sacktuch prophezeien, wie wir schon in Offenbarung 11:3 gelesen haben. Was bedeutet das?
In Sacktuch prophezeien – was bedeutet das?
Die Aufmerksamkeit der Glaubensbrüder und derjenigen, die die Führung übernehmen, wird immer mehr auf Sünden gelenkt. Man warnt immer häufiger vor Gefahren wie Pornografie und es geht sogar auf Kongressen in aller Öffentlichkeit um Themen, wie man mit Ausgeschlossenen umgeht oder wie Brüder gesündigt haben, ausgeschlossen wurden und später wieder zurückkamen. Diese veränderte Geisteshaltung, weniger die Königreichsfreude, sondern mehr unsere Sündhaftigkeit in den Vordergrund zu rücken, ist die indirekte Folge der rechtlichen Schieflage durch die oben beschriebenen Vorgänge (vergleiche Titus 1:15,16).
Wann finden diese Dinge statt? Wir hatten in der Abhandlung “Wann kommen diese Dinge zum Abschluss?” bei der Besprechung von Daniel 7:25 bereits gesehen, dass die dort erwähnten dreieinhalb Zeiten am 5./6.10.2013 beginnen und am 5./6.04.2017 enden. Diese Zeitspanne stimmt mit den in Offenbarung 11:2 erwähnten 42 Monaten überein. Nun ist aber von weiteren tausendzweihundertsechzig Tagen oder wieder 3 ½ Jahren die Rede. Da auf dem Bezirkskongress im Sommer 2010 erstmals offen über Erfahrungen von Ausgeschlossenen und ihren Sünden und wie sie wieder zur Christenversammlung zurückkamen, berichtet wurde, kann man davon ausgehen, dass diese Zeitperiode im Frühjahr 2010 begann, bevor sie 3 ½ Jahre später durch die “42 Monate” abgelöst wurde.
Offenbarung 11:5, 6
Wenn in dieser Zeitperiode jemand etwas Nachteiliges über diejenigen, die in der Organisation die Führung übernehmen, redet, kann es schnell passieren, dass man ihn als Abtrünnigen ansieht und sogar ein Rechtskomitee gegen ihn bildet. Wer die Organisation angreift, wird ausgeschlossen, nachdem man ihn mit einer feurigen Rede zum Abtrünnigen erklärt hat.
Auch getraut sich niemand aufgrund dieser Verhältnisse, ein biblisches Verständnis zu vertreten, das von der offiziellen Lehre oder von dem, was im Wachtturm steht, abweicht. Die Meisten erkennen gemäß ihrem Verständnis nur das an, was vom „Sklaven“ kommt.
Die Brüder, die die Führung übernehmen, haben Eifer. In ihren feurigen Reden werden schlechte Handlungen, die Gottes Maßstäbe widersprechen, stark verurteilt. Auch die Glaubensbrüder, die gesündigt haben, werden nicht verschont. Man bildet Rechtskomitees und einige werden ausgeschlossen. Auch die Einrichtungen für die wahre Anbetung werden nicht verschont. Man ändert in kürzester Zeit sehr viel, schließt Zweigbüros, baut neue Gebäude und ändert organisatorische Strukturen. Was vorher gut war, gilt kurze Zeit später als verkehrt.
Sie geben vor, Jehova mit Eifer zu dienen. Aber ihr Eifer ist gemäß ihren eigenen Wünschen, denn es heißt am Ende von Vers 6 nicht „sooft es Jehova wünscht“, sondern „sooft sie es wünschen“.
Aber wie lange würde Jehova diese Verhältnisse zulassen? Was wird das Ende sein?
Offenbarung 11:7
Hier ist von einem wilden Tier die Rede, das aus dem Abgrund heraufkommt. Wilde Tiere stehen für politische Mächte. Ein Abgrund steht für einen Zustand der Untätigkeit. Aus einem Zustand der Untätigkeit heraus würde also eine politische Macht die “zwei Zeugen” angreifen und sie töten. Dies ist tatsächlich am Ende der “42 Monate” geschehen, als die Gerichtsverhandlung gegen Jehovas Zeugen in Russland am 5.04.2018 begann und wenige Tage später zu einem landesweiten Verbot von Jehovas Zeugen führte, obwohl sie in Russland in der Zeit nach dem Ende der Sowjetunion anerkannt wurden. Viele begriffen nicht, weshalb man jetzt erst so entschieden gegen sie vorging. Aber dadurch erfüllte sich die Prophezeiung.
Offenbarung 11:8-10
Die Bezeichnung „große Stadt“ kommt in der Offenbarung mehrfach vor (Offenbarung 16:19; 17:18; 18:10, 16, 19, 21; siehe auch Jesaja 25:1, 2). Aus diesen Bibeltexten erkennt man, dass sie für “Babylon die Große” steht und die Hure, die auf dem scharlachfarbenen wilden Tier reitet (Offenbarung 17:3, 18). Die zwei Zeugen liegen nun auf der breiten Straße dieser Stadt, weil die Organisation, die sie gebrauchten, um ein wirkungsvolles Zeugnis geben zu können, nun verdorben wurde und wieder eine babylonische Organisation wurde mit geistiger Hurerei.
Sie hatten zwar schon lange erkannt, wie verkehrt die organisierte Religion ist und man hat diese babylonischen Systeme schon in der Zeit der ernsten Bibelforscher verurteilt. Die ernsten Bibelforscher zogen sogar mit Plakaten aus, auf denen stand: „Religion ist eine Schlinge und ein Gimpelfang“. Man hat erkannt, dass alle Organisationen der Christenheit von der Wahrheit abgewichen sind und zu Babylon der Großen gezählt werden müssen. Und weil die Geistlichen der Christenheit diejenigen, die Jehova in Geist und Wahrheit anbeten möchten, nicht mehr unterdrücken konnten, hat man ausgerufen: „Babylon die Große ist gefallen“.
Aber wie würden sich die ernsten Bibelforscher und später Zeugen Jehovas weiterhin organisieren? Wenn doch alle Organisationen der Christenheit babylonisch wurden, wäre es da nicht wahrscheinlich, dass auch diese Organisation nicht die große Ausnahme bliebe? Aber in der weiteren Entwicklung kam es dann genauso, wie es der Prophet Jeremia gemäß Jeremia 51:8, 9 vorausgesagt hat. Dass die organisierte Christenheit schwer krank, ja gefallen war, wusste man zu Beginn. Aber kann sie geheilt werden? Man wollte Babylon heilen. Immer wieder gab es organisatorische Veränderungen, die man als Verbesserungen bezeichnet hat. Doch dann muss das ernüchternde Ergebnis zur Kenntnis genommen werden. Sie ist nicht geheilt worden!
Reaktionen auf das Verbot in Russland
Nun wurde die Organisation in Russland als extremistisch eingestuft und auf diese Weise zu einer extremistischen falschen Religion erklärt. Dadurch und wegen der Unterdrückung durch ihre eigene Organisation sind die treuen Zeugen in die Defensive geraten.
Aber wie reagieren die Zeugen Jehovas weltweit, die aus allen Völkern und Nationen, Stämmen und Sprachen kommen, auf diese neue Situation? Es ist so, wie hier im Bibeltext beschrieben. Sie schauen nur zu und denken vielleicht, dass es mit dem Angriff Gogs in Verbindung steht und dass es vielleicht bald auch andere Länder betrifft, Jehova aber später den Sieg schenkt. Sonst tun sich nichts! Man macht einfach so weiter wie bisher! Man macht so weiter, wie wenn sich nichts geändert hätte und selbst in Russland alles beim Alten geblieben wäre.
Andere freuen sich, weil man die lästigen Zeugen endlich loshat, und wünschen sich, dass sie bald auch in anderen Ländern verboten werden (Klagelieder 1:21; 3:14). In der Tat. So wurde später in Europa der Predigtdienst durch die Datenschutz-Grundverordnung behindert, denn man durfte keine Notizen mehr machen.
Diese Zustände sollen 3 ½ Tage andauern. Da es sich um ein Strafgericht Jehovas handelt, gilt hier die Regel “ein Tag für ein Jahr” (4. Mose 14:34), sodass es wieder 3 ½ Jahre sind. Was soll danach geschehen?
Offenbarung 11:11-13
Nun führt der Geist Gottes eine außergewöhnliche Wende herbei. Die Dinge müssen richtiggestellt werden. Außerdem verfährt Jehova nach dem Prinzip: “Das Niedrige erhöhe, und den Hohen erniedrige” (Hesekiel 21:26). Jetzt muss ein öffentliches Zeugnis gegeben werden, wodurch die Organisation verdorben wurde und muss die Drahtzieher, die sich Satan angeschlossen haben, verurteilen (Jesaja 27:8, 9). Gleichzeitig müssen diejenigen, die von den “Bauleuten verächtlich behandelt wurden”, erhöht werden (Apostelgeschichte 4:11). Sie werden ehrenhaft dastehen als solche, durch die Jehova handelt (Hesekiel 11:3-7).
Diese so völlig neue und durch Jehovas Geist wie aus dem Nichts geschaffene Aktivität, die dann in organisierter Art und Weise durchgeführt wird, erhält gemäß Hesekiel 39:14 die Bezeichnung „Hamọna“, was übersetzt „Menge“ bedeutet. Ihr Zweck ist das Begraben der Menge Gogs. Da alle, die die Organisation unterstützt haben, ja die ganze “Menge” von Personen, die sie durch ihren Beifall gestützt hat, verurteilt dastehen, ist hier symbolisch von siebentausend (geistig) getöteten Personen die Rede. Es ist eine riesige mit einem Erdbeben vergleichbare Umwälzung. Und so fällt bereits ein Teil der Stadt, die “Babylon die Große” darstellt (Offenbarung 17:18).
Offenbarung 11:14
Nachdem man sich nun endgültig von den schlechten, von den Dämonen inspirierten Dingen getrennt hat (siehe auch Jesaja 30:22), kann die Erkenntnis Jehovas überströmend werden (Jesaja 30:26). Und das heilige Geheimnis ist nun gemäß Offenbarung 10:7 tatsächlich vollendet. Die Botschaften von Jehova müssen nun nicht mehr versiegelt werden (Offenbarung 10:4). Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem Jehova seine große Macht an sich nimmt:
Offenbarung 11:15
Diejenigen, die sich gemäß Offenbarung 11:12 im sinnbildlichen Himmel befinden, geben nun Zeugnis. Sie wurden von den Bauleuten ihrer früheren Organisation schlecht behandelt oder verworfen und sind nun erhöht worden. Das Königreich der Welt, das durch die auf Menschenherrschaft beruhende Organisation zum Ausdruck kam, ist nun zum Königreich Gottes und seines Christus geworden, da die Organisation verworfen wurde.
Dieses Zeugnis wird nicht so sein wie in der Zeit, als man gesagt hat, man müsste sich unbedingt einer Organisation anschließen, um überhaupt aktiv werden zu können. Denn man wird die Erfahrung machen, dass man durch Jehovas Geist wie in einer Organisation vereint ist (siehe Jesaja 26:1-4). So macht man dann wirklich Erfahrung mit dem Königreich Gottes und seines Christus.
Im Buch „Die Offenbarung – ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!“ Kapitel 26 S. 173[21] wird das Blasen dieser Trompete auch mit der Kongressresolution vom Jahr 1928 (Michigan, USA) in Verbindung gebracht. Dort heißt es auszugsweise[24]:
Kongressresolution vom Jahr 1928:
Weil Satan seine verruchte Bedrückung der Nationen und Völker der Erde nicht aufgeben will, wird Jehova der Heerscharen durch seinen gesalbten Vollstrecker Christus Jesus gegen Satan und alle seine Mächte des Bösen vordringen, und fortan soll unser Schlachtruf sein: „Schwert Jehovas und seines Gesalbten!“ Die bald anbrechende Schlacht von Harmagedon wird die vollständige Niederwerfung Satans und den gänzlichen Umsturz seiner ruchlosen Organisation herbeiführen, und Jehova wird durch Christus, den neuen Herrscher, Gerechtigkeit auf der Erde schaffen, die Menschheit vom Übel befreien und alle Nationen der Erde ewigdauernde Segnungen bringen.
(Vergleiche mit Richter 7:20)
Es wird also ein neues Zeugnis an alle Menschen gegeben, besonders aber an diejenigen, die sich zur Christenheit zählen. Es bedeutet ein neues “Wehe”, denn es ist ein wahrhaftiges Zeugnis gegen die organisierte Religion mit überströmender Erkenntnis, da sie nun nicht mehr den Versuch unternehmen, Babylon zu heilen (Jeremia 51:9). Das Ende Babylons der Großen, das alle organisierten Religionen mit einschließt, muss nun endgültig besiegelt sein.
Offenbarung 11:16, 17
Nun ist der Weg frei für echte Gottesherrschaft. Auch in Offenbarung 19:6 ist davon die Rede, dass Jehova Gott, der Allmächtige, als König zu regieren begonnen hat. Und im Anschluss daran ist von der Hochzeit des Lammes die Rede (Offenbarung 19:7). Ja jetzt, unmittelbar nach dem Ende der falschen Religion, ist die Zeit gekommen, dass die Hochzeit des Lammes stattfindet und die Königreichsregierung, bestehend aus dem Lamm und die 144.000 Mitregenten, sich bereit macht. Der Gedanke in 1. Korinther 15:51,52 über die Auferstehung der Geistgesalbten könnte sich ebenfalls auf diese Zeit beziehen, da die zum siebten Mal erschallende Trompete (oder Posaune) auch die Letzte ist. Demnach würden nun alle Geistgesalbten in den Himmel genommen und zu geistigem Leben im Himmel auferweckt.
Offenbarung 11:18
In der neuen Genfer Übersetzung wird dieser Vers folgendermaßen wiedergegeben [25]:
»… Die Völker hatten sich im Zorn gegen dich erhoben, aber jetzt entlädt sich dein Zorn über sie. Die Zeit ist gekommen, wo über die Toten Gericht gehalten wird und wo deine Diener, die Propheten, ihren Lohn erhalten und mit ihnen alle, die zu deinem heiligen Volk gehören und sich dir in Ehrfurcht unterstellen, Kleine und Große. Aber die, die die Erde zugrunde richten, werden nun selbst zugrunde gerichtet werden.«
Hier wird also klar erklärt, dass für Jehova nun der Zeitpunkt endgültig gekommen ist, um alle Dinge richtigzustellen. Das Gericht über alle Übeltäter ist nun gekommen. Aber auch der Zeitpunkt, die Treuen zu belohnen. Dies ist wirklich der Höhepunkt der Offenbarung.
Offenbarung 11:19
Nun ist die Zeit gekommen, dass die Königreichsregierung im Himmel seine Arbeit aufnimmt. Die bewohnte Erde muss gerichtet werden. In Offenbarung 19:11-16 wird dies beschrieben. In Übereinstimmung damit ist in Offenbarung 1:7 und Matthäus 24:30 vom Kommen des Menschensohnes die Rede.
Siegreicher Glaube
Nach dem großen Zeugniswerk, das Jehovas Zeugen gemäß Matthäus 24:14 durchgeführt haben, soll das Ende dieses Systems der Dinge kommen. Das glauben alle, die Jehova dienen und eifrig den Predigtdienst unterstützen. Und das Ende des zum Scheitern verurteilten korrupten Systems der Menschenherrschaft wird eine großartige Befreiung für alle gerechtigkeitsliebenden Menschen sein. Dann wird alles Leid enden und Psalm 37:29 und Offenbarung 21:3, 4 wird in Erfüllung gehen und alle Verheißungen, mit denen wir die Menschen in unserem Predigtdienst trösten wollten. Dies wird Gottes Königreich vollbringen und es wird darauf zurückzuführen sein, dass gemäß Offenbarung 11:15 das Königreich der Welt das Königreich unseres Herrn (Jehovas) und seines Christus geworden ist!
Jehovas Zeugen glauben diese Dinge nicht erst heute, sondern schon von Anfang an. Denn sie sind gut begründet. Und man ging mit großem Eifer ans Werk, da das Ende sehr nahe sein müsste. Denn bereits seit 1914 leben wir in den letzten Tagen, eine Zeitperiode, in der Satan nur noch eine kurze Frist hat (Offenbarung 12:12).
Der Ursprung des Glaubens
Aber wie kam man eigentlich zu einem solchen Glauben? Wie fing alles an? Die Christenheit ist offensichtlich bis heute anders eingestellt und damals, als die Ernsten Bibelforscher den Anfang machten, war es nicht anders. Aber aus einer kleinen Gruppe Königreichsverkündigern zu Beginn der Predigttätigkeit der ernsten Bibelforscher wurde ein großes internationales Volk von über acht Millionen Verkündigern.
Wir sollten uns gemäß Hebräer 13:7, 8 über unsere Lehrer, die das Wort ursprünglich gelehrt haben, Gedanken machen. Denn der Christus ist immer derselbe und deshalb ändern sich auch die Grundsätze oder die Grundlagen für den Segen Jehovas nicht. Wenn man einem Verkündiger zuhört, weiß man nicht, was sich von dem, was er sagt, bewahrheiten wird. Aber hundert Jahre später weiß man viel mehr, was von seinen Worten von dauerhaftem Bestand sind und was nicht! Jetzt sieht man den Ausgang ihrer Tätigkeit. Jetzt hat man die Beweise für Segen oder Fluch. Wir hatten ja bei der Betrachtung von Jesaja 29:22, 23 gesehen, dass die Glaubensmenschen in alter Zeit nicht beschämt würden. Inwieweit wird also das, was unsere Vorväter geredet haben und wir heute glauben, von dauerhaftem Bestand sein?
In Offenbarung Kapitel 12 geht es genau darum. Es geht um die Geburt des Königreiches im Jahre 1914. Aber nicht, dass das Königreich danach schon über die Erde regieren würde, denn sonst gäbe es ja keine so schlimmen Zustände auf der Erde. Was sich seit 1914 im unsichtbaren Bereich, im Himmel abspielt, wissen wir auch nicht so genau, denn wir befinden uns ja hier auf der Erde und brauchen für unser Leben geistige Anleitung. Deshalb müssen wir genau achtgeben, was uns die Vision, die Johannes hatte, sagen möchte.
Offenbarung Kapitel 12
Offenbarung 12:1
Zunächst stellt sich uns die Frage, wer die Frau ist.
Eine Frau im Himmel?
Wenn wir weiterlesen, erfahren wir über sie, dass ihr Sohn entrückt wurde zu Gott und seinem Thron, während sie in eine Wildnis floh (Offenbarung 12:5, 6). Später wird gesagt, dass der Drache, der zur Erde geschleudert wurde, sie verfolgte. Handelt es sich um eine sinnbildliche Frau im Himmel? Wenn das der Fall wäre, dann stellt sich die Frage, warum der Sohn erst zu Gott entrückt werden müsste, denn er wäre doch eigentlich schon dort. Und in welche Wildnis wäre die Frau geflohen? Gibt es im Himmel eine Wildnis? Wie kann sie vom Drachen, der auf die Erde geschleudert wurde, verfolgt werden, wenn sie sich im Himmel befindet? Es muss sich also um eine sinnbildliche Frau auf der Erde handeln!
Dass ein großes Zeichen im Himmel gesehen wurde, heißt nicht, dass sich alles im Himmel abspielt, sondern es wurde von dort aus gesehen. Oder es wurde von Menschen gesehen, die ihren Blick in geistigem Sinne auf den Himmel gerichtet hielten. Die Menschen auf der Erde bekommen in der Regel nichts davon mit, wenn Menschen Jehova loyal dienen (Matthäus 24:37-39). Nur wenn sie geistig gesinnt sind und ihren Blick auf Dinge gerichtet halten, die man nicht sieht (2. Korinther 4:18), bekommen sie es mit.
Die Symbole Sonne und Mond
Die Symbole Sonne und Mond sind uns schon aus anderen Bibeltexten bekannt. Auch in Offenbarung 6:12 ist davon die Rede. Am Beispiel einer Diktatur wie das Dritte Reich unter Adolf Hitler kann man verstehen, was gemeint ist. Die Sonne steht für den souveränen Regenten, wie es Hitler war. Der Mond steht für die treuen Regierungsbeamten, die nur die Befehle des Regenten ausführen und dadurch unter bestimmten Umständen sehr viel Blutschuld auf sich laden. Sterne stehen für Personen, die einen Platz in der Regierung oder Organisation haben und mit ihren Fähigkeiten dazu beitragen. Die Sterne haben ein gewisses Eigenleuchten. Der Mond steht groß am Himmel, aber er scheint nur, weil er von der Sonne bestrahlt wird. Für die normalen Untertanen eines solchen Herrschaftssystems stehen sowohl die Sonne, der Mond und die Sterne über ihnen. Aber bei der sinnbildlichen Frau ist es anders.
Nur zwölf Sterne waren über ihr, nämlich auf ihrem Haupt. Diese zwölf Sterne erinnern an die zwölf Apostel, die den Grundstock der Christenversammlung bilden und an die zwölf Stämme Israels, Gottes Volk, aus denen die inspirierten Schriften hervorgingen (Johannes 4:22; Römer 3:1, 2). Sie lässt sich also von dem leiten, was die Bibel lehrt.
Die Sonne steht nicht über ihr, sondern sie ist von ihr umhüllt. Das erinnert an den Ausdruck aus Epheser 6:14: „Lenden umgürtet mit Wahrheit“. Dies gehört zur vollständigen Waffenrüstung, um böse Geistermächte widerstehen zu können. Es bedeutet, dass man mit der biblischen Wahrheit durchdrungen ist, sie richtig verstanden hat und so in jeder Lebenslage klare Anleitung für sein Handeln findet. Die sinnbildliche Frau lässt sich nicht von einem menschlichen Regenten leiten, sondern durch ihr biblisch geschultes Gewissen mit der genauen Erkenntnis der Wahrheit. Darum steht der Mond auch unter ihren Füßen. Blinder Gehorsam gegenüber Menschen, die die Führung innehaben, kommt für sie nicht infrage.
Wer ist also die Frau?
Die Frau stellt die Personengruppe echter Christen dar, die sich durch diese Eigenschaften auszeichnen. Sie beachten stets die Oberhoheit Jehovas. Auch gehen sie lieber ins Gefängnis, als mit der Waffe in der Hand einer menschlichen Regierung zu dienen. Sie trotzten einem Diktator wie Hitler, indem sie den Hitlergruß verweigerten und lieber ins Konzentrationslager gingen, als etwas zu tun, was gegen ihr biblisch geschultes Gewissen gewesen wäre. Sie blieben ihrem Gott Jehova treu, auch wenn das ihren Tod durch Hinrichtung bedeutet hatte.
Nachdem wir nun gesehen haben, um wen es sich bei der Frau handelt, sind wir gespannt, was wir als nächsten über sie erfahren:
Offenbarung 12:2
Echte Christen wissen, dass sie in dieser Welt nur zeitweilig ansässige Fremdlinge sind (Hebräer 11:13; 1. Petrus 1:1; 2:11). Denn sie leben aus ihrem Glauben an die wunderbare Königreichsverheißung und warten sehnsüchtig auf die Erfüllung biblischer Prophezeiungen, die zeigen würden, dass sich das Erhoffte erfüllt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es nun Personen, die in besonderer Weise in Erwartung waren. Unter ihnen war auch Ch. T. Russell. Nachdem er einen Vortrag von einem Adventistenprediger gehört hatte, gründete er eine kleine Bibelstudiengruppe, um die Bibel gründlich zu erforschen. Seine zugrunde liegende Motivation war der Gedanke, dass die Wiederkunft des Herrn nahegekommen ist (siehe das Buch Jehovas Zeugen Verkündiger des Königreiches Gottes S. 42-60) [8].
Bevor wir mehr über das Kind erfahren, das die Frau gebären soll, wird nun im Folgenden noch eine andere Person betrachtet und als Widersacher der Frau gegenübergestellt:
Offenbarung 12:3, 4
Dieser Drache wird in Offenbarung 12:9 kenntlich gemacht und er symbolisiert offenkundig Satan, den Teufel, den Herrscher der Welt (Johannes 14:30; 1. Johannes 5:19). Die Beschreibung als ein Drache mit sieben Köpfen weist auf sein merkwürdiges Werk hin. Er hatte ja behauptet, dass es besser sei, wenn die Menschen selbst über sich regieren würden statt Jehova (1. Mose 3:4, 5). Und dann durften die Menschen im Laufe der Geschichte nach seiner Anleitung Regierungen und Herrschaftssysteme aufbauen. Hätte er Erfolg gehabt, müsste ein Herrschaftssystem funktionieren und zu dauerhaftem Frieden und Glück führen. Das war nicht der Fall und so gab es im Laufe der Geschichte eine ganze Abfolge von Herrschaftssystemen.
Und so ist Satan wie ein äußerst merkwürdiges Ungeheuer, das sogar sieben Köpfe mit Regierungsgewalt hat. Das ist ein treffendes Symbol für einen Lügner, der sich ja immer wieder neue Lügen einfallen lassen muss, weil die alten Lügen aufgeflogen sind. Aber die Köpfe der aufgeflogenen Lügen bleiben bestehen, weil sie ja eigentlich gemäß seiner ursprünglichen Propaganda die dauerhafte Lösung für alle Zeiten hätten sein sollen. Und so hat er dann, als Karikatur dargestellt, allmählich viele Köpfe. Und da die Ideen, wie die Menschenherrschaft funktionieren soll, von ihm kommen, haben seine Köpfe Diademe oder Kronen.
Die zehn Hörner zeigen, dass seine Macht auf der Erde umfassend ist.
Was ist mit einem Drittel der Sterne gemeint?
In besonderer Weise übt er über ein Drittel der Sterne, also Menschen, die einen Platz in einem Herrschaftssystem oder einer Organisation haben, Macht aus. Was wird durch dieses Drittel symbolisiert? Diese Mengenangabe wurde bereits früher verwendet. In Verbindung mit den Trompeten, die geblasen wurden, war stets von einem Drittel der Elemente und der Menschen die Rede, die ein Strafgericht erhalten (Offenbarung 8:7-12; 9:15, 18). Dieses Drittel symbolisiert offensichtlich die Christenheit, da Jehovas Diener durch ihr Zeugnis stets den verdorbenen Zustand der Christenheit aufzeigten. Und die Christenheit umfasst tatsächlich ungefähr ein Drittel der Menschheit. Da Satan, der Teufel, sie verdorben hatte, sind sie durch ihn sozusagen zur Erde hinabgeschleudert worden. Das bedeutet ein Zustand der Verdorbenheit.
Aber wie geht es mit der Frau weiter, die für wahre Christen steht?
Offenbarung 12:5
Die wahren Anbeter Jehovas waren überzeugt, dass die Zeit, in der das messianische Königreich aufgerichtet werden würde, um alle gerechtigkeitsliebenden Menschen zu segnen, nun gekommen ist. Und mit dieser tiefen Glaubensüberzeugung machten sie sich auch daran, die Bibel gründlich zu studieren. Würde die Sache sich als Irrtum erweisen? Würde sie Satan erfolgreich ablenken oder zerschlagen können? Dass ihr Kind, dieser mächtige Glaube, nicht mehr zum Wanken gebracht werden konnte, wird hier durch die Entrückung des Kindes zu Gott und zu seinem Thron angedeutet. Und durch das nun bald kommende Königreich würden alle (Dämonen-) Nationen in Schach gehalten. Sie können keinen Schaden anrichten.
Offenbarung 12:6
Doch Satan würde alles daransetzen, um sie wieder irrezuführen und ihren Glauben zu verderben. Wie war es ihnen möglich, geistig ernährt zu werden, um an Erkenntnis zuzunehmen und nicht weiterhin Gefangene von Irrlehren zu sein? Sie flohen in die Wildnis. Sie waren nur eine kleine Gruppe Bibelforscher, die versuchten, die Kirchenlehren hinter sich zu lassen und die Bibel wieder ganz neu zu studieren und ihrer Lehren auf den Grund zu gehen.
Vorher hatte Ch. T. Russell darüber nachgedacht, als er wohl die Schöpfung Jehovas betrachtete, dass es einfach nicht sein kann, dass der Schöpfer aller Dinge Menschen in einer Feuerhölle ewig quälen würde. Der Maßstab seines Handelns wäre dann niedriger als der vieler Menschen. Drum wusste er schon, dass viele Kirchenlehren falsch sein müssen. Und so schotteten sie sich vor diesem Einfluss ab, gingen sozusagen in die einsame Wildnis um alles, was die Bibel lehrt, wieder neu zu verstehen. Denn Satan, der Herrscher der Gewalt der Luft (Epheser 2:2), versteht es, Menschen durch die Propaganda und den Geist seiner Untergebenen, den Söhnen des Ungehorsams, in die Irre zu führen.
Die ernsten Bibelforscher erkannten dann 1876, dass die sieben Zeiten, die in Daniel erwähnt werden (Daniel Kapitel 4) und die Zeiten der Heiden, die Jesus erwähnte (Lukas 21:24), nun 1914 zu Ende sein würden. Die Zeit, in der sie ungestört in dieser Abgeschiedenheit die Bibel studieren konnten, um zu den wichtigsten Erkenntnissen zu kommen, müsste nach dem prophetischen Wort etwa dreieinhalb Jahre gewesen sein.
Offenbarung 12:7, 8
Nun kam das Jahr 1914 herbei und die Zeiten der Nationen waren zu Ende. Damit endete eine für Satan und sein System gesetzte Frist. Satan wollte das sicher nicht akzeptieren.
Eine vergleichbare Situation gab es in den Tagen Daniels. Die Israeliten sind wie vorhergesagt in das babylonische Exil gegangen und Jerusalem lag verödet da. Doch gemäß dem prophetischen Wort sollte die babylonische Gefangenschaft durch das Ende Babylons nach siebzig Jahren enden (Jeremia 25:12; Daniel 9:2). Danach sollte ein Überrest wieder in die Heimat zurückkehren und der Tempel sollte wieder aufgebaut werden. Als Daniel merkte, dass die siebzig Jahre um waren, sprach er ein Gebet zu Jehova mit der Bitte, doch die Sünden zu vergeben und sein Volk zu befreien.
Jehova reagierte auf das Gebet und sandte einen Engel, der vor Müdigkeit ermattet war (Daniel 9:1-21). Den Grund hierfür erfahren wir, als wieder ein Engel zu Daniel kommt und ihm mitteilt, dass ein Dämonenfürst ihm Widerstand leistete und ihm Michael zum Beistand kommen musste (Daniel 10:13). Sie mussten also kämpfen, damit eine Prophezeiung zum vorausgesagten Zeitpunkt in Erfüllung gehen kann.
Genauso war es wohl auch 1914. So kam es zu einem geistigen Krieg im Himmel. Auf der Seite Satans waren die Dämonen. Auf der anderen Seite kämpfte Michael, der verherrlichte Christus, zusammen mit den gerechten Engeln, so wie in den Tagen Daniels. Und so, wie Daniel genau zum richtigen Zeitpunkt ein Gebet an Jehova richtete, waren auch die ernsten Bibelforscher in Erwartung, dass 1914 ein besonderes Jahr sein würde. Und als 1914 dann mit Beginn des Ersten Weltkrieges auch für die Bibelforscher eine schwere Zeit begann, richteten sie viele Gebete an Jehova. Satan sollte auch dieses Mal nicht die Oberhand gewinnen.
Offenbarung 12:9
Was ist nun damit gemeint, wenn gesagt wird, Satan und seine Engel, die Dämonen, würden zur Erde hinabgeschleudert? Sie sind ja Geistgeschöpfe und das blieben sie auch. Sie haben sich nicht materialisiert, sind keine Menschen geworden wie in der Zeit vor der Sintflut (1. Mose 6:1-4). Auch gibt es auf der Erde keine Einschlagskrater. Um zu verstehen, was hier mit Himmel und Erde gemeint sind, betrachten wir die Worte Jesu:
(Matthäus 6:19, 20) Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen, wo Motte und Rost [sie] verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen. 20 Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel auf, wo weder Motte noch Rost [sie] verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen.
Der Himmel steht hier für Unvergänglichkeit, Sicherheit, die Erde für Vergänglichkeit, Unsicherheit. Bevor die Zeiten der Nationen abgelaufen waren, hatte Satan eine unanfechtbare Stellung als Herrscher der Welt (Johannes 14:30; Lukas 21:24). Vor Ablauf der Frist konnte er von niemandem gerichtet werden (Hebräer 10:13). Doch nun wird seine Herrschaft zur Disposition gestellt. Er hat zwar noch eine kurze Frist, aber alles, was er von nun an tun würde und alle Unverschämtheiten, die er sich erlauben würde, werden ins Gericht gebracht. In den letzten Tagen ergießt sich Jehovas Zorn über alle Elemente seiner Herrschaft. Dies wird durch die apokalyptischen Reiter, die Gerichtsbotschaften, veranschaulicht durch die Trompetenstöße und die letzten Plagen oder Schalen des Grimmes Gottes, Weltereignisse und Situationen, die das völlige Versagen der Menschenherrschaft deutlich zeigen, zum Ausdruck gebracht (siehe Offenbarung Kapitel 6-11; 15, 16).
Offenbarung 12:10
Die Freude im Himmel ist groß, denn von nun an ist er nicht mehr der unanfechtbare Ankläger. Nun steht er selbst unter Anklage und er muss sich verantworten. Und jedem, der seinen Blick auf Jehova und seine unerschütterlichen Verheißungen gerichtet hält, wird klar, dass Satan keine Chance hat, sondern nun der großartige Sieg über ihn errungen wird. Denn auch die Diener Jehovas auf der Erde haben schon über ihn gesiegt:
Offenbarung 12:11
Durch das Loskaufsopfer Jesu haben sie die Möglichkeit, trotz ihrer Fehler und Sünden in einem gerechten Stand vor Jehova zu stehen. Durch ihre Zeugnistätigkeit verurteilen sie Satan und die von ihm regierte Welt. Und dadurch, dass sie bis in den Tod ihrem Gott Jehova treu geblieben sind, stempeln sie Satan zum Lügner und geben ihm eine klare Absage (Hiob 2:4).
Offenbarung 12:12
Nicht nur die Geistgeschöpfe im Himmel, sondern alle, die auf Jehova hoffen und ihren Blick auf Dinge gerichtet halten, die man nicht sieht und die ewig sind (2. Korinther 4:18), können wirklich fröhlich sein. Denn all die Verheißungen, die Jehova gegeben hat, sind im Begriff, sich zu erfüllen. Die Tage der Herrschaft Satans sind gezählt und die dauerhafte Herrschaft Jehovas wird aufgerichtet. Die Hoffnung, die wahre Anbeter Jehovas haben, ist nicht vergeblich.
Doch für die, die auf Satans Systeme gesetzt haben und die ihre Hoffnung auf irdische, vergängliche Dinge setzen, muss ein Wehe ausgesprochen werden. Für sie kommt die Zeit, in der sie alles verlieren und von Jehova gerichtet werden. Jede Hoffnung auf Sicherheit in diesem von Satan geschaffenen System führt nun besonders schnell zur Enttäuschung, da Satan nur noch wenig Zeit hat und die Welt deshalb besonders schnelllebig wird und ihre Elemente nun besonders vergänglich sind.
Doch was wird Satan dann tun? Was ist sein besonderes Interesse. Das erfahren wir nun:
Offenbarung 12:13
Satan wollte es bestimmt nicht wahr haben, dass er nun auf der Anklagebank sitzen muss. Doch er merkte es wohl, als Diener Jehovas darangingen, sein System, die Menschenherrschaft und die organisierte Religion bzw. das organisierte Christentum infrage zu stellen und öffentlich zu verurteilen. Nun macht er sich daran, die echten Christen zu verfolgen, ja diejenigen anzugreifen, die dieses Zeugniswerk innehaben. Vielleicht denken wir daran, wie Diener Jehovas in Gefängnissen oder unter Verbot ausharren mussten. Doch Satans primäres Verfolgungskonzept besteht darin, Menschen irrezuführen (Offenbarung 12:9). Und so versucht er mit seiner Propaganda, die Diener Jehovas irrezuführen (Matthäus 24:4, 5, 10-12, 23-28).
Offenbarung 12:14
Der beste Schutz vor geistiger Verfolgung ist wieder die geistige Abgeschiedenheit in einer Wildnis. Nicht, dass man keinen Kontakt mehr zu seinen Mitmenschen hat. Aber man zieht sich zum Bibelstudium zurück, betrachtet die Schöpfung Jehovas und die Bibel, Gottes inspiriertes Wort, mit eigenen Augen und denkt selbst logisch nach, damit man durch all die verkehrten Worte, die andere geredet haben, nicht irregeführt wird.
Offenbarung 12:15
Wasser steht in der Bibel für geistige Speise. Die Schlange veranlasst also, dass man einer Flut geistiger Speise oder geistiger Belehrung ausgesetzt wird. Normalerweise freut man sich ja als Diener Jehovas über geistige Belehrung. Aber genauso, wie Wasser in der richtigen Form und Menge gut und lebensnotwendig ist und zum Trinken und waschen geeignet ist, kann man durch eine Flut auch ertrinken. Und wenn wir ständig einer riesigen Menge geistiger Belehrung ausgesetzt sind, kann das dazu führen, dass nur noch andere für uns denken und wir kaum noch zur Besinnung kommen. Und so werden wir manipulierbar und merken nicht, wenn die Belehrung irreführend wird. Wir folgen nicht mehr unserem biblisch geschulten Gewissen, sondern Anweisungen.
Wir sollen unseren Herren, die uns vorstehen, immer folgen und überaus gefügig sein, stets mit der Grundüberzeugung, dass wir ja richtig belehrt werden. Denn das darf man nicht infrage stellen wegen der Großartigkeit dieser Organisation, die ja auch als „sichtbarer Teil der Organisation Jehovas“ bezeichnet wird. Jehova und die Organisation scheinen fast ein und dasselbe zu sein und es ist sehr schwer, dieser Gedanken, die uns immer wieder eingehämmert werden, zu entkommen.
Da meiden plötzlich die Eltern ihr eigenes Kind. Warum? Älteste haben ein Rechtskomitee gebildet und den getauften Sohn oder die getaufte Tochter ausgeschlossen. Sie sind so belehrt worden, dass sie nun sogar ihr eigenes Kind meiden müssen, selbst wenn es noch emotionalen Beistand von ihren Eltern braucht. Vielleicht wird das Kind dadurch sogar psychisch krank. Aber wer kann der Macht dieser Belehrung entkommen? Doch es gibt eine Hilfe, die wir uns zunutze machen können:
Offenbarung 12:16
Die Erde steht sinnbildlich für beständige, gesetzmäßige und feststehende Elemente. In der Erde befinden sich auch die Toten, die man schon begraben hat. Mit unserem logischen Denkvermögen können wir die Dinge durchschauen.
Wir müssen die Machenschaften innerhalb der Christenversammlung mit unserem logischen Denken und der Geschichte der Christenheit entlarven!
Um das oben erwähnte Beispiel anzuführen, können wir uns fragen, warum man einen Menschen (oder der eigene Sohn oder die eigene Tochter) der sich für Jehova entschied und sich deshalb taufen ließ, schlechter behandeln sollte (weil er ausgeschlossen wurde) als jemand, der sich gegen Jehova entschied und sich nicht taufen ließ, auch wenn beide das Gleiche tun. Und wenn es innerhalb einer Familie ist, haben beide sogar die gleiche Belehrung gehabt.
In der Bibel ist ja davon die Rede, dass es unter echte Christen Liebe geben sollte als Erkennungsmerkmal (Johannes 13:34, 35)! Andererseits werden echte Christen verfolgt und sie sollen sogar deshalb vor Freude springen, da sie dann wissen, dass sie die volle Anerkennung Jehovas haben (Matthäus 5:11, 12). Ausgeschlossene überliefert man den sozialen Tod und verfolgt sie so und sie erleiden eigentlich die Schmach des Christus (Hebräer 11:26; Galater 3:13). Doch erklärt man sie für geistig tot und von Jehova so lange verworfen, bis sie nach einem reumütigen Bittgang von den Ältesten wieder aufgenommen werden.
Sind diese Dinge neu?
Betrachten wir dazu die Geschichte des organisierten Christentums. Das ist eine Geschichte voller Irreführung durch Menschen! Immer wieder gab es Lehrer, die einer großen und mächtigen kirchlichen Organisation vorstanden, die sich für Vertreter Gottes auf Erden ausgaben. Menschen, die ja eigentlich ihrem Schöpfer gefallen wollten, glaubten es. Und sie spendeten der Kirche zum Beispiel viel Geld, weil man ihnen in Aussicht gestellt hatte, dass sie dann nach ihrem Tod nicht so lange im „Fegefeuer“ schmachten müssten.
Natürlich wissen wir heute, dass dies nichts anderes als religiöser Betrug war. Weder haben die Geistlichen irgendeinen Einfluss darauf, was nach dem Tod geschieht, noch gibt es überhaupt ein Fegefeuer. Wir wissen, dass die Toten nicht bei Bewusstsein sind und dass es eine Auferstehungshoffnung gibt. Aber wer auferstehen wird, entscheidet Jehova bzw. Jesus und bestimmt keine Geistlichen und auch keine Ältesten. Sollten wir uns also immer wieder von neuem durch solche religiösen Betrüger irreführen lassen?
Ächtung ist keine Erfindung der heutigen Zeugen Jehovas
Auch die Macht der Bannung von Ausgeschlossenen ist nichts Neues (Jesaja 47:9-11). Einst musste sogar ein mächtiger König zu Fuß über die Alpen nach Canossa in Italien reisen, wo sich der Papst gerade aufhielt, um sich vor ihm tief zu demütigen. Denn er war mit dem Bann belegt worden. Seitdem gibt es den Spruch „nach Canossa gehen“ für einen demütigenden Bittgang. Genauso sind viele, die man für Sünder oder Ketzer hielt, mit dem Bann belegt oder sogar auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Ein Wissenschaftler, Galileo Galilei, musste vor dem Inquisitionsgericht seine Lehren abschwören, obwohl er doch Beweise für die Richtigkeit seiner Erkenntnisse hatte. Seine Werke bilden heute eine wichtige Grundlage für die moderne Wissenschaft und Technik.
War nur die katholische Kirche so? Der spanische Gelehrte Michel Servet wurde auf Betreiben des Reformators Calvin auf dem Scheiterhaufen verbrannt, weil er die Bibel gelesen und studiert hatte und zu eigenen Ergebnissen kam. Er erkannte, dass die Dreieinigkeitslehre falsch ist. „[Servet] ist ein Gelehrter von Ruf, und er glaubte vielleicht, recht zu handeln. Nun aber besitzt ihn Satan, und euch könnte dasselbe widerfahren“, lautete der Spruch eines Predigers und Anhängers Calvins, der der Hinrichtung beiwohnte (siehe Erwachet! vom Mai 2006 „Michael Servet — Die einsame Suche nach der Wahrheit“ S. 18) [26]. Er wurde also als von Jehova verworfen betrachtet, obwohl sie nicht beweisen konnten, dass er in irgendeiner Sache im Unrecht war. Auch er hatte zum wissenschaftlichen Fortschritt beigetragen. Er entdeckte den Lungenkreislauf.
Fazit
Sollten wir also immer wieder von Neuem auf die unbändige und ungerechte Macht des organisierten Christentums hereinfallen? Hat Jehova Personen, die im organisierten Christentum die Führung innehatten, je als seine Vertreter auf Erden anerkannt? Und auch wenn wir nun die Organisation für so großartig halten, weil wir ja durch sie eine solche Erkenntnis der Wahrheit erhalten haben. Kam diese Erkenntnis nicht gerade daher, dass eine Gruppe Bibelforscher es vermied, sich von den Lehrern des organisierten Christentums beeinflussen zu lassen und sie stattdessen die Bibel wieder neu betrachteten (Matthäus 18:3)?
Durch all diese Überlegungen können wir uns von dieser heimtückischen Macht befreien. Wir erfahren ja aus der Bibel, dass dieses organisierte Christentum mit diesen Eigenschaften von Jehova selbst gerichtet und verworfen wird (siehe Offenbarung 18:21, 24). Und die Organisation wurde ja von Jehova gebraucht, um gerade dieses Gericht verkündigen zu lassen.
Offenbarung 12:17
Zum Abschluss ist davon die Rede, dass der Teufel Krieg führt. Dies müssen nun noch weitere Dinge sein, die er unternimmt. Er bemächtigt sich der Organisation völlig und ändert Lehren und sorgt schließlich dafür, dass sie völlig verdorben wird und von Jehova verworfen werden muss. Denn er macht sie so, wie er selber ist.
Dadurch, dass man Lehren verwirft, die man früher schon als sichere Erkenntnis und Wahrheit betrachtet hat, und durch neue Lehren ersetzt, bekommt auch die Organisation mehrere Köpfe. Die Organisation hat man schon vor über 50 Jahren im rechten Zustand versetzt gesehen (siehe das Buch Die Prophezeiung Daniels – achte darauf Kap. 10 Abs. 24-26) [9] und heute ändert man alles ab. Anscheinend war sie vorher doch nicht in rechtem Zustand. So wird die Karikatur eines Tieres mit mehreren Köpfen passend.
Satan führt so Krieg mit denen, die sich in der Organisation befinden und Jehova eigentlich in Übereinstimmung mit den Eigenschaften der sinnbildlichen Frau, von der sie angeleitet wurden, dienen wollten. Schließlich wird die Organisation durch das politische Element in Satans System beseitigt (Offenbarung 11:7). Um diesen politischen Teil des Systems, das Satan aufgerichtet hat, geht es nun im nächsten Kapitel der Offenbarung.
Werbung für die Menschenherrschaft
Offenbarung Kapitel 13
Offenbarung 13:1
Satan weiß von Anfang an, dass er unbedingt etwas tun muss, um seine eigenen Werke hervorzuheben und preisen zu lassen, damit er nicht so leicht von der sinnbildlichen Frau und ihre wirklich vortrefflichen Werke besiegt werden kann. Darum stand er still auf dem Sand des Menschenmeeres. Er bezieht Stellung, um sein Werk den Menschen entsprechend werbewirksam vorführen zu lassen. Zunächst taucht sein Werk, das er über Jahrtausende gebildet hat, aus dem Menschenmeer auf. Es sieht fast genauso aus, wie er selber. Es symbolisiert die Bemühungen Satans, die Menschenherrschaft gelingen zu lassen. Schließlich forderte er ursprünglich Jehova heraus, indem er die Streitfrage aufwarf, ob es nicht besser sei, wenn die Menschen sich selber regieren würden statt Jehova.
Da eine Herrschaftsform nach der anderen oder ein Weltreich nach dem anderen scheiterte, obwohl sie ja nach der Propaganda Satans vortrefflich hätten sein sollen, hat es nun sieben Köpfe. Diese entsprechen auch sieben Weltmächte, die einen Einfluss auf Gottes Volk hatten, nämlich Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und Anglo-Amerika, die heute vorherrschende Weltmacht (von diesen sieben Weltmächten ist auch in Offenbarung 17:10 die Rede). Satan hat diese politischen Mächte kreiert, da er selbst sieben Köpfe mit sieben Diademen hat. Es gibt aber einen Unterschied. Bei dem Tier haben die Hörner Diademe, die Köpfe aber lästerliche Namen. Satans Werke haben nichts Gutes hervorgebracht. Alle Herrschaftsformen haben zu Problemen, zu Leid und Unterdrückung geführt. Die Bedürfnisse der Menschen wurden nicht befriedigt. Darum haben auch alle Köpfe lästerliche Namen. Auf jeder Herrschaftsform steht ein Fluch.
Warum haben die Hörner Kronen?
Das Einzige, was in Geschichtsbüchern oft heroisch hervorgehoben wird, ist die militärische Stärke und ihre militärischen Siege über andere große Mächte. Darum haben die zehn Hörner Diademe oder Kronen. Denn die Hörner stehen für Macht bzw. Mächte oder Königreiche. Und die Zahl zehn bedeutet Vollständigkeit. Darum stehen sie für die Vollzahl aller Königreiche oder politischen Mächte auf der Erde. Die Zahl sieben steht für Vollzähligkeit, besonders in Bezug auf Werke (Bsp. sieben Schöpfungsperioden). Darum bedeuten die sieben Köpfe nicht nur sieben Weltmächte, sondern sie bedeutet auch, dass alle Varianten der Menschenherrschaft zur völligen Klärung der Streitfrage ausprobiert wurden.
Offenbarung 13:2
Dies erinnert an die Visionen, die der Prophet Daniel hatte (Daniel 7:1-6). Er sah die Abfolge von Weltmächten als wilde Tiere, die sich gegenseitig besiegten. Das erste Tier war wie ein Löwe (Babylon), das Zweite wie ein Leopard (Griechenland mit Alexander dem Großen) und das Dritte wie ein Bär (Medo-Persien). Nun kommen in dem Tier alle diese Merkmale vor. Dies zeigt, dass es wirklich um die politischen Mächte mit all ihren Eigenschaften und Formen der Menschenherrschaft handelt. Satan, der Teufel, ist der eigentliche Herrscher (1. Johannes 5:19). Nicht nur die Idee, sondern auch die Macht kommt von ihm.
Offenbarung 13:3, 4
Der Erste Weltkrieg hat sich katastrophal auf die vorherrschende Weltordnung ausgewirkt. Alles, was vorher von festem Bestand schien, wurde zum Wanken gebracht. Doch nach dem Ersten Weltkrieg erholte sich das System der Menschenherrschaft wieder. Dadurch erschien das weltweite politische System so unbezwingbar zu sein, dass die Menschen denken, es würde immer so weitergehen (das wiederholte sich in vergleichbarer Weise nach dem Zweiten Weltkrieg gemäß Offenbarung 17:8). Auch heute hört man die Menschen oft sagen, wenn die Weltprobleme auch überhandnehmen, dass es seither immer weiterging und es auch in Zukunft bestimmt immer so weitergehen werde. Allen Warnungen und Vorzeichen zum Trotz glauben sie nicht an das baldige Ende der heutigen Weltordnung. Und ohne es zu merken, beten sie auf diese Weise den Satan an, da er dem politischen System seine große Macht gibt.
Offenbarung 13:5-7
Es wurde ihm ein Maul gegeben, obwohl es doch eigentlich an den sieben Köpfen sieben Mäuler haben müsste. Aber es ist sich eben in dem einen Punkt einig, alle zu verfolgen, die den wahren Gott anbeten und nicht das wilde Tier. Darum redet es Lästerungen wie durch ein Maul. So wurden von dem Naziregime sowohl Jehovas Zeugen als auch Kommunisten verfolgt. Jehovas Zeugen wurden aber später auch in den kommunistischen Ostblockländern und in der DDR verfolgt. Die Zeitangabe bezieht sich auf den Beginn des Tages des Herrn im Jahr 1914 bis 1918. In dieser Zeit, während der Erste Weltkrieg tobte, erlebten die ernsten Bibelforscher erstmals heftige Verfolgung und am Ende dieser Zeitspanne wurden führende Glieder der Gesellschaft inhaftiert.
Offenbarung 13:7, 8
Mit „anbeten“ ist nicht gemeint, dass sie sich buchstäblich vor ihm verbeugen oder eine rituelle Form der Anbetung praktizieren. Vielmehr ist damit gemeint, dass die Menschen ihre Hoffnung auf die Menschenherrschaft und das weltweit agierende politische System setzen. Da sie deshalb ihre Hoffnung nicht auf Gottes Königreich gerichtet haben, haben sie keinen Platz in der von Jehova geschaffenen künftigen neuen Welt. Sie stehen auf Satans Seite und ignorieren die herrliche Grundlage für die Zukunft, die durch den Opfertod Jesu möglich wurde.
Offenbarung 13:9, 10
So sehen die Verhältnisse unter Verfolgung aus. Manche, nicht alle, sind in Gefängnisse eingeliefert worden. Manche sind sogar hingerichtet worden. Sich mit Gewalt zu wehren ist nicht von Nutzen, da Gewalt immer zu Gegengewalt führt. Doch zwei Dinge sind für echte Christen in dieser Situation wichtig. Zum einen das Ausharren, indem man stets Jehova treu bleibt und auf den guten Ausgang der Dinge hofft. Und dann der große Schild des Glaubens (Epheser 6:16), durch den wir auch dann unsere Hoffnung bewahren können, wenn uns der Tod etwa durch Hinrichtung droht, da wir eine Auferstehungshoffnung haben. Jehova kann jeden Schaden wieder gut machen.
Satan fügt noch weitere Dinge hinzu, damit die Menschen ihn und sein Werk weiterhin anbeten, wie wir nun erfahren:
Offenbarung 13:11, 12
Was ist das für ein neues wildes Tier, das nun aus der Erde aufsteigt? Da sich alles, was in der Offenbarung steht, am Tag des Herrn stattfindet, muss diese Macht heute aktiv sein. Da es die ganze Gewalt des ersten wilden Tieres ausübt, muss es sich um die Weltmacht handeln. Die zwei Hörner zeigen, dass es eine Doppelweltmacht ist, nämlich Anglo-Amerika (die USA war ursprünglich eine englische Kolonie und England stieg nach Rom zuerst als Weltmacht auf). Und diese Weltmacht hat sich immer wieder als eine Art Weltpolizist präsentiert. Es übt seine Gewalt vor der ganzen Welt und seiner politischen Systeme aus.
Wenn es irgendwo in der Welt eine große politische Krise gibt, schreitet es oft militärisch ein und möchte überall für Ordnung sorgen. Diese Rolle entstand, als der Ausgang des Ersten Weltkriegs durch diese Weltmacht entschieden wurde. Und für die Neuordnung der Welt nach dem Ersten Weltkrieg hatte es die Führungsrolle (z. B. durch das 14-Punkte-Programm von Wilson, dem damaligen Präsidenten der USA). Dadurch kam es nicht aus dem Menschenmeer, wie das erste wilde Tier, sondern aus der Erde, die für die beständigeren und Ordnung schaffenden Elemente der Welt steht.
Offenbarung 13:13, 14
Schließlich war es Amerika, das als erster Atombomben entwickelte und als einziger Atombomben auf Städte abwarf. Amerika schickte sogar Menschen zum Mond und die Eroberung des Weltraumes schien fast in greifbarer Nähe. Militärisch ist es jeder anderen Macht überlegen. Viele Menschen mögen wegen dieser Dinge begeistert sein und sie schöpfen neue Hoffnung in die Menschheit und dass in der Zukunft einmal fast alles möglich ist. Aber gerade dadurch werden die Menschen irregeführt, weil sie auf die zum Untergang geweihte Menschenherrschaft hoffen und vertrauen.
Und um noch mehr Hoffnung zu erzeugen, wird ebenfalls auf Veranlassung Amerikas noch ein neues Gebilde geschaffen, ein Bild des wilden Tieres. Um was handelt es sich? Da es ein Bild des ersten wilden Tieres ist, muss es das gesamte weltweite politische System vertreten. Aber es ist nur ein Bild. Es ist am Anfang nur eine Vision von einer Art internationaler Regierung, ein allgemeiner Verband der Nationen. Und deren Verwirklichung wurde am Ende des Ersten Weltkriegs wieder von Amerika vorgeschlagen (als 14. Punkt im 14-Punkte-Programm von Wilson).
Offenbarung 13:15
Der Versuch, die Vision durch eine politische Organisation zu verwirklichen, war zunächst der Völkerbund, der nach dem Ende des Ersten Weltkrieges geschaffen wurde. Der Völkerbund galt nun als die Hoffnung der Menschheit auf Weltfrieden. Wer diese Institution ablehnte, galt natürlich als böse und als Feind des Friedens. Heute stellt das mit Odem des Lebens versehene Bild des wilden Tieres die UNO dar, die Nachfolgeorganisation des Völkerbundes. Es gibt kaum ein Land, das die UNO ablehnt. Und sie ist zur Hoffnungsträgerin geworden. Mithilfe der UNO soll Weltfrieden doch noch möglich sein.
Offenbarung 13:16-18
Durch diese von Satan geschaffenen Einrichtungen wird jeder zu der falschen Denkweise verleitet, seine Hoffnung auf die Menschenherrschaft zu setzen. Wenn wir auch nur Gebrauch von der Welt machen, um unseren Lebensunterhalt zu erwerben, werden wir mit Ansichten konfrontiert, der Menschenherrschaft zu vertrauen. Weltweite Standards, Normen und Sicherheitsvorschriften sollen für unsere Sicherheit und ein optimales Zusammenleben sorgen. Wir werden so zu dem Gedanken geführt, dass diese Dinge absolut gut und notwendig sind.
Aber was müssen wir tun, um in Jehovas Augen treu zu bleiben und diesem Zwang zu entkommen? Wir dürfen weiterhin Gebrauch von der Welt machen, um unseren Lebensunterhalt zu erwerben (1. Korinther 7:31). Aber es kommt hier auf Weisheit an! Wenn wir uns Weisheit erwerben, dann durchschauen wir das Spiel und wir sind dann mit unserem Verstand in der Lage, uns sozusagen auszurechnen, dass es mit dieser Menschenherrschaft doch zu Ende gehen muss, da sie nicht wirklich für dauerhaften Frieden und Glück sorgen kann. Wir merken, dass alles nur einen Schein von Weisheit hat. Denn es sind alles Dinge, die sich Menschen ausgedacht haben. Wieviel höher ist doch die Weisheit unseres Schöpfers, der alle Dinge gemacht hat. Und wenn wir uns dieses richtige Verständnis erwerben, können wir Jehova gefallen.
Sollten die Menschen auf der Erde in dieser Zeit nur der satanischen Propaganda ausgesetzt sein oder sollten sie auch Hilfe bekommen, diese Dinge zu durchschauen? Jehova und der von ihm eingesetzte Christus und diejenigen, die zu der sinnbildlichen Frau gehören, haben sich auch bereit gemacht, dem Werbefeldzug Satans etwas entgegenzusetzen. Darum geht es nun im nächsten Teil der Offenbarung.
Botschaften von Jehova an alle Menschen
Offenbarung Kapitel 14
Offenbarung 14:1
Das Lamm, also Michael oder Jesus Christus und die von der Erde Erkauften, die die Hoffnung haben, mit Christus im Himmel vereint zu sein und die Regierung des messianischen Königreiches zu bilden, haben sich bereit gemacht, das große Zeugniswerk anzuleiten, das Satans Werke entlarven soll (Matthäus 24:14). Die hundertvierundvierzigtausend zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht von Satans Propaganda, sondern von Jehovas Gesetz und das seines Sohnes durchdrungen sind.
Offenbarung 14:2, 3
Das Rauschen vieler Wasser deutet darauf hin, dass ein großes Zeugniswerk gegeben werden soll. Ein Lied besteht aus einem Liedertext, der eine Botschaft enthält und einer Melodie, die starke Gefühle auslösen kann und die die Stimmung und Geisteshaltung beeinflusst. Und es ist ein neues Lied, eine neue Botschaft mit einer neuen Stimmung und Geisteshaltung. Es ist die Botschaft und die begeisternde Stimmung, die etwa durch begeisternde Worte wie diese ausgedrückt wurden:
Aufruf im Jahr 1922
„Glaubt ihr, daß der König der Herrlichkeit seine Herrschaft begonnen hat? Dann zurück in das Feld, o ihr Söhne des höchsten Gottes! Umgürtet euch mit eurer Waffenrüstung! Seid besonnen, seid wachsam, seid tätig, seid tapfer! Seid treue und glaubensstarke Zeugen für den Herrn! Geht vorwärts in dem Kampfe, bis jede Spur Babylons wüst und öde gemacht ist! Verkündet die Botschaft weit und breit! Die Welt muß wissen, daß Jehova Gott ist und daß Jesus Christus König der Könige und Herr der Herren ist! Dies ist der Tag aller Tage. Seht, der König regiert! Ihr seid seine öffentlichen Verkündiger. Deshalb verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich.“
(Aufruf auf internationalem Kongress 1922 in Cedar Point. Siehe hierzu das Buch Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes Kap. 7 S. 72) [8].
Das Besondere an der neuen Botschaft und Aufbruchstimmung besteht darin, dass nun die Zeit gekommen ist, in der die Verheißungen über Gottes Königreich in Erfüllung gehen sollen und die Offenbarung, ja die Vollendung des heiligen Geheimnisses ihren großartigen Höhepunkt entgegengeht. Die Glieder, die zu den hundertvierundvierzigtausend gehören, haben dies klar erkannt. Und so wurde ein großes Predigtwerk in Gang gesetzt, an dem sich schließlich auch andere, die Glieder der großen Volksmenge, beteiligen dürfen.
Warum meistern nicht alle das Lied
Warum können nur diejenigen, die zu den hundertvierundvierzigtausend gehören, das Lied meistern? Das liegt nicht daran, dass nur sie den Geist Jehovas haben. Denn die Propheten aus alter Zeit, bevor Jesus auf die Erde kam, hatten Jehovas Geist, obwohl sie nicht zu den hundertvierundvierzigtausend gehören. Aber nur die hundertvierundvierzigtausend haben eine besondere Hoffnung. Sie wissen, dass sie künftig als Geistgeschöpfe auferweckt werden und mit Christus im Himmel die Königreichsregierung bilden werden. Wegen dieses Bewusstseins singen sie das Lied auch vor den Ältesten, durch die ihre künftige Rolle im Himmel symbolisiert wird. Und nun hatten sie vorher auf der Erde noch ein Werk zu tun, dass diese Königreichsregierung vorbereiten soll. Dadurch wird verständlich, dass nur sie dieses Werk mit einer besonderen Einstellung und Geisteshaltung und Hingabe verrichten konnten. Dennoch dürfen auch die anderen Schafe ein neues Lied singen, indem sie sprechen (Ps 96:1-3):
Singt Jehova ein neues Lied. Singt Jehova, all [ihr Bewohner] der Erde. Singt Jehova, segnet seinen Namen. Von Tag zu Tag tut die gute Botschaft der von ihm [bewirkten] Rettung kund. Erzählt unter den Nationen von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen wunderbaren Taten.
Offenbarung 14:4, 5
Sie sind jungfräulich, weil sie keine geistige Hurerei begehen. Auch bleiben sie ihrem Gott, Jehova, dem sie sich hingegeben haben, völlig treu. Sie folgen ihrem Bräutigam, dem sie sinnbildlich zur Ehe versprochen wurden, beständig. Niemals würden sie sich von Satans Propaganda ablenken lassen oder gar seine Ideen vertreten. Sie reden auch die Wahrheit, da sie das richtige Verständnis der Bibel ermittelt haben. In diesem Sinne sind sie ohne Makel.
Nun geht es um das Zeugnis, das sie geben und alle, die sich ihnen angeschlossen haben.
Offenbarung 14:6, 7
Dies ist eine Botschaft, die durch das große Predigtwerk an die Menschen gerichtet wurde. Wir leben in den letzten Tagen. Deshalb sollten alle Menschen ihren Schöpfer kennenlernen und ihm die Ehre geben. Denn ihm gebührt alle Ehre, da er der Urheber aller Dinge ist. Andernfalls mögen wir gerichtet werden, da nun die Zeit gekommen ist, in der alles ins Gericht gebracht wird. Das ist eine der wichtigsten Bestandteile unseres Predigtdienstes.
Betrachten wir als Beispiel, was in den Königreichsnachrichten Nr. 35 „Wird jemals unter allen Menschen Liebe herrschen“ [28] gesagt wird. Sie wurden im Jahr 1997 öffentlich verbreitet. Hier heißt es auszugsweise:
Botschaft eines Predigtfeldzuges von Jehovas Zeugen im Jahr 1997
„Der heutige Mangel an Liebe gehört daher zu den Beweisen dafür, daß wir in den letzten Tagen der gegenwärtigen Welt leben. Glücklicherweise bedeutet es auch, daß die heutige gottlose Menschenwelt bald durch eine gerechte neue Welt ersetzt werden wird, in der Liebe herrscht (Matthäus 24:3-14; 2. Petrus 2:5; 3:7, 13).“
Weiter heißt es:
„Wie Jesus betonte, sollte neben der Liebe zu Gott die Nächstenliebe unser Leben bestimmen (Matthäus 22:34-40). Doch hat jemals irgendeine Gruppe ihre Mitmenschen wirklich geliebt? Auf die ersten Christen traf das gewiß zu! Sie waren für ihre Liebe zu anderen bekannt (Johannes 13:34, 35).
Was wird mit der gegenwärtigen haßerfüllten Welt geschehen, wenn Gottes Königreich kommt? „Das Königreich“ wird all die korrupten Regierungen der heutigen Welt „zermalmen und ihnen ein Ende bereiten“ (Daniel 2:44). Aus der Bibel geht folgendes hervor: „Die Welt vergeht …, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Johannes 2:17).“
Dann wird erklärt, was die Menschen tun sollen:
„Wenn wir in Gottes neuer Welt leben möchten, müssen wir einander so lieben, wie Gott es uns lehrt (1. Thessalonicher 4:9) … Wer die Segnungen unter Gottes Königreich genießen möchte, muß biblische Erkenntnis in sich aufnehmen, wie es weltweit bereits Millionen von aufrichtigen Menschen tun (Johannes 17:3).“
Diese Botschaften wurden auch in einer großen Zahl weiterer Veröffentlichungen verbreitet. Überall, wo Jehovas Zeugen ihren Predigtdienst verrichteten, wurden diese Worte verkündet.
Doch eine weitere Botschaft sollte ebenfalls vermittelt werden:
Offenbarung 14:8
Sie sollten auch erkennen, wie sehr die fehlgeleitete organisierte Religion die Menschen irregeführt hat. Auch ihr Gericht ist gekommen, denn ihre schlechten Früchte sind nun deutlich zu erkennen (Matthäus 7:15-23). Dies ist ein wichtiger Bestandteil des Zeugnisses, dass die ernsten Bibelforscher und schließlich die Zeugen Jehovas in den „letzten Tagen“ gegeben haben. „Babylon die Große ist gefallen“ hat man verkündet. Und man hat alle, mit denen man die Bibel studiert hat, dazu ermuntert, aus der Kirche auszutreten. Das war und ist auch die Voraussetzung, um sich als ein Zeuge Jehovas taufen zu lassen.
Um wieder nur ein Beispiel zu nennen, heißt es in den Königreichsnachrichten Nr. 37 [29], die im Jahr 2006 verbreitet wurden u. a.:
Botschaft eines Predigtfeldzuges von Jehovas Zeugen im Jahr 2006
„Was hält die Zukunft für Religionen bereit, die schlechte Früchte tragen? Jesus sagte warnend: „Jeder Baum, der nicht vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen“ (Matthäus 7:19). Ja, die falsche Religion wird „umgehauen“ und vernichtet werden!“
Nun kommen wir zu einer dritten wichtigen Botschaft, die auch vermittelt werden soll:
Offenbarung 14:9-11
Das irdische System der Menschenherrschaft geht dem Ende entgegen. Es ist völlig untauglich und wir sollten nicht unsere Hoffnung darauf gerichtet halten. Die Hoffnung all ihrer Unterstützer wird für immer vergehen. Man wird bis in alle Ewigkeit klar erkennen, wie groß die Irrwege gewesen sind, die Menschen in der Zeit der Menschenherrschaft gingen. Feuer und Schwefel versinnbildlichen dauerhafte Vernichtung. Er wird in dem Sinne gequält, weil er seine Hoffnung auf etwas gerichtet hielt, was für die dauerhafte Vernichtung bestimmt ist.
In den Königreichsnachrichten Nr. 36 „Das neue Millennium – was wird uns die Zukunft bringen“ [30], die 1999 verbreitet wurden, heißt es dazu:
Botschaft eines Predigtfeldzuges von Jehovas Zeugen im Jahr 1999
„Werden vielleicht in diesem Millennium Krieg, Armut, Umweltverschmutzung und Krankheit ein Ende haben? Viele hoffen es. Doch wie wahrscheinlich ist es, daß im neuen Millennium Veränderungen eintreten werden, die zu unserem Nutzen sind — Veränderungen, die das Leben für uns und unsere Angehörigen sicherer machen werden?“
Dann wird festgestellt:
„Der Mensch hat weder die Fähigkeit noch das Recht, über die Erde zu regieren. Allein unser Schöpfer, Jehova Gott, hat das nötige Wissen und das Recht, die Probleme der Menschheit zu lösen“
Offenbarung 14:12
Um sich immer bewusst zu bleiben, dass die Menschenherrschaft, in welcher Form sie auch auftritt, nicht funktioniert, ist Ausharren erforderlich. Denn sonst werden wir wieder durch Satans Propaganda überwunden und fördern die Menschenherrschaft in der Organisation, der wir angehören. Wir denken dann vielleicht, wenn die Ältesten in der Christenversammlung das Sagen haben, wäre das etwas anderes als Menschenherrschaft.
Offenbarung 14:13
Wer unter den Dienern Jehovas in dieser Zeit, in der die reine Anbetung praktiziert wird, stirbt, der ist glücklich. Denn all die guten Werke, die er mit Jehova gewirkt hat, bleiben stets in guter Erinnerung. Es kommt nämlich die Zeit, in der man von der wahren Anbetung abkommt und die ganze Organisation, in der man Jehova dient, gerichtet werden muss.
Offenbarung 14:14
Der Menschensohn mit einer goldenen Krone steht für den Christus, der in Königsmacht kommt (Offenbarung 1:13). Da er auf einer weißen Wolke sitzt, ist sein Werk für die meisten Menschen unsichtbar.
Offenbarung 14:15, 16
Mit dieser Ernte ist nun die Einsammlung der Menschen gemeint, die Gottes Königreich erben sollen. Es ist die Ernte durch das Werk des Jüngermachens (Matthäus 9:36-38; Johannes 4:35, 36). Durch das Predigtwerk haben die Menschen die Gelegenheit, darauf zu reagieren. Würde ihre Reaktion zeigen, dass sie eher auf der Seite Jehovas und nicht auf der Seite Satans stehen würden? Die Entscheidung, wer in der neuen Welt leben darf, wird zwar erst nach diesem Predigtwerk getroffen (Matthäus 25:31-33). Doch schon vorher können wir Stellung beziehen und zeigen, auf welcher Seite wir stehen wollen.
Durch diese Beschreibungen wird besonders die Einstellung versinnbildlicht, mit der Jehovas Zeugen das Werk durchgeführt haben. Es ist die Denkweise derjenigen, die nicht das wilde Tier anbeten wollten, sondern die sich bewusst waren, dass man sich für Jehova und sein Königreich entscheiden muss. Da es hier um eine Botschaft geht, redet ein Engel (Bote) zu einem anderen Engel, der die Ernte ausführen soll.
Offenbarung 14:17-20
Und hier ist von der Einsammlung der Menschen die Rede, die für die Menschenherrschaft sind und nicht bereuen wollen. Auch diese Einsammlung ist sinnbildlich zu verstehen. Durch die Ereignisse auf der Erde und ihre Reaktion auf das Predigtwerk zeigen sie, wo sie stehen. Die Erde, das heißt, die Menschen auf ihr sind voller Blutschuld. Durch die von ihnen geförderte Menschenherrschaft wurde das Leben vieler Menschen ausgelöscht. Denn die Welt ist voller Kriege und Irreführung.
Durch das Predigtwerk erhalten auch diejenigen, die nicht positiv darauf reagieren wollen, eine Warnungsbotschaft. Die Menschen sollen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen möchten. Wer auf Jehovas Seite stehen möchte, sollte der Botschaft, die Jehovas Zeugen verkündigen, große Aufmerksamkeit schenken. Wer möchte, kann mit Jehovas Zeugen die Bibel studieren und sich ihnen anschließen. Die Gerichtsbotschaft galt stets denen, die dies nicht tun. Darum wird die Kelter auch außerhalb der Stadt getreten, das heißt außerhalb der Organisation, der Jehovas Zeugen angehören.
In den schon erwähnten Königreichsnachrichten Nr. 35 heißt es darum weiter auszugsweise [28]:
Botschaft über Nächstenliebe bei Jehovas Zeugen
Wie sieht es heute aus? Beweist irgend jemand christliche Nächstenliebe? In der Encyclopedia Canadiana wird gesagt: „Das Werk der Zeugen Jehovas ist eine Neubelebung und Wiederherstellung des von Jesus und seinen Nachfolgern … praktizierten Glaubens. … Alle sind Brüder.“ Was heißt das? Es bedeutet, daß Jehovas Zeugen ihre Mitmenschen niemals wegen ihrer Rasse, Nationalität oder ethnischen Herkunft hassen würden. Sie würden auch niemand aus anderen Gründen töten, denn sie haben sinnbildlich ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern geschmiedet (Jesaja 2:4). Jehovas Zeugen sind tatsächlich dafür bekannt, daß sie die Initiative ergreifen, ihren Mitmenschen zu helfen (Galater 6:10).
Da wieder ein Engel zu einem anderen Engel redet, stellt dies nicht das endgültige Gerichtsurteil Jehovas dar. Es ist die Botschaft, die durch das Zeugniswerk vermittelt wurde. Später muss das Gericht auch über diese Organisation kommen, nachdem sie von Dämonen verdorben wurde, wie wir schon in Offenbarung Kapitel 10 und 11 erfahren haben. Um dieses Gericht geht es dann auch wieder in Kapitel 17 und 18.
Aber zunächst geht es in Kapitel 15 und 16 um den großen Unterschied zwischen der Weisheit Jehovas und das Geschick der Menschen mit ihrer Menschenherrschaft.
Die verheerenden Folgen der Menschenherrschaft
Offenbarung Kapitel 15
Offenbarung 15:1
Mit diesen sieben Plagen, die als „letzte Plagen“ bezeichnet werden, soll abschließend und endgültig klar werden, dass sich die Menschenherrschaft katastrophal auswirkt und der Mensch niemals dafür geschaffen ist, über sich selbst zu regieren. Damit wird die von Satan aufgeworfene Streitfrage endgültig beantwortet.
Offenbarung 15:2-4
Das gläserne Meer kam bereits in einer früheren Vision vor (Offenbarung 4:6). Es steht für die läuternde Erkenntnis aus Gottes Wort, der Bibel. Dass es mit Feuer vermischt scheint, deuten harte Gerichtsbotschaften an, wie sie durch die Worte Jesu gemäß Matthäus 24:35 zum Ausdruck kommen:
„Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden auf keinen Fall vergehen.“
Mit Himmel und Erde ist das ganze System der Menschenherrschaft gemeint. Dies alles wird vergehen, weil es völlig untauglich ist. Durch feurige Gerichtsbotschaften wird die Menschenherrschaft ins Gericht gebracht. Diese Gerichtsbotschaften stehen aber in Gottes Wort, der Bibel. Alles, was dort gesagt wird, das vergeht auf keinen Fall! Alle echten Diener Jehovas haben diese tiefe Überzeugung, wie sie nicht nur Jesus, sondern auch Moses gehabt hat (5. Mose 32:4, 5). Sie sind völlig überzeugt, dass nur Jehova völlig loyal und hoch erhaben ist. Nur Jehova kann alle Probleme der Menschen lösen. Seine Werke sind wirklich groß und wunderbar, wie man schon an der wunderbaren Schöpfung erkennen kann. Wie herrlich das Universum und wie wunderbar doch die Erde zubereitet ist. Es wimmelt von Leben und überall ist die unübertreffliche Weisheit Jehovas zu sehen. Welche Werke von Menschen können nur annähern diesen Werken gleich sein?
König der Ewigkeit
Jehova ist auch der König der Ewigkeit. Seine Werke sind von dauerhaftem Bestand. Es entstehen keine Müllberge wie bei den Menschen. Der Mensch schafft etwas, was kurzzeitig ein bisschen funktioniert und dann in einer Katastrophe endet. Wieviel anders ist doch Jehova. Statt unsere eigenen Werke zu preisen, sollten wir in Demut von Jehova lernen. Jehova ist auch wirklich loyal. Er hält sich an seine Versprechen. Das werden schließlich alle Menschen auf der Erde anerkennen müssen. Denn der Tag wird kommen, an dem die ganze Erde erfüllt sein wird mit der Erkenntnis Jehovas (Jesaja 11:9). Doch bevor es so weit ist, probieren die Menschen ihre eigenen Wege aus. Darum geht es nun im Folgenden:
Offenbarung 15:5-8
Die Engel mit den Plagen kamen aus dem Heiligtum des Zeltes des Zeugnisses hervor. Was bedeutet das? Der Begriff „Zelt des Zeugnisses“ ist ein anderes Wort für das, was die Stiftshütte auf der Erde symbolisierte. Sie steht für die Vorkehrung Jehovas, das Mittel für die Vergebung der Sünden und die Erlösung der Menschheit zu beschaffen (siehe Hebräer Kap. 8-10). Bevor die Menschheit erlöst werden kann, muss sie völlig verstanden haben, dass Menschenherrschaft nie funktioniert. Darum müssen zuerst die sieben letzten Plagen über die Erde ergehen, damit das völlige Scheitern der Menschenherrschaft klar vor Augen ist. Erst wenn wir das völlig verstanden haben, können die ewigen Segnungen durch Gottes Königreich kommen. Darum kann das Heiligtum vor dem Ende der sieben Plagen nicht betreten werden.
Offenbarung Kapitel 16
Offenbarung 16:1, 2
Jehova selbst gibt nun die Anweisung. Denn er hat als Schöpfer auch das Gesetz von Ursache und Wirkung geschaffen. Was die Menschen gesät haben, das müssen sie auch ernten (Galater 6:7). Zuerst wird die Erde getroffen, die für beständigere und Ordnung schaffende Elemente der Welt und der Menschenherrschaft steht.
Unmittelbar vor 1914 gab es noch eine sehr stabil erscheinende Weltordnung mit Bündnissystemen, die den Frieden sichern sollten. Nur durch eine einzige Tat eines Menschen, der den österreichischen Thronfolger ermordete, wurde der Erste Weltkrieg ausgelöst. Er verwandelte die scheinbar stabile Weltordnung in ein Kriegschaos unvorstellbaren Ausmaßes. Dadurch wurde in so drastischer Weise klar, wie brüchig die Menschenherrschaft und ihre scheinbar stabile Ordnung ist. Jeder, der später weiterhin auf die Menschenherrschaft vertrauen wollte, musste diese historischen Tatsachen schmerzhaft zur Kenntnis nehmen. Die Vision von einer stabilen Weltordnung konnte nie mehr ungetrübt sein.
Offenbarung 16:3
Das Meer steht für das Menschenmeer, also für die Bevölkerung und ihr begehren. Es gab ja in Deutschland eine Demokratie, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Und sie wurden zunächst sogar demokratisch gewählt. Doch was für eine Schreckensherrschaft kam da über die Menschheit. Wie viele Menschen wurden ermordet. Dadurch, dass die Menschen diese Partei sogar gewählt haben und dem Hitler zujubelten, haben sie eine ungeheure Blutschuld auf sich geladen. In vielen anderen Ländern ist Ähnliches geschehen. Und da ein Mörder eigentlich die Todesstrafe verdient hat (2. Mose 21:23), wurden sie in Jehovas Augen wie Tote.
Offenbarung 16:4-7
Die Wasserquellen stehen für die geistige Grundlage oder Belehrung, die Menschen zum Handeln antreibt. Scheinbar wissenschaftliche oder religiöse Lehren haben die Grundlage gebildet, die Ausrottung ganzer Volksgruppen (z. B. im Nationalsozialismus) zu begründen und zu rechtfertigen. Sowohl Wissenschaftler wie auch Geistliche schwiegen oder haben die Sache unterstützt. Dadurch haben sie viel Blutschuld auf sich geladen. Da die organisierte Religion das Blut von Heiligen und Propheten vergossen hat (Offenbarung 18:24), weil sie diese als böse eingestuft haben, ist es nun gerecht, dass sie selbst als Übeltäter dastehen. Durch das vergossene Blut in Kriegen, die zwischen christliche Nationen ausgetragen wurden, zeigt sich das wahre Gesicht hinter der Scheinheiligkeit der organisierten Christenheit. Gemäß Offenbarung 6:9 befinden sich unter dem Altar in sinnbildlicher Hinsicht die Menschen, die einem Märtyrertod gestorben sind. Für sie ist es nur gerecht, dass jetzt ihre selbstgerechten Richter verurteilt dastehen.
Offenbarung 16:8, 9
Die Sonne steht für den Herrscher oder Regenten. Während der Zeit der Diktaturen (z. B. im Naziregime) wurden die Menschen massiv unterdrückt. Es gab keine Meinungsfreiheit und keine Möglichkeit, der Schreckensherrschaft ein Ende zu bereiten. Auch diese schrecklichen Erfahrungen haben nicht dazu geführt, dass sie ihre Wege bereuen würden und zu Jehova umkehren würden. Sie bereuten auch nicht, als sogar biblische Verheißungen missbraucht wurden, wie etwa das „Tausendjährige Reich“, von dem Hitler sprach.
Offenbarung 16:10, 11
In der Zeit des Kalten Krieges hatte man so viele Atomwaffen aufgehäuft, dass man mit einem Schlag die ganze bewohnte Erde verwüsten und unbewohnbar machen konnte (und heute immer noch kann). Auch die Ausbeutung der Erde und die Umweltverschmutzung wurden zu einer essenziellen Bedrohung für die ganze Menschheit. Es gab viele düstere Zukunftsvorstellungen. Man hat die Weltuntergangsuhr auf kurz vor zwölf gestellt. Das Ozonloch wuchs bedrohlich. Der Raubbau der Erde wurde beklagt. Mahner erklärten ständig, dass die Menschheit nur überleben kann, wenn sofort gehandelt wird. Durch die vielen Mahnworte zernagten sie sich sozusagen ihre Zunge. Doch zur biblisch begründeten Hoffnung auf Gottes Königreich, als die einzige Hoffnung für die Menschheit, wollten sie nicht umkehren.
Offenbarung 16:12
Der Euphrat floss einst um die Stadt Babylon. Dadurch wurde diese Stadt vor Eindringlinge geschützt. Der Perserkönig Cyrus leitete den Fluss um, sodass seine Soldaten zur Stadt gelangen konnten. Sie wurde in einer Nacht eingenommen (Jesaja 44:27, 28; Daniel 5:30-31).
Genauso sind nun Entwicklungen in Gang gekommen, die Babylon die Große, das Weltreich der organisierten Religion, betreffen. Den Kirchen liefen die Mitglieder davon. In Kirchengebäuden wurden Konzerte, Gospelchöre usw. veranstaltet. Auch in Verbindung mit anderen Weltreligionen sind kritische Entwicklungen in Gang gekommen. So wurden im Irak und auch in anderen Ländern der muslimischen Welt Machthaber gestürzt, was zur Destabilisierung geführt hat. Seit den 90er Jahren (nach dem Ende des kommunistischen Ostblocks) gab es in der Organisation, in der Jehovas Zeugen organisiert sind, kein neues biblisches Verständnis darüber, wie die weitere Weltentwicklung in Verbindung mit biblischen Prophezeiungen zu verstehen ist. Durch diese Dinge wird Jehova und Jesus Christus der Weg für das Gericht bereitet.
Harmagedon
Offenbarung 16:13, 14
Der falsche Prophet wurde schon in Offenbarung 13:11-14 beschrieben, nur hier als zweihörniges wildes Tier. Es ist die Weltmacht Anglo-Amerika. Diese von Dämonen inspirierten Äußerungen gehen also von Satan selbst, von seinem Werk (sein politisches System) und von der vorherrschenden Weltmacht aus. Satan weiß, dass seine Tage gezählt sind. Doch er möchte das Feld nicht kampflos verlassen. Darum versucht er nun alles, was ihm gehört, wie an einem Ort zu versammeln, um auf diese Weise Vorbereitungen für den Krieg gegen Jehova zu treffen.
Die ganze Welt soll durch Globalisierung zusammengebracht werden. Da es drei inspirierte Äußerungen sind, erfolgt die Globalisierung auch auf drei Gebieten.
- Mit der Globalisierung durch die Medientechnik, durch Internet und Mobiltelefon wird die ganze Welt miteinander verbunden.
- Das Handelssystem wird immer mehr zum Welthandel. Unternehmen arbeiten international und agieren weltweit. Es wird global verkauft und global eingekauft. Es gibt ein globales Finanzsystem.
- Die Welt soll durch politische Bündnisse, wie als Beispiel die EU, geeint werden.
Da diese Dinge nicht von Jehova, sondern von Satan ausgehen, sollten Diener Jehovas nun aufpassen:
Offenbarung 16:15
Denn diese Dinge, die mit der Globalisierung zu tun haben, betreffen nun auch die Christenversammlung. Dort findet ein Wandel statt. Man ist plötzlich sehr dafür, die modernste Medientechnik einzusetzen und alles über das Internet abzuwickeln. Man ist plötzlich auch hier für den globalen Einkauf. Die Organisation wird immer mehr zentral verwaltet. Doch wer wach geblieben ist, weiß ja, dass diese Ideen gar nicht von Jehova, sondern von Satan kommen, der sich zum Krieg gegen Jehova vorbereitet!
Offenbarung 16:16
In Israel gab es eine Stadt mit dem Namen Megiddo. Und Har-Magedon kann man mit „Berg von Megiddo“ wiedergeben. Diese Stadt nun war strategisch günstig gelegen und deshalb von internationalem Interesse. Sie lag aber in Israel. Hebräisch war ursprünglich die Sprache der Anbeter Jehovas. Darum geht es hier nun um das, was in der Christenversammlung abläuft. Satan und seine Dämonen dringen in die Organisation ein, in der man Jehova anbetet, um sie zu verderben (siehe Hesekiel Kap. 38 und 39). Dadurch findet auch in ihr die Globalisierung statt, um sie in den Zustand zu bringen, in dem Satan sie haben möchte, um gegen Jehova in den Krieg zu ziehen.
Offenbarung 16:17-18
Viele Menschen haben im Laufe der Geschichte erkannt, dass Menschenherrschaft problematisch ist. Darum versuchte man es auch schon durch einen „Gottesstaat“. Also wenn die Priester herrschen, sollte das Ganze funktionieren. Oder, wenn der König vom Papst zum Kaiser gekrönt wird oder, wenn gar der Papst selbst Regierungsgewalt hat, soll das Ganze doch klappen. Doch es kamen nur zweifelhafte, sehr unvollkommene Regierungen heraus. Darum wollen wir nicht mehr auf die Menschenherrschaft setzen, sondern auf echte Theokratie, also Gottesherrschaft.
Was ist Gottesherrschaft wirklich?
Haben wir verstanden, was echte Gottesherrschaft ist und wie sie die Menschenherrschaft ersetzt? Unser Schöpfer ist ja unsichtbar. Dennoch hat er mit Noah und Moses direkt zusammengearbeitet. Noah hatte seine Anweisungen für den Bau der Arche nicht von Menschen erhalten, sondern ganz direkt von dem Unsichtbaren. Und die Steintafeln, die Moses vom Berg Sinai mitbrachte, wurden direkt von Jehova beschriftet.
Nun, wie stellen wir uns die Gottesherrschaft vor. Wenn Älteste, die vom Geist ernannt sind, die Führung übernehmen und eine leitende Körperschaft, die auch der „treue und verständige Sklave“ genannt wird, das ganze führt und leitet? Sind das eigentlich nicht Menschen? Haben wir wirklich verstanden, dass Menschenherrschaft nie funktioniert, auch nicht, wenn eine Priesterschaft herrscht? Der Mensch schafft etwas, was kurzzeitig ein bisschen funktioniert und dann in einer Katastrophe endet. Und diese Katastrophe kommt nun über die Organisation, in der man Jehova angebetet hat.
Dass die Schale auf die Luft ausgegossen wird, weist darauf hin, dass Satan und die Dämonen die Organisation verdorben haben. Denn Satan und die Dämonen sind unsichtbar wie die Luft und Satan ist auch der Herrscher der Gewalt der Luft gemäß Epheser 2:2.
Auch außerhalb der Organisation sind neue beunruhigende Dinge geschehen, indem Terrororganisationen, wie der IS, sich ausbreiten mit furchtbaren Folgen. Menschen aus demokratischen Ländern wurden angeworben und zu Terroristen gemacht. Ein wahrlich dämonisches Werk.
Unmittelbar im Anschluss an diese Dinge kommt das Gericht Jehovas.
Offenbarung 16:19-21
Das Gericht Jehovas führt zum Ende Babylons der Großen, der organisierten, von Satan und seinen Dämonen unterstützten Religion. Sie ist auch die große Stadt. Ihr Gericht wird in den kommenden Kapiteln noch ausführlich beschrieben. Mit den Städten der Nationen sind Organisationen gemeint, die durch die Dämonennationen unterstützt werden. Berge stehen für Einrichtungen, von denen auch Belehrung und Schulung ausgehen (vergleiche Micha 4:2) und Inseln für Einrichtungen, die autark erscheinen. Der große Hagel bedeutet ungewöhnlich schwere Gerichtsbotschaften.
Das schwere Gericht an der organisierten Religion hat weitreichende Folgen. Die gewaltigen, mit zentnerschweren Hagelsteinen vergleichbaren Gerichtsbotschaften, können auch andere von Menschen geschaffenen Einrichtungen nicht standhalten. Es wird nun allen Menschen deutlich vor Augen geführt, dass Menschenherrschaft völlig versagt hat und niemals funktionieren kann. Denn der Mensch hat nicht die Fähigkeit, unabhängig vom Schöpfer zwischen gut und böse zu unterscheiden (1. Mose 2:9, 16-17; 3:1-7). Alle Beweise hierfür können endgültig erbracht werden. Dies teilen die Gerichtsbotschaften unmissverständlich mit. Doch die meisten Menschen mögen dieses Ergebnis nicht. Es wäre ihnen lieber gewesen, wenn man sie in dem stolzen Glauben gelassen hätte, dass der Mensch auf der Basis seines eigenen Urteilsvermögens erfolgreich sein Geschick selbst in die Hand nehmen kann. Deshalb lästern sie nun Gott, der den Irrtum völlig entlarvt hat.
Das Ende Babylons
Offenbarung Kapitel 17
Offenbarung 17:1, 2
Nun geht es also um das Gericht an der großen Hure. Um wen handelt es sich? Sie sitzt auf vielen Wassern. Das bedeutet, dass sie viele Menschen bedient, denn Wasser, wie etwa das Meer, steht für viele Menschen oder das Menschenmeer (Offenbarung 17:15).
Was ist geistige Hurerei?
Die Könige der Erde, diejenige also, die Herrschaft über Menschen ausüben, begehen geistige Hurerei mit ihr. Gemäß Jakobus 4:4 muss man sich nämlich entscheiden, ob man ein Freund Jehovas sein möchte oder ob man ein Freund der Welt sein möchte. Das ist ähnlich, wie man sich auch für einen Ehepartner entscheiden muss. Wenn man beides haben möchte, ist das die „geistige Hurerei“ oder Ehebruch, genauso wie es Ehebruch ist, wenn man zu seinem Ehepartner noch jemand anderes hinzunimmt.
Satan, der Teufel, hatte ja behauptet, es sei besser, wenn Menschen sich selbst regieren würden. Um diese Streitfrage klären zu lassen, durften die Menschen unter der Anleitung Satans die Menschenherrschaft 6000 Jahre lang ausprobieren. Und dieses Projekt Menschenherrschaft bildet dann die heutige Welt. Wer ein Freund der Welt sein möchte, ist für Menschenherrschaft. Aber ein Freund Jehovas weiß, dass diese scheitern muss. Er ist kein Teil der Welt und lebt aus seinem Glauben. Denn Jehova hat verheißen, das Projekt Menschenherrschaft bald zu beenden und sich den Angelegenheiten der Menschen wieder anzunehmen.
Wer nun vorgibt, ein Freund Jehovas zu sein und gleichzeitig für Menschenherrschaft ist, begeht geistige Hurerei. Das ist besonders dann der Fall, wenn sich jemand die Religion und den Glauben und die Gottesfurcht der Menschen zunutze macht, um über sie besser herrschen zu können. Auf diese Weise haben die Könige der Erde mit ihr, der Religion der Menschen, Hurerei begangen.
Der Wein der Hurerei steht für die Ergebnisse, die religiösen Errungenschaften und die falschen Lehren. Sie machen die Menschen wie Betrunkene, da ihre Religionsausübung und ihr religiöses Denken fehlgeleitet wurden.
Offenbarung 17:3-6
Dadurch, dass die sinnbildliche Frau alle Menschen irreführt, kann man ihr wahres Wesen nur klar erkennen, wenn man sich zum Schutz vor ihrem schlechten Einfluss in eine Art Wildnis begibt (vergleiche Offenbarung 12:6). Die Frau sitzt auf einem Tier, das ähnlich aussieht wie das wilde Tier aus Offenbarung 13:1, das für Satans Projekt Menschenherrschaft steht. Die Frau war in leuchtenden Farben gehüllt und herrlich geschmückt. Dies zeigt, dass sie ihre Herrlichkeit und scheinbare Gerechtigkeit zur Schau stellt. Der goldene Becher war außen schön und rein, innen aber unrein und abscheulich. Dies erinnert an die Worte, die Jesus zu den Pharisäern redete (Matthäus 23:25, 26).
Ihr Name ist ein Geheimnis, da die meisten Menschen von ihr irregeführt werden und nicht verstehen, wie verdorben und verkehrt sie in Wirklichkeit ist. Denn sie hat viele, die ihren Gott Jehova auf rechte Weise angebetet haben, verfolgt und verurteilt. Manche wurden auf ihre Veranlassung hin ermordet oder sie wurden für böse erklärt und mit dem Bann belegt.
Offenbarung 17:6-8
Die raffinierte Art, mit der sie die Menschen irreführt, gibt wirklich zum Verwundern Anlass. Die Beschreibung des wilden Tieres passt wieder auf das, was wir bereits über das Bild des wilden Tieres verstanden haben. Der Völkerbund wurde nach dem Ersten Weltkrieg gegründet. Er war aber während des Zweiten Weltkrieges inaktiv und wurde schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg durch die UNO ersetzt. In der Zeit während des Zweiten Weltkrieges war dieser Völkerbund sozusagen im Abgrund. Und genauso, wie die Menschen nach dem Ersten Weltkrieg die Selbstheilungskraft der Menschenherrschaft bewunderten, war es auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch alle, die ihre Hoffnung auf die Menschenherrschaft setzen, sind nicht für Gottes Königreich.
Offenbarung 17:9-11
Wollen wir die Bedeutung dieser Dinge richtig verstehen, müssen wir darüber sorgfältig nachdenken. Die Köpfe stehen auf der einen Seite für sieben Berge. Das ist wie bei dem wilden Tier aus Offenbarung 13:1 zu verstehen. Sie stehen für die Vollzahl aller Konzepte, die sich Satan ausgedacht hat, die Menschenherrschaft gelingen zu lassen. Aber sie stehen auch für sieben politische Mächte, das sind die Weltmächte Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und Anglo-Amerika. Als Johannes die Offenbarung empfing, war Rom Weltmacht, während die fünf vorhergehenden Weltmächte schon gefallen waren. Nur Anglo-Amerika, die heutige Weltmacht kam noch für eine kurze Weile. Doch das scharlachfarbene wilde Tier ist selbst eine neue Art von Weltmacht, da es als ein achter König bezeichnet wird. Wie ist das zu verstehen?
Was ist der „achte“ König?
Der ihr zugrunde liegende Gedanken ist, eine Art internationale Organisation mit Regierungsgewalt zu sein. Die Entzweiung der Völker soll dadurch überwunden werden. Die UNO ist eine solche Organisation, aber nicht die Einzige! Es gibt noch weitere internationale Organisationen in Sport, Politik und Wirtschaft. Ein Beispiel wäre die ISO (Internationale Organisation für Standards) mit Sitz in der Schweiz. Ihre äußere Erscheinung, z. B. ihre Webpräsenz, ist wie die einer Firma. Ihre Produkte sind Normen. Wenn sie dann übernommen („gekauft“) werden, gelten sie in alle Länder und beherrschen schließlich sogar unser tägliches Leben! Durch internationale Normen und Richtlinien wird unser Leben oft stärker beherrscht, als durch die Gesetze der Regierung des eigenen Landes.
Auch die organisierte Religion bedient sich solcher internationaler Verbände. Die Organisation, in der Jehovas Zeugen organisiert sind, ist ein solches internationales Gebilde. Durch Vorgaben und Richtlinien von dieser Organisation wird das Leben von mehr als acht Millionen Zeugen Jehovas beherrscht. Und das ist der Grund, weshalb gesagt wird, dass die Hure auf diesem Gebilde reitet. Die wahre Religion sollte ja eigentlich die Gottesherrschaft bringen. Aber diese Allianz bedeutet Menschenherrschaft. Sie gibt vor, für Gottes Königreich zu sein, baut aber mit ihrer Organisation ein System der Menschenherrschaft auf. Dadurch wird sie zur Hure.
Offenbarung 17:12-14
Die erwähnten Organisationen haben eigentlich nur Macht, wenn sich die Menschen bzw. die Regenten der Mitgliedsnationen alle einig sind, ihre Produkte (Normen und Richtlinien) zu nutzen. Und das ist offenkundig der Fall, denn sie haben einen Gedanken. Sie sind sich in der Unterstützung dieser Herrschaft einig. Sie stehen aber nicht auf der Seite Jehovas und seines Sohnes, denn sie wollen ja die Menschenherrschaft. Doch das Lamm wird sie besiegen, da es gerade solche entlarvt, die über andere Menschen herrschen wollen. Mit der Bibel in der Hand wird man jeden verurteilen, der sich die organisierte Religion zunutze macht, um seine Mitmenschen zu unterdrücken und über sie zu herrschen.
Offenbarung 17:15
Hier wird nochmals darauf hingewiesen, dass die Hure viele Menschen und Völker in ihren Einflussbereich gezogen hat.
Offenbarung 17:16, 17
Nun werden die internationalen Organisationen zusammen mit ihren Unterstützern gegen die Hure, das Weltreich der organisierten Religion, vorgehen. Dies führt zu Jehovas „befremdender Tat“ gemäß Jesaja 28:21 und Jesaja 30:13, denn die politischen Mächte werden zuerst gegen die Organisation vorgehen, in der die Zeugen Jehova organisiert sind. Jehova richtet seine verdorbene Organisation, indem er es den politischen Mächten ins Herz gibt, sie anzugreifen (Daniel 12:7; Matthäus 24:51; Offenbarung 11:7). Die Hure kann politisch am wirkungsvollsten bekämpft werden, indem man ihre internationale Organisation wegnimmt.
Offenbarung 17:18
Der Begriff „große Stadt“ wird an mehreren Stellen in der Offenbarung gebraucht (Offenbarung 10:8; 16:19; 18:16, 18, 19, 21). Eine Stadt steht für eine Organisation. Und die Frau ist das Weltreich der organisierten Religion. Da sie eine ungeheure Macht in der ganzen Welt ausübt, kann über sie treffend gesagt werden, dass sie ein Königtum über die Könige der Erde hat.
Nun wird noch mehr über ihr Gericht gesagt:
Offenbarung Kapitel 18
Offenbarung 18:1-3
Nun ist es nicht mehr das durch Menschen übermittelte Zeugnis, dass Babylon die Große gefallen ist (Offenbarung 14:8). Es ist nicht mehr die Erkenntnis, dass die Kirchen der Christenheit ihre Gläubigen irregeführt haben. Michael selbst, der gemäß Daniel 12:1 aufsteht, gibt dieses Zeugnis. In dieser Zeit wird das heilige Geheimnis vollendet (Offenbarung 10:7) und die Erkenntnis wird schließlich überströmend sein (Daniel 12:3).
Das Weltreich der organisierten Religion ist wirklich abscheulich. Übeltäter konnten sich hier mit einem Mantel der Scheinheiligkeit verstecken. Sie gaben sich als die rechte Hand Jehovas aus und beuteten ihre Brüder damit aus. Sogar Personen, die Kinder sexuell missbrauchen, fühlten sich in ihr wohl und sie diente ihnen als Versteck. Sie ist äußerst aggressiv. Ihre raffinierten Betrügereien haben alle irregeführt. Auch die Kaufleute haben viel Geschäft mit ihr gemacht.
Offenbarung 18:4, 5
Diese Aufforderung ergibt natürlich nur Sinn, wenn sich Jehovas Volk überhaupt in Babylon der Großen befindet. Früher ging man vielleicht aus der Kirche hinaus, um ein Zeuge Jehovas zu werden. Nun aber ergeht wieder die Aufforderung, aus ihr, der Organisation, in der Jehovas Zeugen organisiert sind, hinauszugehen, denn gemäß Jeremia 51:9 ist Babylon auch durch diese Organisation nicht geheilt worden. Das hat eine besondere Tragik, da ja das Gericht an Babylon der Großen gerade durch diese Organisation angekündigt wurde und man den verurteilten Zustand, in dem sie sich befindet, klar erkannt hat (Jeremia 51:8).
Offenbarung 18:6
Nun sind alle, die Jehova lieben, aufgefordert, sie zu verurteilen. Sie tat ein Gemisch in den Becher. Die wahren Lehren Jehovas, durch die echte Christen mit Hoffnung erfüllt sind, wurden mit falschen Lehren und Verfahrensweisen vermischt, durch die viele Probleme, Unheil und Verurteilung von Personen in der Christenversammlung entstanden sind (Jesaja 28:10; Offenbarung 12:15). Dadurch wurde die Anbetung verdorben (Matthäus 24:48-51). Nun sollten diese Lehrer sogar in doppelter Weise ein Gemisch von wahren Lehren, an die sie selbst geglaubt und gehofft haben und Lehren, die ihnen gar nicht gefallen und ihre vernichtende Verurteilung bedeuten, erhalten (Jesaja 28:13; 2. Thessalonicher 1:6-9).
Offenbarung 18:7, 8
Wenn man von den offiziellen Lehren, die in der Organisation gelehrt werden, auch nur etwas abweicht und ein anderes Bibelverständnis hat, galt das immer als sehr gefährlich. Denn man muss am Ende umkehren und sich zugunsten der Organisation korrigieren. Oder man kommt ganz ab und wird abtrünnig. Und das wäre dann, wie wenn man Jehova verlässt. Hinter dieser Denkweise steckt natürlich die Vorstellung, dass die Organisation immer in der Gunst Jehovas bleibt. Und das ist es, was sie beständig in ihrem Herzen spricht.
Sie hat sich selbst für unsterblich erklärt. Doch das Gericht Jehovas kommt dann ganz plötzlich, was zu ihrer völligen Vernichtung führt (Jesaja 30:12-14). Und gerade deshalb, weil sie diejenigen für abtrünnig erklärt und verurteilt hat, die von ihrer Lehre abgewichen sind, gerade deshalb sollte sie jetzt, wegen ihrer verkehrten Lehren, für völlig böse und abtrünnig erklärt werden. Sie hat sich verherrlicht, während ihre Ausgeschlossenen Tod und Trauer und geistige Hungersnot gehabt haben. Denn sie wurden mit der Bibel in der Hand, mit der Autorität Jehovas, mit seinem Schwert verurteilt (Jeremia 12:12). Dieses Los sollte nun ihr zuteilwerden. Sie muss mit der Autorität Jehovas ihr vernichtendes Urteil empfangen (siehe auch Jesaja 47:8-11).
Offenbarung 18:9, 10
Das Ende Babylons der Großen ist noch nicht das Ende des politischen Systems (Daniel 7:12). Die Könige der Erde haben noch die Gelegenheit, sich über ihren Sturz zu beklagen, denn sie haben über die Jahrhunderte hinweg mit der organisierten Religion zusammengearbeitet, um ihre politischen Ziele und Interessen besser zu fördern. Sie ist eine starke Stadt, weil sie sehr viel Macht ausgeübt hat. Die Klage ist groß, weil das ganze Weltreich der organisierten Religion in kürzester Zeit gerichtet wurde. Denn die Organisation, in der Jehovas Zeugen organisiert sind, wurde sozusagen auf frischer Tat ertappt.
Die Christenheit hat über die Jahrhunderte hinweg dasselbe getan. Darum ist sie eigentlich schon lange verurteilt. Durch das Zeugnis der ernsten Bibelforscher, besonders in den 1920er Jahren, wurde sie schon entlarvt (Jesaja 28:4). Sie glich seitdem einem verurteilten Verbrecher, den man noch auf freiem Fuß gelassen hat, sodass er noch die Gelegenheit hatte, sich bei den Menschen einzuschmeicheln und weiterzumachen.
Doch nun sorgt Jehova dafür, dass das Gericht vollständig vollzogen wird und auch andere Organisationen, die über die Jahrhunderte ihr Unwesen getrieben haben, nicht mehr verschont werden. Dazu kommen dann auch die anderen „Weltreligionen“, durch die die Menschen genauso religiös fehlgeleitet und irregeführt wurden.
Offenbarung 18:11-13
In der heutigen Zeit gibt es wirklich ein volles Lager an Dingen, die verkauft werden sollen. Darum sind die Anstrengungen der Verkäufer groß, Käufer ihrer Produkte zu finden. Auch hier war die mächtige organisierte Religion nützlich, da sie die Menschen motivierte, Dinge für ihre Religion zu tun. Das nutzten die Kaufleute aus und boten Produkte zur Ausstattung der Anbetungsstätten und für religiöse Feste an. Darum trauern sie nun wegen dieser fehlenden Absatzmöglichkeiten.
Offenbarung 18:14
Auch die Menschen im Allgemeinen werden hier angesprochen. Sie begehrten ja Dinge, die ihre religiöse Organisation geboten hatte. Das ist nun für immer dahin.
Offenbarung 18:15-17
Die Kaufleute kommen ihr nicht zur Hilfe, da sie sich fürchten. Sie wollen nicht auch gerichtet werden. Aber sie trauern. Denn kaum eine andere Einrichtung hat es besser verstanden, die Bedürfnisse der Menschen auszunutzen, um mit ihnen Geschäfte zu machen, als die organisierte Religion. Das Religionsbedürfnis und die Gottesfurcht der Menschen wurde ausgenutzt, sodass sie bereit waren, fast alles zu geben. Das war ein wahres Paradies für Geschäftsleute.
Offenbarung 18:17-19
Hier ist wieder das Menschenmeer gemeint und solche, die Menschenmassen führen oder durch Beeinflussung der Menschenmassen Geld verdienen. Durch das Gericht an Babylon der Großen werden die Menschen sich nicht mehr so leicht irreführen lassen. Das ist ein Machtverlust der hier genannten Personengruppe. Sie trauern, weil ihr großes Vorbild dahin ist.
Insgesamt trauen offenkundig alle, die auf der Seite Satans und seiner Menschenherrschaft stehen. Doch diejenigen, die auf Jehovas Seite stehen, reagieren völlig anders:
Offenbarung 18:20, 21
Vielen, die auf der Seite Jehovas stehen, wurde durch die organisierte Religion Unrecht getan. Der ins Meer geschleuderte Mühlstein erinnert an eine Begebenheit aus Markus 9:38-42 (siehe auch Matthäus 18:1-6; Lukas 17:1-4). Johannes wollte jemanden zurückweisen, weil er im Namen Jesu tätig war, ohne mit ihnen, der Gruppe von Aposteln und Nachfolgern Jesu, verbunden zu sein. Jesus wies Johannes zurecht. In diesem Zusammenhang erklärte er, dass es für jemand, der einen solchen Menschen, der ja Glauben hat, zum Straucheln bringt, besser wäre, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im Meer versenkt würde.
Und genauso wurden heute viele zurückgewiesen, weil sie nicht ganz mit der Organisation konform gingen. Viele von diesen hatten mehr Glauben als die Vertreter der Organisation. Sie wurden so zum Straucheln gebracht. Babylon die Große bringt zum Straucheln, weil sie die Organisation bzw. Kirche sogar über den Glauben und dem persönlichen Verhältnis, das der Einzelnen zu Jehova haben kann, stellt.
Offenbarung 18:22-24
Wie vollständig und dauerhaft das Gericht an Babylon der Großen doch ist! All die vielen Dinge, die es in der organisierten Religion gab, wird es nie mehr geben. Sie glich einem großen Dienstleistungsunternehmen. Die Trauung der Ehepaare wurde dort vollzogen. Geistige Anleitung für die Ehepaare und fürs Leben wurde gegeben und dazu viele ermunternde Lieder gesungen. Sie hatte auch viele Arbeiter beschäftigt. Ja alle Nationen wurden durch dieses scheinheilige religiöse Gebilde mit ihren Bräuchen und Ritualen irregeführt. Und sogar jedes gerechte Blut wurde darin vergossen. Allein dadurch, dass man gerechte Menschen für böse erklärt und sie mit dem Bann belegt oder umgebracht hat, wurde ihre Schuld sehr groß. Nun ist das alles endlich Vergangenheit. Darum ist die Freude bei echten Anbetern Jehovas jetzt überwältigend.
Offenbarung Kapitel 19
Offenbarung 19:1-3
Für alle gerechtigkeitsliebenden Menschen ist die Freude groß, dass Jehova das Gericht an der großen Hure, Babylon der Großen, vollzogen hat. Und sie jubeln, da sich Jehova als wahrhaftig erweist und sein prophetisches Wort, das er durch die Propheten, seinen Sohn und die Jünger und Apostel Jesu geredet hat, völlig in Erfüllung ging. Nicht nur die Organisationen der Christenheit und alle übrigen religiösen Organisationen kamen ins Gericht. Auch die Organisation, in der man das Gericht an Babylon der Großen schon angekündigt hatte und die auf der Seite der Gerechten zu stehen glaubte, wurde gerichtet. Dieses gründliche Gerichtsurteil wird ewig bestehen bleiben. Die große Menge im sinnbildlichen Himmel stellen diejenigen dar, die echten Glauben haben und ihren Blick auf geistige Dinge gerichtet haben, die ewig sind.
Offenbarung 19:4, 5
Nun stimmen auch die vier Geistgeschöpfe und die vierundzwanzig Ältesten, die für die hundertvierundvierzigtausend von der Erde Erkauften stehen (Offenbarung 5:9, 10), in den Lobpreis ein. Auch der Christus, der auf dem Thron des messianischen Königreiches sitzt, fordert nun alle auf, Gott zu preisen.
Offenbarung 19:6-8
Nun ist wieder von einer großen Volksmenge die Rede. Sie stellt Jehovas Volk auf der Erde dar, das nach dem Gericht ihrer Organisation nun durch Jehovas Geist neu organisiert wird. Sie darf nun ihre neuen Erkenntnisse verkünden. Denn nun erst, nach dem Ende ihrer von Menschen geleiteten Organisation, kann Jehova wirklich die Führung übernehmen und durch seinen Geist die weitere Tätigkeit seiner Loyalgesinnten leiten und organisieren. Jehovas Volk erhält nun die begeisternde Erkenntnis, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem die Hochzeit des Lammes stattfindet. Durch diese Hochzeit zwischen dem Lamm und den hundertvierundvierzigtausend, wird das messianische Königreich eingesetzt und kann anschließend seine Regentschaft über die Erde aufnehmen. Die Söhne des Königreiches werden nun offenbar gemacht.
Offenbarung 19:9
Da die Gruppe der hundertvierundvierzigtausend Geistgesalbten die Braut darstellt, sind die zum Abendessen Eingeladenen die Glieder der großen Volksmenge, die aus der großen Drangsal kommt.
Derjenige, der diese Worte redet, mag der Engel sein, der ihm schon die große Hure gezeigt hatte. Da aber Engel nur Boten sind, die einem Menschen etwas mitteilen können, damit dieser das Empfangene weitergeben kann und so als Prophet auftritt, symbolisiert er auch Menschen. Diejenigen, die unter Jehovas Volk Einsicht haben, werden die Erkenntnisse an alle anderen weitergeben. Beachten wir die Reaktion des Johannes:
Offenbarung 19:10
Es geht hier nicht einfach darum, dass der Apostel von dem Engel ermahnt werden muss, ihn nicht anzubeten. Auch dieser Teil der gespielten Szenen ist für unsere Belehrung gedacht. Wir neigen dazu, Menschen, die uns wertvolle Erkenntnisse vermitteln, anbetungsähnlich zu verehren. Das hat schließlich zum Gericht an der Organisation geführt und es ist das Problem, das die Anbetung babylonisch macht. Sie führt zu einer Trennung zwischen Geistlichkeit und Laientum. Darum muss Gottes Volk seine Lektion nach dem Ende der großen Hure unbedingt gelernt haben. Wir sollten ausschließlich Jehova anbeten. Wer unter Gottes Volk ein prophetisches Wort zu erläutern oder verkünden hat, ist nur ein Mitsklave. Er hat keine besondere Stellung, keine besondere Fähigkeit und möchte nur für Jesus Zeugnis geben.
Als Nächstes geht es nun nach der Hochzeit des Lammes um die ersten Amtshandlungen des neuen Königs.
Das Ende der Welt Satans
Offenbarung 19:11
Der Reiter auf dem weißen Pferd ist diesmal, im Gegensatz zu dem ersten apokalyptischen Reiter, wirklich der Christus, der nun Krieg gegen das irdische System Satans führt. Der Name „Treu und Wahrhaftig“ weist darauf hin, dass alle seine Worte in Erfüllung gehen (Matthäus 24:35).
Offenbarung 19:12, 13
Dem siegreichen Reiter entgeht nichts. Er sieht nicht nur das ganze Unrecht, das unter der Menschenherrschaft und besonders innerhalb der Christenversammlung geschieht (Offenbarung 1:14; 2:18). Er ist auch entschlossen, alles ins Gericht zu bringen, die Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen und ihre Werke zu beenden. Er hat auch schon viele Siege über Satans Systeme errungen (Johannes 16:33).
Niemand kennt Christi Namen?
Über seinen Namen wird zuerst gesagt, dass ihn niemand außer ihm selbst kennt und dann wird er „Das Wort Gottes“ genannt. Ist das nicht ein Widerspruch? Das Wort Gottes ist die Bibel, das am weitesten verbreitete Buch und in sehr viele Sprachen übersetzt. Viele kennen doch das Wort Gottes. Aber wissen sie wirklich, wie es zu verstehen ist? Wie überrascht wir waren, als uns jemand das Wort Gottes richtig erklärt hat und wir es dann erst besser verstehen konnten. Aber selbst wenn wir glauben, wir würden es schon sehr gut verstehen, so wird zum Verständnis laufend hinzugefügt. Gerade diejenigen, die vorgaben, Gottes Wort gut zu kennen und es verwendeten, um schließlich über andere zu herrschen, wurden überraschenderweise von genau diesem Wort verurteilt, denn es ist lebendig (Hebräer 4:12).
Indem Jesus entschlossen das vernichtende Gerichtsurteil selbst gegen diejenigen vollstreckt, die Vorgaben, Jehovas Diener und seine Jünger zu sein und ihre Blutschuld aufdeckt (Matthäus 7: 21-23), ist sein äußeres Kleid mit Blut besprengt. Denn das Blut steht für die schwere Blutschuld.
Genauso heißt es in Jesaja 63:3 über Jehova:
„Den Weintrog habe ich allein getreten, während von den Völkern niemand mit mir war. Und ich trat sie fortwährend in meinem Zorn, und ich zertrat sie fortgesetzt in meinem Grimm. Und ihr Blutstrahl spritzte ständig auf meine Kleider, und meine ganze Kleidung habe ich befleckt. …“
Indem Jehova zuließ, dass seine eigene Organisation völlig verurteilt dasteht mit entsetzlicher Blutschuld, hat er sozusagen seine Kleidung befleckt (Lies Jesaja 63:3-6).
Offenbarung 19:14
Nun dürfen sich auch diejenigen, die gesiegt haben und zu den hundertvierundvierzigtausend gehören, an dem Gericht beteiligen (Offenbarung 2:26, 27).
Offenbarung 19:15
Das scharfe lange Schwert ist wieder die Bibel. Es ist lang, da es nicht nur geeignet ist, die Vertreter der falschen Anbetung zu entlarven. Es kann alle Werke auf der Erde, die unter der Anleitung der Dämonen zustande kamen, entlarven. Christus ist auch der Vollstrecker des Strafgerichtes Jehovas.
Offenbarung 19:16
Noch ein Name kommt ins Spiel. Er ist nicht nur einfach ein König. Er ist der Herr der Herren. Niemand, der sich als Herr aufschwingt, um über andere zu herrschen, entkommt seinem Gericht.
Offenbarung 19:17, 18
Die Sonne steht normalerweise für den souveränen Regenten. Dass der Engel in der Sonne steht, zeigt, dass er die Position eines großen Regenten annimmt. Alle Menschen werden nun von ihm angeleitet, das aufgetragene Werk zu tun. Es wird eine sehr große Sache sein, da alles aufgedeckt und ins Gericht gebracht wird (2. Petrus 3:10, 12). Die Fleischteile sind alle Bestandteile und Ziele ihrer Herrschaft, durch die sie aus menschlicher Sicht gut und unterstützenswert erscheint. Die Vögel stehen für den endgültigen Sieg über sie wegen der entlarvenden Botschaften, durch die sie mit allen ihren Argumenten besiegt werden (1. Samuel 17:44, 46; Lukas 8:5). Sie sind dadurch wie verstummt und können nicht mehr mit Überzeugung reden (Sacharja 14:12). Sie haben einfach keine Macht mehr, um Menschen mit ihren Reden zu überzeugen und irrezuführen.
Offenbarung 19:19, 20
Nun führen die politischen Mächte Krieg, um wieder die Oberhand zu gewinnen, da ihre Werke aufgedeckt worden sind. Doch werden sie nicht siegen können. Sie werden alle dauerhaft und endgültig besiegt werden. Der Begriff „falscher Prophet“ ist nur eine neue Bezeichnung. Wir haben ihn schon kennengelernt als zweihörniges wildes Tier. Es ist die Weltmacht, also Anglo-Amerika. Und es führt die Menschen irre, indem es falsche Hoffnungen erzeugt.
Offenbarung 19:21
Alle werden am Ende völlig entlarvt und dadurch besiegt werden.
Offenbarung Kapitel 20
Offenbarung 20:1-3
Der Engel mit dem Schlüssel ist der „Engel des Abgrunds“. Er ist wieder der Christus, der dieses Mal den Teufel in einen Zustand der Untätigkeit versetzt. Der Teufel muss jetzt tatenlos zusehen, wie das von Christus angeführte Königreich über tausend Jahre regiert. Der Zeitabschnitt der Tausendjahrherrschaft Christi, der auch als letzter Tag bezeichnet wird (Johannes 6:39, 40, 44; 11:24), hat nun begonnen. Danach kommt Satan noch einmal das letzte Mal für kurze Zeit zum Zug (Jesaja 24:22).
Offenbarung 20:4
Hier sind diejenigen gemeint, die zu der kleinen Herde der hundertvierundvierzigtausend gehören. Sie standen nie auf der Seite Satans und sie wurden verfolgt. Diese befinden sich nun im Himmel auf Thronen, um mit Christus über Menschen auf der Erde zu regieren.
Offenbarung 20:5, 6
Diese Glieder der kleinen Herde haben an der ersten Auferstehung Teil, um mit Christus vereint zu sein. Der zweite Tod bedeutet dauerhafte Vernichtung ohne Auferstehung. Diejenigen, die mit Christus im Himmel regieren, werden also nie sterben. Die anderen, also alle, die zu den anderen Schafen oder der großen Volksmenge gehören, können noch sterben und den zweiten Tod, ewige Vernichtung erleiden. Sie sind deshalb noch nicht zum Leben gekommen, weil sie noch nicht ausreichend bewiesen haben, dass sie wirklich auf der Seite Jehovas stehen. Erst nach den tausend Jahren kommen auch sie zu ewigem Leben, vorausgesetzt, sie stehen wirklich auf der Seite Jehovas. Dazu werden sie am Ende der tausend Jahre einer Prüfung unterzogen, wie in den folgenden Versen ausgeführt wird:
Offenbarung 20:7, 8
Die Menschen auf der Erde werden am Ende der tausend Jahre noch einmal geprüft, ob sie wirklich auf der Seite Jehovas stehen. Dazu wird Satan aus seinem Zustand der Untätigkeit losgelassen. Die Dämonennationen, die sich in der Umgebung der Erde aufhalten, werden nun von ihm wieder angeführt, um die Menschen irrezuführen. Gog steht für Satan und Magog für die Heere der Dämonen und das „Land“, in dem die Dämonen wohnen. Viele folgen den Dämonen wie damals bei dem in Hesekiel 38 und 39 beschriebenen Angriff Gogs von Magog.
Offenbarung 20:9, 10
Sie stellen sich nun zentral auf, übernehmen die Führung über das Königreich, wie sie einst die Führung über die Organisation übernahmen, in denen Jehovas Zeugen organisiert waren. Doch Jehova beendet schließlich den Angriff und alle, die sich auf die Seite Satans gestellt haben, erleiden den zweiten Tod, ewige Vernichtung.
Hier wird nochmals Bezug genommen auf den falschen Propheten (die letzte Weltmacht) und das politische wilde Tier (Offenbarung 19:20). Der Feuersee steht hier nicht nur als Symbol für den Tod ohne Auferstehungshoffnung, denn Tote können keine Qualen erleiden, da sie ohne Bewusstsein sind (Prediger 9:5, 6, 10). Er steht für die endgültige Klärung der von Satan aufgeworfenen Streitfragen. Satan ist völlig gescheitert. Sein ganzes Werk wird für immer verworfen sein. Alle vernunftbegabten Geschöpfe, die weiterhin und bis in alle Ewigkeit leben dürfen, werden dauerhaft völlig erkannt haben, wie verkehrt Satan und sein Werk war. Niemals mehr wird jemand auf die Idee kommen, irgendeine Idee Satans aufzugreifen, weil sie vielleicht doch gut sein könnte. In diesem Sinne werden alle, die Satans Ideen vertreten haben, gequält werden.
Offenbarung 20:11
Nun wird nach diesen Dingen Jehova in den Mittelpunkt gehoben. Keine Regierung, noch nicht einmal die messianische Königreichsregierung, kann sich mit der Herrschaft Jehovas messen. Sind alle Menschen zu Jehova zurückgeführt worden, wird es keine andere Regierung mehr geben. Jehova allein ist unser Regent (1. Korinther 15:28; Jesaja 33:22).
Offenbarung 20:12
Nun erhalten alle, die auf Jehovas Seite stehen und in der Buchrolle des Lebens eingeschrieben sind, ewiges Leben. Das Urteil über sie wird gemäß ihren Taten sein, durch die sie bewiesen haben, auf welcher Seite sie stehen. Ihre Taten, die sie in der Vergangenheit verübt haben, sind nicht vergessen. Sie sind alle aufgeschrieben worden. Und so werden die falschen Anbeter entlarvt. Ähnlich wie in der Vergangenheit werden Buchrollen geöffnet, um das Gericht zu verkünden (Daniel 7:10). Jetzt kann man klar den Unterschied erkennen zwischen denen, die auf der Seite Jehovas stehen und denen, die auf der Seite Satans stehen. Dadurch kann ein endgültiges Urteil über alle Menschen gefällt werden, wie in den folgenden Versen weiter ausgeführt wird:
Offenbarung 20:13
Da es keine andere Herrschaft mehr gibt außer Jehovas Oberhoheit, kommen alle Menschen aus dem Menschenmeer und die von todbringenden Herrschaftsformen unterdrückten und gefangenen Menschen heraus, um als Einzelne gemäß ihrer Taten gerichtet zu werden.
Offenbarung 20:14, 15
Nun kommen alle Menschen, die auf Jehovas Seite stehen zu ewigem Leben, da es den Tod und das allgemeine Grab der Menschheit nicht mehr gibt. Die Werke des Teufels sind nun endgültig abgebrochen worden (1. Johannes 3:8). Alles, was dem Teufel gehört und alle, die auf Satans Seite stehen, werden dauerhaft vernichtet. So bleibt von Satans Werk nichts übrig, noch jemand, der Satans Werk vertritt.
Gottes Königreichsherrschaft und Ausblick
Offenbarung Kapitel 21
Offenbarung 21:1
Es gibt nun eine neue Regierung und eine neue menschliche Gesellschaft auf der Erde. Das Meer steht für die Menschenmassen, die von irgendwelchen Herren geführt und irregeführt werden. Sie gibt es nicht mehr, weil alle Menschen nun mit genauer Erkenntnis Jehovas erfüllt sind und die Oberhoheit Jehovas anerkennen.
Offenbarung 21:2
Bereits in Offenbarung 3:12 ist von dem Neuen Jerusalem die Rede, das von Gott aus dem Himmel herabkommt. Alle, die den Sieg erringen, dürfen dort Leben und das Wesen des Neuen Jerusalems, die Art der richtigen Anbetung Jehovas verstehen. Es hat nichts mehr mit Menschenherrschaft oder der Herrschaft anderer Geschöpfe zu tun, sondern Jehova steht im Mittelpunkt. Das Neue Jerusalem ist wirklich so gestaltet, dass es für Jehova wie eine schön geschmückte Braut ist, um ihm zu gefallen.
Offenbarung 21:3, 4
Wie wunderbar diese Verheißungen doch sind. Alles Leid, was es in der heutigen Welt gibt, wird wirklich enden. Auch alles, was heute Tränen verursacht, wird vorbei und in dem Sinne vergessen sein, dass wir nicht mehr schmerzlich daran denken werden. All dies wird durch die liebevolle Herrschaftsweise Jehovas bewirkt, durch die Menschen nicht mehr irregeführt werden. Heute gibt es Menschen, denen es relativ gut geht, aber oft auf Kosten anderer, denen es schlecht geht. Jetzt werden alle Menschen glücklich sein. Natürlich ist dies nur möglich, weil es böse herrschsüchtige Menschen nicht mehr gibt (Psalm 37:10, 11, 29; Prediger 8:9).
Offenbarung 21:5
Jehova bestätigt hier noch mal, dass dies alles Wirklichkeit werden wird. Ja, die neue Welt wird wirklich ganz anders sein als die alte Welt. Das ist nicht nur ein neuer Versuch, etwas besser zu machen, wie es uns in der alten Welt immer wieder versprochen wurde. Satan hat alles darangesetzt, uns weiszumachen, dass die Menschenherrschaft doch noch funktionieren wird. Oder er hat die Menschenherrschaft sogar als Gottesherrschaft verkauft. Nun aber macht Jehova wirklich alles neu.
Offenbarung 21:6-8
Da am Ende Jehova allein recht behält, wie sollen wir da eingestellt sein? Schon heute bietet er kostenlos geistige Speise, Wasser des Lebens an. Wer auf Jehovas Seite stehen möchte, kann heute schon von ihm lernen und Erkenntnis über Jehovas Verfahrensweise und Herrschaftsweise erhalten. Nur müssen wir uns vor Satan, dem Teufel hüten, der es meisterhaft versteht, Menschen irrezuführen (Offenbarung 12:9). Wer siegt, das heißt, wer Jehovas Gerechtigkeit liebt und Satans Offerte zurückweist, wird das alles, was hier beschrieben wird, erleben dürfen. Die Ungerechten werden dort nicht sein. Auch wer nicht den Mut aufbringen wollte, auf der Seite Jehovas zu stehen, wird diese Dinge nicht erben können.
Offenbarung 21:9-11
Die Engel, die gerne Jehovas Strafurteil gegen die Menschenherrschaft zum Ausdruck gebracht haben, sind nun sehr daran interessiert, dem Johannes die Herrlichkeit des neuen Jerusalems zu zeigen. Nur mit der Hilfe des Geistes Jehovas kann die Herrlichkeit des neuen Jerusalems, das auf einem sinnbildlichen erhabenen Berg (vergleiche Jesaja 11:9) liegt, erfasst werden. Der strahlende Glanz dieser Stadt fällt schon von Weitem auf, denn sie hatte die Herrlichkeit des Schöpfers, der auch das ganze Universum und alle Geschöpfe geschaffen hatte (Offenbarung 4:3).
Offenbarung 21:12-14
Die große Mauer bedeutet, dass die Stadt wirklich geschützt ist vor fremde Eindringlinge. Niemand, der nicht befugt ist, kommt in diese Stadt hinein. Die zwölf Tore und ihre Anordnung zeigen, dass sowohl die zwölf Stämme Israels, als auch die zwölf Apostel die Grundlage bilden (4. Mose 2:1-31). Jehova hat seinen Vorsatz Schritt für Schritt ausgeführt. Zuerst war das fleischliche Israel Gottes Volk. Aus ihm ging der Christus hervor. Dann war es die von ihm gegründete Christenversammlung, deren Grundlage durch die zwölf Apostel gelegt wurde. Jehova gebrauchte sein Volk, um seinen Vorsatz nach und nach umzusetzen und das Endergebnis ist diese erhabene sinnbildliche Stadt, die hier beschrieben wird.
Offenbarung 21:15-17
Die Stadt ist ein perfekter Würfel. Die Zahl Zwölftausend nimmt wieder Bezug auf die zwölf Apostel und die zwölf Stämme Israels. Dass die Mauer hundertvierundvierzig Ellen misst, weißt auf die hundertvierundvierzigtausend Bewohner der Stadt hin, die als Sklaven ihres Gottes alle bereitstehen, sie zu beschützen. Da sie nun als Geistgeschöpfe Jehova dienen, obwohl sie von der Erde kommen, ist die Maßeinheit sowohl Menschen- als auch Engelsmaß.
Offenbarung 21;18-21
Jaspis wurde schon in Vers 11 als ein besonderer kostbarer Stein hervorgehoben, der kristallklar leuchtet. Lauteres Gold wie klares Glas hat Ähnlichkeiten mit der Ausdehnung, die für das richtige Verständnis aus Gottes Wort steht (Daniel 12:3; Offenbarung 4:6). Die Stadt ist erfüllt mit der Erkenntnis Jehovas. Alle Bewohner sind geläutert. Sie haben klar erkannt, was die richtige Art der Anbetung ist. Die kostbaren Steine, die die Grundlage bilden, stehen für Grundbestandteile der wahren Anbetung. Die Perlen erinnern an ein Gleichnis, das Jesus seinen Jünger erzählt hatte, um ihnen Gottes Königreich zu erklären (Matthäus 13:45, 46).
Offenbarung 21:22, 23
Es gibt in der Stadt keine besondere Anbetungsstätte. Auch keine leitende Körperschaft mit ihren ergebenen, Gehorsam leistenden Dienern. Die Herrlichkeit Jehovas gibt allen Geschöpfen in der Stadt geistiges Licht. Sie werden in der Erkenntnis Jehovas wandeln. Eine Lampe kann gebraucht werden, um etwas zu beleuchten. So dient das Lamm, der Christus, als Vorbild, an dem man sich aktiv orientieren kann. Blinder und erzwungener Gehorsam gibt es nicht mehr.
Offenbarung 21:24
Mit Nationen sind die vielen Menschen auf der Erde gemeint, die sicher in organisierter Weise zusammenleben. Früher unterstanden sie Dämonen, die ganze Dämonennationen bildeten. Und durch sie wurde die Menschheit in Nationalstaaten unterteilt. Wie die Verhältnisse nun sein werden, nachdem jede Spur der Herrschaft Satans beseitigt wurde, können wir uns heute kaum vorstellen. Jedenfalls wird die Erde gefüllt sein mit gerechtigkeitsliebenden Menschen, die auch weiterhin eine organisierte und strukturierte Gesellschaft bilden. Nur sind es nicht Dämonen, sondern die Könige der Erde, die nun als Geistgeschöpfe einen ganz anderen, einen sehr positiven Einfluss auf die Menschen ausüben werden. Die Könige der Erde sind die von der Erde erkauften hundertvierundvierzigtausend, die an der ersten Auferstehung zu unvergänglichem Leben im Himmel teilnahmen (Offenbarung 14:3; 20:6).
Offenbarung 21:25-27
Das neue Jerusalem ist nicht nur eine unsichtbare Stadt im Himmel, in der die hundertvierundvierzigtausend leben. Sie versinnbildlicht die richtige Art der Anbetung und des Lebens für gerechtigkeitsliebende Menschen auf der Erde. Die Menschen erhalten zu jeder Zeit geistigen Zugang zu der Stadt, um in ihrem Licht wandeln zu können. Dort wird es immer geistiges Licht geben. Die geistigen Bedürfnisse der Menschen auf der Erde werden nun völlig befriedigt sein. Da alle Menschen im Bilde Gottes erschaffen sind (1. Mose 1:27), können sie die Herrlichkeit Jehovas widerspiegeln.
Selbst in der heutigen Welt sind es nicht Systeme und Organisationen, sondern einzelne Menschen, die großartige, ja herrliche Dinge zustande gebracht haben (z. B. von Wissenschaftler, Erfinder usw.). Aber in dieser Zeit, nachdem Sünde und Tod beseitigt wurden (Offenbarung 20:14; 21:4; Jesaja 25:8) und die besten Rahmenbedingungen geschaffen wurden, ist dies in vollem Umfang möglich. Es wird eine herrliche, strahlende Zeit sein. Natürlich ist dies nur für gerechtigkeitsliebende Menschen möglich. Böse Menschen haben überhaupt keinen Zugang zum geistigen Licht (Daniel 12:10).
Offenbarung Kapitel 22
Offenbarung 22:1, 2
Für gerechtigkeitsliebende Menschen bedeutet das geistige Licht leben. Sie werden durch die geistige Speise, die überragende Erkenntnis Jehovas von der Verirrung, die Satan über die Menschen gebracht hat, geheilt. Sie werden den Lebensweg verstehen, der wirklich zu dauerhaftem Glück, zu hervorragenden Ergebnissen führt, weil sie die beste Schulung, die es gibt und die direkt von Jehova und dem Lamm kommt, angenommen haben (Johannes 4:10). Die Blätter von Pflanzen stellen sozusagen die Fabrik dar, in der durch Fotosynthese und andere chemische Vorgänge alle Nährstoffe erzeugt werden, aus denen sich eine vortreffliche Frucht zusammensetzt. Die Menschen werden klar erkennen, was sie für ein Leben führen sollten, um vortreffliche „Früchte“, also vortreffliche Ergebnisse zu erzielen. Und überall ist die geistige Belehrung, nicht im Verborgenen, sondern auf der breiten Straße, auf der alle Menschen gehen. Sie bekommen beständig den rechten Weg mit guten „Früchten“ vor Augen geführt.
Offenbarung 22:3-5
In dieser sinnbildlichen Stadt wird niemand mehr verurteilt werden, keine Rechtskomitees mehr. Dort wird sich erfüllen, was auch in Jesaja 11:9 gesagt wird. Sie werden erfüllt sein mit der Erkenntnis Jehovas. Sie werden mit der Lehre Jehovas durchdrungen sein (vergleiche 5. Mose 6:6; 8). Deshalb gibt es auch keine geistige Nacht, keinen Mangel an klarem Sehvermögen. Sie brauchen niemand, der wie eine Lampe oder wie die Sonne Orientierung gibt, sie führt oder über sie herrscht. Denn Jehova selbst wird ihnen das geistige Sehvermögen geben, das ihnen immer die nötige Orientierung gibt.
Mit den „Sklaven unseres Gottes“ (Offenbarung 7:3) sind diejenigen gemeint, die mit Christus im Himmel regieren, also zu den hundertvierundvierzigtausend gehören. Denn es heißt ja, dass sie als Könige regieren.
Inwiefern regieren sie für immer und ewig als Könige?
Aber warum heißt es hier, dass sie für immer und ewig als Könige regieren, obwohl doch in Offenbarung 20:6 von tausend Jahren die Rede ist? Was ändert sich am Ende der tausend Jahre? Warum wird in 1. Korinther 15:28 gesagt, dass der Christus sich selbst unterwirft, sodass Jehova allen alles sei? Für die Königreichsregierung, das neue Jerusalem, die 144001 Regenten (mit Christus), ändert sich nichts. Sie kamen durch die erste Auferstehung schon zum Leben (Offenbarung 20:4-6). Dadurch bilden sie von Anfang an die makellose Königreichsregierung und die Beschreibungen über die Herrlichkeit des neuen Jerusalems (Offenbarung 21:10-22:5) gelten von Anfang an.
Nur die Menschen auf der Erde sind während der tausend Jahre vom Standpunkt Jehovas noch nicht zum Leben gekommen (Offenbarung 20:5). Sie haben die Herrlichkeit und das Wesen der Königreichsregierung noch nicht verstanden. Erst nach der Schlussprüfung werden sie ihre Lektion völlig verstanden haben, um so die untadelige, makellose Denkweise und Erkenntnis zu haben, die zum ewigen Leben führt (Johannes 17:3). Denn vorher haben sie dazu geneigt, ihre Regierung anbetungsähnlich zu verehren. Erst danach werden sie mit ihrem ganzen Herzen und ihrer ganzen Seele erkannt haben, dass Jehova allein allen alles sein sollte (1. Korinther 15:28). Er allein ist der Souverän des ganzen Universums. Seine Oberhoheit müssen alle Geschöpfe im ganzen Universum respektieren.
Welche Lektion alle Menschen lernen müssen!
Satan hatte eine Konkurrenzherrschaft aufgebaut. Und er brachte die Idee ins Spiel, dass Geschöpfe die Herrlichkeit und Ehre empfangen könnten, die eigentlich nur Jehova zusteht (Offenbarung 4:11). Am Ende der tausend Jahre nutzt er nochmals die Neigung der Menschen auf der Erde aus, dass sie einer Regierung einen zu hohen Stellenwert einräumen. Wie in der Zeit des Endes, wo sie einer leitenden Körperschaft hinterherliefen, werden sie wieder einer Führung von Geschöpfen hinterherlaufen. Doch nur diejenigen werden den Sieg erringen und zum Leben kommen, die die Oberhoheit Jehovas voll und ganz respektieren.
Danach werden sie selbst der Königreichsregierung, bestehend aus den 144001 Regenten eine untergeordnete Stellung einräumen, da sie das alleinige Recht Jehovas, Ehre und Macht und Herrlichkeit zu empfangen (Offenbarung 4:11), nun voll und ganz verstanden haben. In diesem Sinne werden auch die hundertvierundvierzigtausend Regenten ihre Regentschaft an Jehova abgeben (also nur für tausend Jahre regieren), da sie dies voll und ganz unterstützen. Denn, wie in Offenbarung 4:10 erwähnt, werfen auch die hundertvierundvierzigtausend ihre Kronen vor Jehova nieder, da sie die Oberhoheit Jehovas völlig respektieren. Trotzdem ändert sich für sie nichts, sodass auch gesagt werden kann, dass sie für immer als Könige regieren. Sie werden immer Vorbilder sein und die Anleitung geben bzw. gegeben haben.
Offenbarung 22:6, 7
Wir erhalten die Zusicherung, dass auch die Worte in diesem Bibelbuch sich wirklich zuverlässig erfüllen, da sie von Gott inspiriert sind. Nur Jehova kennt die Zukunft. Jehova ist der Gott, der hinter den inspirierten Äußerungen der echten Propheten steht. Jehova ist der Gott, der es werden lässt, denn dies ist die Bedeutung seines Namens (2. Mose 3:14, 15). Er ist der große Vorsatzfassende. Und er kündigt seinen Propheten im Voraus an, was er tun wird. Darum sind die Worte seiner Propheten so zuverlässig (2. Petrus 1:21).
Die Dinge sollen in kurzem geschehen, obwohl die beschriebenen Ereignisse eine tausendjährige Zeit der Königreichsherrschaft einschließen. Für Jehova sind aber tausend Jahre eine kurze Zeit und auch die zweitausend Jahre, die vergangen sind, sind für Jehova kurz (2. Petrus 3:8). Auch wenn wir in der neuen Welt ewig leben dürfen, wird die Zeit auch für uns im Nachhinein kurz gewesen sein. Für den, der Glauben hat und durch seinen Glauben lebt, ist die Zeit kurz, weil er mit seinem Glaubensauge schon in der neuen Welt ist (Römer 1:17; 2. Korinther 5:7).
Offenbarung 22:8, 9
Auch in Offenbarung 19:4 erfahren wir, dass Johannes den Drang verspürte, den anzubeten, der ihm diese Dinge mitgeteilt hat. Dies ist eine wichtige Lehre für uns! Denn wir dürfen diesem Drang nicht nachgeben, um Geschöpfe anzubeten, die uns die Worte Jehovas mitgeteilt haben, etwa so, wie es war, als man einer leitenden Körperschaft blind gefolgt ist. Jehova allein ist würdig, angebetet zu werden, denn er ist der Urheber aller Dinge. Seine Geschöpfe tun nur ein gewisses Werk, das Jehova sie tun lässt!
Offenbarung 22:10, 11
Im Bibelbuch Daniel wird dem Schreiber mitgeteilt, dass er die Worte versiegeln soll (Daniel 12:4). Nun aber sollen die Worte dieses Bibelbuches nicht versiegelt werden. Was bedeutet das?
Die im Bibelbuch Daniel prophezeiten Dinge sollten sich erst in der Zeit des Endes erfüllen. Damals hätte niemand Nutzen gehabt, über die prophetischen Worte nachzusinnen. Heute hingegen können wir es verstehen, weil wir in den letzten Tagen leben. Die Offenbarung sollte jedoch von allen Christen als etwas betrachtet werden, was von aktueller Bedeutung ist (Offenbarung 1:3). Schon in den Tagen des Johannes waren die an die sieben Versammlungen gerichteten Worte hochaktuell. Es war die letzte Stunde, in der es vor der Zeit der abtrünnigen Christenheit noch intakte Versammlungen gab. Echte Christen sollten durch ihren Glauben leben. Sie sollten das Gericht Jehovas über die abtrünnigen Scheinchristen schon mit ihrem Glaubensauge sehen. Darum gab dieses Bibelbuch von Anfang an bis heute den echten Christen Trost und Hoffnung. Für die Scheinchristen ist es allerdings wie versiegelt.
Offenbarung 22:12-15
Auch diese Worte dienen den echten Christen, die unterdrückt worden sind, als wirklichen Trost. Denn für die Gerechten wird es gut ausgehen. Das Gericht wird für jeden Einzelnen völlig gerecht sein. Und die Gerechten können sich auf ihren Lohn freuen. Denn Jehovas Maßstab für Gerechtigkeit ist von Anfang an immer gleich geblieben. Wer Jehova immer näher kommen möchte und seine sündige Vergangenheit hinter sich lassen möchte, ist glücklich, denn er darf in der gerechten neuen Welt wohnen, in der es keine Bösen mehr gibt.
Offenbarung 22:16
Nun spricht Jesus selbst, um zu bestätigen, dass diese Visionen durch ihn vermittelt wurden. Jesus ist der hellglänzende Morgenstern, da er eine ganz neue Ära einleitet. Die neue Welt unter der Königreichsregierung ist wirklich etwas ganz Neues und von strahlender Herrlichkeit geprägt. Jesus ist auch die Erfüllung der Königreichsverheißung, die David gegeben wurde (2. Samuel 7:16).
Offenbarung 22:17
Die Einladung ergeht an alle Menschen. Alle Menschen, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind und hungern und dürsten nach Gerechtigkeit (Matthäus 5:3, 6), dürfen kostenfrei vom Wasser des Lebens nehmen. Sie dürfen Jehova und seine Gerechtigkeit kennenlernen und für immer in der von ihm geschaffenen neuen Welt leben. Die Erkenntnis und der Geist der neuen Welt werden durch echte Diener Jehovas verkündet und vermittelt.
Offenbarung 22:18-21
Durch diese Schlussworte wird angekündigt, dass dies der letzte Teil der inspirierten Schrift ist. Niemand ist berechtigt, noch irgendetwas hinzuzufügen. Natürlich darf auch nichts weggenommen werden. Die echten Christen sollten von nun an durch ihren Glauben an das vollständige Wort Gottes leben, bis der Christus kommt, bis sich alles erfüllt.
Autor: Bernd Oelschlägel, niedergeschrieben 2015-2018
CC-BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
Da der Autor diese Inhalte auch Menschen zugänglich machen möchte, die eine andere Sprache sprechen, ist dieser Beiträge mit CC-BY-SA 4.0 (siehe https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0) lizenziert. Wer eine andere Sprache spricht und den Wunsch hat, den wertvollen Aufschluss, den Jehovas Geist daher getragen hat, aus Liebe zu übersetzen und in anderen Sprachen zugänglich zu machen, der soll sich ermuntert fühlen, dies zu tun. Die verwendeten Zitate aus der Bibel oder anderen Quellen sind in der Regel in anderen Sprachen verfügbar. Sie beruhen auf das Zitatrecht bzw. Fair Use und sind auf die vorliegende Public License nicht anwendbar.