Babylon die Große ist gefallen!
Vor 500 Jahren hatte Martin Luther etwas getan, was von großer weltgeschichtlicher Bedeutung war. Damals war es die Praxis der Kirche, durch den sogenannten Ablasshandel viel Geld einzunehmen. Die Menschen haben geglaubt, dass ihre Kirche und die Geistlichen ihrer Kirche so viel Einfluss auf Gott hätten, dass sie sogar ihr Schicksal nach dem Tod beeinflussen könnten. Darum gaben die Menschen ihr Geld und sie wurden so von ihrer Kirche ausgebeutet.
Dagegen wendete sich Martin Luther und verlangte Kirchenreformen. Als der Papst ihm daraufhin eine Bannandrohungsbulle schickte, tat er noch etwas, das in geistiger Hinsicht eine große Sprengkraft hatte und die Reformation auslöste. Er verbrannte die Bannandrohungsbulle zusammen mit dem Kirchengesetzbuch und anderen Büchern seiner Gegner öffentlich. Damit wies er den Anspruch der Geistlichen und des Papstes zurück, Gottes Vertreter auf Erden zu sein, um im Namen Gottes jemanden zu beurteilen und zu verurteilen. Er vollzog die Trennung von Kirche und Gott. Er brachte durch diese Handlungsweise die Kirche selbst vor den Richterstuhl Gottes.
Ein Christ sollte in seinem Glauben völlig frei und niemandem Untertan sein. Er ist aber der Liebe und dem Dienst am Nächsten verpflichtet.
Die Reformation brachte allerdings im weiteren Verlauf Religionskriege und es entstanden viele kirchliche Gruppierungen. Man hielt auch an Beschlüssen der ersten ökumenischen Konzilien fest, die nach 300 u. Z. durch weltliche Machthaber ins Leben gerufen wurden. So vertrat man weiterhin die Dreieinigkeitslehre. Auch glaubte man immer noch an das Höllenfeuer. Und einige Reformatoren vertraten die Prädestinationslehre, dass Gott einige auserwähle und andere verwerfe und dass dies vorherbestimmt sei. Gott würde also Menschen nach ihrem Tod ewig in einer Feuerhölle quälen, außer solchen, die zum Heil prädestiniert seien. Gottesfürchtige Menschen wurden durch eine solche Lehre weiterhin eingeschüchtert und in Angst und Schrecken versetzt.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte sich ein junger Mann darüber Gedanken. Er schrieb in sein Notizbuch:
„Ein Gott, der seine Macht dazu gebrauchen würde, menschliche Wesen zu erschaffen, von denen er wusste, ja die er im Voraus dazu bestimmte, dass sie ewig gequält werden sollten, konnte weder weise noch gerecht oder liebevoll sein. Der Maßstab seines Handelns wäre niedriger als der vieler Menschen“ (siehe das Buch: „Die Suche der Menschheit nach Gott“ Kap. 15 S. 351 Abs. 15) [1].
Der junge Mann war Charles Taze Russell.
Die Frage war nun, lehrt die Bibel solche Dinge wirklich?
Auch Martin Luther hatte große Wertschätzung für die Bibel. Er übersetzte sie ins Deutsche und das in einer Sprache, die auch einfache Menschen verstehen sollten.
Charles Taze Russell nun gründete eine Bibelstudiengruppe, um die Bibel gründlich zu studieren und die Irrlehren der Kirchen zu entlarven. Er wollte der Sache auf den Grund gehen. Bereits vor ihm erkannte ein gewisser Henry Grew, dass die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele überhaupt keine biblische Lehre ist. Angeregt durch das, was andere bereits darüber herausgefunden hatten, kam diese Bibelstudiengruppe Woche für Woche zusammen, um weitere Erkenntnis über die echten Lehren der Bibel zu erhalten. Sie verstanden, dass viele Kirchenlehren, wie die Dreieinigkeitslehre, die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele und was damit in Verbindung gebracht wird, falsch und unbiblisch sind.
Sie verstanden auch, wo sie sich im Strome der Zeit befanden und dass nun die Zeit für ein Schlusszeugnis gekommen sei, bevor die vorhandene Weltordnung Gottes Königreich weicht. So wurden sie eifrige Königreichsverkündiger. Sie wurden damals als ernste Bibelforscher bezeichnet, da das ernsthafte Erforschen der Bibel ihr herausragendstes Merkmal war. Sie hatten verstanden, dass alle Kirchen der Christenheit vom rechten Weg der Wahrheit abgekommen waren [8] [43].
In der Bibel wird die fehlgeleitete organisierte Religion mit „Babylon“ oder „Babylon die Große“ bezeichnet. Schon protestantische Glaubensgemeinschaften wendeten diesen biblischen prophetischen Begriff „Babylon“ auf die katholische Kirche und das Papsttum an. Die Bibelforscher gingen noch weiter. Für sie waren alle Kirchen ein Teil Babylons. Sie lehrten darum, dass man sich von den Kirchen lossagen muss, in Übereinstimmung mit den Worten aus Offenbarung 18:4: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, … „.
Somit waren die Bibelforscher eine Bewegung von Menschen, die erkannt hatten, wie verkehrt die Kirchen der Christenheit sind und wie falsch sie von ihr belehrt wurden und dass sie von Gott verurteilt werden. Sie gingen aus den Kirchen, in denen sie sich befunden hatten, hinaus. Doch erkannten sie auch, dass sie dem biblischen Gebot, zusammenzukommen, um sich gegenseitig zu vortrefflichen Werken zu ermuntern, nachkommen sollten. So trafen sie sich oft in Privathäusern zum gemeinsamen Bibelstudium. Aber sie waren nicht mehr Teil der organisierten Religion (siehe das Buch „Gottes Königreich regiert“ Kap. 2 „Geht aus ihr hinaus, mein Volk“) [2].
Aus diesen Bibelforschern gingen die heutigen Zeugen Jehovas hervor. Es gibt mittlerweile über acht Millionen davon. Jeder, der ein Zeuge werden möchte, muss zuerst aus seiner Kirche, der er vorher angehört hat, austreten. Denn gemäß ihres Verständnisses sind die Kirchen ein Teil Babylons.
Wenden wir uns nun der Bibel zu. Sie enthält Ausdrücke, die eine übertragene Bedeutung haben und wir wollen die Symbolik verstehen. In der Bibel wird „Babylon die Große“ auch als „die große Stadt“ bezeichnet, weil sie eben ein organisiertes Gebilde ist. Eine Stadt steht auch für eine Organisation. Wer aus der Stadt hinausgegangen ist, also die Organisation verlassen hat, befindet sich in der sinnbildlichen Wildnis. Menschenmassen und besonders die, die sich in der organisierten Religion befinden, werden auch mit dem Begriff „Meer“ bezeichnet.
Wie könnte man die über acht Millionen Zeugen Jehovas bezeichnen? Sie haben die Kirchen der Christenheit verlassen, befinden sich also in der „Wildnis“. Wegen ihrer großen Zahl und weil sie einer Organisation angehören, sind sie wieder zu einem „Meer“ geworden. Somit wäre der Begriff „Meereswildnis“ auf sie anwendbar.
Und genau darum geht es in Jesaja Kapitel 21. Damit wollen wir unsere Bibelbetrachtung beginnen. Lenken wir den hellen Lichtstrahl einer Lampe auf diese „Meereswildnis“, um klar zu erkennen, was hier vor sich geht und wie der wahre Gott über sie urteilt. Die Lampe, die wir verwenden, ist die Bibel (Psalm 119:105)!
Jesaja Kapitel 21
Jesaja 21:1, 2
Die Worte „Belagere, o Medien“ erinnern an die Einnahme Babylons durch die Meder und Perser im Jahre 539 v. u. Z. Damals wurde Israel aus der Babylonischen Gefangenschaft befreit. Elam kam bereits vor diesem Datum in den Besitz Persiens. So konnte es sich an der Eroberung Babylons und der Befreiung der Israeliten beteiligen. Jehova hat dies so gelenkt. Denn sein Volk wurde durch Babylon schwer bedrückt. Nun soll alles Seufzen wegen dieser Bedrückung aufhören.
Genauso wurde Gottes Volk durch „Babylon die Große“, das ist die fehlgeleitete organisierte Religion, bedrückt. Es gab unsäglich viel Leid. Menschen, die sich der Kirche widersetzten, kamen vor das Inquisitionsgericht. Sie wurden gefoltert, in die Verbannung geschickt oder auf dem Scheiterhaufen als Verfluchte und von Gott Verworfene verbrannt. Man durfte lange Zeit die Bibel nicht selbst lesen und ein eigenes Verständnis erwerben. Die Kirchenlehren galten als heilig und man musste sich ihnen völlig unterwerfen. Die Gläubigen waren eingeschüchtert und sie hatten Angst vor der Hölle oder dem Fegefeuer. Schließlich kamen noch die Hexenverbrennungen und vieles andere hinzu. Um alles aufzuführen, könnte man sicher Bände füllen.
Glücklicherweise hat Jehova für Befreiung gesorgt. Eine kleine Gruppe ernster Bibelforscher erkannte klar, dass man sich von der Kirche trennen muss. Es kam zur Wiederherstellung der wahren Anbetung, so wie sie im ersten Jahrhundert praktiziert wurde. Schließlich rief man aus: „Babylon die Große ist gefallen“. Es wurde ein Buch mit diesem Titel veröffentlicht. Sie hat keinen Einfluss mehr auf Gottes Volk. Jeder kann aus der Kirche austreten und sich den Reihen der Zeugen Jehovas anschließen, um so als Jehovas Volk befreit zu sein. Jehovas Zeugen befinden sich schon im geistigen Paradies, hat man betont. Sie sind „in der Wahrheit“. Sie haben die Wahrheit erkannt, die frei macht (Johannes 8:32).
In der Bibel wurde dies vorausgesagt. Es wurde vorausgesagt, dass in diesen letzten Tagen die wahre Anbetung wieder aufgerichtet wird und dass Jehova eine Verwalterklasse, den sogenannten „treuen und verständigen Sklaven“, einsetzt (Matthäus 24:45-47). Wir gehen in den Predigtdienst, um so vielen Menschen wie möglich zu helfen, ebenfalls die Wahrheit zu erkennen und von Babylon der Großen befreit zu werden. Wir lasen ja, wenn wir die Bibel hier zur Hand nehmen:
Da ist eine harte Vision, die mir mitgeteilt worden ist: Der treulos Handelnde handelt treulos, und der Verheerer verheert. Steig hinauf, o Ẹlam! Belagere, o Mẹdien! Alles Seufzen ihretwegen habe ich aufhören lassen
Jetzt nur die Frage, warum sollte das eigentlich eine „harte“ Vision sein?
Jesaja 21:3, 4
Ich erinnere mich gut daran, dass Pia (einige Namen wurden aus Datenschutzgründen geändert), eine junge Glaubensschwester, immer ihren Hund Mara in den Predigtdienst mitnehmen wollte, an dem sie sehr hing. Sie wurde erst kurz zuvor in die Glaubensgemeinschaft wieder aufgenommen, nachdem sie einige Zeit ausgeschlossen war.
Ich fragte mich, warum sie nun ihren Hund mitnehmen wollte. Doch dann wurde es mir klar. So ein Geschöpf ist seinem Herrchen oder Frauchen ja immer treu. Und wenn es seinem Frauchen schlecht geht, dann geht es auch ihm schlecht. Nie würde so ein Geschöpf seinem Frauchen untreu werden, nur weil einige Menschen etwas gegen sie hätten. Aber Menschen sind da ganz anders. Sie meiden jemanden völlig, nur weil er aus ihrer Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen ist. Denn es ist ja bei Jehovas Zeugen so: wer von einem Rechtskomitee, bestehend aus mindestens drei Älteste der Versammlung, ausgeschlossen wurde, der „muss“ anschließend von allen gemieden werden. Selbst die engsten Familienangehörigen halten sich daran. Auf wen kann man sich da verlassen? Wer bleibt einem immer treu? Die eigenen Eltern, die Freunde aus der Versammlung? Leider nein! Die Mara natürlich, sie bleibt treu! Wie wunderbar selbst Tiere die Eigenschaften Jehovas widerspiegeln (Jesaja 1:3)!
Alles Seufzen ihretwegen habe ich aufhören lassen (Jesaja 21:2).
Ich erinnere mich gut an den Glaubensbruder, der von seiner Ehefrau, eine Glaubensschwester, verlassen wurde. Er fragte sich, wie das kommt, dass jemand, der vorgibt, ein Diener Jehovas zu sein, sich einfach nicht an das Eheversprechen halten möchte. Er selbst wollte sich ja an das Eheversprechen halten und sich deshalb unbedingt mit ihr wieder aussöhnen. Das kam für sie nicht infrage. Was ihn dann aus dem Gleichgewicht brachte, war, dass sie in überaus gutem Ruf blieb, er aber nicht. Aus Kummer trank er zu viel Alkohol. Er kam deshalb vor ein Rechtskomitee.
Seine Frau blieb in gutem Ruf. Durch ihre vielen Kommentare bei den Programmpunkten mit Publikumsbeteiligung in den Zusammenkünften konnte sie sich Geltung verschaffen und zeigen, welch vorbildliche Person sie ist. Sie hatte ja auch einige Personen durch ihren Predigtdienst in die Versammlung gebracht. Er kam damit kaum zurecht, zumal dann Älteste Hirtenbesuche bei ihm machten, um ihm zu erklären, dass er bereuen müsste, nur was? Und er soll eben auch Kommentare geben. Das alles hat ihn so mitgenommen, dass er ständig darüber nachdenken musste und zu keinem Ergebnis kam. Seine Gedanken drehten sich ständig im Kreis. Seine Zukunftshoffnung, einmal ewig im Paradies auf der Erde leben zu dürfen, wurde zur Horrorvision, wenn diese Leute und seine treulose Ehefrau auch im Paradies sein sollten.
Alles Seufzen ihretwegen habe ich aufhören lassen (Jesaja 21:2).
Nun möchte ich mich vorstellen. Man kennt mich aus dem Erwachet!-Artikel „Wissenschaft und Bibel haben mir geholfen, den Sinn des Lebens zu finden“ in der Erwachet!-Ausgabe vom 22.11.2005 S. 12-15 [3]. Ich schrieb gerade meine Doktorarbeit in Physik zusammen, als Glaubensschwestern der Zeugen Jehovas mich zu Hause besuchten, um mir zu erklären, wie Jehovas Zeugen auf das Datum 1914 kommen (siehe Artikel S. 13 „Ich fand Antworten in der Bibel“). Eine der Schwestern erklärte es mir so, dass ich es als Physiker logisch gut nachvollziehen konnte. Angeregt durch ihr Zeugnis, kam ich dann nach vielem Prüfen und Nachdenken zu dem Ergebnis, dass diese Dinge wahr sein müssen.
Wie es mit mir weiterging, steht in dem Erwachet!-Artikel. Aber wie ging es mit der Glaubensschwester weiter?
Sie stand gerade im Pionierdienst, das heißt, sie ging 1000 Stunden im Jahr predigen und war eine sehr eifrige Verkündigerin. Nur wenige Jahre später lernte sie Spanisch, um in die Dominikanische Republik zu gehen und dort im Pionierdienst zu stehen. Sie kam dann immer über die Sommermonate nach Deutschland, um etwas Geld zu verdienen und verbrachte die übrige Zeit dort und predigte die gute Botschaft von Gottes Königreich. Sie lebte hierbei von ihren Ersparnissen. Das tat sie einige Jahre.
Doch dann wurde sie im Herbst 2003 plötzlich von den Ältesten in der Versammlung dort angeklagt. Da sie sich mit alternativmedizinischen Methoden beschäftigte und ein paar Mittelchen an die Glaubensbrüder für ihre Gesundheit verteilte, wurde sie wegen Spiritismus beschuldigt. Sie erkundigte sich eigentlich vorher in der Literatur der Wachtturmgesellschaft, ob das, was sie tun wollte, akzeptabel sei. Sie wollte natürlich kein Spiritismus treiben und kam zum Ergebnis, dass die Sache in Ordnung sei. Doch das sahen die Ältesten anders. Sie wurde vor ein Rechtskomitee geschleppt. Nach ihren Worten wurde sie dort den ganzen Tag verhört und hat noch nicht einmal etwas zu essen bekommen, während die Ältesten sich abwechselten. Sie wurde zurechtgewiesen.
Ein halbes Jahr lang ging sie danach dort weiter in den Predigtdienst wie zuvor und hielt sich an alle Auflagen der Ältesten. Dann gab es ein weiteres Gespräch mit zwei Ältesten, das alles andere als erfreulich war, worauf sie dann fluchtartig das Land verlassen hat. Sie fürchtete auch, ausgeschlossen zu werden.
Obwohl man hier in ihrer Heimat nichts Unrechtes an ihr finden konnte, wurde sie für drei Jahre von Dienstaufgaben gesperrt. Zu Beginn sprach sie noch scherzhaft von einem Hexenprozess gegen sie. Aber als dann niemand richtig auf ihrer Seite stehen wollte, wurde sie depressiv. Trotzdem ging sie weiterhin viel in den Predigtdienst.
Alles Seufzen ihretwegen habe ich aufhören lassen (Jesaja 21:2).
Aber wir sind doch aus der geistigen babylonischen Gefangenschaft befreit worden, oder? Warum gibt es dann nur so viele üble Dinge? Waren nicht Hexenprozesse ein Bestandteil Babylons der Großen?
Der treulos Handelnde handelt treulos, und der Verheerer verheert (Jesaja 21:2).
Wie sehr hat man sich über das Zeugnis, das diese Verkündiger gaben, gefreut. Es war wie hell strahlendes Licht! Plötzlich verstand man, weshalb es so viel Leid in der Welt gibt, warum die heutige Zeit so außergewöhnlich ist. Ich hatte mir vorher schon Gedanken gemacht, was das für eine Zeitperiode in der Menschheitsgeschichte ist. Unglaublich schnelllebig ist diese Zeit, eine rasante technische Entwicklung. Menschen sind sogar auf dem Mond gewesen. Aber die Menschheit steht vor dem Abgrund. Denn man hat Atomwaffen aufgehäuft, mit der man das Leben auf der Erde per Knopfdruck auslöschen kann, und das durch Entscheidungen, die innerhalb von 30 Minuten getroffen werden müssen. Denn es bleibt nicht mehr Zeit bei Atomalarm, für die Gegenseite, die eigenen Atomwaffen abzuschicken.
Man hat die Erde ausgebeutet, holt in kürzester Zeit die ganzen Rohstoffe heraus. Und man bedroht durch die Umweltverschmutzung den Lebensraum. Auch leben immer mehr Menschen auf der Erde, eine gewaltige Bevölkerungsexplosion. Das sind doch außergewöhnliche Zeiten. Das muss doch so etwas wie eine Zeit des Endes sein.
Und dann die Erklärung aus der Bibel. Wir leben in den letzten Tagen, das geht eindeutig und beweisbar aus der Bibel hervor. Die Bibel ist Gottes inspiriertes Wort. Alles wurde in diesem alten Buch vorausgesagt.
Auch über die Machenschaften der Kirchen machte ich mir viele Gedanken. Es gab das Inquisitionsgericht und sogar wahrheitsliebende Menschen, Wissenschaftler wie Galileo Galilei, wurden verurteilt. Auch hier lernte ich aus der Bibel, dass die Kirchen der Christenheit von Gott selbst verurteilt sind. Denn sie sind Babylon die Große.
Und nun, was soll man sagen, bei all den schlechten Dingen, die man gerade hier erlebt? War es nicht vielleicht doch nur eine Dämmerung, zu der es mich hingezogen hat? Wenn man in einer dunklen Welt lebt, erscheint schon das Licht einer Dämmerung sehr hell. Aber weil man auf der einen Seite glauben soll, dass dies Jehovas Organisation ist, die er führt und dann solche Ungerechtigkeiten geschehen, ist mir diese Dämmerung zum Beben gemacht worden gemäß Jesaja 21:4.
Unser Schöpfer und Lebengeber ist doch nicht ungerecht. Er wird doch mit seinen eigenen Dienern gerecht umgehen! Wie kann es sein, dass jemand, der seine ganze Zeit und Kraft für seinen Arbeitgeber einsetzt, dann von diesem nur geschlagen wird? Wenn der wahre Gott das so vertreten würde, dann wäre der Maßstab seines Handelns niedriger als der vieler Menschen.
Aber wie ist es, wenn sich eine Gruppe in der Dämmerung an einer Weggabelung befindet und keiner so richtig sieht, wo der Weg weitergeht. Da mag einer in der Gruppe besonders selbstbewusst auftreten, und da er anscheinend bessere Augen hat und den Weg deshalb sieht, geht er mutig voraus. Die Anderen folgen ihm dann in der Hoffnung, recht geführt zu werden. Und genauso laufen alle, die zu dieser Organisation gehören, ihrer leitenden Körperschaft hinterher. Sie ist ihr König und ihr „Schild“:
Jesaja 21:5, 6
In einer Zusammenkunft läuft alles nach Plan ab und man wird geistig ernährt. Die Ältesten organisieren alles. Am Ende spricht ein Ältester ein Gebet und preist die leitende Körperschaft, den „treuen und verständigen Sklaven“. Er dankt Jehova für diesen „Sklaven“. In manchen Versammlungen findet einmal im Monat eine besondere Zusammenkunft statt, bei der man die Monatssendung auf jw.broadcasting anschauen kann, die meist von einem Glied der leitenden Körperschaft moderiert wird. Das ist wie ein Festtag. Manchmal bringt jemand auch Kuchen mit. Am Ende der Sendung klatschen alle in die Hände und preisen ihr „Schild“, die leitende Körperschaft. Sie ist ihr gesalbter König. Wehe, wenn jemand sich kritisch äußert!
Was soll ich tun? Ich werde alles genau beobachten. Besonders wichtig ist mir die Antwort auf die Frage, wie Jehova das sieht. Darum studiere ich intensiv die Bibel, weil es Gottes Wort ist (Habakuk 2:1-3). Und zu welchem Ergebnis bin ich dann gekommen?
Jesaja 21:7
Wie war es denn mit den Kirchen. Ihre Geistlichen waren die Bibellehrer. Und sie schüchterten die Menschen mit der Bibel als Autorität ein.
Doch was konnte man bereits mithilfe eines Bibelstudiums mit Jehovas Zeugen feststellen?
Obwohl die Bibel von den Kirchen gebraucht und als ihr religiöses Buch betrachtet wird, werden sie selbst von dem Wort aus der Bibel entlarvt und verurteilt. In Offenbarung Kapitel 18 wird vieles gesagt, was direkt auf die Kirchen zutrifft und dass Jehova sie richtet. Das ermunterte mich von Anfang an.
Ich sagte mir, man wird selbst diese Organisation, in der Jehovas Zeugen organisiert sind, mit der Bibel in der Hand verurteilen, wenn diese die Bibel missbrauchen würden, um über andere Macht auszuüben. Und genau so ist es auch! Jehova selbst wird Krieg gegen diese Organisation führen, das heißt, gegen „Babylon die Große“.
Das muss dann zu einer passenden Zeit öffentlich verkündet werden:
Jesaja 21:8-10
Zu einem passenden Zeitpunkt werde ich all die Ergebnisse meines Bibelstudiums, durch das die Wahrheit durch genaue Beweisführung ermittelt werden soll und das durch diesen Bibeltext legitimiert wird, veröffentlichen. Das wird nicht jedem gefallen. Aber dann wird man erkennen, wer wirklich auf der Seite Jehovas steht und wer gegen den wahren Gott ist. Durch seine Reaktion auf die Botschaft wird man es erkennen.
Und genau um diese Botschaft geht es in der vorliegenden Bibelbesprechung. Wem dies nicht gefällt, der sollte sich im Klaren sein, dass es um Jehovas Wort geht. Jehova selbst hat diese Dinge geredet. Denn fast das ganze Bibelstudienwerk besteht aus Vers-für-Vers-Betrachtungen aus der Bibel. So soll Gottes Wort reden. Die Erklärungen geben lediglich Hinweise, wie es richtig anzuwenden ist. Da ganze Bibelpassagen versweise besprochen werden, kann nichts aus dem Zusammenhang gerissen werden. Es stimmt mit dem Kontext überein. Die ganze Schrift wird zurate gezogen, denn sie ist nützlich zum Richtigstellen der Dinge (2. Timotheus 3:16) und Querverweise werden aufgezeigt. Und jeder kann selbst prüfen, ob sich diese Dinge so verhalten (Apostelgeschichte 17:10, 11).
Es ist für einen Menschen unmöglich, im Voraus zu wissen, was auch nur die nächsten Jahre bringen. Doch die Worte aus der Bibel, um die es hier geht, sind schon vor mehr als 1900 Jahren aufgeschrieben worden, die Worte aus dem Bibelbuch Jesaja schon vor über 2500 Jahren. Nun kann sich jeder davon überzeugen, wie genau sie heute auf die Verhältnisse innerhalb der Christenversammlung zutreffen! Daran kann man erkennen, wie gut Jehova uns Menschen kennt und wie genau er in der Lage ist, alles so lange im Voraus zu wissen.
Der wahre Gott soll darum hoch erhoben werden. Sein Name soll geheiligt werden. Sein Name im Hebräischen „JHWH“ heißt übersetzt etwa: „Er veranlasst zu werden“. Und wir können nun prüfen. So, wie er es vorausgesagt hat, ist es geworden oder wird noch werden. Alles, was er sich vorgenommen hat, wird er ausführen. Alles, was er lange im Voraus angekündigt hat, wird in Erfüllung gehen.
Dieses Bibelstudienwerk und das damit verbundene geistige Licht kommen nicht von der Organisation, nicht von der leitenden Körperschaft oder dem „treuen und verständigen Sklaven“. Es kommt gemäß der biblischen Wortwahl aus der „Wildnis“ (Jesaja 32:16; 35:6)! Viele Glaubensbrüder merken nicht, dass ihre Organisation von Jehova gerichtet worden ist. Sie sind vielleicht gerade eifrig mit Aktivitäten für die Organisation beschäftigt. Manche sind buchstäblich am Weiterziehen, indem sie in eine andere Stadt oder ein anderes Land ziehen, um dort Zeugnis zu geben und einer anderen Versammlung zu dienen. Das Gericht Jehovas muss sie dann völlig überraschen. Darum heißt es ja in Vers 1:
Wie Sturmwinde im Süden beim Weiterziehen kommt es von der Wildnis her, aus furchteinflößendem Land.
Aber dieses Bibelstudienwerk stellt eine genaue Beweisführung dar, dass Babylon die Große wirklich gefallen ist und dass der wahre Gott all die gehauenen Bilder ihrer Götter zur Erde geschmettert hat. Denn er hat all ihren Götzendienst durch die Worte aus der Bibel entlarvt.
In den folgenden versweisen Besprechungen der Bibeltexte wird meist auf die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift in der nicht revidierten Fassung (NWÜ © 1985, 1989)[4] Bezug genommen, da sie bei Jehovas Zeugen lange Zeit verwendet wurde. Wird in der Besprechung direkt auf den Wortlaut der NWÜ verwiesen, wird dies durch Schrägschrift hervorgehoben. Natürlich kann der Leser auch jede andere Übersetzung oder die neue NWT [47] verwenden. Jeder sollte in seiner eigenen Bibel nachsehen, ob sich die Dinge so verhalten. Doch das ändert natürlich nichts an der Bedeutung der Bibeltexte, denn das „Original“ bleibt gleich. Es sind nur verschiedene Übersetzungen, was normalerweise zu unterschiedlichen Formulierungen führt. Bei Schriftpassagen, die in der NWÜ missverständlich formuliert sind, wird auch aus anderen Bibelübersetzungen zitiert.
Jesaja 21:11, 12
Gemäß 1. Mose 25:14 ist Duma ein Sohn Ismaels und Seir steht für Edom (1. Mose 32:3), dessen Stammvater Esau war. Beide haben eines gemeinsam. Sie stammen von Abraham ab, dem Freund Jehovas. Sie sind aber nicht Erbe der Verheißung. Da Jakob, nicht Esau, das Erstgeburtsrecht und den Segen erhielt und zum Sohn der Verheißung wurde, war Esau eifersüchtig und es bestand Feindschaft. Auch später erwiesen sich die Nachkommen Esaus als erbitterte Feinde Israels, obwohl sie doch miteinander verwandt sind.
Genauso haben sich die Vertreter der Christenheit, die zu Babylon der Großen wurde, stets als Feinde von Menschen erwiesen, die die Wahrheit liebten und Jehova in Geist und Wahrheit anbeten wollten (Offenbarung 18:24; Johannes 4:24).
Diese Dinge haben schon die ernsten Bibelforscher klar erkannt. Auf der Titelseite einer früheren Wachtturmausgabe war dieser Bibeltext abgedruckt worden zusammen mit einem abgebildeten Wachtturm. Sie verstanden sich als Wächterklasse und gaben allen Menschen über die prophezeiten Dinge Zeugnis (siehe der Wachtturm vom 01. 10. 1980 S. 5 „Wächter, wie weit ist’s in der Nacht?“)[44].
Auch Geistlichen wurde ein deutliches Zeugnis gegeben über das Gericht Jehovas an der Christenheit. Da die letzten Tage angebrochen sind, sollte die Nacht, die geistige Finsternis, innerhalb von Gottes Volk bald weichen. Die ernsten Bibelforscher wurden auch „Millennium-Tagesanbruch-Leute“ genannt.
Doch in diesem Bibeltext wird erklärt, dass nicht nur der Morgen kommen muss, sondern auch die Nacht! Die Wächter-Klasse, die Herausgebers der Zeitschrift „der Wachtturm“, wollte nun genau achtgeben, wie die Welt und die Christenheit in immer tiefere Finsternis gerät bis zum Gericht Jehovas.
Nun aber kam die geistige Nacht, weil auch die Organisation, in der Jehovas Zeugen organisiert sind, wieder vom rechten Weg abkam und babylonisch wurde.
Interessanterweise wird in der Fußnote der Studienausgabe der NWÜ [4] „Duma“ auch mit „Schweigen“ wiedergegeben. Sie haben bei all den Entwicklungen, die es in den Versammlungen gab, geschwiegen. Auf die Frage, warum es immer mehr Ungerechtigkeiten und Probleme innerhalb der Versammlung gibt, haben sie keine Antwort gegeben, obwohl sie doch die Wächterklasse sein wollten!
Nun kommen wir zu einem weiteren prophetischen Spruch. Uns erschließt sich das Bibelbuch Jesaja, wenn wir uns die sinnbildliche Bedeutung und Sinngebung der erwähnten Personen, Völkern, Städten und anderen Begriffen klar machen. Die folgenden Bibeltexte beziehen sich nicht auf buchstäbliche arabische Völker. Darum wollen wir nun das richtige Verständnis dieser Bezeichnungen kennenlernen:
Jesaja 21:13-15
Dedan ist ein Enkel Abrahams von seiner späteren Frau Ketura. Tema wurde zeitweilig zur zweiten Hauptstadt Babylons gemacht, nahe bei Dedan. Er ist auch einer der Söhne Ismaels, also auch ein Enkel Abrahams, aber von seiner Nebenfrau Hagar. Auch Kedar (siehe unten) ist ein Sohn Ismaels. Hier geht es also um Personen, die alle Söhne Abrahams sind, dem Freund Jehovas, der von Jehova eine Verheißung empfangen hatte (Jakobus 2:23; Galater 3:18; 4:22, 23; ). Doch sie sind nicht die Erben der Verheißung, auch wenn sie vielleicht stolz waren, dass Abraham ihr Vorvater war.
Und so gibt es auch heute Personen, die Teil der Christenversammlung sind und darauf sehr stolz und siegesgewiss sind. Sie übernehmen in der Christenversammlung sogar die Führung und präsentieren sich äußerst glanzvoll. Doch sie zeigen durch ihre verkehrte Einstellung, dass sie nicht wirklich zu denen gehören, die Jehova in Geist und Wahrheit (Johannes 4:24) anbeten. Wenn das Gericht an der Organisation kommt, dann wird es aus sein mit ihrer Herrlichkeit. Sie werden auch fliehen müssen wegen einer bedrohlichen Niederlage in ihrem Kampf und ihrer geistigen Kriegführung. Aber wann wird es soweit sein und wie wird sich diese Prophezeiung konkret erfüllen?
Jesaja 21:16, 17
Nun wollte ich noch kurz erzählen, wie es mit mir weiterging. Ich arbeitete zu der Zeit, als der Erwachet!-Artikel erschien, im deutschen Zweigbüro, in Selters (wie im Artikel erwähnt). Im Herbst 2015 bekam ich dann, gemeinsam mit vielen anderen, Bescheid, dass ich das Bethel (Zweigbüro der Zeugen Jehovas) verlassen sollte. Man schickte gerade die meisten, die über 50 Jahre alt waren, hinaus. Doch ich hatte ein Großteil der Bibelstudien schon fertiggestellt. Und während ich einer Teilzeitbeschäftigung von 30 Stunden in der Woche nachging, blieb noch genug Zeit übrig, um die Bibelstudien fertig schreiben zu können.
Ich ging auch in eine neue Versammlung in Stuttgart. Dort wunderte ich mich ständig über die geistige Blindheit und die Heuchelei. Man konnte aber nichts sagen, um nicht gleich für böse erklärt zu werden. Ein Glaubensbruder hat mich dann auch gleich in der Ältestenschaft denunziert, weil ich ihm einmal ein ehrliches und deutliches Wort gesagt hatte.
Normalerweise hatte ich immer Eifer, aus eigenem Antrieb Jehova zu dienen und Dienstaufgaben anzunehmen. Denn die Liebe des Christus drängt einen dazu (2. Korinther 5:14)! Doch nun, unter solchen Verhältnissen, war alles wie aus Zwang, wie die Arbeit eines Lohnarbeiters, der nur arbeitet, weil er seinen Lohn bekommt. Denn ich wusste, dass ich noch auf Jehova warten musste. Doch Jehova gab mir zu verstehen, dass es nur noch für ein Jahr sein müsste (die prophetischen Zeiten werden in den Abhandlungen „Nationen“ und „Die zwei Zeugen“ erklärt). Und so blieb ich ganz ruhig und provozierte niemanden mehr. Jehova hält sich an seine Zeiten und dann werde ich auch reden können.
Ein Jahr später war es dann in Russland Wirklichkeit, als das Werk dort im April 2017 verboten wurde. Ich wusste, dass dies der Anfang vom Ende sein muss. Denn dies bedeutet keine Verfolgung durch den Samen der Schlange (1. Mose 3:15), sondern ist Ausdruck des Gerichts Jehovas an der Organisation, wie wir noch sehen werden (Klagelieder 1:21).
Und als das Urteil über das Verbot dann am 18.07.2017 durch das Oberste Gericht Russlands bestätigt wurde, verließ die ganze Delegation der Zeugen Jehovas, die nach Moskau zur Verhandlung angereist war, Russland fluchtartig. Zu der Delegation gehörte auch Mark Sanderson, ein Glied der leitenden Körperschaft. In dem Video „Mark Sanderson: Russischer Kongress — Reisebericht“ [41] schilderte Mark Sanderson die Situation, die sich ergeben hatte. Sie mussten nach der Urteilsverkündung völlig ungeplant noch am selben Abend das Land verlassen. Das riet ihnen jedenfalls die Rechtsabteilung der Weltzentrale der Zeugen Jehovas dringend. Sie hatten aber keine Flugtickets. Da kam ihnen die Weltzentrale in Warwick zu Hilfe, indem sie ihnen per E-Mail die Tickets zusandte. Mit dem letzten Flugzeug konnten sie dann nach Lettland ausreisen. Sie kamen dort nachts an. Weitere Einzelheiten darüber, wo sie dann übernachtet hatten und wie es weiterging, wurde nicht berichtet.
In der Übersetzung „Hoffnung für alle“ wird Jesaja 21:13-15 folgendermaßen wiedergegeben [42]:
Dies ist Gottes Botschaft über Arabien: Ihr Dedaniter müsst mit euren Karawanen in der Wildnis der arabischen Steppe übernachten. Ihr Bewohner der Oase von Tema, bringt doch den durstigen Wanderern Wasser! Geht den hungrigen Flüchtlingen mit Brot entgegen! Sie sind auf der Flucht vor den bewaffneten Feinden, vor ihren gezückten Schwertern und gespannten Bogen, vor den Schrecken des Krieges.
Die Dedaniter stehen also für die Delegation, die Moskau fluchtartig verlassen musste. Die Oase von Tema steht für die Weltzentrale der Zeugen Jehovas in Warwick. Sie (die Bewohner der Oase von Tema) mussten also ihren Glaubensbrüdern bei der Flucht helfen, indem sie ihnen die Flugtickets („Brot“) besorgten. Diese Glaubensbrüder, die normalerweise davon überzeugt sind, dass Jehova, der Schöpfer des Universums, auf ihrer Seite steht, um mit ihrer Hilfe seine Organisation zu leiten, sind wegen der Niederlage vor Gericht sozusagen vor den bewaffneten Feinden geflohen. Sie mussten dann völlig ungeplant in Litauen übernachten.
Ja, diese „Dedaniter“ mit ihrer „Oase von Tema“ sind nicht Erben der Verheißung! Denn sie arbeiten für eine von Menschen geleitete Organisation, ähnlich wie es das alte fleischliche Israel war. Sie sind nicht geistige Nachkommen von der „Freien“, von Sara. Sie sind geistige Nachkommen der „Unfreien“, von Hagar, Abrahams Magd oder von seiner späteren Frau Ketura (Lies Galater 4:22-26)!
Was ist denn mit dir …?
Jesaja Kapitel 22
Eine Vers-für-Vers-Betrachtung
Jesaja 22:1
Das Tal der Vision ist der Ort, an dem man Jehova anbetet, indem man an seine Verheißungen glaubt und die gute Botschaft verkündet. Eigentlich befinden sich diejenigen, die von Jehova recht belehrt worden sind, auf einem Berg, dem Berg Jehovas (Jesaja 2:3). Doch hier ist von einem Tal die Rede. Warum? Man hat zwar die Lehren der Kirchen der Christenheit infrage gestellt und viele falsche Lehren entlarvt und zurückgewiesen. Doch der eigenen Organisation gegenüber ist man ergeben und stellt nichts infrage. Man lässt sich führen, ohne selbst etwas kritisch zu hinterfragen.
Dann kommen viele Veränderungen innerhalb der Organisation, die man nicht wirklich versteht und deren Ausgang man nicht wirklich kennt. Ein Kongressredner hat es einmal so formuliert: „Wir wissen durch die Bibel, was in tausend Jahren sein wird. Aber was in vierzig Jahren ist, wissen wir nicht“. Damit wollte er sagen, durch die Bibel wissen wir ja, dass wir in tausend Jahren am Ende der tausendjährigen Königreichsregierung stehen und die Schlussprüfung gemäß Offenbarung 20:7, 9 kommt. Aber ob in vierzig Jahren immer noch die alte Welt besteht oder der Tag Jehovas schon kam, das wissen wir nicht. Das bedeutet, dass eine Vision klar vorhanden ist. Aber man hat keinen Überblick, was die nächsten Jahre bringen, genauso, wie man in einem Tal nicht weit blicken kann (vergleiche Jesaja 28:1).
Nun tun sie etwas, was zum Wundern Anlass gibt. Sie sind alle gemeinsam in sinnbildlicher Hinsicht auf die Dächer gestiegen, um falsche Götter zu preisen, wie die Israeliten dies früher auch schon getan haben (Jeremia 19:13; Zephanja 1:5). Sie verneigen sich tief vor der leitenden Körperschaft, dem „treuen und verständigen Sklaven“. Warum tun sie das nur? Denn sie sind doch eigentlich recht belehrt worden. Sie wissen doch, wie Jehova über Götzendienst denkt. Sie haben die Wahrheit verstanden. Oder wurde ursprünglich je gelehrt, dass man einer Geistlichenklasse ergeben sein sollte? Ist nicht Jehova der Gott, der als Schöpfer und Lebengeber zurecht ausschließliche Ergebenheit fordert?
Jesaja 22:2, 3
Weil sie sich über die biblische Wahrheit und die Befreiung von Babylon der Großen sehr gefreut haben, waren sie wie eine frohlockende Stadt. Freudig ruft man aus: „Wir sind in der Wahrheit“. Dies wird hier aber als Rückblick beschrieben. Denn diese Dinge fanden ein jähes Ende. Was ist passiert? Es war keine militärische Niederlage. Trotzdem sind diejenigen, die die Führung in der Organisation übernahmen, plötzlich geflohen. Sie werden hier als Diktatoren bezeichnet, weil sie bedingungslose Unterordnung verlangt haben.
Jesaja 22:4-6
Als mir klar wurde, wie verheerend der Zustand der Organisation geworden ist, musste ich mich zum Bibelstudium allein zurückziehen. Ich wollte nicht unter Druck gesetzt werden, aus Loyalität gegenüber der Organisation alles schön reden zu müssen. Ich war einfach sehr traurig über die Entwicklungen! Denn ich wusste, dass der Tag kommen muss, an dem sie nicht mehr weitermachen können und Jehova alles ins Gericht bringt.
Es ist ein Tag der Verwirrung, Zertretung und Bestürzung. Das, was vorher die klare Überzeugung zum Ausdruck gebracht hat, hat nun eine große Verwirrung bewirkt. Ihre Vorstellungen waren doch nicht auf die genaue Erkenntnis der Wahrheit gegründet. Ihre Lügen werden plötzlich aufgedeckt. Die geistigen Mauern werden zertrümmert.
Die geistigen Angreifer und Widersacher kommen aus unerwarteter Richtung, wie wenn sie aus fernen Ländern kämen. Denn Kir und Elam sind Länder, die von Israel weit entfernt zu sein scheinen (siehe das Buch „Die Prophezeiung Jesajas – Licht für alle Menschen 1“ Kap. 18 S. 235 Abs. 9) [5]. Doch Elam wurde ja schon in Jesaja 21:2 erwähnt. Es müssten ja gerade diejenigen sein, die schon als ernste Bibelforscher und Zeugen Jehovas auf das Gericht gegen Babylon die Große hingewiesen und feurige Gerichtsbotschaften erhoben haben! Und nun hat man ihren „Schild“, die leitende Körperschaft, entblößt. Das bringt viele in Verwirrung! Die Glieder der Christenversammlung sind bestürzt und schreien um Hilfe. Sie hofften doch, dass ihre bergähnlichen organisatorischen Einrichtungen sie beschützen würden. Auf sie hatten sie ja in götzendienerischer Art und Weise vertraut.
Jesaja 22:7, 8
Ja alle, die wirklich auf der Seite Jehovas stehen, werden nun nicht mehr schweigen, wie sie in der Vergangenheit durch ihre Diktatoren zum Schweigen gebracht wurden. Sie werden Stellung beziehen. Die Dinge müssen richtiggestellt werden. Die Abschirmung Judas sind die Lehren, die bewirkt haben, dass alle aus Gottesfurcht der Führung ergeben blieben. Und so war die Organisation praktisch uneinnehmbar. Diejenigen, die vorher nur wie Reitpferde gehorsam den Anweisungen der Ältesten folgen mussten, um ihren Dienst zu tun, sollen nun aktiv werden und Stellung gegen ihre Herren beziehen und sie richten.
Nun wird als Nächstes beschrieben, wie es zu diesem katastrophalen Ausgang gekommen ist und warum Jehova diese Entscheidungen getroffen hat, sein Volk zu richten.
Jesaja 22:8-11
Man hat die Mauerrisse, die vielen Ungereimtheiten in Jehovas Organisation, durchaus gesehen. Doch wie hat man darauf reagiert? Hat man bereut und ist umgekehrt, wie es in Jesaja 30:15 empfohlen wird? Nein, man hat das getan, was in Jesaja 30:16 angedeutet wird. Man sammelte die geistigen Wasser, indem man mit vielen Artikeln, Videos und Berichten die Vorzüglichkeit der Organisation und ihre glorreiche Geschichte hervorgehoben hat. Sogar Häuser hat man niedergerissen, indem man Betheleinrichtungen (Zweigbüros der Zeugen Jehovas) geschlossen hat und Bezirksaufseher abgeschafft hat. Und man hat in den Ältestenschaften und im Bethel Ältere durch Jüngere ersetzt. Die Älteren wissen vielleicht zu viel und könnten gefährlich werden. Die Jungen haben keinen Überblick und machen naiv alles mit.
Man hat wirklich ein Sammelbecken angelegt. Eine immer größer werdende Zahl von Videos und andere Beiträge mit einer riesigen Menge an Erfahrungsberichten mit neuen und vor allem früheren Erfahrungen, die man mit Jehova und im Dienst für Jehova gemacht hat. Und dieses Sammelbecken befindet sich sozusagen zwischen den Mauern, denn es ist über das Internet abrufbar. Die Glaubensbrüder machen Gebrauch von dem Angebot, um sich erbauen und belehren zu lassen. Einige Beiträge werden in Versammlungszusammenkünften verwendet und gezeigt (also innerhalb der Mauer). Aber auch Außenstehende, die nie Kontakt mit Jehovas Zeugen aufgenommen haben, können sich diese Beiträge jederzeit anonym über das Internet ansehen (also gleichzeitig außerhalb der Mauer).
Ob das auch Jehova gefällt, das fragte man nicht. Und man achtete natürlich nicht darauf, wie Jehova das Gericht an Babylon der Großen vollstrecken möchte und wie gerade durch die Dinge, die getan werden, biblische Prophezeiungen in Erfüllung gehen. Was hätte man aber stattdessen tun sollen?
Jesaja 22:12, 13
Der eine oder andere mag zwar einwenden, er hätte nichts ändern können, weil er einfach zu wenig Macht gehabt hatte. Doch eines hätte man unbedingt tun müssen, als man die vielen Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten gesehen hat. Man hätte trauern müssen! Jehova forderte uns auf, zu trauern, weil böse Dinge in der Organisation geschehen und wir Zeugen dieser Dinge geworden sind (Joel 1:8, 13-14). Stattdessen wird gefeiert und man preist weiter die Organisation, klatscht in die Hände wegen der neuen Videobeiträge. Man findet die Neuerungen sogar gut und unterstützt die Organisation sogar mit noch größerem Eifer, als man dies früher getan hat. Darauf kann Jehova einfach nicht mit wohlwollen reagieren:
Jesaja 22:14
Und gerade deshalb muss das Gericht kommen. Wenn wir unsere Sünden bereuen, reagiert Jehova ja barmherzig und vergibt. Aber wenn wir durch die oben beschriebenen Handlungen zeigen, dass wir nichts bereuen wollen, sondern alles recht und gut finden, wie es geworden ist, dann muss Jehova für ein jähes Ende sorgen.
Ich erwähnte schon die Glaubensschwester, die in der Dominikanischen Republik im Pionierdienst stand und dann wegen Falschanklagen durch die Ältesten fluchtartig das Land verlassen musste (siehe Kapitel „Babylon die Große ist gefallen!“). Ab Sommer 2009 machte ich mir viele Gedanken um sie. Sie wurde für das Unrecht, das man ihr angetan hatte, nie entschädigt oder richtig rehabilitiert, auch wenn sie nun wieder formal im Pionierdienst stand (der Pionier geht 70 Stunden im Monat predigen, natürlich unbezahlt), aber große Schwierigkeiten hatte, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Ich dachte darüber nach, dass Jehova ja nur jemandem vergeben kann, wenn er aufrichtig bereut und umkehrt. Also sagte ich mir, es muss noch eine Wiedergutmachung von der Organisation kommen, damit Jehova der Organisation vergeben kann. Vielleicht kann ich ja einen Beitrag dazu leisten. Da sie eine hervorragende Verkündigerin ist mit viel Erfahrung, könnte man sie wenigstens in den Sonderpionierdienst (ein Sonderpionier wird finanziell unterstützt, sodass für seinen Lebensunterhalt gesorgt ist) senden, sodass sie eine Zuwendung von der Organisation erhält und ihr guter Ruf wieder völlig hergestellt wird.
Nun aber erfuhr ich, dass sie gerade ein neues Rechtskomiteeverfahren hatte und noch mal zurechtgewiesen wurde. Sie ging nämlich vorher zu den Ältesten, um eine Sünde zu „beichten“ (eigentlich gibt es bei Jehovas Zeugen keine Beichte, aber man soll zu den Ältesten gehen und ihnen alles sagen), die sie in der Zeit ihrer schweren Depressionen begangen hatte. Diese Zurechtweisung wurde öffentlich in der Versammlung bekannt gegeben, sodass man ihren Ruf weiter schädigte. Von manchen wurde sie schon gemieden. Ich machte ein Fotoalbum für sie, in dem ich mit Bildern, Erklärungen und Bibeltexten klar machte, dass sie in meinen Augen vorbildlich ist und dass sie auch den Lohn von Jehova erhalten müsste, den Jesus den Verfolgten in Aussicht stellt. Denn in Matthäus 5:11, 12 heißt es (NWÜ):
Glücklich seid ihr, wenn man euch schmäht und euch verfolgt und lügnerisch allerlei Böses gegen euch redet um meinetwillen. Freut euch, und springt vor Freude, da euer Lohn groß ist in den Himmeln; denn ebenso verfolgte man vor euch die Propheten.
Am 22. Januar 2010 brachte ich es in die Versammlung mit und sammelte Unterschriften, um es dann ihr zu überreichen. Auf diese Weise erhielten dann alle in ihrer Versammlung Zeugnis. Denn wenn man von Ältesten verfolgt wird, reagiert man nicht so, wie es in Matthäus 5:11, 12 gesagt wird, sondern man fühlt sich von Jehova geschlagen und gedemütigt, weil sie wie seine Stellvertreter angesehen werden. Diese Dinge müssen richtiggestellt werden, um Jehova auf annehmbare Weise dienen zu können (siehe Daniel 8:14; ich merkte erst später, dass die Zeitspanne zwischen dem Beginn der Falschanklagen und dem Sammeln der Unterschriften für das Fotoalbum genau 2300 Tage betrug).
Sie durfte wegen der Zurechtweisung ein ganzes Jahr keine Kommentare in der Versammlung geben. Als nun dieses Jahr um war und sie zwar wieder Kommentare geben durfte, aber von echter Rehabilitation keine Spur vorhanden war, da machte mir Jehova gemäß Jesaja 22:14 endgültig klar, dass er der Organisation nicht vergeben würde. Jetzt wusste ich, dass es mit der Organisation zu Ende gehen muss. Dies hat weitere schwerwiegende Konsequenzen, denn in 2. Timotheus 2:25 heißt es:
… der mit Milde die ungünstig Gesinnten unterweist, da Gott ihnen vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt, …
Da Jehova der Organisation offenkundig keine Reue gewährt hat, kann von dieser Organisation spätestens von diesem Zeitpunkt an auch keine genaue Erkenntnis der Wahrheit mehr kommen. Deshalb wusste ich, dass ich nun keine Erwartungen mehr für „helleres geistiges Licht“ durch die Veröffentlichungen der Wachturmgesellschaft oder des „treuen und verständigen Sklaven“ hegen darf. Ich fing an, selbst nach mehr geistigem Licht zu suchen und intensiv in der Bibel zu forschen und die Forschungsergebnisse aufzuschreiben. So sind diese hier vorliegenden Bibelstudien und Vers-für-Vers-Betrachtungen entstanden.
Nun kommen wir zu einem prophetischen Drama, durch das diese Dinge, die geschehen sollen, nochmals bestätigt werden (Jesaja 22:15-25).
Was hat es mit Schebna und Eljakim auf sich?
In diesem prophetischen Drama geht es um zwei Personen, Schebna und Eljakim, die beide Amtspersonen sind. Schebna geriet in Unehre und wurde zunächst durch Eljakim ersetzt. Es geht aber nicht einfach nur um eine Personalentscheidung in Bezug auf zwei Amtspersonen in Jesajas Tagen. In dem Buch „Die Prophezeiung Jesajas“ Band 1 [5] (siehe Bilder auf Seite 241 und 242) wird Schebna mit der Geistlichkeit der Christenheit verglichen und Eljakim wird mit der treuen Verwalterklasse, dem „treuen und verständigen Sklaven“ aus Matthäus 24:45-47 in Verbindung gebracht. Und nun betrachten wir, wie sich diese Prophezeiung an den zwei Gruppen erfüllt:
Jesaja 22:15-19
Selbst in Zeiten, nachdem die Kirche durch die Reformation schon geteilt wurde und man die schlechten Wege, die das organisierte Christentum genommen hat mit all den Irrtümern, schon entlarvt hat. Selbst zu dieser Zeit hält die Geistlichkeit an der Dauerhaftigkeit ihrer Kirche fest. Sie haben nicht mehr den Geist wie die Christen im 1. Jahrhundert. Im Hinblick auf einen lebendigen Glauben, der Kraft hat, Verfolgung für die Wahrheit durchzustehen, sind sie gestorben. Aber sie feiern sich als die dauerhafte Kirche, die immer als gesellschaftliche Institution bestehen bleibt. In diesem Sinne hat sie eine Grabstätte für sich ausgehauen. Jehova wirft sie hinaus, indem sie keinen Auftrag mehr von ihm erhält.
Heute befindet sie sich in einem weiten Land. Sie macht alles Mögliche. Gott ist doch für die Armen und Kranken. Man beteiligt sich an gute karitative Werke für die Armen. Gott hat doch die Reichen gesegnet. Ein Reicher, der sein Amt als Politiker antritt, lässt sich von ihnen segnen. Gott ist doch ein Pazifist. Man beteiligt sich an der Friedensbewegung, arbeitet z. B. mit einem weltlichen Liedermacher zusammen. Nur hat das nichts mit einem klaren Auftrag von Jehova zu tun.
Sie hat keine Autorität mehr als die Instanz des wahren Gottes. Sondern sie ist schon fast etwas Säkulares geworden. Sie ist Teil der säkularen Welt und ihre Unterstützerin. Es gibt keine machtvollen Propheten. Nur in der Erinnerung denkt man an die Heiligen der Vergangenheit und feiert z. B. das Jubiläum des Thesenanschlags von Martin Luther. Heute macht man Politik, ist Teil einer politischen Welt, wo Menschen das Sagen haben und ihre Meinung zum Besten geben.
Jehova hat eine neue Verwalterklasse ins Dasein gebracht:
Jesaja 22:20-23
Jehova hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Verwalterklasse ins Dasein gebracht. In Verbindung mit dieser Verwalterklasse gibt es heute über acht Millionen, die sich als Zeugen Jehovas ihnen angeschlossen haben, um das Werk Jehovas für diese besondere Zeit zu tun. Sie haben einen Auftrag von Jehova, indem sie sich an der Erfüllung von Matthäus 24:14 beteiligen, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu verkündigen, bis das Ende kommt. Denn ihr Blick ist auf den Tag Jehovas gerichtet, an dem die gesamte bewohnte Erde gerichtet wird. Man verkündet das Ende der falschen Religion und das Ende dieser heutigen Weltordnung.
Doch richtet sich ihr Blick auch auf ihre Verwalterklasse, um sie zu ehren und sie zu verherrlichen und Jehova für sie zu danken:
Jesaja 22:24
Man lässt sich völlig von einer kleinen Gruppe, der leitenden Körperschaft, führen. Eine streng hierarchisch aufgebaute Organisation sorgt dafür, dass alle Anweisungen der leitenden Körperschaft bis ins Privatleben jedes Einzelnen hinein befolgt werden. Auch in den Satzungen der einzelnen gesetzlichen Körperschaften wird die Leitung durch diese Gruppe festgeschrieben.
In dem Statut der Körperschaft in Deutschland heißt es auszugsweise[6]:
Jehovas Zeugen üben ihre Religion unter der geistlichen Leitung der Leitenden Körperschaft aus (Matthäus 24:45–47). …
Gemeinsame Grundlage für das Wirken aller Gliederungen und Einrichtungen der Religionsgemeinschaft ist das religionsgemeinschaftliche Recht (im Folgenden „Religionsrecht“ genannt; Psalm 19:7; Psalm 1:2; Galater 6:2). Dieses beinhaltet das von der Leitenden Körperschaft vermittelte Verständnis der biblischen Lehre sowie des Aufbaus (Gliederung) und der Wirkungsweise der Religionsgemeinschaft (Matthäus 24:45–47).
Die einzelnen Versammlungen haben gar nichts Autarkes mehr. Man ist völlig von der leitenden Körperschaft abhängig!
Ist das aber vernünftig, sich völlig von einer Gruppe von Menschen abhängig zu machen (Psalm 146:3, 4; Jeremia 17:5)? Der Grund ist ja, dass dieser Pflock an einem dauerhaften Ort eingeschlagen wurde, der „treuer und verständiger Sklave“ genannt wird und von Jehova selbst eingesetzt wurde. Wie wird es weitergehen? Die Prophezeiung ist noch nicht zu Ende. Wird sie ein Happy End mitteilen. Wird sie bestätigen, dass dieser Pflock von dauerhaftem Bestand ist? Das glaubst du, wenn du ein Zeuge Jehovas bist! Du wartest schon darauf, bis der Blitz in die Kirche einschlägt und sie einstürzt. Was? Möchtest du nicht weiterlesen, sondern lieber vorher einschlafen?
Jesaja 22:25: An jenem Tag‘, ist der Ausspruch Jehovas der Heerscharen, ‚wird der Pflock, der an einem dauernden Ort eingeschlagen ist, entfernt werden, und er soll umgehauen werden und fallen, und die Last, die daran ist, soll weggetilgt werden, denn Jehova selbst hat [es] geredet.‘ “
Man hat schon behauptet, dass hier wieder von Schebna die Rede sei, weil man das, was hier steht, gar nicht wahr haben möchte. Aber sein Geschick wurde ja schon besprochen. Der Pflock, der nun entfernt wird, ist natürlich Eljakim, der für die neue Verwalterklasse steht. Denn nur von ihm wurde zuvor gesagt, dass er als Pflock an einem dauerhaften Ort eingeschlagen ist. Schebna wurde weder als Pflock bezeichnet noch brachte man ihn mit einem dauerhaften Ort in Verbindung. Ja, so steht es hier. Die Abhängigkeit von der leitenden Körperschaft wird sich als katastrophal erweisen, denn sie wird entfernt werden (Jeremia 50:44, 45). Jehova selbst hat es geredet!
Die Vermarktung des Glaubens
Jesaja Kapitel 23
Eine Vers-für-Vers-Betrachtung
Jesaja 23:1
Jesaja 23:1 beginnt mit der Aussage: Der prophetische Spruch über Tỵrus:…
Du magst dich fragen, was wir heute mit dem alten Tyrus zu tun haben, denn Tyrus existiert doch schon lange nicht mehr.
Genauso, wie es mit vielen anderen Namen und Bezeichnungen in der Prophezeiung Jesajas auch ist, verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Tyrus“ weit mehr, als das alte Tyrus, das damals im Altertum existierte. Wie können wir also herausfinden, für was oder wen die Bezeichnung „Tyrus“ steht?
Betrachten wir das, was im Bibelbuch Hesekiel über Tyrus prophezeit wird (Hesekiel 26:1-28:19). Dort wird ebenfalls das Gericht an Tyrus angekündigt. Zunächst richtet sich die Gerichtsbotschaft gegen Tyrus selbst (Hesekiel 26:1-21). Dann soll Hesekiel ein Totenklagelied gegen Tyrus anheben (Hesekiel 27:1-36). Hier werden nun alle erwähnt, die mit Tyrus Handel treiben. Denn Tyrus ist eine große Handelsnation und viele haben zum Reichtum und dem strahlenden Glanz von Tyrus beigetragen. Dabei fällt auf, dass hier sogar einige der Söhne Japhets angeführt werden. Japhet ist ein Sohn Noahs. Und selbst in den Tagen Jesajas war die Zeit, in der sie gelebt haben und sich die Menschheit, die aus ihren Nachkommen hervorging, ausgebreitet hat, schon lange Vergangenheit. Doch Tyrus handelt mit ihnen. Wie ist das zu verstehen?
Gemäß Hesekiel 28:1 sollte Hesekiel zum „Führer“ von Tyrus sprechen. Er steht verurteilt da, weil er sich zu einem Gott gemacht hat, obwohl er doch nur ein Erdenmensch ist (Hesekiel 28:2-4). Darum wird ihm nun sein Untergang prophezeit. Er muss wegen seines Hochmuts gerichtet werden. Wenn er getötet wird, kann er bestimmt nicht mehr sagen: „Ich bin ein Gott“ (Hesekiel 28:5-10)! Wie kam dieser menschliche Führer dazu, sich derart groß geradezu als Gott darzustellen? Hinter ihm stand noch jemand!
Gemäß Hesekiel 28:11, 12 soll Hesekiel nun ein Totenklagelied über den „König“ von Tyrus anheben. Wer ist der König von Tyrus? Dies geht eindeutig aus Hesekiel 28:13, 14 hervor:
Schlage Hesekiel 28 auf
Lies Hesekiel 28:13-14
Er befand sich schon im Garten Eden. Also kann es nicht der menschliche Führer von Tyrus sein, da dieser damals noch nicht gelebt hatte. Schließlich wird er als der gesalbte Cherub, also einem hochrangigen Engel, bezeichnet. Es ist Satan, der Teufel, selbst! Und über Satan wird gesagt, dass er sich wegen seiner Handelsgüter überhoben hat und seine Herrlichkeit verdarb:
Lies Hesekiel 28:15-17
Das buchstäbliche Tyrus war genauso. Und Tyrus steht auch hier in Jesaja 23 für den Satan selbst und für die Art und Weise, wie Satan mit den Menschen Handel getrieben hat, um sie auf seine Seite zu ziehen.
In den Tagen Salomos trieb Tyrus unter König Hiram Handel mit Israel. So stammten sogar die meisten Materialien, aus denen der Tempel Jehovas aufgebaut war, aus Tyrus. Hiram war ein Freund Salomos und wie ein Wohltäter für Israel (2. Samuel 5:11; 1. Könige 5:1-12; 7:13-51).
Aber er vertrat auch das Handelssystem. Was ist das charakteristische Merkmal von Händlern oder Verkäufern? Sie haben außer Geld verdienen keine eigenen Interessen. Vielmehr vertreten sie die Interessen ihrer Kunden, um mit ihnen ins Geschäft zu kommen. So war auch Hiram, der Salomo als Kunde hatte und so sogar die Interessen Jehovas unterstützte. Doch stand Tyrus nicht wirklich auf der Seite Jehovas, sondern wurde sogar Jehovas Widersacher, wie Satan selbst.
Und so hat es Satan meisterhaft verstanden, sich die religiösen Bedürfnisse der Menschen zunutze zu machen, um mit ihnen ins Geschäft zu kommen und schließlich über sie zu herrschen. Die organisierte, von Satan fehlgeleitete Religion gleicht einem Dienstleistungsunternehmen, um gegen Nutzung der Arbeitskraft, gegen Geld und Gehorsam einen priesterlichen Dienst anzubieten. Die Menschen sind bereit, fast jeden Preis zu bezahlen, wenn ihnen Glauben gemacht wird, die geistlichen Führer könnten bei ihrem Schöpfer ein Wort einlegen, um sie entweder bei ihm in Verruf zu bringen oder auch eine Vergünstigung zu bewirken. Dazu kommen noch Lehren, mit denen man ihnen Angst macht, wie die Lehre vom Fegefeuer und von der ewigen Qual in einer Feuerhölle. Auch die Androhung, von Jehova verflucht und vernichtet zu werden, statt ewiges Leben zu erhalten, wenn man die Aufseher der Christenversammlung gegen sich hat, zeigt große Wirkung. Doch die Tage des sinnbildlichen Tyrus sind gezählt.
Wir wollen darum in den folgenden Bibeltexten Tyrus sinnbildlich verstehen, als ein Handelssystem, das besonders dadurch verderblich handelt, weil es den Glauben und die Gottesfurcht der Menschen, die Jehova dienen wollen, ausnützt, um Geschäfte mit dem allerheiligsten Glauben zu machen.
Jehova kündigt nun das Gericht an:
Jesaja 23:1-3
Das Land Kittim steht normalerweise für Inseln und Küstenländer. Heute könnte damit auch Amerika gemeint sein (siehe Daniel 11:30a und das Buch Die Prophezeiung Daniels – Achte darauf! Kap. 15, S. 264 Abs. 14) [9].
Während in Europa die großen Kirchen sehr viel Macht ausübten und Andersdenkende verfolgt wurden, konnte man in den USA unabhängiger über den Glauben und die Bibel nachdenken. Und dort haben die ernsten Bibelforscher vor über hundert Jahren begonnen, die Machenschaften der Kirchen zu entlarven. Schon durch Reformatoren, wie Martin Luther und anderen wurde der Ablasshandel angeprangert. Doch nun wurde klar, dass es überhaupt kein Fegefeuer geben kann, weil die Seele sterblich ist und es kein Leben nach dem Tod gibt, sondern eine Auferstehungshoffnung. Man hat viele falsche Kirchenlehren zurückgewiesen. Es wurde klar, dass die organisierte Religion und besonders die Kirchen der Christenheit nur lauter schlechte Früchte hervorgebracht haben und dass die Geistlichen die Menschen nur irregeführt haben.
Durch dieses Zeugnis der ernsten Bibelforscher wurde das Geschäft der Geistlichkeit verdorben, da viele Menschen nun nicht mehr auf ihre Lügen hereinfielen. Natürlich waren sie sehr aufgebracht und zettelten Verfolgung gegen die ernsten Bibelforscher an (siehe das Buch „Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes“ Kapitel 5 und 10) [8].
Die Schiffe von Tarschisch waren besonders seetauglich, da sie weite Strecken zurücklegten, um die Rohstoffe und Handelsgüter von fernen Ländern zu ihren Käufern zu transportieren. So hat sich auch Satan zu einem Vertreter Gottes, des Schöpfers aller Dinge gemacht, obwohl er als Widerstandleistender und Verleumder besonders weit von Jehova und der wahren Anbetung entfernt ist. So hat Satan die organisierte Religion ins Dasein gerufen, um seine Handelsinteressen durch sie vertreten zu lassen.
Jesaja 23:4
Das Meer steht für das Menschenmeer. Die Menschen hatten früher an das Fegefeuer geglaubt und deshalb ihr letztes Hab und Gut gegeben, um nicht so lange im Fegefeuer zu schmoren. Doch wer glaubt heute noch an das Fegefeuer? Es ist einfach Schnee von gestern. Und so geht es mit allen diesen Lügen. Wenn sie aufgeflogen sind, zuckt man im Nachhinein nur noch mit den Schultern. Und wenn Satans Systeme fallen und Jehova sein Königreich aufgerichtet hat, wird alles wie ein böser Traum sein (Jesaja 29:7, 8). Es wird so sein, wie wenn es nie die Herrlichkeit und den Glanz der Welt Satans gegeben hätte. Denn es beruhte ja alles, was von Satan kam, auf Täuschung.
Jesaja 23:5-7
Als Jehova die Ägypter mit zehn Plagen schlug und das ägyptische Heer im Meer versenkt wurde, war das für die Nachbarnationen entsetzlich. Denn sie wussten, dass niemand vor Jehova und vor Israel standhalten kann. So waren sie verzagt, als Jehovas Bundesvolk daran ging, Palästina zu erobern (Josua 2:9-11). Und genauso wird auch die Reaktion auf das Ende des sinnbildlichen Tyrus sein.
Ein Handelssystem funktioniert gut, wenn man eine Quelle erlesener Rohstoffe hat, die dann zu Produkten weiterverarbeitet werden und teuer verkauft werden können. Tarschisch steht für weit entfernte Länder, aus denen Tyrus seine erlesenen und exotischen Rohstoffe bezieht. Nun aber hat Jehova ihren Zugang zu den Rohstoffen weggenommen. Darum müssen sie sich einen neuen Zugang zu den Rohstoffen suchen. Deshalb die Aufforderung, nach Tarschisch zu ziehen.
Tarschisch und Kittim waren ursprünglich die Enkel Japhets, des Sohnes Noahs. Darum geht die Geschichte des Handelssystems bis in die Frühzeit, als sich die menschliche Gesellschaft ausbildete, zurück. Das Handelssystem war schon in sehr frühen Zeiten ruhmreich. Die Händler expandierten ihr Geschäft, indem sie weit reisten, um überall auf der Erde ihre Verkäufer und ihre Käufer zu finden. Doch nun soll Tyrus verheert werden. Nicht durch eine militärische Niederlage, aber durch wen?
Jesaja 23:8
Das Handelssystem hat wirklich allergrößte Herrlichkeit genossen. Besonders in Verbindung mit der organisierten Religion tritt dies besonders stark zutage. Ein hohes Amt in der Kirchenorganisation zu haben, war stets mit sehr viel Macht und Ansehen verbunden. Natürlich musste man dafür einiges tun. Manche Ämter wurden buchstäblich gekauft. Auch Politiker warben um die Gunst von Papst und Kirche, da ihre Macht oft von der Anerkennung der Kirche abhing. Manche Könige strebten die Krönung zum Kaiser an. Dazu brauchten sie die Gunst des Papstes. Diese bekamen sie im Austausch, indem sie mit ihrer politischen Macht den Papst stützten und seinen Willen taten. Auch heute ist die Amtseinführung eines Politikers oft mit einem Segensspruch von Geistlichen verbunden.
In der Christenversammlung der Zeugen Jehovas strebt man sogenannte „Vorrechte“ an. Man möchte Dienstamtgehilfe oder Ältester werden. Man möchte Aufgaben bekommen und betrachtet dies als höchste Ehre. Das Ergebnis ist, dass die Organisation selbst, die solche „Vorrechte“ vergibt, zu einem Gott wird. Ja, sie wird in den Augen der Glaubensbrüder zu Jehova selbst.
Viele Wissenschaftler betrachten es als die größte Ehre, den sogenannten Nobelpreis zu erhalten. Doch dieser Preis geht auf Alfred Nobel zurück, ein Hersteller und Vertreiber von Dynamit, der ihn mit seinem Vermögen gestiftet hat. In ähnlicher Weise sind viele Preise und Stiftungen entstanden. Eigentlich sollten Wissenschaftler es als größte Ehre betrachten, die Gesetze Jehovas zu erforschen. Nun aber erhalten sie durch die Entscheidung eines menschlichen Komitees einen Preis und somit eine Krone.
Man sollte sich nicht wundern, dass Jehova, der Schöpfer des ganzen Universums, darauf reagiert:
Jesaja 23:9
Wenn Menschen nur damit beschäftigt sind, andere Menschen zu ehren und den Schöpfer von Himmel und Erde zu ignorieren, wird Jehova dann nicht zu Recht empört sein? Und wenn sogar Menschen geehrt werden, weil sie angeblich Gott vertreten, obwohl sie den wahren Gott falsch darstellen und keineswegs tun, was er getan haben möchte? Soll Jehova ihnen das nicht heimzahlen und diese Geehrten mit Verachtung behandeln?
Jesaja 23:10-12
Jehova ist fest entschlossen, ihnen ihr unrechtes Tun heimzuzahlen. Wenn all die Lügen aufgedeckt werden, wird ihr Geschäft verdorben. Die Menschen fallen nicht mehr auf ihre Lügen herein. Nun sollen sie noch einmal kommen und ihre letzte Chance nutzen. Sie sollen nach Kittim hinüberziehen, dorthin, wo man ihre Lügen aufgedeckt hat. Diese sollten wieder erneut irregeführt werden, damit sie wieder auf Lügen hereinfallen und das Geschäft wieder gedeihen kann.
Jesaja 23:13
Denn Babylon die Große ist bereits entlarvt worden. Man hat es in geistiger Hinsicht schon in zerfallende Trümmer gelegt. In Jesajas Tagen dienten die Assyrer als Jehovas Urteilsvollstrecker. Jehova ließ zu, dass das Zehnstämmereich Israel durch die Assyrer eingenommen und vernichtet wurde. Denn es war geistig verdorben. Diejenigen, die die Machenschaften Babylons der Großen entlarvt und ins Gericht gebracht haben, stellen demnach das sinnbildliche Assyrien dar. Sie unterscheiden sich von den Vertretern Babylons.
Jesaja 23:14
Jehova fordert zum Trauen auf, denn auf welcher Grundlage sollen Menschen, die den wahren Gott anbeten, nun geködert werden, damit man Geschäfte mit ihrem Glauben machen kann?
Jesaja 23:15, 16
Tatsächlich wurden Menschen zur wahren Anbetung zurückgeführt. Sie erkannten, wie verkehrt sie von den Geistlichen der Christenheit und von denen, die die „höhere Bibelkritik“ oder die Evolutionstheorie vertreten, belehrt wurden. Sie freuten sich über die geistige Befreiung und wurden eifrige Verkündiger der guten Botschaft. Ihr Wunsch ist es, auch anderen zu helfen, von den Lügen und dem Trug dieser Welt befreit zu werden. Die Wahrheit ist auf ihrem Herzen. So wurde Tyrus vergessen. Mit dem Glauben der echten Anbeter Jehovas sollte doch kein Handel mehr getrieben werden. Sie sind geistig frei und fallen nicht auf lügnerische Lehren herein.
Doch leider wird nun angekündigt, dass dies nur etwa siebzig Jahre anhält, die Länge eines menschlichen Lebens, so lange, wie noch Menschen von der ersten Generation am Leben sind. Dann kommt Tyrus zurück, wie ja schon in Vers 12 die Aufforderung erwähnt wurde, nach Kittim hinüberzuziehen.
Tyrus benimmt sich wie eine vergessene Prostituierte. Das Werk der Zeugen Jehovas wird nun immer werbewirksamer präsentiert. Man kündigt feierlich die Neuerungen an, die alle als großartige Verbesserungen gepriesen werden sollen. Eine Internet-Website wird eingerichtet und glanzvoll gestaltet. Es gibt immer mehr Videos. Ein Internetfernsehen wird eingerichtet mit immer mehr Erfahrungsberichten aus aller Welt. Ständig neue Musikvideos. Großartige Verfilmungen biblischer Geschichten, die auf den Kongressen gezeigt werden. Die Medientechnik wurde ausgebaut, sodass in jedem Königreichssaal Videobeiträge gezeigt werden können. Ansprachen zu besonderen Anlässen werden durch Streaming auf die Königreichssäle übertragen, sodass alle das Programm zeitgleich verfolgen können. Für jede Altersgruppe gibt es Beiträge. Für die Kinder eine Zeichentrickserie.
Die ganze Organisation erscheint in glänzendem Licht. Ihre Geschichte wird gefeiert. Es wird sehr viel gebaut. Eine neue Weltzentrale, wunderbar an einem See gelegen, wird gebaut und großartig ausgestattet. Dies wird als Meilenstein in der Geschichte der Zeugen Jehovas hingestellt. Nun wohnt die leitende Körperschaft mit ihrem Hofstaat darin. Sie ist ja der in der Bibel erwähnte treue und verständige Sklave. Ihre Glaubensbrüder, die ihnen ganz ergeben dienen, haben ihr neues Haus in Windeseile gebaut. Natürlich alles für Jehova. Und Jehova freut sich so sehr über ihre Arbeit und ihre großartigen Ansprachen, wie sie alle Zeugen Jehovas vereint und in ihren Bann bringt, dass sie bald über alles gesetzt werden, was dem Christus gehört. Sogar über alle seine Habe im Himmel (der Wachtturm vom 15.07.2013 Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave? S. 24 Abs. 17) [10]. Da werden sie dann in absoluter Herrlichkeit über ihre ergebenen Dienern thronen.
Jesaja 23:17, 18
Da die Christenversammlung eine weltweite Bruderschaft ist, die aus allen Ländern (alle „Königreiche“) kommt, kann gesagt werden, dass dieses sinnbildliche Tyrus mit allen Königreichen Prostitution (oder geistige Hurerei) begeht. Denn die Brüder der leitenden Körperschaft repräsentiert angeblich die gesamte Christenversammlung gemäß Wachtturm vom 15.12.2010 S. 20 Abs. 19 [11]. Jehova hat dies selbst so gelenkt, denn dieses sinnbildliche Tyrus soll vollständig entlarvt werden. Es steht für den Satan selbst, der wie ein Engel des Lichts, als raffinierter, trügerischer Händler scheinbar die Interessen Jehovas vertritt. Nachdem diese Dinge entlarvt worden sind, soll nun Hesekiel 28:18, 19 in Erfüllung gehen:
Lies Hesekiel 28:18, 19
Diejenigen, die Jehova anbeten wollen, werden nun entsetzt zu Satan sehen, der sie wieder erneut irregeführt hat. Satan hat sein Werk getan. Jeder soll hinschauen, jeder soll sagen, so ist Satan, der Teufel. Wir haben ihn bei seiner letzten unerhörten Aktion gesehen und sind darauf hereingefallen. Das ist Satan der Teufel, der den Vertreter Jehovas spielt, der den Glauben ausnützt, um ins Geschäft zu kommen, damit diejenigen, die eigentlich Jehova anbeten wollten, nun ihn anbeten. Das ist Satan, der Teufel, der über alles gesetzt werden wollte, was dem Christus gehört. Die Menschen sollen nicht Jehova anbeten. Sie sollen ihn anbeten. So soll ein Totenklagelied über Satan den Teufel angestimmt werden.
Einleitung zu Jesaja Kapitel 24 bis 35
Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die harten Gerichtsbotschaften, die in diesem Bibelbuch enthalten sind, nicht nur in alter Zeit gelten oder immer nur auf „andere“ zutreffen. Denn in Jesaja 30:8, 9 heißt es:
„Nun komm, schreibe es bei ihnen auf eine Tafel, und zeichne es sogar in ein Buch ein, damit es für einen künftigen Tag dient, zu einem Zeugnis bis auf unabsehbare Zeit. 9 Denn es ist ein rebellisches Volk, lügnerische Söhne, Söhne, die nicht gewillt gewesen sind, das Gesetz Jehovas zu hören.
Die Prophezeiung dient also für einen künftigen Tag und für ein Zeugnis bis auf unabsehbare Zeit. An dieser Stelle wird auch der Grund angegeben, weshalb Jesaja etwas prophezeien sollte, was erst in unabsehbarer Zeit in Erfüllung gehen würde. Weil sich Jehovas Volk immer wieder als lügnerisch und rebellisch erweisen würde.
Stell dir vor, du befindest dich an einem dunklen Ort und möchtest einen Gegenstand, der sich dort befindet, genau beschreiben. Eine Taschenlampe steht dir zur Verfügung. Würdest du nur aus einer Richtung leuchten oder müsstest du nicht den Gegenstand aus verschiedenen Richtungen beleuchten, um ihn genau beschreiben zu können? Und aus diesem Grund wird auch im Bibelbuch Jesaja dieselbe Sache aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Darum die vielen scheinbaren Wiederholungen. Dieselbe Sache wird also mehrfach behandelt, um jeweils einen neuen Aspekt hervorzuheben. Denn es muss alles ausgesprochen werden, was von Bedeutung für uns ist, damit wir nicht unsere eigenen Gedanken und Gefühle äußern müssen, sondern erfahren, wie Jehova darüber denkt.
Viele Bibelkommentatoren haben in den Worten aus Jesaja 24:1 eine vollständige Verwüstung der ganzen Erde gesehen. Darum wurden die Kapitel 24 bis 27 auch als Jesaja-Apokalypse bezeichnet. Man sollte aber beachten, dass gemäß Jesaja 1:1 das gesamte prophetische Wort dieses Bibelbuches einen Bezug zu Juda und Jerusalem hat, also dem Land (oder Stadt bzw. Organisation), dem die Königreichsverheißungen gegeben wurden. Es ist also nicht die ganze Erde gemeint, sondern das geistige Land, in dem Jehova angebetet wird.
Manche haben Schwierigkeiten, Bibeltexte im Zusammenhang zu sehen, die sich scheinbar nicht auf die gleiche Zeit beziehen. Ein Beispiel ist Jesaja 25:8, 9, Worte, die in die Zukunft zeigen und gleich danach Jesaja 25:10, wo es um Moab geht, das in Jesajas Tagen existierte. Stellen wir uns einmal vor, wir würden mit einer Zeitmaschine ins Mittelalter versetzt und müssten nun den Leuten erklären, wie das Leben in der heutigen Zeit aussieht. Wäre das leicht? Würden wir von Autos, Computer, Smartphones oder Airlines usw. reden, würden sie mit den Begriffen nichts anfangen können. Nur dann, wenn wir die Dinge, die es heute gibt, mit Begriffen umschreiben, die ihnen bekannt sind, könnten sie es vielleicht verstehen.
Vor einer ähnlichen Herausforderung stand der Prophet Jesaja. Auch wenn er vom zukünftigen Gericht über Menschen prophezeite, die zu seiner Zeit noch gar nicht am Leben waren, konnte er nur Begriffe oder Namen von Völkern verwenden, die er und seine Zeitgenossen kannten. Jehova ließ Jesaja aber in einer Zeit prophezeien, in der das verkehrte Denken und Trachten der Menschen und ihre Auswirkungen, durch die sie in der Zeit des Endes endgültig ins Gericht gebracht werden, schon deutlich zu sehen waren. Die Situation, in der sich die Menschen, die damals die wahre Anbetung praktizierten, befanden, kann deshalb mit den heutigen Verhältnissen verglichen werden. Auch heute gibt es Menschen, die auf Gottes Volk einen ähnlichen Einfluss haben wie damals Moab oder Edom oder Tyrus. Deshalb ist der Schlüssel zum richtigen Verständnis der Prophezeiung, diese Begriffe von Völkern sinnbildlich auf die heutige Zeit zu übertragen, wenn sich das prophetische Wort im Gesamtzusammenhang auf die heutige Zeit bezieht.
Genauso stehen heute Juda und Jerusalem für das Land, in dem die wahre Anbetung praktiziert wird bzw. das Zentrum oder die Organisation, da eine Stadt auch mit einer Organisation verglichen werden kann. Zwar war ganz Israel Gottes Volk, aber Juda hatte die Königreichsverheißungen geerbt. Aus Juda sollte der Messias kommen.
Du hast eine Stadt zu einem Steinhaufen gemacht
Jesaja Kapitel 24
Jesaja 24:1-3
Diese Worte klingen wirklich dramatisch. Doch bedenken wir, dass sie in erster Linie geistig zu verstehen sind. Die Worte aus Vers 1 erinnern auch an 1. Mose 1:2, wo die Erde in seinem unzubereiteten Zustand beschrieben wird. Genauso findet hier nun ein Rückschlag in geistiger Hinsicht statt. Der geistige Reichtum, die geistige Einheit ist dahin. Alle sind von dieser geistigen Verödung gleichermaßen betroffen, egal, welche Rolle jemand einnimmt. Wie sieht dies nun konkret in der Praxis unter Jehovas Zeugen aus?
Viele erhalten eine neue Zuteilung. Abteilungen im Bethel werden neu strukturiert. Dabei werden Mitarbeiter, die vorher eng zusammengearbeitet hatten, auseinandergerissen. Freunde werden auseinandergerissen, weil sie an unterschiedliche Orte geschickt werden. Auch reisende Aufseher wie z. B. die Bezirksaufseher, sind betroffen, da man sie plötzlich abschafft. Wer vorher als Aufseher jemand war, der die Führung übernahm und dem man gehorchen sollte, ist plötzlich kein Aufseher mehr. Stattdessen werden andere, oft ganz junge, zu Aufsehern ernannt. Und noch viele andere Dinge geschehen. Viele Familien sind gespalten, weil es dort Ausgeschlossene gibt. Manche Eltern wollen deshalb nicht, dass sich ihre Kinder taufen lassen. Denn es ist doch verheerend, wenn man selbst zu den eigenen Kindern den Kontakt abbrechen soll, weil diese ausgeschlossen wurden. Oder, wenn die getauften Kinder ihre Eltern meiden, weil diese ausgeschlossen sind. Dies wirkt sich zwangsläufig auf die Einstellung und Geisteshaltung aus. Denn wie schon erwähnt gibt es in erster Linie eine geistige Verödung. Das fällt uns wahrscheinlich erst auf, wenn wir darüber nachdenken, welcher geistige Gesinnung in der Vergangenheit vorhanden war und nun verloren ging (Matthäus 24:12).
Man hat ja geglaubt, dass hier die verkehrten Dinge, derer sich die Kirchen der Christenheit schuldig gemacht haben, nicht mehr geschehen sollen. Denn es sollte ja Jehovas gesegnetes Volk sein. Ein Volk, das ein für alle Mal zu Jehova zurückgebracht wurde. Nun sagt Jehova selbst, dass es unfehlbar geplündert wird! Aber warum geschehen diese Dinge? In den folgenden Versen erhalten wir die Begründung:
Jesaja 24:4-6
Es ist wegen der Sünde, der Abweichung von den Wegen Jehovas. Nicht, dass man sich an nichts mehr gehalten hätte. Sondern man hat die Bestimmungen geändert. Aus Eigennutz oder Selbstverherrlichung hat man auch die Gesetze Jehovas umgangen, z. B. das Gesetz über Barmherzigkeit (Matthäus 9:10-13; Jesaja 58:6, 7). Welch trauriger Zustand doch entstanden ist. Dass nur wenige sterbliche Menschen übrig geblieben sind, bedeutet nicht, dass die Gesamtzahl der getauften Zeugen Jehovas kleiner wird, sondern dass nur wenige die rechte geistig gesinnte Einstellung bewahren oder geistig am Leben geblieben sind (Jesaja 1:9).
Jesaja 24:7-12
Das ist die unbeschönigte Darstellung der Zustände aus der Sicht ehrlicher Menschen und aus der Sicht Jehovas, dem Gott der Wahrheit, ohne etwas zu beschönigen. Sind die Verhältnisse wirklich so schlimm geworden? Betrachten wir mal einige Punkte. Wenn man selbst seinem Mitbruder nicht vertrauen kann, ist sozusagen jedes Haus dem Eintritt verschlossen. Denn es besteht die Gefahr, dass man durch seinen Mitbruder verraten wird, indem er zu den Ältesten geht und etwas Nachteiliges und Anklagendes über uns redet (Matthäus 24:10). Und wenn man etwas denkt, was nicht ganz auf Linie ist, behält man das lieber für sich. Dadurch, dass es in vielen Familien Ausgeschlossene gibt und man vieles, was die Ältesten tun, nicht versteht, ist die Freude vergangen.
Man hoffte auf Jehova, dass er die Dinge in Ordnung bringt. Manche haben sogar ans Zweigbüro telefoniert, weil sie so beunruhigt waren über Dinge, die in ihrer Versammlung gelaufen sind. Sie haben dort einen Bruder vom „Bethelbüro“ an die Leitung bekommen. Natürlich konnte er nichts tun. Ich kann mich noch erinnern, wie er mir erzählte, dass er zur Beruhigung Prediger 5:8 zitierte. Jehova würde über alles wachen und zu seiner Zeit für die Richtigstellung der Dinge sorgen. Das war schon im Jahre 2003 oder 2004 und viele Dinge sind auch fünfzehn Jahre später bestimmt noch nicht richtiggestellt worden. So ist auch die Rechtsprechung, die in alter Zeit im Tor stattfand (Ruth 3:11; 4:1, 10, 11) gestrauchelt (Jesaja 59:4-15).
Aber viele mögen einwenden, dass die hier beschriebenen Verhältnisse so niemals auf Gottes Anbeter, die doch eigentlich ein freudiges Volk bilden müssten, zutreffen können. Doch die folgenden Worte zeigen, dass noch ein ganz anderer Aspekt eine Rolle spielt:
Jesaja 24:13-16
Auch das ist ein charakteristisches Merkmal dieser Zeit, obwohl dies ja völlig im Widerspruch zum vorher gesagten steht. Noch nie wurden die Errungenschaften der Organisation so gepriesen. „Gottes Königreich herrscht, ja heute!“, sagt man! „Die reine Anbetung ist endlich wieder hergestellt.“ Als wir zur morgendlichen Tagestextbesprechung im Bethel (Zweigbüro der Zeugen Jehovas) am 6.3.14 (oder 20.2.14) 1. Thessalonicher 5:3 (wann immer sie sagen: „Frieden und Sicherheit!“, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen) besprochen hatten, sagte ein Bruder, dass es bei uns ja Frieden und Sicherheit gäbe.
Man preist Jehova auch wegen der vielen Neuerungen, die ja angeblich Verbesserungen sein sollen. Ein Beispiel ist die neue Website jw.org. Die neue „Weltzentrale“ in Warwick wird als Meilenstein hingestellt. Und viele andere Dinge scheinen eher auf Fortschritt und Verbesserung hinzudeuten. Überall wird gebaut, neue Übersetzungsbüros entstehen. Die Medientechnik wird ausgebaut. Man ist stolz auf die Geschichte. Die Weinlese, das Einsammeln der Menschen, die zum Berg Jehovas strömen (Jesaja 2:3), neigt sich dem Ende entgegen. Nun bleibt noch die Nachlese vor dem Ende, dem Tag Jehovas. Und man hat nur glanzvolle Zukunftserwartungen. Es wurde ein Internetfernsehen eingerichtet mit den Monatssendungen, die meist von Gliedern der leitenden Körperschaft moderiert werden mit vielen Erfahrungsberichten der Glaubensbrüder aus aller Welt. Es gibt neue Lieder, die freudig gesungen werden und Musikvideos. Und noch viele andere Dinge könnte man erwähnen. In jeder Hinsicht scheint Jehova ja überaus gepriesen zu werden. Und man stimmt in den Chor ein „Zierde dem GERECHTEN“.
Doch für gerechtigkeitsliebende Menschen stellt sich die Situation völlig anders dar:
Jesaja 24:16
Interessant ist auch, wie das in anderen Übersetzungen ausgedrückt wird.
In der „neuen evangelischen Übersetzung“ wird Vers 16 wie folgt wiedergegeben [12]:
16 Vom Ende der Erde hören wir Gesang: „Gebt ihm die Ehre, er hat für das Recht gesorgt!“ Ich aber schreie: „Mir ist elend, ich vergehe! Wehe mir, ich kann nicht mehr!“ Treulose kennen keine Treue! Nur noch Treuebruch, Veruntreuung und Treulosigkeit!
Und in der „Gute Nachricht Bibel“ steht hier [13]:
16 Vom Ende der Erde her hören wir sie singen: »Gebt ihm die Ehre, er hat für Recht gesorgt!« Ich aber rufe: »Was soll ich nur tun? Mir ist so elend, ich kann nicht mehr!« Treulose kennen keine Treue, Treubruch ist an der Tagesordnung!
Und in der Übersetzung „Neues Leben. Die Bibel“ steht hier [14]:
16 Vom Ende der Welt her hören wir Lobgesänge: »Gepriesen sei der Gerechte!« Doch ich sage: »Ich vergehe! Mir wird schlecht. Es herrschen Verrat, Diebstahl, Betrug und Bestechlichkeit.«
Wie groß doch die Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit ist! Wegen des überaus treulosen Handelns gibt es große Ungerechtigkeiten (siehe auch Jesaja 33:1 mit Erklärung aus der Abhandlung „Wehe, der du verheerst“). Darauf wird nun näher eingegangen:
Jesaja 24:17-18
Stell dir vor, du dienst mit Eifer Jehova, hast eine Fremdsprache gelernt, um in einem anderen Land mit hohem Bedarf an Verkündigern als Pionier mit noch größerem Eifer zu dienen. Doch nach Jahren des treuen Dienstes wirst du plötzlich in verleumderischer Art und Weise angeklagt, zurechtgewiesen und man droht mit dem Ausschluss aus der Christenversammlung. Du musst schließlich fluchtartig das Land verlassen. In der Heimat erkennt man zwar, dass du nichts Unrechtes getan hast. Dennoch wird die Sache nicht richtiggestellt und du wirst für drei Jahre vom Pionierdienst gesperrt. Du bekommst nun schwere Depressionen. Während dieser Zeit schwerer Depressionen geschieht etwas, das dir jahrelang ein schlechtes Gewissen beschert. Du fühlst dich angehalten, zu den Ältesten zu gehen, wie man es in einem solchen Fall empfiehlt, getraust dich aber zunächst nicht, da du fürchtest, ausgeschlossen zu werden. Als du später doch hingehst, wirst du ein zweites Mal zurechtgewiesen.
Diese Dinge haben sich so wirklich zugetragen. Es ist aber genau so, wie Jesaja es vorausgesagt hat. Schrecken (durch die plötzliche Anklage) und Höhlung (durch die Depression und den Verlust von „Dienstvorrechten“) und Fallstrick (durch die darauf folgende Situation).
Jesaja nennt einen besonderen Grund, weshalb diese Dinge geschehen. Dass die Schleusen in der Höhe sich öffnen werden, bedeutet nämlich, dass Dämonen in die Christenversammlung eingedrungen sind, um sie zu verderben (Daniel 11:44, 45; Hesekiel 38:8; Sacharja 14:1, 2).
Jesaja 24:19-20
Die Menge an Änderungen nimmt ständig zu und man wird total orientierungslos. Selbst das, was erst geändert wurde, wird wieder geändert. Wie merkwürdig, dass die Organisation nach einer über 100-jährigen Geschichte, die man ja schon als fast vollkommene Organisation von Jehova hingestellt hat und die man vor Jahrzehnten schon weiter „verbessert“ hat, nun bis in ihre Grundfesten verändert wird.
Eine Ausguckhütte diente als Behausung für jemand, der über ein Feld Wache hält. Es ist sehr leicht gebaut, da es nach der Ernte nicht mehr gebraucht wird. Nach der Ernte zerfällt es meist oder bricht zusammen. Solche Zustände herrschen nun im übertragenen Sinne vor, denn nach der Ernte, dem großen Zeugniswerk, das gemäß Matthäus 24:14 durchgeführt wurde, kommt nun wegen der verfallenden Zustände der Vergleich mit einer Ausguckhütte in den Sinn. Auch die Bezeichnungen „Wachtturm“ und „Erwachet!“ deuten ja an, dass Wache gehalten wird; aber nun gleicht der Wachtposten einer alten, zerfallenden Ausguckhütte, die im Wind stark hin und her schwankt.
Ja, die klaren Worte „es soll fallen“ zeigen wohl, dass die Rechnung derjenigen, die in den Lobgesang gemäß den Versen 13 bis 16 einstimmen, nicht aufgeht. Es bewahrheitet sich stattdessen die Worte aus 1. Thessalonicher 5:3:
Wann immer sie sagen: „Frieden und Sicherheit!“, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen wie die Geburtswehe eine Schwangere; und sie werden keinesfalls entrinnen.
Doch es stellt sich natürlich die Frage, wie es danach weitergehen soll. Wie geht Gottes Vorsatz in Erfüllung? Darum wird in den nächsten drei Versen ein kurzer Ausblick gegeben, der zeigt, zu welchem Endergebnis dies führt:
Jesaja 24:21, 22
Nun wird wieder Bezug genommen auf das Heer der Höhe, Dämonenheere, die in die Organisation eingedrungen sind. Jehova wendet sich schließlich den eigentlichen Drahtzieher, den Dämonen, zu und wie sie Menschen beeinflusst haben, ihren Willen auszuführen. Sie werden schließlich daran gehindert, weiter Schaden anzurichten. Gemäß Offenbarung 20:3 und Offenbarung 19:15 wird Satan in den Abgrund für 1000 Jahre gebracht und die Dämonennationen werden mit eisernem Stab behütet werden. Am Ende der 1000 Jahre erhalten sie nach einem Schlussangriff ihr endgültiges Gericht (Offenbarung 20:9,10, siehe auch 2. Petrus 2:4). Somit führt die Verderbnis, die die Dämonen unter Gottes Volk angerichtet haben, zu ihrem Gericht. Auch über Menschen, die nicht wollten, dass Jehova herrscht, sondern selber herrschen wollten, ergeht ein Gericht. Das wird weiter mit folgenden Worten beschrieben:
Lies Jesaja 24:23
Welcher menschliche Herrscher oder welche auf Menschenherrschaft beruhende Regierung kann sich mit Jehova messen? Oder ist es eine hoheitsvolle Geistlichenklasse oder eine leitende Körperschaft und diejenigen, die in bedingungsloser Unterwürfigkeit gegenüber diesen die Organisation verwalten? Wenn Jehova König wird, also wirklich die Menschenherrschaft durch sein Königreich ersetzt wird, dann werden alle Herrscher (Sonne) und ihre treuen und gehorsamen Regierungsbeamten (Mond) sehr beschämt werden.
Diese Dinge stehen unmittelbar mit der von Satan aufgeworfenen Streitfrage in Verbindung, ob es besser wäre, wenn der Mensch selbst regiert. Darum durften die Menschen 6000 Jahre lang alle Formen der Menschenherrschaft ausprobieren. Mit verheerendem Ergebnis. Und nun, nachdem die Menschenherrschaft in der Christenversammlung versagt hat, soll wirklich die Gottesherrschaft kommen! Dann herrscht wirklich Jehova mit Herrlichkeit und nicht die älteren Männer.
Wie es nun im Einzelnen weitergeht, nachdem das geistig verödete Land gefallen ist, darum geht es nun in den nächsten Kapiteln.
Jesaja Kapitel 25
Jesaja 25:1
Was veranlasst den Propheten dazu, dass er nun Jehova in derart hohen Tönen preist? Das müssen ja ganz wunderbare Dinge sein, die Jehova getan hat. Jetzt sind wir gespannt, was uns der Prophet gleich im Anschluss daran mitteilt:
Jesaja 25:2
Meinte Jesaja damit eine empfindliche Niederlage seiner Feinde? Wir müssen uns im Klaren sein, dass ein echter Diener Jehovas niemals Schadenfreude empfinden würde. Er würde sich nie über die Niederlage selbst seiner Feinde freuen (2. Sam 1:23, 24). Nein, es handelt sich um die Organisation, in der man Jehova angebetet hat und die von den meisten Anbetern Jehovas als das Zentrum der wahren Anbetung gepriesen wurde. Man hielt sie für geradezu unsterblich und als Garant für die Rettung. Und nun ist das Unglaubliche passiert. Sie liegt in Trümmern! Und gerade das erfreut den Propheten, da Jehova gerade dadurch in Zuverlässigkeit sein Vorsatz umsetzt und viele dadurch befreit und zu Jehova, dem allein wahren Gott, zurückgeführt werden, wie dies in den kommenden Versen und Kapiteln weiter erklärt wird:
Jesaja 25:3
Die echten Anbeter Jehovas sind ein starkes Volk und werden Jehova verherrlichen und fürchten, das heißt echte Gottesfurcht haben. Die Organisation wird hier mit „Stadt der tyrannischen Nationen“ bezeichnet, da ganze Dämonennationen, die zuvor in die Organisation eingedrungen sind, für sehr viel Bedrückung gesorgt haben (Sacharja 14:2; Hesekiel 38; Epheser 6:12).
Jesaja 25:4, 5
Jehova selbst kann sich nun um alle kümmern, die vorher schwer bedrückt wurden (siehe auch Jesaja 29:5; 30:18, 19). Diejenigen, die vorher durch die Organisation sehr viel Macht ausüben konnten, um ihre Mitbrüder zu unterdrücken, werden nun nicht mehr die Oberhand haben. So leicht, wie eine einzige Wolke die Sonnenhitze zurückhalten kann, bewirkt Jehova mit seiner Macht diese Dinge. Denn die Lehren, mit denen sie ihre Macht begründet haben und durch die sie ihre Mitbrüder in geistiger Gefangenschaft gehalten haben (Jesaja 28:14-18; 29:15, 16), werden einfach wirkungslos und ungültig geworden sein.
Jesaja 25:6
Geistige Speise wird es nun in höchster Qualität geben (vergleiche mit Jesaja 30:26). Alle, die auf Jehova hoffen, werden nun in geistiger Hinsicht völlig befriedigt werden. Denn auf diesem „Berg“, auf dem man ja schon von Jehova belehrt wurde, gehen biblischen Prophezeiungen in Erfüllung, ja all das, was Jehova schon vor Tausenden von Jahren vorausgesagt hat.
Jesaja 25:7
Auf diesem Berg, das heißt von dort aus, wo die wahre Anbetung praktiziert wird, wird Jehova die „Oberfläche der Umhüllung“ verschlingen. Was bedeutet dies? Wie wir wissen, werden alle Völker von Satan, dem Teufel irregeführt (Offenbarung 12:9). Doch Jehova deckt nun diese Irreführung auf. Und er bringt nun das volle geistige Licht herbei, damit alles aufgedeckt wird und nichts mehr verborgen bleiben kann. In Offenbarung 10:7 wird dies mit dem Vollenden des heiligen Geheimnisses und damit, dass der siebte Engel seine Trompete bläst, in Verbindung gebracht. Das „Gewebe“ stellt offensichtlich das Lügengewebe Satans dar, das von dem Tag an, als die Schlange Eva betrog, alle Menschen umhüllt hat, um ihr Handeln zu beeinflussen. Durch den Betrug brachte Satan den Tod über die Menschen (1. Mose 3:1-6; Johannes 8:44). Darum sind diese prophetischen Worte von größter Bedeutung.
Jesaja 25:8
Wenn der Teufel uns nicht mehr irreführen kann, wird die Ursache für den Tod beseitigt. Dadurch kommen die Menschen in geistigem Sinne wieder zum Leben. Adam und Eva hätten ewig leben können, wenn sie nicht auf die Lügen Satans gehört hätten. Somit erfolgt zuerst die Befreiung vom geistigen Tod (Daniel 12:2) durch die herausragende Erkenntnis Jehovas durch die in Vers 6 erwähnte geistige Speise und dann später die Befreiung vom buchstäblichen Tod (1. Johannes 3:8; Johannes 17:3). Welch großartige Aussichten dies doch sind. Alles Leid wird wirklich enden! Auch die Schmach, die durch die Bedrückung innerhalb ihrer eigenen Organisation und das verdiente Ende der Organisation für Jehovas Volk entsteht, wird er wegnehmen. Ja, das Ende der „Stadt“ wird wirklich zu einem großen Befreiungsschlag werden.
Jesaja 25:9
All unsere Hoffnung, die wir aufgrund der Verheißungen Jehovas gehabt haben und die wir durch den Predigtdienst den Menschen bringen wollten, wird nun Wirklichkeit werden. Wir können uns wirklich freuen, da die angekündigten Königreichssegnungen nun gekommen sind.
Jesaja 25:10-12
Die Moabiter sind Nachkommen Lots, des Neffen Abrahams, ein Anbeter Jehovas. Die Moabiter sollten eigentlich Freunde der Anbeter Jehovas sein, haben sich aber immer wieder als Feinde erwiesen. Deshalb steht hier der Begriff „Moab“ für diejenigen, die vorgaben, Freunde der wahren Anbetung zu sein. Und sie haben sogar in der Organisation, die befestigte Stadt, die Führung übernommen, um sehr viel Macht auszuüben. Sie haben aber in Wirklichkeit ihre Mitbrüder, die Anbeter Jehovas, unterdrückt und haben sich ihnen gegenüber als Feinde erwiesen. Hier wird nun ihre völlige und plötzliche Demütigung durch die Hand Jehovas vorausgesagt, da auch ihre Organisation, die ihnen ihre ganze Macht verliehen hat, gemäß Vers 2 ein Steinhaufen wurde.
Vers 11 wird in der „Gute Nachricht Bibel“ folgendermaßen ausgedrückt [15]:
Es rudert darin mit den Armen wie ein Ertrinkender, der zu schwimmen versucht. Doch der Herr erniedrigt das hochmütige Moab, auch wenn es sich noch so geschickt wehrt.
Wenn sie angegriffen werden, dann verteidigen sie sich auf sehr geschickte und raffinierte Weise, wie wir uns das gut vorstellen können. Doch es wird ihnen nichts nützen (siehe Jesaja 30:16, 17). Sie werden als Böse, als Sünder überführt.
Deine Toten werden leben
Doch werden dann die wahren Anbeter Jehovas völlig alleine als Einzelkämpfer ohne irgendeine Organisation dastehen? Das könnte man befürchten, nach diesem schweren Gericht Jehovas an der Organisation. Doch in Vers 4 und 5 lasen wir ja schon, dass Jehova eine „Feste“ wurde, und dass er alles für den Geringen und Armen tut, was normalerweise treue Hirten tun müssten. Und wie sehen die wahren Anbeter Jehovas die neu entstandene Situation? Das erfahren wir nun:
Jesaja Kapitel 26
Jesaja 26:1-4
Eine Stadt steht für eine Organisation. Die Begeisterung ist groß, wenn man zum Ergebnis kommt, dass man sich jetzt sicherer fühlt, als vorher, als es die Organisation gab, in der Jehovas Diener eingesammelt wurden. Denn nun verlassen sich alle auf den unsichtbaren Gott Jehova, der seine Vorsätze stets in Erfüllung gehen lässt. Die Grundlage ihres Glaubens ist nun wirklich das absolut zuverlässige Wort Gottes und nicht die Lehre oder Auslegung von Menschen, die in der Organisation die Führung übernahmen. Alle, die wirklich die Wahrheit lieben und nicht nur davon reden, sind nun wie in einer Stadt, einer Organisation vereint.
Man muss sich das mal vorstellen. Gerade wurde die Organisation beseitigt, da fühlt man sich erst in einer Organisation vereint! Was für ein Gericht!
Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl ist überwältigend. Niemand kann sie mehr von der reinen Sprache der Wahrheit abbringen (Zephanja 3:9). Wie wir aus Hesekiel 39:11-16 erfahren, wird es einiges in organisierter Art und Weise für Anbeter Jehovas zu tun geben. Dieses Werk durchführen zu lassen ist für Jehova sehr leicht, denn es steht ihm ja sein heiliger Geist zur Verfügung und diejenigen, die sich als Zeugen Jehovas taufen ließen, wollen ja mit der vom Geist (nicht von Menschen) geleiteten Organisation verbunden bleiben. Er braucht keine besonderen menschlichen Herren und Organisatoren.
Jesaja 26:5, 6
Nochmals geht es um diejenigen, die vorher in der Organisation die Führung übernahmen und dadurch eine äußerst erhabene Position einnahmen. Ihr Fall ist sehr tief. Nicht eine große Streitmacht, sondern die Füße des Niedergedrückten und Geringen, die sie ausgebeutet haben, sind es. Sie wollten ja eigentlich ihre Hirten sein und für Organisation sorgen. Wenn diese niedergeworfen sind, dann erst wird man sich von Jehova beschützt fühlen und wie in einer Organisation geborgen fühlen, wie aus Vers 1-4 hervorgeht (Hesekiel 11:3-7).
Jesaja 26:7
Die Gerechten hatten sich ja der Organisation angeschlossen, die nun von Jehova gerichtet wurde. Dadurch stellt sich die Frage, wie ihr Weg dennoch gerade bleibt. Wie können sie nun zeigen, dass sie nie einer ungerechten Organisation ergeben sein wollten, sondern jetzt wie vorher ihren Gott Jehova in Geist und Wahrheit anbeten wollen (Johannes 4:23, 24)?
Jesaja 26:8-10
Ein echter Anbeter Jehovas hat immer auf Jehova gehofft. Wenn er auch verkehrte und ungerechte Dinge erlebt hat, so war seine Hoffnung immer darauf gerichtet, dass Jehova bald handeln wird, um Dinge richtigzustellen. Auch hoffte er, dass alles, was Jehova verheißen hat, bald Wirklichkeit werden wird. Er hoffte auf die neue Welt, in der es wirklich Gerechtigkeit und Frieden gibt und alles Leid bald endet. Er beachtete auch folgende Worte aus Römer 12:19:
Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Raum; denn es steht geschrieben: „Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht Jehova.“
Doch es gab eben auch solche, die über ihre Mitbrüder herrschen wollten und die schließlich in ihrem Amt in der Organisation ihre Macht missbrauchten, um ihre Mitbrüder zu bedrücken und über sie zu herrschen. Auch diesen wurde ja Gunst erwiesen, da auch sie Jehova kennenlernen durften und zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen konnten. Auch sie ließen sich taufen und dienten Jehova dann. Und obwohl sie stets die Anleitung aus der Bibel hatten, wurden sie ungerecht und fingen an, Dinge zu tun, die völlig im Widerspruch zu dem standen, was Jesus uns gemäß dem Bibelbericht vorgelebt hat. Sie sehen nicht die Hoheit Jehovas, sondern nur die Hoheit von Menschen, die die Führung übernehmen.
Jesaja 26:11
Durch Jehovas Vorgehensweise, seiner befremdenden Tat (Jesaja 28:21; 29:14), wird seine Hand hoch erhoben. Jene aber, die über ihre Mitbrüder herrschen wollten, verstehen diese Dinge nicht. Aber wenn Jehova gegen alle seine Feinde vorgeht, dann werden sie sich schämen, da sie selbst zu Feinden geworden sind, obwohl sie ja ganz auf der Seite Jehovas stehen wollten.
Jesaja 26:12
Jehova selbst hat diese Dinge so gelenkt und hat auch seine Diener ein Werk tun lassen, das große Predigtwerk in der Zeit des Endes (Matthäus 24:14). Darum dürfen alle echten Freunde Jehovas darauf hoffen, mit Jehova Frieden zu haben, obwohl Jehova die Organisation gerichtet hat.
Jesaja 26:13
Diejenigen, die in der Organisation die Führung innehatten, haben als Besitzer ihrer Mitbrüder gehandelt, indem sie genaue Anleitung mit vielen Anweisungen gaben, Zuteilungen vornahmen, richterliche Entscheidungen trafen und alle ihnen gehorchen mussten und alles so getan werden musste, wie sie es wollten. Nun aber werden alle Anbeter Jehovas ohne diese Führung durch Jehova allein Zeugnis geben und seinem Namen entsprechend wandeln.
Jesaja 26:14
Alle, die als Besitzer der Glaubensbrüder gehandelt haben, sind in Jehovas Augen geistig Tod. Wer nicht zu Jehova umkehrt, sondern weiterhin über seine Mitbrüder herrschen möchte, wird geistig tot bleiben und das sogar bis in alle Ewigkeit. An sie wird sich später niemand mehr erinnern wollen.
Jesaja 26:15-18
Alle Menschen, die sich in der Bedrängnis glaubensvoll an Jehova wenden, steht der Weg offen, Jehovas Freunde zu werden. Dazu gehören auch alle, die vorher nicht in die Organisation gelassen wurden wegen ihrer Schwachheiten (siehe Jesaja 28:11, 12). Und deshalb waren auch die Ergebnisse unseres Predigtdienstes sehr dürftig. Wenn man jemand gefunden hat, mit dem man die Bibel studieren konnte und der tatsächlich auch mit Begeisterung Fortschritte machte, so waren es am Ende seine Schwachheiten, die er nicht ganz aufgeben konnte und wegen denen er nicht zur Taufe zugelassen oder später ausgeschlossen wurde.
Auch war kein echter Anbeter Jehovas aus eigener Kraft in der Lage, etwas zur Verbesserung der Zustände zu tun. Den Aussteigern hat man nicht zugehört, sodass sie lange Zeit auch nicht viel erreichen konnten. Sie waren in Bedrängnis, da sie ja alle sozialen Kontakte verloren hatten. Nun aber hat Jehova die Dinge geändert.
Man hatte in Verbindung mit der Taufe Jehova versprochen, dass man mit der vom „Geist geleitenden Organisation“ verbunden bleiben wollte. Doch dann wurde dies so interpretiert, dass man der Wachtturmgesellschaft, die ja eigentlich von Menschen geleitet wird und schließlich auch dementsprechend „schlechte Früchte“ (Matthäus 7:16) hervorbrachte, ergeben bleiben muss. Nun aber wird klar, dass Jehovas Werk viel umfassender ist und dass alle miteinbezogen sind (siehe Kapitel „Geistige Wasser aus der Wildnis„; Abhandlung „Was getan werden muss sagt uns Joel„).
Jesaja 26:19
Nun aber dürfen alle, die Jehova lieben, ihn anbeten. Sie werden geistig leben. Jehova wird ihnen alle Sünden vergeben. Ja, der Geringe und Schwache wird nun voller Freude Jehova preisen können. Auch unsere „Leichen“: Ausgeschlossene und solche, die nicht zur Taufe zugelassen wurden, werden geistig leben. Welch Grund zur Freude dies für alle gerechtigkeitsliebenden Menschen sein wird.
Jesaja 26:20, 21
Wenn Jehova schließlich all das Vergehen und Blutvergießen derjenigen, die Vorgaben, ein Verhältnis zu Jehova zu haben, zur Rechenschaft zieht, wird er auch die politischen Mächte hierfür gebrauchen (Offenbarung 17:16, 17; 18:24). Natürlich stellt sich die Frage, wie solche, die auf Jehova gehofft haben und nie Komplizen einer ungerechten Organisation sein wollten, dem Urteil entkommen könnten. Bei der Einnahme Babylons durch Cyrus mussten sie in ihre Häuser bleiben, um den Eroberern zu signalisieren, dass sie sich ihnen nicht als Feinde entgegenstellen würden, sondern sich über die Befreiung freuen würden. Vor der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70 u. Z. mussten sie in die Berge fliehen, um sich zu verbergen. In gleicher Weise werden wir heute aufgefordert, uns von den bösen Machenschaften dieser Organisation zu distanzieren, aus ihr hinauszugehen (Jeremia 51:9; Offenbarung 18:4, 5). Wohin sollen wir gehen? Die inneren Gemächer, in denen wir uns in dieser Zeit verbergen sollen, stellen unser persönlicher und völlig privater Glaube an den Namen Jehovas dar.
Denn in Sprüche 18:10 heißt es: Der Name Jehovas ist ein starker Turm. Der Gerechte läuft hinein und wird beschützt.
Der Name Jehovas steht für die Erfüllung seiner Verheißungen, von dem wir uns ganz persönlich überzeugen können, ohne sich von anderen beeinflussen zu lassen.
Die gleitende und gewundene Schlange
Nun beleuchtet Jesaja weitere Aspekte, nämlich die Rolle Satans und den Sieg über ihn. Darum geht es nun wieder um dieselben Ereignisse, wie zuvor, nur unter einem neuen Blickwinkel betrachtet:
Jesaja Kapitel 27
Jesaja 27:1
Mit Leviathan ist Satan, der Teufel, die Urschlange (Offenbarung 12:9) gemeint. Er ist das Seeungetüm, da er ganze Menschenmassen irreführt und dadurch sehr viel Unheil anrichtet. Das Meer steht für das „Menschenmeer“ (vergleiche Offenbarung 8:8,9; 16:3; 18:17). Das harte, große und starke Schwert, das Jehova gebraucht, ist sein Wort (Epheser 6:17; Offenbarung 19:11-15). Satan ist ein raffinierter Betrüger. So wendet er erfolgreich die Salamitaktik an, um Menschen, die auf dem richtigen Weg waren, nach und nach auf den falschen Weg zu lenken. Darum wird er hier als gleitende Schlange bezeichnet. Und wie bei einer gewundenen Schlange der Kopf in eine andere Richtung zeigt als der Schwanz, hat er auch die Christenversammlung, die ursprünglich auf dem rechten Weg war, indem sie sich von Babylon der Großen distanzierte und frei machte, nun wieder zu Babylon zurückkehren lassen. Man lenkte die Aufmerksamkeit auf die glorreiche Geschichte der Organisation, damit man weiterhin denkt, dass sie erhaben fernab von der falschen Religion dasteht.
Nun aber ist die Zeit gekommen, in der Jehova diesen Betrüger zur Rechenschaft zieht. Welch Grund zur Freude für alle, die Jehova lieben!
Jesaja 27:2-5
In dieser Zeit wird es keine Toleranz mehr für diejenigen geben, die wieder erneut Unheil schmieden. Man wird sofort mit der Bibel in der Hand ihr tun verurteilen. Man wird nicht mehr tatenlos zusehen müssen, wie Abtrünnige in der Christenversammlung die Führung übernehmen, wie dies vorher der Fall war, bis Jehovas Geduld zu Ende war und dann die ganze Christenversammlung gerichtet wurde (siehe Jesaja 25 und 28). Das heißt nicht, dass man gegen jemanden, der Fehler gemacht hat, unbarmherzig vorgeht. Nur muss er sich entscheiden und mit Jehova Frieden schließen.
Jesaja 27:6
Durch diese Entwicklung wird Jehovas Volk wirklich Gedeihen haben und Gott wohlgefällige Werke hervorbringen. Von dieser Zeit ist auch in Daniel 12:2-3 die Rede.
Aber bevor diese guten Verhältnisse erreicht werden können, muss Jehova erst einmal als Richter und Urteilsvollstrecker tätig werden, da seine Diener wegen der List der oben erwähnten gewundenen Schlange in die Irre geführt wurden. Was ist zur Richtigstellung der Dinge und zur Sühne nötig?
Jesaja 27:7-9
Die Diener Jehovas sind oft verfolgt worden, besonders durch die Vertreter der falschen Religion. Da sie nun selbst wieder Vertreter der falschen Religion waren, stellt sich die Frage, ob an ihnen dasselbe Urteil ergehen muss. Durch das Predigtwerk wurden ja die Kirchen der Christenheit für geistig tot erklärt (Offenbarung 9:13-20). Müssen sie nun auch dieses harte Urteil empfangen? Interessant ist die Formulierung „ihr“ nach Schreckruf, obwohl vorher von „ihn“ die Rede ist. Jehova bewirkt mit seinem Schreckruf die Verurteilung der von Satan verdorbenen Organisation („ihr“) und die Diener Jehovas, die ja eigentlich auch Vertreter der Organisation waren, sollen jetzt die Organisation mit größter Empörung ausstoßen und den Satan, der sie verdorben hat, wegsenden. Dies soll zu der von Jehova bestimmten Zeit geschehen, wenn Michael aufsteht (Daniel 12:1; Offenbarung 16:12). Und dadurch wird ihr Vergehen gesühnt. Sie werden ausschließlich auf Jehova vertrauen und ihm ergeben sein, statt einer von Menschen verwalteten Organisation (siehe auch Jesaja 30:22).
Was aber das Geschick dieser von Menschen verwalteten Organisation sein muss, wird in den folgenden Versen erklärt:
Jesaja 27:10, 11
Hier ist wieder von derselben Stadt die Rede, wie zuvor in Jesaja 25:2, 12 und Jesaja 26:5. Dies geht auch aus Vers 11 hervor, denn Jehova ist sein „eigener Bildner“. Obwohl sie ja den Anspruch hatte, Vertreterin der wahren Anbetung und der genauen Erkenntnis Jehovas zu sein, werden selbst die schwächeren Glieder der Versammlung sie schließlich vernichtend verurteilen. Keiner, der weiterhin zu der Form der Menschenherrschaft, die durch die Organisation zum Ausdruck gebracht wurde, halten möchte, hat ein scharfes Verständnis und Jehova wird ihnen darum auch keine Barmherzigkeit erweisen (siehe auch Jesaja 26:14). Das Volk, von dem hier geredet wird, ist auch das sinnbildliche Moab, wie es in Jesaja 25:10 erwähnt wird.
Jesaja 27:12
Jehova wird seine Aufmerksamkeit jedem Einzelnen zuwenden. Denn wir werden als Einzelne gerichtet werden, gemäß unserem Weg und unseren Werken. Denn Rettung kommt nicht durch die Zugehörigkeit zu einer Organisation. Wir selbst müssen für das, was wir tun und getan haben, geradestehen und können uns nicht hinter einer Organisation verstecken.
Jesaja 27:13
Die „im Land Assyrien umkommenden“ sind die Ausgeschlossenen, die weiterhin an die Lehre glauben, vor Gott verurteilt dazustehen und von Jehova in „Harmagedon“ hingerichtet zu werden. Sie haben oft Angst- oder Panikattacken. Die „in Ägypten versprengten“ glauben dies nicht, sondern erkennen nur die säkulare Welt an, sind Atheisten oder Agnostiker geworden und dadurch vor schlechte Gefühle geschützt.
Viele Menschen, die Jehova nicht oder nicht mehr gedient haben, sei es deshalb, weil sie nicht mehr glaubensvoll an der (ungerechten) Organisation festhalten wollten oder weil sie schwer bedrückt oder aus der Christenversammlung ausgeschlossen wurden, werden nun wegen all der Ereignisse und des gegebenen Zeugnisses aufgerüttelt und fangen an, Jehova anzuerkennen und ihn zu preisen (siehe Jesaja 26:15, 19; Hesekiel 39:12-16, 21; Sacharja 14:16,17; Offenbarung 11:15).
Ihr Herrscher dieses Volkes
Nun sollen weitere Aspekte der Gerichte Jehovas an der organisierten Religion beleuchtet werden. Darum wird nun weiter ausgeholt, um das Geschick der Kirchen der Christenheit mit einzubeziehen und auch um die gesamte Geschichte der Organisation zu beleuchten, die in der Zeit des Endes das Werk des Zeugnisgebens gemäß Matthäus 24:14 innehat, aber in einen geistig verödeten Zustand geraten ist (Jesaja 24):
Jesaja Kapitel 28
Jesaja 28:1
Hier sind die Geistlichen der Christenheit und ihre Organisationen gemeint, denn Ephraim steht für das Zehnstämmereich, nicht für Juda. Sie sind wie hoheitsvolle Kronen, da sie ja großen Einfluss und großes Ansehen haben. Sie haben Erfolg, da auch Menschen, die keine genaue Erkenntnis der Wahrheit haben, ein Bedürfnis nach Religionsausübung und Religionszugehörigkeit haben. Für diese Laien stellt die Geistlichkeit sozusagen das Haupt des fruchtbaren Tals dar. Und sie sind wie berauscht, da für sie ihre Religion wie ein Rauschmittel ist. Allerdings wurde das Ansehen der Geistlichen und ihrer Organisationen im Laufe der Zeit beschädigt durch all die bösen Dinge, die in ihrer Mitte getan wurden und den bereits aufgeflogenen Irrtümern, weswegen sich viele dem Atheismus zugewendet haben. Sie sind dadurch wie eine welkende Blüte geworden. So war es schon im 19. Jahrhundert.
Jesaja 28:2-4
Hagel steht oft für schwere Gerichtsbotschaften (vergleiche Offenbarung 16:21). „Mit Füßen zertreten zu werden“ deutet an, dass es geringe, gewöhnliche Menschen sind, die sie zertreten. Füße stehen auch für ein Zeugniswerk (Jesaja 52:7). Dieses Gericht ergeht vorzeitig vor der Haupternte am Tag Jehovas. Jemand, der verstanden hat, was die Bibel wirklich lehrt, wird diese Organisationen und ihre Geistlichen sofort als untauglich verwerfen.
Um wen handelt es sich bei dem erwähnten einen Starken, den Jehova hat? Von wem wurde ein solches Zeugniswerk durchgeführt, dass die Kirchen und ihre Geistlichen völlig entlarvt und für untauglich erklärt wurden und dies noch lange vor dem endgültigen Ende der fehlgeleiteten organisierten Religion gemäß Offenbarung Kapitel 18? Waren das nicht die ernsten Bibelforscher, die mit ihren Schriften und ihrem Zeugnis sowohl die christlichen Nationen, die Geistlichen und ihre Lehren verurteilt haben? Wer mit Jehovas Zeugen die Bibel gründlich studiert hat, merkte schnell, wie verkehrt die Kirchen der Christenheit sind, und er trat aus der Kirche aus. Auch machte er die Erfahrung, die in den folgenden Versen beschrieben wird:
Jesaja 28:5, 6
Es waren keine Religionskriege nötig, um schließlich den Sieg über die Kirchen der Christenheit zu erringen. Sondern man erkennt das strahlende geistige Licht aus der Bibel und freut sich über die geistige Befreiung. Und man lernt Jehovas Gerechtigkeit kennen und freut sich sehr über die wunderbare Zukunftshoffnung, die sich daraus ergibt.
Deshalb erfüllten sich diese Worte in unseren Tagen und es war so begeisternd, von den falschen Lehren der Christenheit befreit zu werden und man hat ausgerufen: „Babylon, die Große ist gefallen, Gottes Königreich herrscht”. Man sagt auch voller Begeisterung: „Wir sind in der Wahrheit!“ Doch bedeutet dies, dass wir nun völlig von jedem Irrtum befreit sind und keine Läuterung mehr bedürfen? Weit gefehlt, wie uns folgende Worte verraten:
Jesaja 28:7, 8
Die ernüchternden Worte „Und auch diese” zeigen, dass dem nicht so ist. Ganz im Gegenteil. Wie hart doch diese darauf folgende Botschaft ist! Geistige Trunkenheit wegen des berauschenden Getränks! Sind es nicht die reinen Wasser der Wahrheit, durch die eine Befreiung von der Christenheit möglich wurde? Was hat es denn zu einem berauschenden Getränk gemacht?
Wie empört wir waren, als uns gezeigt wurde, wie verkehrt die Geistlichen aller Kirchen ihre „Schafe“ belehrt haben! Natürlich ist es schön, dass es jemand gab, der uns ausnahmsweise einmal die Wahrheit gesagt hat. Man kann einem solchen Lehrer schon dankbar sein. Doch eigentlich müsste es ja bei anständigen Menschen selbstverständlich sein, dass man die Wahrheit redet. Sollten wir also unsere Lehrer abgöttisch verehren? Sollten wir sie wie Götter betrachten, weil wir durch sie anfangs und teilweise recht belehrt wurden? Genau dadurch wird aus den geistigen Wassern ein berauschendes Getränk!
„Gespei“ kann auch „Gerede“ bedeuten. Oder sozusagen für geistige Speise stehen, die halb verdaut wieder ausgespien wird. In allen Bereichen, in denen Anleitung oder biblischen Rat vermittelt wird, werden zu dem guten Rat unsinnige, verdrehte, nur scheinbar biblisch begründete Gedanken beigemischt (Offenbarung 18:6). Wie schlimm doch die hier beschriebenen Zustände sind! Wie soll da eine weitere gute geistige Unterweisung gelingen? Das fragte nun der Prophet:
Jesaja 28:9
Wenn diejenigen, die in der Christenversammlung als Hirten und Lehrer dienen, in geistiger Hinsicht wie betrunken sind, wie sieht dann die weitere Belehrung derjenigen aus, die bereits Glieder der Versammlung sind? Das wird in den folgenden Versen beantwortet:
Jesaja 28:10
Man gibt eine Anweisung nach der Anderen. Man wird mit einer riesigen Zahl von Richtlinien und Ratschlägen überhäuft. Zwar lauter gut gemeinte Ratschläge für alle Lebensbereiche, aber was für eine große Menge und das Woche für Woche. Wir hatten ja zu Beginn, als wir anfingen, die Bibel zu studieren, sehr guten Rat erhalten, um die Bibel wirklich zu verstehen. Das hat uns hoch erfreut und wir haben uns der Christenversammlung angeschlossen. Doch jemand, der aus eigenem Antrieb und aus Liebe Jehova dienen möchte, hat es danach wirklich schwer, da er in ein Korsett von Anweisungen gezwängt wird. Das ist nicht Jehova, der uns so behandelt. Jehova redet aber auch, wie wir in den folgenden Versen erfahren:
Jesaja 28:11, 12
Da kommt ein Interessierter in die Versammlung. Er hat viele Probleme und Laster. Er raucht und trinkt. Aber nun freut er sich, etwas über Jehova zu erfahren und er studiert mit Freuden die Bibel, da er durch sie Erquickung findet. Schön, wenn er nun einen Rastort hier in der Versammlung gefunden hätte (Matthäus 11:28; 3. Johannes 8, 11; Philemon 10, 11, 17-19). Aber wenn er dann wirklich ein Mitbruder werden und sich taufen lassen möchte, wird es ganz schön schwierig für ihn. Er muss ja alle seine Laster weit hinter sich lassen, damit er überhaupt zur Taufe zugelassen und auch nicht später ausgeschlossen wird.
Wir fragen uns angesichts dieser Schwierigkeiten vielleicht, weshalb andere in unserem Predigtdienstgebiet, die eigentlich schon recht ordentlich daherkommen, überhaupt kein Interesse an einem Bibelstudium haben. Aber durch diesen Interessierten mit stammelnden Lippen redet Jehova tatsächlich. Er hat Interesse am Bibelstudium, weil Jehova ihn in seiner Liebe gezogen hat (Johannes 6:44)! Jehova möchte, dass die Versammlung dem Ermatteten zu einem Ruheort wird. Aber diejenigen, die es dem Interessierten schwer machen mit ihren Bedingungen, wollten nicht auf Jehova hören. So muss nun auch ein unerwartetes Gerichtsurteil von Jehova kommen:
Jesaja 28:13
Wenn sie durch diese Worte aus dem Bibelbuch Jesaja zurechtgewiesen werden, wird es für sie so sein, wie sie andere belehrt haben (vergleiche auch Offenbarung 18:6). Weitere Einzelheiten werden nun in den folgenden Versen erwähnt:
Jesaja 28:14, 15
Schonungslos deckt Jesaja das Machtmittel auf, mit der man die Glieder der Christenversammlung in Unterwürfigkeit hält. Man lehrt, die Versammlung sei ein mit der Arche Noahs vergleichbares Rettungsboot, durch das wir am kommenden Tag Jehovas gerettet werden. Wer drinnen ist und alle Anweisungen befolgt, wird gerettet und hat dann die Aussicht auf ewiges Leben. Wer draußen ist, wird wohl umkommen, wenn der Tag Jehovas hereinbricht und er dann immer noch draußen ist. In der Christenversammlung bleibt man aber nur, wenn man nicht ausgeschlossen wird oder man kommt nur richtig hinein, wenn man zur Taufe zugelassen wird. Welche Macht doch diejenigen haben, die dies zu entscheiden haben! Da sind am Ende alle eingeschüchtert.
Und wie ergeht es einem Ausgeschlossenen, der nicht nur plötzlich alle Freunde verloren hat, sondern auch noch denkt, Jehova hätte ihn verlassen und die Zukunftsaussichten werden schon düster, da er sich ja außerhalb der rettenden Organisation befindet? Aber es gibt Rettung:
Jesaja 28:16
Mit dem erprobten Stein ist Jesus Christus gemeint. Er wurde schon vor etwa 2000 Jahren eine sichere Grundlage, denn über ihn heißt es:
(Matthäus 21:42) ….‚Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Haupteckstein geworden. Von Jehova aus ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen.‘….(auch Psalm 118:22, 23)
Wie könnte der Unterschied zwischen dem Urteil der „Bauleute“ und dem, wie Jehova über ihn denkt und welche Rolle er in Jehovas Vorsatz und für unsere Rettung spielt, größer ausfallen! Wenn solche Bauleute heute jemanden aus der Christenversammlung ausschließen, wird ihr Urteil dann Bestand haben?
Jesus hat uns auch vorgelebt, wie Jehova denkt und handelt. Und wir können dies durch die vier Evangelien nachlesen und dies ist nun gerade für uns heute von größtem Nutzen.
Betrachten wir ein Beispiel. Jesus war bei einem Pharisäer zu Gast, als eine Frau hereinkam und seine Füße zärtlich küsste und mit ihren Tränen benetzte und sie mit Öl einrieb. Sie war aber als Sünderin bekannt (Lukas 7:36-50). Man muss sich das mal vorstellen. Eine Frau, die in der ganzen Stadt als Sünderin bekannt war und die in den Augen der Pharisäer sicherlich als verflucht betrachtet wurde, lag nun hier bei Jesus und weinte. Warum tat sie das? Weil sie offenkundig durch die Lehren Jesu, die so völlig anders waren als die der Pharisäer, den neuen Glauben und die neue Perspektive gewonnen hatte, dass Jehova ihr wirklich vergeben würde. Wie dankbar sie doch Jesus wegen dieser geistigen Befreiung von der trostlosen Aussicht, ihre Sündenlast nie mehr loszubekommen, war! Darum sagte Jesus zu dem Pharisäer und zu der Frau folgendes (Lukas 7:47-50):
Deshalb sage ich dir: Ihre Sünden sind vergeben, obwohl es ihrer viele sind, weil sie viel geliebt hat; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ 48 Dann sagte er zu ihr: „Deine Sünden sind vergeben.“ 49 Daraufhin fingen die, die mit ihm zu Tisch lagen, an, bei sich zu sagen: „Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt?“ 50 Er aber sprach zu der Frau: „Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden.“
Es kommt also wirklich auf Glauben und Liebe an, wie viel man auch falsch gemacht hat! Und die Meinung des Pharisäers und der anderen Leute zählte auch nicht!
Also, liebe Freunde der Wahrheit, die ihr Jehova wirklich liebt und die Gerechtigkeit, die Jesus vorgelebt hat, wirklich schätzt und daran glaubt: Jehova hat euch wirklich vergeben, auch wenn die Ältesten euch nicht vergeben haben und ihr ausgeschlossen seid!
Doch den hartherzigen Richtern ergeht es anders:
Jesaja 28:17, 18
Jesus hat uns vorgelebt, was wahres Recht und wahre Gerechtigkeit bedeuten. Sie haben nicht so gehandelt. Und darum müssen sie durch harte, mit Hagel vergleichbare Gerichtsbotschaften entlarvt werden. Und sogar alles, was sie im Verborgenen getan haben, wird sicher aufgedeckt. Eine Sturzflut von vernichtenden Anklagen durch ihre Widersacher wird sie in einen Zustand bringen, in dem sie völlig verurteilt dastehen:
Jesaja 28:19, 20
Alle werden immer wieder über die empörenden Dinge reden, die getan wurden. Ihre Verteidiger werden nichts entgegensetzen können, da jede Begründung oder Rechtfertigung ihrer Verfahrensweisen wie ein zu kurzes Lager oder eine zu schmale Decke sind. Irgendetwas fehlt in ihrer Logik immer, um noch etwas rechtfertigen zu können.
Es wird eine sehr große Sache sein, da Jehova selbst als Urteilsvollstrecker dahinter steht, wie die folgenden Verse zeigen:
Jesaja 28:21
In Perazim besiegte David die Philister und er schrieb diese Befreiung von seinen Feinden Jehova zu (2. Samuel 5:17-25; 1. Chronika 14:8-17). Was war nun das Besondere an diesem Sieg? Dazu müssen wir wissen, wie die Philister wohl David gesehen haben. David war ja einige Jahre vorher ein Flüchtling, der vor dem mächtigen König Saul floh und sogar bei den Philistern Asyl fand. Dann wurde Saul von den aus ihrer Sicht mächtigeren Philistern besiegt. Später wurde auch noch der Nachfolgekönig Sauls umgebracht. Und aus dieser schwachen, misslichen Lage heraus, machten sie nun den ehemaligen Flüchtling David zum König (1. Samuel Kapitel 27 bis 2. Samuel Kapitel 5).
Wird es nicht ein Leichtes sein, diesen David zu besiegen? Sie suchten ja nach ihm, wie man nach einem Entlaufenen sucht (2. Samuel 5:17; 1. Chronika 14:8). Wie kommt dieser entlaufene Flüchtling nur auf die Idee, jetzt den König von Israel zu spielen? Das mögen sie gedacht haben. Und deshalb waren für sie die Stärke Davids und sein gewaltiger Sieg eine wirklich unerwartete Sache. Sie hatten den unsichtbaren Gott Jehova nicht beachtet.
Und auf ähnliche Weise tut Jehova jetzt seine Tat. Da er gegen die ist, die eigentlich vorgaben, seine Freunde zu sein und dies viele geglaubt haben, ist diese Tat wirklich befremdend.
Wie sollten wir angesichts dieser Aussichten eingestellt sein?
Jesaja 28:22
Es wäre sehr unklug, als Spötter aufzutreten, indem wir denken, wir wären besser als die Menschen, die wir im Predigtdienst antreffen und nicht auf die gute Botschaft von Gottes Königreich positiv reagieren wollen. Stattdessen müssen wir alle unsere Lektion lernen. Wir gingen in den Predigtdienst und redeten immer das Gleiche zu den Menschen. Wir selbst machten keine Fortschritte und merkten nicht, wie sich die Zeiten änderten und das Gericht an der Organisation kommen muss. Dabei merkten wir nicht, wie sich die Dinge anbahnten, die wir den Leuten erzählten. Darum erinnert uns Jehova nun in den folgenden Versen durch eine Veranschaulichung aus der Landwirtschaft, wie töricht unsere Denkweise doch war oder ist:
Jesaja 28:23-26
Genauso, wie in der Landwirtschaft ein Arbeitsgang auf den anderen folgt, ist auch das Werk Jehovas. Er schreitet voran, sodass sein Vorsatz in Erfüllung geht. Das hätten wir unbedingt beachten müssen, um die Anbahnung des Gerichts klar zu erkennen (Matthäus 24:32, 33; 16:1-3). Wir hätten uns immer fragen sollen, was Jehovas Wege sind und was er als Nächstes tut, um Dinge richtigzustellen.
Jesaja 28:27-29
In Jehovas Schöpfung gibt es viel zu lernen. Dadurch, dass man systematisch vorgeht, können wir ständig Fortschritte machen. Nehmen wir als Beispiel die moderne Technik. Was ist heute alles technisch möglich. Weil Jehova seine Gesetze nicht ändert, konnte der Mensch nach und nach immer mehr lernen und das Gelernte anwenden. Er baute auf seine vorhandene Erkenntnis auf.
Aber wie ist das in der Versammlung der Zeugen Jehovas? Warum gibt es keine Fortschritte, obwohl man doch Woche für Woche zusammenkommt und studiert und lernt (siehe 2. Timotheus 3:7)?
Wenn jemand auf der Universität studiert, dann weiß er zu Beginn nur wenig. Aber nach vielleicht fünf Jahren ist er selbst ein Experte. Er schreibt danach vielleicht eine Doktorarbeit, in der er Dinge erarbeitet, die zuvor niemand erforscht hat. Am Anfang erscheinen seine Lehrer ihm haushoch überlegen zu sein, dann ist er selbst wie sein Lehrer (Lukas 6:40). Er versteht das Gelernte, kann es eigenständig anwenden und anderen beibringen.
Warum funktioniert das in den Christenversammlungen nicht?
Im Predigtdienst hat man routinemäßig immer das gleiche Vorgehen. Man pflügt sozusagen den Boden, ohne dass es zum nächsten Arbeitsschritt kommt. Wenn jemand positiv reagiert und sich schließlich taufen lassen möchte, dann überschüttet man ihn mit weiteren Anforderungen und Regeln und weist ihn so ständig zurecht. Vielleicht wird er später aus der Christenversammlung ausgeschlossen, weil er sich nicht an alles halten konnte. Dann meidet man ihn völlig und raubt ihm jede Würde. Man betrachtet auch den Gemeinschaftsentzug als eine Zuchtmaßnahme, obwohl man sonst keinen Menschen so schlecht behandeln würde. Dabei hat er doch ursprünglich positiv reagiert und nicht wie die vielen Anderen, die sich an gar nichts halten wollen.
Jehova kann daran sicher keinen Gefallen haben.
Der Opferaltar, der selbst zum Schlachtopfer wird
In Jesaja 29 und 30 geht es darum nochmals um dieses Gericht an der Organisation, in der Jehovas Zeugen organisiert sind und es werden weitere Aspekte beleuchtet.
Jesaja Kapitel 29
Lies Jesaja 29:1
Der Name Ariel steht für „Altarherd“ oder „Feuerherd“ Gottes. Er ist ein Sinnbild für die Stadt (oder Organisation), in der Jehova Opfer dargebracht werden. Da erwähnt wird, dass in dieser Stadt David lagerte, dem die Königreichsverheißung gegeben wurde, ist es der Ort, an dem die Königreichsinteressen verwaltet werden und die Königreichsverheißungen verkündet werden.
Die Organisation wurde ja von Jehova dazu gebraucht, um das Gericht Jehovas, besonders gegen die fehlgeleitete organisierte Religion anzukündigen. Das geht aus Offenbarung 9:15-19 hervor. Unser Predigtwerk wird mit einem riesigen Reiterheer verglichen, durch das schließlich ein Drittel der Menschen (die Christenheit) geistig getötet wurde, indem bekannt gegeben wird, dass Jehova sie verworfen hat. Jedem sollte klar sein, dass dies nur ein befristetes Werk ist, da im Anschluss daran das Ende kommen wird (Matthäus 24:14).
Doch im Laufe der Zeit stellte sich eine jährliche Routine ein. Die Organisation wird immer besser gesetzlich befestigt und man dient Jehova gewohnheitsmäßig, während man sein Leben so plant, als ob das Ende nicht kommen würde. Soll das immer so weitergehen? Heute ein Kongress, morgen eine Besuchswoche des Kreisaufsehers (reisender Aufseher, der jede Versammlung in seinem Kreis zweimal im Jahr besucht), dann wieder ein Kongress und immer so weiter? Wir wissen doch, dass Jehova ein Gott des Gerichts ist (Jesaja 30:18)! Jehova selbst kündigt nun das Gericht an:
Jesaja 29:2
Der Altarherd Gottes soll wie der Altarherd Gottes werden? Seither wurden in Ariel die Opfer dargebracht. Nun soll Ariel selbst ein Schlachtopfer werden! Seither wurde Ariel gebraucht, um das Gericht anzukündigen. Nun soll sein eigenes Gericht angekündigt werden!
Jesaja 29:3
Jehova handelt nun, indem er Kriegsvorbereitungen trifft. Gemäß der Fußnote kann mit „Palisade“ Posten (bzw. Wachposten) gemeint sein. Damit deutet Jehova an, dass einige seiner Diener anhand der Bibel die ungeschönte Wahrheit erkennen, was in der Organisation tatsächlich vor sich geht und warum sie vor Jehova verurteilt dasteht. Er hat in seinem inspirierten Wort, die Bibel, vor langer Zeit erklärt, was er von seinen Dienern erwartet, wer sein Freund sein darf und wer seine Feinde sind.
Wenn diejenigen, die die Bibel handhaben und dann vorgeben, Jehovas Freunde zu sein, in Wirklichkeit Böses tun, dann wird Gottes Wort sie schließlich verurteilen. Und wenn die Organisation, die auf der Grundlage des Studiums der Bibel zu geistigem Licht kam, um das Werk zu tun, nun von ihr selbst verurteilt wird (Hebräer 4:12), ist das ein großer Widerspruch. Was werden sie zu ihrer Verteidigung sagen können? Haben sie nicht mit solcher Überzeugungskraft geglaubt, dass die Organisation von Jehova gesegnet ist und die falsche Anbetung weit hinter sich gelassen hat, ja, dass Babylon die Große keinen Einfluss mehr auf sie ausüben kann?
Jesaja 29:4
Das ist wirklich ein erniedrigter Zustand. Da kann keiner mehr mit Überzeugung auftreten. Sie sind wie etwas Vergangenes. Wie wenn ein Geistermedium (angeblich) einen „Toten“ heraufbringt (1. Samuel 28:3-19).
Jesaja 29:5-6
Eine plötzliche Wendung führt Jehova herbei, indem er nach der Belagerung zum geistigen Angriff übergeht. Jehova deckt plötzlich den verdorbenen Zustand „seiner“ Organisation auf. Das wird wie mit Donner, Sturmwind und ein verzehrendes Feuer der Vernichtung sein (vergleiche Joel 2:2,3).
Zwei Arten von Menschen haben die Verderbnis verursacht. Zum einen die Fremden, die im Herzen nicht die richtige Gesinnung haben, obwohl sie Jehova scheinbar recht und mit großem Eifer dienen und diejenigen, die über andere herrschen wollen. Es tritt in Verbindung mit diesen Personengruppen eine plötzliche Wendung ein. Die Fremden haben danach keine Bedeutung mehr, sondern sind wie der feine Staub, der sich überall niederschlägt und den man zur Reinigung wegwischen möchte (Maleachi 4:3). Auch diejenigen, die harte Richter waren und völlige Unterwerfung forderten, werden dann so wie die Spreu schnell vom Wind weggeweht werden.
Dies ist Jehovas Krieg. Und um die eigentlichen Feinde Jehovas und seine Kriegsgegner geht es in den folgenden Versen:
Jesaja 29:7-8
Den Fremden und Tyrannen, die in die Organisation eingedrungen sind, wird es so ergehen, wie hier beschrieben. Sie hatten herrliche Visionen, scheinbar direkt aus der Bibel. Sie feierten ihre Siege und ihre geistigen Festmähler und sie hatten in der Organisation zuletzt die Führung übernommen, um sie zu verderben. Denn sie haben, ohne es zu wissen, mit Dämonen zusammengearbeitet.
Die Dämonen bilden ganze Dämonennationen und hinter den Kulissen sind sie die eigentlichen Drahtzieher der Verderbnis (siehe die Abhandlung „Nationen“). Auch den vielen, die ihnen ständig zujubelten und Beifall klatschten, wird es nicht besser ergehen. Sie stellen die „Menge Gogs“ (siehe Hesekiel 38:1-7; 39:11, 15; Sacharja 14:2) dar, die das Böse stets gedeckt haben. Doch sie glaubten ja alle zusammen, dass sie Jehovas Mitarbeiter sind. Es schien ihnen, dass sie auf dem richtigen Weg wären, um großartige Segnungen von Jehova zu erlangen. Aber es war nur ein Traum. Beim Erwachen, wenn das Gericht Jehovas plötzlich kommt, merken sie, dass sie gar nichts haben. Alles erweist sich am Ende als Trug (Jesaja 21:13-17; 23:4). Sie hatten sich alles nur eingebildet.
Dass man sich so viel einbilden kann, ist wirklich erstaunlich. Wie das geht, wird nun beschrieben:
Jesaja 29:9-10
Hier ist von geistiger Trunkenheit die Rede (vergleiche Jesaja 28:7). Wie Betrunkene sind sie orientierungslos, sind nicht mehr Herr ihrer Sinne. Ein wirklich schlimmer geistiger Zustand. Da ist kein geistiges Sehvermögen mehr. Keiner unter ihnen, der wirklich neues geistiges Licht bringt. Keine wirkliche Zukunftsvision mehr. Und wer doch Erkenntnis hat und versteht, was hier vor sich geht, der wird zum Schweigen gebracht. Natürlich merken sie das noch nicht einmal (siehe Jesaja 30:16). Nur wenn sie nüchtern nachdenken würden, müsste es ihnen auffallen, wie sinnlos ihr treiben geworden ist und wie sehr sie sich doch selbst widersprechen.
Dies hat nun höchst unerwartete Auswirkungen:
Jesaja 29:11-12
Wie wunderbar war es doch, als wir „in die Wahrheit“ kamen und die Bibel mit ihren Verheißungen wirklich verstehen durften. Begeistert gehen wir in den Predigtdienst und erklären den Leuten, was die Bibel wirklich lehrt. Aber wie erstaunt sind wir, wenn die Leute das, was für uns so leicht verständlich geworden ist, einfach nicht verstehen wollen! Doch wir dürfen es verstehen, weil wir uns ja von der Organisation belehren ließen. Aber jetzt geschieht etwas Unerwartetes. Jetzt sind es plötzlich diejenigen, die Teil der Organisation sind, die die Verheißungen aus Gottes Wort nicht mehr richtig verstehen können, obwohl sie die Bibel doch eigentlich so gut kennen. Die anderen verstehen natürlich weiterhin erst recht nichts.
Das ist wirklich eine äußerst wunderliche Wendung der Dinge, wie in den folgenden Versen weiter erklärt wird:
Jesaja 29:13-14
In vielen Bibelübersetzungen steht statt wunderbar „wunderlich“ oder „aufs wunderlichste“. In der Lutherbibel 2017 wird Vers 14 folgendermaßen wiedergegeben [16]:
darum will ich auch hinfort mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs Wunderlichste und Seltsamste, dass die Weisheit seiner Weisen vergehe und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen müsse.
Die Begründung wird in Vers 13 gegeben. Denn sie ehren Jehova nur mit dem Mund und den Lippen. Besonders zu erwähnen ist, dass ihre Gottesfurcht, also die heilsame Furcht, Jehova zu missfallen, umfunktioniert wurde. Sie wurde zu Menschengebot. Die Vertreter der Organisation haben ihre eigenen Gebote aufgestellt. Unterordnung unter diesen Geboten und allem, was sie verlangen wird mit Gehorsam gegenüber Jehova gleichgesetzt.
Ja, diese Männer, die die Führung übernehmen, werden als solche betrachtet, durch die Jehova seine Organisation leitet. Wie ist es dazu gekommen? Das wird in den folgenden Versen erklärt:
Jesaja 29:15-16
(nur in der nicht revidierten NWÜ [4] genau wiedergegeben)
Wie kann man seinen Rat vor Jehova verbergen und damit sehr tief gehen? Wenn man seinen Rat oder auch Urteil anderen gegenüber so darstellt, als ob es nicht der eigene menschliche Rat, sondern der Rat Jehovas ist, dann verbirgt man seinen Rat vor Jehova.
Aber wie kann man damit auch noch sehr tief gehen? Durch eine scheinbar biblisch gut begründete Lehre. Man sagt zum Beispiel, Älteste seien vom heiligen Geist ernannt laut Apostelgeschichte 20:28 und darum kann man sicher sein, dass sie von Jehova geleitet werden. Oder man erklärt Matthäus 24:45-47 so, dass Jehova seinen treuen und verständigen Sklaven eingesetzt hat und dieser die verschiedenen Aufseher, sodass diese geradezu wie Stellvertreter Jehovas auf Erden große Autorität durch ihre Ernennung erhalten. Oder man erklärt mit Johannes 20:23, dass der Himmel den richterlichen Entscheidungen der Ältesten entsprechen würde. Es wird verlangt, dass man diese Männer immer als Geistesmenschen betrachtet, die ständig alles mit Jehova absprechen, während man als Außenstehender gar nicht weiß, wie es unter ihnen wirklich zugeht, was in einer Besprechung oder Sitzung abläuft oder wie ihrer Entscheidungen wirklich zustande kommen.
Wenn eine Entscheidung in einem Rechtsfall getroffen wird, sagt man, Jehova hat dies so entschieden. Und wenn eine Gruppe von Ältesten, die ein Rechtskomitee bilden, jemanden aus der Christenversammlung ausschließt, sagt man, er musste ausgeschlossen werden. Selbst wenn man Apostelgeschichte 5:29 zitiert, wo es heißt: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“, so wird dieser Text ausschließlich auf Außenstehende angewandt, die uns verfolgen oder etwas verlangen, was gegen biblische Grundsätze wäre. Aber niemals geht man davon aus, dass Älteste in diesem Sinne auch Menschen sind. Denn das, was sie entscheiden, gilt als direkt von Jehova kommend.
Aber kann das wirklich sein? Der Vers 16 gibt die Antwort! Was für einen Unterschied besteht doch zwischen dem Geschöpf und seinem Schöpfer. Sollte ein Geschöpf wirklich den Schöpfer vertreten können? Oder muss der Schöpfer gar seinem Geschöpf gehorchen? Sollte die Weisheit eines Menschen, der richterliche Entscheidungen trifft, bewirken, dass Jehova brav folgen muss? Wie töricht doch diese Denkweise ist. Wir Geschöpfe müssen uns immer darum bemühen, Jehovas Entscheidungen (nicht die Entscheidungen der Ältesten) zu verstehen und Erkenntnis über ihn und seine Denkweise aufzunehmen und nicht umgekehrt. Jehova ist wahrhaftig (Römer 3:4) und wir können uns ihm nur als Lernende in Demut nähern. Er ist der Souverän. Nur ein demütiger Bibelforscher kann ihm näherkommen.
Im folgenden Vers wird noch ein Grund angegeben, weshalb diejenigen, die diese Entwicklung herbeigeführt haben, eigentlich unentschuldbar sind:
Jesaja 29:17
Wir glaubten doch bereits, dass die Zeit des Endes sehr weit fortgeschritten ist und dass der Tag Jehovas nun ganz nahe gekommen ist und die Verheißung einer neuen Welt, in der wirklich Frieden und Sicherheit auf der ganzen Erde herrschen, nun kurz vor seiner Erfüllung steht. Einige unserer Vorväter haben dies so gesehen. Und sie wollten lieber eine wartende Haltung einnehmen (Micha 7:7), als über ihre Brüder zu herrschen und ihre Sicherheit wegzunehmen, indem sie Familien spalten durch die von ihnen verhängten Bannsprüche bzw. Gemeinschaftsentzüge (vergleiche auch mit Jesaja Kapitel 47 über Babylon, hier Vers 9).
Nun aber können viele auf völlig unerwarteter Art und Weise auf Befreiung hoffen:
Jesaja 29:18-21
Das ist wirklich eine großartige Befreiung, die Jehova schaffen wird! Geistig Taube werden hören und geistig Blinde werden sehen. Sie werden Jehovas Worte wirklich verstehen. Besonders glücklich werden dann die Sanftmütigen und die Armen sein können. Warum? Weil diejenigen, die auf tyrannische Weise das Sagen gehabt haben und bedingungslose Unterordnung gefordert haben, nun nicht mehr da sind (Jesaja 26:5,6). Alle Prahler und Schadenstifter, etwa solche, die Rufmord gegen Personen aus der Christenversammlung oder Interessierte begangen haben, gibt es nicht mehr. Auch solche, die andere zum Straucheln bringen und alles Korrupte in Verbindung mit Entscheidungen durch Rechtskomitees wird es dann nicht mehr geben. Das Recht der Gerechten wird dann nicht mehr ignoriert (Jesaja 10:1,2)!
Wie wird das Ergebnis sein?
Jesaja 29:22-23
Manche sind aufgrund der vielen Widersprüche und Ungerechtigkeiten, die es in der Organisation gab, zu Aussteigern geworden und einige sogar zu Atheisten. Man hat beanstandet, dass man so vieles immer wieder geändert hat und Vorhersagen nicht eingetroffen sind. Doch nun, durch diese Wendung der Dinge, sind auf einer völlig unerwarteten Art und Weise biblische Prophezeiungen wahr geworden und das hier, „auf diesem Berg“ (Jesaja 25:6, 7), wo Jehovas Zeugen und ihre Aussteiger sind. Darum wird auch der Glaube, den schon die Vorväter bekundet haben, nicht vergeblich sein.
Das, was Jehova tut, bedeutet zwar Zurechtweisung und Beschämung für viele, die Erste in der Organisation waren (Matthäus 19:30). Aber Jehovas Verheißungen gehen gerade dadurch in Erfüllung! Und durch diese Dinge, die Jehova tut, wird sein Volk wieder zu echter Gottesfurcht zurückgebracht. Sie werden Jehova verherrlichen.
Viele werden sich in ihrer Denkweise korrigieren, weil sie durch diese unerwartete Wendung Jehova nähergekommen sind:
Jesaja 29:24
Sie werden nicht mehr so sehr auf Menschen schauen, sondern werden den Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf oder einer Schöpfung, wie es ja auch die Organisation ist, verstanden haben. Einige, die zuvor die Organisation als Murrende verlassen haben, lernen nun Unterweisung von Jehova.
Doch für eine Personengruppe wird ein „Wehe“ ausgesprochen:
Jesaja Kapitel 30
Jesaja 30:1
Personen, die sich um Menschengebote ereifert haben und dabei den lebendigen Gott außer Acht ließen, die also das Werkzeug Jehovas, die Organisation, zur Hauptsache gemacht haben und das Werk Jehovas vergessen haben, wird es schlecht ergehen. Denn sie werden dann alles verloren haben.
Jesaja 30:2-5
Schlecht wird es auch denen ergehen, die Liebe zur Welt entwickelt haben und durch Zusammenarbeit mit der weltlichen Obrigkeit, durch gesetzliche Befestigung des Werkes, Sicherheit gesucht haben. Ihr Problem besteht eben darin, dass sie ihr Vertrauen nicht auf Jehova gesetzt haben, sondern in der Gunst der Welt und den Sieg vor weltlichen Gerichten ihre Sicherheit suchten. Aber diese Rechnung wird nicht aufgehen. Wie töricht von ihnen, sich darüber zu freuen, dass ihre Organisation genauso gesetzlich befestigt ist, wie die Kirchen der Christenheit. Sie haben doch immer gelehrt, dass die Kirchen der Christenheit zu Babylon der Großen gehören und dass Jehova Babylon die Große richten und für immer vernichten wird gemäß Offenbarung Kapitel 18. Dazu soll sie von den politischen Mächten angegriffen werden gemäß Offenbarung 17:16. Also kann doch die gesetzliche Befestigung – etwa als Körperschaft des öffentlichen Rechts – nur bedeuten, dass ihr das gleiche Geschick widerfährt, wie alle babylonischen Organisationen.
Nun werden noch weitere Einzelheiten erwähnt:
Jesaja 30:6-7
Es wurden große Anstrengungen unternommen, etwa bei dem Bemühen, die Körperschaftsrechte in Deutschland zu erlangen. Man kämpfte sehr, bemühte sich um Siege vor Gericht trotz Widerstand von Abtrünnigen und anderen, die Jehovas Zeugen nicht mögen. Hierzu musste man alles, was Jehovas Zeugen in vorzüglicher weise tun (Vermögen), vor Gericht hervorheben, um zu zeigen, dass sie die volle staatliche Anerkennung auf jeden Fall verdient haben. Danach feierte man die Siege nach getaner, mühsamer und harter Arbeit, die sich über viele Jahre hinzog. Doch für das Volk ist das von überhaupt keinem Nutzen, wie wir aus Vers 6 erfahren. Begründet wird dies in Vers 7 damit, dass die Ägypter, das heißt, die Menschen der Nationen, die nicht Jehova anbeten, bloß Nichtigkeiten sind.
Die Bezeichnung Rahab kommt in der Bibel mehrere Male vor und steht für ein Seeungetüm als Symbol für Ägypten in negativem Sinn (zum Vergleich Psalm 87:4; Jesaja 51:9, 10) und soll an die Zeit erinnern, als Israel in ägyptischer Gefangenschaft war und der stolze Pharao Jehova widerstand. Doch Jehova erwies sich als stärker (Psalm 89:10; Jesaja 51:9,10). Was veranlasst nun die Brüder, eher auf dieses „Ägypten“ zu setzten, aus dem sie ja ursprünglich von Jehova geistig befreit wurden, satt auf Jehova zu vertrauen? Warum zum Beispiel die Körperschaftsrechte?
Ein wichtiges Kriterium, damit eine religiöse Organisation die Körperschaftsrechte erhalten kann, ist die „Gewähr der Dauer“, das heißt ihre Beständigkeit oder Dauerhaftigkeit. Die ernsten Bibelforscher waren überzeugt, dass Gottes Königreich bald alle menschlichen Regierungen ein Ende setzen würde und sie warteten auf ihren himmlischen Lohn. Das organisierte Predigen auf der Erde sollte demnach nur eine vorübergehende Tätigkeit sein, denn gemäß Matthäus 24:14 soll danach das Ende kommen. Somit muss auch die heutige Tätigkeit der Zeugen Jehovas, die sich weiterhin auf Matthäus 24:14 stützt, vorübergehen, wenn das angekündigte Ende kommt. Somit kann es eigentlich keine „Gewähr der Dauer“ geben nach ihrem eigenen Selbstverständnis!
Doch nun haben diejenigen, die diese Körperschaftsrechte wollten, eine andere Denkweise zum Ausdruck gebracht. Sie sind für das Stillsitzen. Sie möchten einfach eine etablierte Religionsorganisation.
Dass all die Worte Jesajas wirklich auf die heutige Zeit zutreffen, wird nun in den folgenden Versen bestätigt:
Jesaja 30:8-11
Die Prophezeiungen sollten also für einen künftigen Tag (den heutigen Tag) dienen. Wenn heute jemand das Vorgehen derjenigen, die in der Organisation die Führung übernehmen, kritisiert, gilt er schnell als böse. Sie wollen bestimmt nicht hören, dass die eingeschlagenen Wege und getroffenen Entscheidungen verkehrt sind. Stattdessen möchten sie immer gelobt werden. Die Vision, die sie anerkennen, ist ihr glorreicher Sieg bis in alle Ewigkeit, während die anderen Religionsorganisationen natürlich alle vernichtet werden, weil sie Böse sind. Aber die Botschaft, dass das Gericht Jehovas auch sie treffen könnte, möchten sie überhaupt nicht hören. Wer getraut sich da, irgendetwas anderes zu prophezeien, als das, was sie hören möchten, also Schmeicheleien? Wie gut, dass ihr Gericht schon in der Bibel steht! Sie müssen es nur noch auf sich anwenden. Sie müssen nur noch das, was in diesen Bibelversen gesagt wird, mit ihrem eigenen Tun und Ansinnen vergleichen. Da haben sie keine Entschuldigung mehr.
Darum sollte sich niemand wundern, wenn das Gericht plötzlich kommt:
Jesaja 30:12-14
Weil sie sich nicht zurechtweisen lassen möchten und weil sie stattdessen selbstsicher auf ihre eigene Stärke vertrauen und sich dabei auf ihre schmeichlerischen Visionen stützen, die scheinbar biblisch begründet, aber in Wirklichkeit abwegig sind, kommt es zu einem plötzlichen Zusammenbruch der Organisation. Sie kommen nämlich immer mehr vom rechten Weg der Wahrheit ab und verstricken sich so in Ungerechtigkeit, dass dies einem Zustand wie ein gebrochenes Stück gleicht. Und weil sie jedes Wort, das diese Zustände aufdeckt, unterdrücken, muss die Gerichtsbotschaft zurückgehalten werden und der Zorn gegen sie staut sich auf. Dann ist nur noch wenig nötig und alles bricht zusammen. Und dieser Zusammenbruch wird so gründlich sein, dass kein Teil übrig bleibt, mit dem man noch irgendetwas anfangen kann. Wäre dies aber vermeidbar gewesen?
Jesaja 30:15
Dass man sich von den unsichtbaren Drahtziehern, den Dämonen, zu verkehrtem Verhalten und Denken führen lässt, kann so leicht passieren. Doch ist dann wegen der Barmherzigkeit Jehovas und der Vergebung der Sünden aufgrund des von Jehova beschafften Lösegeldes noch nichts endgültig verloren.
Das richtige Handeln besteht darin, umzukehren, das heißt unsere Sünden zu bekennen und zu bereuen und dann umzukehren zu Jehova und zu seiner Gerechtigkeit. Das erfordert natürlich Demut. Danach beweisen wir durch Ruhigbleiben, dass wir auf Jehova vertrauen, dass er uns helfen und retten wird. Doch gerade dies haben diejenigen, die in der Organisation die Führung übernehmen, nicht getan. Da sie sich nicht demütigen wollen, haben sie andere Ideen:
Jesaja 30:16-17
In einigen Bibelübersetzungen steht zuerst „fliegen“ als ihre Absicht und dann „fliehen“ als das, was sie stattdessen tun werden. In der „Gute Nachricht Bibel“ heißt es hier [17]:
Ihr sagt: »Nein, auf Pferden wollen wir dahinfliegen!« Aber ihr werdet nicht fliegen, sondern fliehen. Ihr sagt: »Auf schnellen Rennern wollen wir reiten!« Aber eure Verfolger werden schneller rennen als ihr.
Sie wollen mit Überzeugungskraft auftreten. Immer wieder reden sie von neuem geistigem Licht. Es geht mit atemberaubender Geschwindigkeit voran. Die Organisation soll durch die vielen und schnellen Veränderungen in immer neuerem Glanz erstrahlen. Doch dies nimmt ein jähes Ende. Sie werden schließlich fliehen müssen.
Da sie sich so in ihren verkehrten Wegen verstrickt haben, genügt schon die Schelte von einem, um ihnen Angst und Schrecken einzujagen. Und wenn mehrere ihnen ihre Vergehungen anhand der Bibel zeigen, können sie nur noch die Flucht ergreifen, da sie völlig entlarvt worden sind. Zum Schluss werden sie völlig allein dastehen, ohne dass sie noch Einfluss auf Andere ausüben könnten (Joel 2:1-11).
Wenn diese Dinge geschehen, wird dies ein Tag der Befreiung für diejenigen sein, die auf Jehova geharrt haben:
Jesaja 30:18
Hier ist zunächst davon die Rede, dass Jehova ausharrt, nicht Menschen. Und deshalb, weil es Menschen gibt, die sich gegen das Unerträgliche zur Wehr setzen trotz der raffinierten Tricks der Betrüger, kann Jehova endlich ein Belohner für die Treuen werden. Jehova liegt es sehr am Herzen, seine treuen Diener, die viel zu leiden gehabt haben, nun endlich belohnen zu können für all das, was sie aus Liebe zu Jehova getan haben. Jehova selbst musste so lange ausharren und seine treuen Diener leiden sehen, bis die passende Zeit für das Gericht gekommen ist.
Umgekehrt sind die glücklich, die bis dahin in der Überzeugung ausgeharrt haben, dass Jehova niemals Ungerechtigkeiten gutheißt oder dauerhaft bestehen lässt. Er wird das Gericht an seine Übervorteiler sehen.
Jesaja 30:19
Jehova kann dann seine Aufmerksamkeit jedem Einzelnen zuwenden. Er hat viel Mitgefühl mit dem Niedergedrückten, wie Jesus uns vorgelebt hat und nun wird er ihm helfen, wenn er zu ihm betet. Die Zeiten, in denen es hartherzige menschliche Richter gab, die vorgaben, die von Jehova eingesetzten Hirten zu sein, obwohl sie dem Übervorteilten keine Antwort gaben, sind nun vorbei.
Jesaja 30:20-21
Natürlich bedeutet das Gericht an der Organisation Bedrängnis. Aber wir werden Jehova viel näher gekommen sein und so klar erkennen, was gut ist in Jehovas Augen. Die Erkenntnis Jehovas wird überströmend werden (Daniel 12:4). Und wir werden uns nicht an Menschen orientieren und von Menschen, etwa Älteste, zurechtweisen lassen müssen. Denn durch den unsichtbaren Gott Jehova werden wir uns führen lassen. Unsere Erkenntnis Jehovas und das biblisch geschulte Gewissen werden uns leiten.
Jesaja 30:22
Nun werden wir klar erkennen, in welchem Maße wir uns in Götzendienst verstrickt haben, indem wir eher die Organisation angebetet haben als Jehova. Wir werden uns korrigieren müssen in viele Tätigkeiten, die wir für heiligen Dienst angesehen haben, aber in Wirklichkeit nutzlos, also Götzendienst waren. Viele Tätigkeiten, die nutzlos waren, sind mit einem „Überzug“ der Heiligkeit und des gehorsamen Dienens versehen gewesen. Dieser wird dann entweiht werden müssen. Dadurch, dass man eher die Organisation verherrlicht hat statt Jehova, wird sie hier als gegossenes Standbild bezeichnet. Die enganliegende Bekleidung deines gegossenen Standbildes aus Gold erinnert an den Begriff „sichtbarer Teil der Organisation Jehovas“. Die Organisation wurde so eng wie nur möglich mit Jehova in Verbindung gebracht, wie wenn sie ein Körperteil von ihm wäre.
Jesaja 30:23-24
Nach dem die Dinge, die verkehrt waren, korrigiert sind, kann Jehova seinen Segen ausgießen. Das sind wirklich wunderbare Aussichten. Und wir werden so noch klarer einsehen müssen, dass Segen allein von Jehova kommt und nicht von den Dingen der Organisation, denen man vorher in götzendienerischer Art und Weise vertraut hat. Vorher hatten wir ja geglaubt, dass durch die reichhaltige Literatur von der Organisation schon die ganze Bibel auf bestmögliche Weise behandelt und erklärt wurde. Deshalb werden wir dann besonders überrascht sein, wenn wir erkennen, dass ein noch viel tieferes Verständnis der heiligen Schrift möglich ist. Und wir werden auch mehr geistige Freiheit haben, da wir stets uns selbst überzeugen können, statt unseren Lehrern nach dem Mund reden zu müssen. Darum können wir voller Zuversicht in die Zukunft blicken, trotz der schockierenden Ereignisse, Jehovas befremdender Tat.
Jesaja 30:25-26
Hier wird noch einmal auf den Bruch durch die Sünden des Volkes Jehovas hingewiesen und auf die schwere Wunde, die durch das Gericht Jehovas an der Organisation herrührt. Doch Jehova heilt beides, sodass die Erkenntnis Jehovas schließlich überwältigend sein wird (Daniel 12:3,4). Da es auf jedem hohen Berg und jedem erhabenen Hügel Bäche geben wird, kommt unsere geistige Speise, das sinnbildliche Wasser, in der Zeit, in der Jehova seinen Schlag durchführt, nicht mehr aus einer einzigen Quelle, etwa dem Wachtturm oder einer leitenden Körperschaft, sondern es wird viele geben, die geistiges Verständnis vermitteln können. Geistiges Verständnis kommt durch das Studium der Bibel mit Jehovas heiligem Geist zustande und dies wird Personen gewährt, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten (Matthäus 5:3; Sprüche 4:18) und braucht keine „Weltzentrale“ (siehe auch Daniel 12:3).
Jesaja 30:27-29
Jehovas Name steht für die Erfüllung aller seiner Verheißungen. Trotzdem kommt er wie von fern her, da kaum jemand an die plötzliche Erfüllung in der Art und Weise, wie sie herbeigeführt wird, geglaubt hat. Sein Gericht kommt völlig unerwartet und wie etwas Abwegiges. Jehova hat sich lange in seiner Langmut zurückgehalten. Nun ist sein Zorn überwältigend.
Jehova hat einen Rechtsfall mit den Nationen. Hier sind zuerst die Dämonennationen gemeint, die eigentliche Drahtzieher, die hinter dem Götzendienst und der Irreführung selbst der Anbeter Jehovas stehen. Besonders mit ihnen rechnet Jehova nun ab. Auch kommen die Anbeter Jehovas aus allen Ländern und allen Völkern. Bei den echten Anbetern Jehovas wird Jehovas Gericht nun überwältigende Freude auslösen wegen der großartigen Erkenntnis und der überwältigenden Schulung von Jehova.
Alle, die ihre Mitmenschen und besonders ihre Mitbrüder bedrückt haben, werden nun durch die schwere Zurechtweisung von Jehova wie Umherirrende sein. Sie werden sich nicht verteidigen können und stehen in ihrer vollen Schuld da.
Jesaja 30:30-33
Es wird allen völlig klar sein müssen, dass die schwere Zurechtweisung direkt von Jehova kommt. Sein Urteil ist endgültig, von dauerhaftem Bestand, da Jehovas Odem einem Schwefelwildbach gleicht. Hier wird auch Bezug genommen auf Assyrien. Assyrien war eine Weltmacht, die seinen Anfang im Bestreben Nimrods nahm, der ein „gewaltiger Jäger im Widerstand gegen Jehova“ war (1. Mose 10:9-12). Er steht heute stellvertretend für die Personen, die unter dämonischem Einfluss Gottes Volk verheert haben. Und genauso, wie Sanherib durch Rabschake behauptet hat, im Auftrag und mit der Ermächtigung Jehovas zu handeln (2. Könige 18:25), behaupten diese, Jehova zu vertreten, wenn sie gegen Diener Jehovas vorgehen und Andersdenkende sogar aus der Christenversammlung ausschließen.
Welch Freude, wenn Jehova auf machtvolle Art und Weise gegen all diese Übeltäter und diesen schlimmen Einfluss vorgeht.
Assyrien wurde ja von Jehova gebraucht, um das abtrünnige Zehnstämmereich Israel zu bestrafen. Nun aber stand es vor Jerusalem. Jehova verteidigte Jerusalem, indem er einen Engel sandte, der 185000 assyrische Soldaten niederschlug. Die Israeliten mussten nicht kämpfen (Jesaja Kapitel 36 und 37). Genauso gebrauchte Jehova das neuzeitliche Assyrien, um Gerichtsbotschaften gegen die Kirchen der Christenheit verkündigen zu lassen. Nun aber greift es wahrheitsliebende Menschen an, die Jehova dienen möchten. Wie gewaltig Jehova nun am Ende gegen das neuzeitliche Assyrien vorgeht, können wir uns kaum vorstellen. Für alle, die auf Jehovas Seite stehen, wird es große Freude auslösen.
Sie sind Erdenmenschen und nicht Gott
Nun wird das Gericht an der Organisation und die Segnungen danach noch ein weiteres Mal beleuchtet, um weitere Aspekte aufzuzeigen:
Jesaja Kapitel 31
Jesaja 31:1
Hier geht es wieder um diejenigen, die in der Organisation die Führung übernommen hatten. Was werden sie tun, um sich zu verteidigen, wenn sie durch „Jehovas befremdende Tat“ (Jesaja 28:21) angegriffen werden? Werden sie sich Hilfe suchend an die weltliche Obrigkeit mit ihren Gerichten wenden, da sie sich vorher durch die gesetzliche Befestigung des Werkes abgesichert hatten (Jesaja 30:2-7)? Werden sie ihre auf Menschenherrschaft beruhenden Verfahrensweisen nutzen, um gegen Jehova zu kämpfen? Sie haben ihre Macht auf raffinierte Weise gefestigt. Sie wollen weise sein und vergessen dabei, dass Jehova auch weise ist:
Jesaja 31:2
Jehova versichert uns, dass er seine Worte nicht zurückgenommen hat. Was er vor langer Zeit vorausgesagt hat, trifft sicher ein. Er lässt sich nicht einschüchtern. Darum kommt auch Jehova mit Macht, um sich gegen sie zu erheben:
Jesaja 31:3
Warum ihre Rechnung nicht aufgeht, wird hier begründet. Die weltlichen Methoden wie etwa die weltliche Gesetzgebung sind etwas Irdisches und von Menschen und nicht Gott oder Geist (2. Timotheus 2:9, 10). Und sie beruhen alle auf Menschenherrschaft. Die geistigen Dinge, die von Jehova kommen, sind diesen weit überlegen. Darum müssen alle, die für Menschenherrschaft sind, straucheln.
Jesaja 31:4, 5
Ein Löwe, der über seinem Raub knurrt, wird sich das Erjagte niemals wegnehmen lassen und sich auch nicht einschüchtern lassen. So können sich alle Hirten in der Organisation zusammentun, um gegen den Angreifer vorzugehen, aber Jehova wird unbeirrt sein Wort ausführen. Denn er möchte seine Diener befreien, die ihre Hoffnung in ihn, dem unsichtbaren Gott gesetzt haben und an seine Verheißungen geglaubt haben. Auch wenn viele durch die Führung in der Organisation irregeführt wurden und dadurch gesündigt hatten, möchte er ihnen vergeben, wenn er sie von dem Irrtum befreit hat. Darum richtet Jehova nun folgenden Appell an seine Widersacher, die in der Organisation die Führung innehatten:
Lies Jesaja 31:6-9 (Vers 6 in nicht revidierter NWÜ [4] genauer)
Er macht deutlich, dass sein Volk bereuen würde und die nichtswürdigen Götter, die diese ihre Hirten eingeführt hatten, dann selbst entfernen würden (Jesaja 30:22). Wer von ihnen auf der Seite Satans bleibt, indem er wie die Assyrer in Jesajas Tagen diejenigen bedroht, die ihre Hoffnung auf den unsichtbaren Gott Jehova gesetzt haben, wird umkommen und alle ihre felsähnlichen Einrichtungen werden ebenfalls vergehen.
Da Jehova selbst handelt, wird dies so furchterregend sein, dass alle, die die Herrschaftssysteme dieser Organisation unterstützen, schwer in Schrecken versetzt werden (vergleiche Hesekiel 38:23; Lukas 21:26; 4. Mose 21:9 mit Jesaja 31:9). Denn das geistige Licht kommt von dem unsichtbaren Gott Jehova, dem man sich durch Studium seines Wortes und durch Glauben nahen kann. Die Organisation (Jerusalem) hingegen wird Gottes feuriges Strafgericht (Ofen) empfangen (Maleachi 4:1).
In der Wildnis wird das Recht weilen
Wie wird es sein, wenn Jehova sein Volk befreit hat von allen Bedrückern? Davon handeln die folgenden Verse:
Jesaja Kapitel 32
Jesaja 32:1, 2
Jetzt erst werden solche Verhältnisse eingetreten sein, die man schon früher oft zitiert hat, um die Hirten in der Versammlung lobend hervorzuheben, die aber ihre Mitbrüder oft schlecht behandelt haben, wie in Jesaja 32:6, 7 rückblickend erwähnt wird. Jehova hat für neue und bessere Hirten gesorgt (Micha 5:5). Die Gründe für diese sehr positiven Veränderungen werden nun im Folgenden genannt:
Jesaja 32:3-5
Die Augen der Sehenden sollten natürlich sehen, sonst wären sie ja keine Sehende. Dass sie verklebt sein könnten, hört sich wie ein Widerspruch an. Aber so war es ja, weil gerade diejenigen, die eigentlich die Erkenntnis Jehovas hatten, wie Blinde waren (Jesaja 29:10-12). Nun aber wird man ein ganz klares Verständnis darüber haben, was in Jehovas Augen recht ist. Auch diejenigen, die vorher vielleicht die Organisation wegen der Ungerechtigkeiten verlassen haben und die Schwachen und solche, die vorher vielleicht ausgeschlossen wurden, werden nun von Jehova lernen. Nun wird auch niemand mehr geehrt, wenn er Eigenschaften aufweist, die denen der früheren schlechten Hirten ähneln. Denn man hat aus den schlechten früheren Verhältnissen gelernt und wird deshalb nicht mehr die falschen Personen ehren (Jesaja 5:20). Die schlechten Erfahrungen, die man früher gemacht hatte, werden nun rückblickend dargelegt, um daraus eine Lehre zu ziehen:
Jesaja 32:6
Wenn man Jehovas Wege nicht richtig versteht, dann führt dies, in Verbindung mit den eigenen verkehrten Wünschen, nur dazu, dass man schädliche Pläne schmiedet und den falschen Weg geht. Wenn diese Unverständigen als Hirten tätig sind, wird dies nur sehr schädliche Auswirkungen haben. Es führt zum Abfall und Jehova wird falsch dargestellt. Außerdem gehen die „Schafe“ dann leer aus. Sie bekommen keine richtige Antwort auf ihre Fragen (Sprüche 26:8).
Jesaja 32:7
In vielen Bibelübersetzungen steht hier „Betrüger“ oder „Schurke“. Aus diesen Bezeichnungen geht ja schon hervor, dass nur Schlechtes herauskommen kann. Die Neue-Welt-Übersetzung (nicht revidiert [4]) ist hier viel inhaltsreicher. Jemand, der grundsatzlos ist, würde einfache gerechte Grundsätze durch viele Regeln und Gesetze oder Verfahrensweisen ersetzen, wie es die Pharisäer taten. Darum ist hier treffend von Werkzeugen, das heißt Verfahrensweisen die Rede.
Nehmen wir an, eine Glaubensschwester geht zu einem oder zwei Ältesten, da sie wegen eines schweren Fehlers bzw. Sünde sehr bekümmert ist und ihr Gewissen sehr belastet ist. Sie erzählt ihm die Sache, die schon lange zurückliegt. Sie kam nun zu den Ältesten, da in der Bibel in Jakobus 5:14, 15 dazu geraten wird. Wie sollten die Ältesten reagieren? Das steht in Jakobus 5:15! Sie sollten für sie beten. Und wenn jemand wegen einer Sünde „krank“ ist? Dann soll ihm (oder sie) vergeben werden laut Bibeltext. Die Ältesten sollten also Ärzte sein und keine Richter. Das wäre der Grundsatz und Jesus handelte immer nach diesem Grundsatz, indem er Personen, die mit Sünden beladen waren, bereitwillig vergab (Lukas 7:36-50; siehe auch Lukas 17:1-4). Auch Jehova ist so. Das kann man an dem Gleichnis vom verlorenen Sohn erkennen (Lukas 15:11-32).
Nun aber sprachen sie mit den anderen Ältesten darüber. Ein Rechtskomitee wurde eingerichtet. Die „Zurechtweisung“ wurde in der Versammlung bekannt gegeben. Die Schwester erhielt ein Jahr Kommentargebeverbot (sie durfte sich bei den Programmpunkten mit Publikumsbeteiligung nicht zu Wort melden) und zeitweise noch mehr Einschränkungen. Natürlich gab es auch Berichte an die Dienstabteilung des Zweigbüros (Abteilung einer Zweigeinrichtung der Zeugen Jehovas, die u. a. Rechtsangelegenheiten auf theokratischem Gebiet behandelt) usw. Warum taten sie das? Weil sie zuvor so geschult und angeleitet wurden! Sie erhielten also Rat für diese Taten der Zügellosigkeit.
Jesaja 32:8
Hier steht in anderen Bibelübersetzungen oft redlich, ehrlich, edel statt freigiebig. Sicher ist ein Mensch gemeint, der echte Liebe zur Wahrheit hat und die gerechten Grundsätze Jehovas liebt und deshalb immer aus eigenem Antrieb auch ohne irgendwelche Vorgaben das Gute zu wirken sucht. Solche Eigenschaften echter Hirten lassen sich durch keine Verfahrensweisen ersetzen.
Es ist notwendig, über all das, was wir verkehrt gemacht haben, nachzudenken, um es zu bereuen. Nur so kann Jehova uns vergeben. Die Hirten haben ja nicht wenig Macht gehabt und sie hätten viel Gutes bewirken können, wenn sie richtig gehandelt hätten. Aber heißt das, dass die Anderen unschuldig sind, da sie ja so klein sind und nichts hätten tun können? Darum geht es in den folgenden Versen:
Jesaja 32:9-15
Nun wird die Aufmerksamkeit auf die einzelnen eher passiven Glieder der Versammlung gerichtet. Auch sie hätten besser handeln können. Viele sahen nämlich tatenlos zu, wie die ganze Christenversammlung verödet wurde. Die vielen Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten störten sie wenig. Stattdessen ließen sie sich von den Aufsehern sagen, dass alles gut sei und sie sich auf dem Weg der Heiligkeit befinden. Natürlich hatten sie keine Macht und keinen Einfluss, etwas zu verbessern. Aber es gab etwas, was sie unbedingt hätten tun sollen. Sie sollten Gottes Wort beachten und sollten trauern.
Durch Trauer zeigen wir, dass wir die schlechten Dinge nicht billigend in Kauf nehmen, auch wenn wir nichts ändern können. So können wir zeigen, dass wir für Gerechtigkeit sind. Man hätte beachten sollen, in welch kurzer Zeit Jehova das Gericht über die Organisation bringen wird (Jeremia 51:45-47; Jesaja 21:16, 17). Selbst als gegen Ende 2015 und Anfang 2016 sogar in den Zweigeinrichtungen alles geändert wurde und viele langjährige Vollzeitdiener aus ihrem Dienst entlassen wurden und viele historische Gebäude in Brooklyn einfach verkauft wurden, trauerte man nicht.
Aber weitere schlechte Dinge sollten schon innerhalb eines Jahres und einiger Tage kommen. Das Werk wurde in Russland verboten ohne gute Zukunftsaussichten oder einen Sieg vor Gericht.
Man hoffte doch auf den Tag, an dem die bedrückenden Systeme Satans beseitigt werden und alle Verheißungen über das Königreich Wirklichkeit werden. Doch diese guten Dinge können erst kommen, wenn vorher das Gericht kommt. Jehova muss zuerst alles ins Gericht bringen. Dadurch kommt auch die Befreiung, nicht durch die Organisation, sondern aus der sinnbildlichen Wildnis.
Jesaja 32:16-20
In der Wildnis, also dort, wo keine organisatorischen Einrichtungen etwas regeln, wird es Recht und Gerechtigkeit geben. Wahre Gerechtigkeit muss immer zu Frieden, Ruhe und Sicherheit führen. Nicht so wie früher, wo man ständig Unfrieden hatte und viele Familien gespalten waren, da es z. B. in der eigenen Familie Ausgeschlossene gab, die man dann meiden musste.
Nun aber, wenn das Recht aus der Wildnis kommt, wird das Ergebnis friedevoll sein. Alles, was man im Dienst für Jehova tut, wird nun für wahre Gerechtigkeit, Frieden, Ruhe und Sicherheit sein. Und das alles nun für unabsehbare Zeit, das heißt, es werden nicht wieder erneut die vergangenen schlechten Dinge aufkeimen. Auch der sinnbildliche Wohnort wird absolut sicher sein (Offenbarung 11:12).
Hagel stellen Gerichtsbotschaften dar, die es geben wird, wenn die Organisation niedergerissen wird. Die Gerichtsbotschaften werden durch die modernen Medien wie das Internet bestimmt erfolgreich ausgesendet (Jesaja 30:25). Genau aus diesem Grund sind ja auch all diese Worte im Internet veröffentlicht worden.
Wehe dir, der du verheerst
Nun wendet sich der Prophet wieder den Vertretern der Organisation zu:
Jesaja Kapitel 33
Jesaja 33:1
Gottes Volk stand eigentlich immer loyal hinter denen, die die Führung übernehmen. Sie waren gehorsam und unterwürfig, wie man es verlangt hat. Selbst wenn sie Schlechtes erlebt haben, warteten sie auf Jehova und griffen nicht die Hirten an.
Ein besonderes Beispiel hierfür waren alle, die in den Zweigeinrichtungen als Sondervollzeitdiener (Zeugen Jehovas, die für Kost und Logis und ein Taschengeld in der Zweigeinrichtung der Zeugen Jehovas leben und arbeiten) dienten oder eine andere Form des Vollzeitdienstes durchführten. Sie waren stets treu und gehorsam. Sie unterstützten ständig die Entscheidungen der Vertreter der Organisation. Dadurch trugen sie immer zum reibungslosen Ablauf aller Projekte und Aktionen bei.
Sie arbeiteten hart und hingebungsvoll. Man war auch dann gehorsam, wenn man persönlich anderer Meinung war. Hielt man eine Entscheidung für schlecht, betete man zu Jehova, er möge doch den verantwortlichen Brüdern helfen, die richtige Entscheidung zu finden. Vielleicht versuchte man auf taktvolle Art und Weise einen Hinweis zu geben, um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken. Nie versuchte man, sich den Entscheidungen zu widersetzen. Hätte man dann nicht zu Recht erwarten können, dass man von den Verantwortlichen auch treu und loyal behandelt wird?
Plötzlich erhielt man ein Gespräch oder sogar nur ein Schreiben und es wurde einem mitgeteilt, dass künftig ein anderer die eigene Dienstaufgabe übernehmen würde. Nach vielen Jahren des treuen Dienstes für Kost und Logis und ein Taschengeld wird man gebeten, aus der Zweigeinrichtung (Bethel) hinauszugehen und keine weitere Unterstützung für den Lebensunterhalt mehr zu erhalten. Man bekommt auch keine Abfindung und eine Dienstaufgabe bekommt man auch nicht mehr, obwohl man sich nichts zuschulden kommen ließ.
Früher wurde gesagt: „Mache den Betheldienst zu deinem Lebensweg.“ Es gab zuvor in der Zweigeinrichtung Vorträge, in denen gesagt wurde, dass man sich keine Gedanken machen müsse, wie man künftig sein Auskommen habe, weil man ja gut und sicher versorgt werde. Und dann wird man von heute auf morgen entlassen und es gibt noch nicht einmal Worte des Dankes, sondern sogar eher Schelte, obwohl man sich nichts zuschulden kommen ließ.
Auch in den Versammlungen nahm die Zahl der Probleme immer mehr zu. Viele erkrankten psychisch.
Wird der gerechte Gott Jehova hier nicht zurecht tief empört sein? Man hat doch auf Jehova gehofft und zu ihm gebetet:
Jesaja:33:2
Wie wird Jehova nun auf diese Gebete der von den Hirten und Oberhirten Bedrückten reagieren? Sie haben ihnen gesagt, Jehova würde ihnen helfen, dass alles gut gehen wird. Würde die Lösung dieses Widerspruchs also einfach darin bestehen, dass Jehova diejenigen, die von den Hirten der Organisation untreu behandelt wurden, hilft, alles zu bekommen, was sie zum Leben brauchen. Dann müsste er ja sozusagen wie mit Pferden um die Wette laufen, um all das Unrecht, das seine vermeintlichen Vertreter begehen, durch die er angeblich seine Organisation leitet, wieder auszugleichen (Jeremia 12:5; Jesaja 43:24; siehe die Abhandlung „Die Dickichte des Jordan“).
Nein, er wird nun handeln (Jeremia 12:7):
Jesaja 33:3,4
Jehova wird ganz bestimmt heftig reagieren und sogar eine plötzliche Verheerung bewirken. Das glauben auch alle, die auf Jehova, dem GERECHTEN, vertrauen. Und die empörende Beseitigung des Übels ist dann wie das Einsammeln ekelerregender Kakerlaken (NWÜ [4]). Heuschrecken stehen für eine schwere Gerichtsbotschaft, die verkündet wird (Offenbarung 9:3; Joel 2:1-11). Sie bewirkt, dass die Organisation so verurteilt wird, als verwandle sie sich vom Garden Eden zu einer öden Wüstenei gemäß Joel 2:3.
Jesaja 33:5, 6
Jehova wartet auch, bis die Vergehungen vollendet sind (1. Mose 15:16), bis die bestimmte Zeit für das Gericht gekommen ist (Prediger 3:1). Da Jehova aber ein gerechter Gott ist, wird er ganz bestimmt die Ungerechtigkeiten, die vorher geherrscht haben, beseitigen und gerechte Verhältnisse wiederherstellen. Davon sind die Bedrückten, die so lange ausgeharrt haben, überzeugt. Sie haben nämlich auf Jehova gewartet, weil sie von der Zuverlässigkeit seiner Zeiten überzeugt waren. Jehova würde das Recht aller gerechtigkeitsliebenden Menschen zu der von ihm bestimmten Zeit wiederherstellen, egal, wie raffiniert Menschen auf der Erde und die Vertreter dieser Organisation ihre Macht gefestigt haben.
Nun beschreibt Jehova nochmals die schlechten Verhältnisse, die ihn endgültig dazu bewegen, das Strafgericht über „seine“ Organisation zu bringen:
Jesaja 33:7-9
In der neuen evangelischen Übersetzung werden diese Verse folgendermaßen wiedergegeben [18]:
7 Seht, die Gotteshelden jammern auf der Straße, / die Friedensboten weinen bitterlich. 8 Verödet sind die Straßen, kein Reisender wagt sich hinaus. / Der Feind hat den Vertrag ungültig gemacht, / missachtet seine Zeugen, / und Menschenleben zählen für ihn nicht. 9 Es vertrocknet und verwelkt das Land, / beschämt steht der Libanon da, schwarz und verdorrt, / Scharon ist einer Steppe gleich, / Baschan und Karmel stehen kahl.
Die Gotteshelden, das sind solche, die Jehova treu sein wollten, die viel Dienst für Jehova und der Organisation geleistet haben und das ohne Lohn. Und sie haben in ihren guten Zeiten auch mutig für ihn Stellung bezogen, haben Jehova verteidigt. Nun stehen sie da und können nichts tun. Manche sind sogar ausgeschlossen worden. Sie haben viel durchgemacht. Und einige haben sich sogar über das Internet zu Wort gemeldet, um zu berichten, was sie in Verbindung mit dieser Organisation Schlechtes erlebt haben. Oder sie führen ein ruhiges Leben, ohne je eine Abfindung für all die in der Vergangenheit geleistete wertvolle Arbeit, die sie in Loyalität gegenüber Jehova durchgeführt haben, erwarten zu können. Eigentlich sollte doch jeder, der eifrig für Jehova tätig ist und in der Gegenwart auch Härten erduldet, erwarten können, von Jehova in der Zukunft reich belohnt zu werden (Hebräer 11:6). Das wurde ja auch in ermunternden und zum eifrigen Dienst anspornenden Ansprachen immer wieder betont (siehe Franz Kafka: „Der Kübelreiter“).
Nun aber zählt der treue Dienst selbst langjähriger Mitarbeiter überhaupt nichts. Die Menschen werden einfach weggeschickt. Und wenn jemand aufbegehrt, dann wird er noch aus der Christenversammlung ausgeschlossen. Man meidet ihn dann und vergisst ihn. Selbst von denen, die immer loyal zu Jehova und zu der Organisation gestanden haben, wagt es keiner, offen seine Meinung zu äußern. In ihren Augen ist das ganze geistige Land verödet. Wie wird aber Jehova, der gerechte Gott, darauf reagieren? Das erfahren wir nun:
Jesaja 33:10-14
Wenn Jehova aufsteht, wird ein Feuer angezündet werden, das in kürzester Zeit alles verbrennt, bis nur noch Asche (Kalk) übrig bleibt (Lukas 12:49). Und gerade der zornige Geist derjenigen, die die Führung in der Organisation übernehmen und ihre Mitbrüder unterdrückt haben, wird zu dem verheerenden Brand beitragen. Sie haben zuvor sozusagen die Dornen ihrer ergebenen Untertanen abgehauen, indem sie ihre Gottesfurcht gut ausgenutzt haben, um sie bei all dem geschehenen Unrecht in einem schweigenden, ergebenen Zustand zu halten. Um so größer wird nun ihr Zorn sein, da sie schwer betrogen wurden. Die Herren waren sich ja sicher, dass sie alles im Griff haben. Die Macht Jehovas haben sie alle völlig unterschätzt. Nun hat sie ein Schauer gepackt. Sie werden aus ihrem verurteilenden Gericht nicht mehr herauskommen.
Da stellt sich die Frage, wer denn hier noch unbeschadet herauskommt. Wenn Gottes Volk einen so gewaltigen Schlag erleidet, wer sollte da übrig bleiben, und weiterhin als Gottes Volk Jehova dienen (Offenbarung 6:17)? Diese Frage wird nun in den folgenden Versen beantwortet:
Jesaja 33:15, 16
In der Bibelübersetzung „Hoffnung für Alle“ wird Vers 15b folgendermaßen wiedergegeben [19]:
… wer sich nicht in Mordpläne einweihen und verstricken lässt; wer nicht zuschaut, wo Böses geschieht.
Es geht also um Personen, die sich nicht durch das, was Schlimmes getan wird, negativ beeinflussen lassen, um am Ende selbst auf der Seite der Übeltäter zu stehen. Sondern, wer wirklich rechtschaffen ist, mit ihm wird es gut ausgehen. Wer die richtige Einstellung und Denkweise hat, wird dann wie jemand sein, der in schwer zugänglichen Orten Sicherheit findet. Er wird geistig gut ernährt sein, da er Jehovas Gericht versteht. Seine Erkenntnis wird ihm zur sicheren Höhe werden. Und es kommen lauter Segnungen:
Jesaja 33:17, 18
All die verheerenden Dinge, die geschehen sind, werden für ihn wie eine interessante, zu erzählende Geschichte sein. Für ihn ist das Gericht Jehovas schön und majestätisch. Diejenigen, die früher in der Organisation Aufgaben gehabt haben, werden einfach weg sein, da es diese Organisation nicht mehr gibt. Und trotzdem ist es für ihn so, wie wenn die Organisation der Menschen, die wirklich Glauben haben, ewig fortbesteht:
Jesaja 33:19, 20
Da er das Wesen der wahren, gerechten Gemeinschaft der Anbeter Jehovas verstanden hat, wird sie aus seiner Sicht von dauerhaftem Bestand sein, da nur der ungerechte Teil mit denen, die sich für Menschenherrschaft entschieden haben, ins Gericht gebracht wurde (Offenbarung 11:2). Worin sich die gerechte von der ungerechten „Organisation“ unterscheidet, wird im Folgenden erklärt:
Jesaja 33:21
Dass keine Ruderflotte und kein majestätisches Schiff über die von Jehova kommenden Ströme fahren, bedeutet, dass die geistige Speise nicht mehr zur Machtausübung gewisser Personen, die die Führung übernehmen, missbraucht wird. Keine majestätische leitende Körperschaft, die die Wahrheit für sich in Anspruch nimmt, um andere zu belehren, wird es geben.
Ja, wie war das denn vorher, als es die Organisation mit einer leitenden Körperschaft gab. Gewisse Brüder wurden zu Ältesten und Aufsehern ernannt. Als Gruppen bildeten sie Gremien, Körperschaften und Komitees. Wenn jemand eine Sünde beging, wurde er vor ein Rechtskomitee gebrachte, sie dienten ihm als Richter. Die leitende Körperschaft und ihre Komitees sorgten auch für Regeln, Satzungen der Organisation. Sie thronte auch als König über uns. Als sie sagte, dass es in den Versammlungen keine Orchester mehr geben soll, so gab es in allen Versammlungen weltweit keine Orchester mehr. Als sie sagte, dass wir Trolleys für den Predigtdienst verwenden sollen, gab es weltweit in den Versammlungen überall Trolleys usw.
Doch wie wird es nun sein, ohne die sinnbildlichen Ruderflotten oder des majestätischen Schiffes? Das steht im nächsten Bibeltext:
Jesaja 33:22
Denn Jehova selbst hat alle Funktionen übernommen. In seiner Erkenntnis wird man wandeln und gemäß der Anleitung, die direkt von Jehova kommt, etwa durch persönliches Studium seines Wortes, wird man handeln. Das bedeutet auch, dass sich jeder selbst überzeugen wird und sich wegen seines eigenen Verständnisses freuen kann. Eine weitere Konsequenz:
Jesaja 33:23
Es gibt keine strengen administrativ gegebenen Anweisungen, die alle befolgen müssen. Jeder kann in Übereinstimmung mit seinem eigenen Gewissen handeln und sich als Einzelner von Jehovas Geist leiten lassen.
Jesaja 33:23, 24
Selbst diejenigen, die früher nicht zum Zug kamen, und als Schwache keine besonderen Dienstaufgaben bekamen, werden nun ganz vorne sein. Sie werden auf diese Weise diejenigen, die früher die Ersten wahren, plündern (Matthäus 19:30). Dann wird Jehova auch unsere Sünden vergeben haben, sodass es allen vor allem in geistiger Hinsicht gut geht.
Nun ist nochmals vom umfassenden Gericht Jehovas gegen alle, die Feinde seines Volkes geworden sind, die Rede:
Jesaja Kapitel 34
Jesaja 34:1-4
Die beschriebenen Ereignisse sollen zwar dort, wo die wahre Anbetung praktiziert wird, stattfinden (Jesaja 25:7; Hesekiel 39:11). Aber alle Menschen auf der ganzen Erde sollen es zur Kenntnis nehmen, da Jehova hier ein Präzedenzfall schafft, der zum umfassenden Gericht über alle Nationen führt. Damit sind zuerst die Dämonennationen gemeint, die die Organisation, in der Jehovas Zeugen organisiert sind, die „Stadt der tyrannischen Nationen“ (Jesaja 25:3), verdorben haben. Außerdem kommen die Zeugen Jehovas aus allen menschlichen Nationen.
Die mit Bergen verglichenen organisatorischen Einrichtungen sollen wegen ihrer großen Blutschuld bzw. der Blutschuld derjenigen, die dort die Führung übernehmen, so verurteilt dastehen, dass sie nicht weitermachen können (2. Petrus 3:10). Alle, die dort die Führung übernahmen (Heer der Himmel), sollen verstummen (Sacharja 14:12). Das Kapitel „organisierte Religion“ soll ein für alle Mal beendet sein, wie man ein zu Ende gelesenes Buch weglegt (Offenbarung 6:14).
Jesaja 34:5-7
Edom steht ähnlich wie Moab für diejenigen, die vorgaben, Freunde Jehovas zu sein, die sich aber als Feinde erwiesen haben. Denn der Stammvater Edoms war Esau, der Bruder Jakobs. Er war nach dem Recht, das durch Menschenherrschaft kam, der Erstgeborene und hätte Erbe sein sollen. Er war aber nicht Erbe der Verheißung, denn Jehova hatte der Rebecca prophezeit, dass der Ältere dem Jüngeren dienen wird (1. Mose 25:23). Sein Bruder Jakob (Israel) wurde Erbe der Verheißung. Später haben sich die Edomiter stets als Feinde Israels erwiesen. Genauso ist die heutige Wachtturmgesellschaft Erbe nach weltlichem Urheberrecht. Sie ist aber nicht Erbe der Verheißung, sondern sie hat sich sogar als Feind der wahren Anbeter Jehovas erwiesen.
Diejenigen, die Gottes Volk verheert haben gemäß Jesaja 33:1, werden nun ein solches überaus schweres, vernichtendes Gericht empfangen. Dass Jehovas Schwert in den Himmeln (mit Blut) getränkt wird, zeigt, dass es besonders diejenigen treffen wird, die die Führung übernommen haben und die Lehrer waren (Jakobus 3:1).
Durch das neue Zeugnis, das gegen sie gegeben wird und vernichtende Gerichtsbotschaften enthält, haben sie keine Chance, sich je wieder zu erheben. Alles wird völlig verurteilt werden, denn dieses vernichtende Zeugnis stellt heiliger Dienst zur Rechtfertigung und Heiligung des Namens Jehovas dar. Man wird Gericht und Verurteilung mit großem Eifer für Jehova als großartigen Sieg gegen die echten Feinde verkündigen (siehe auch Jesaja 30:29, 32). Dass sogar ihr Staub fettig gemacht wird, bedeutet, dass jeder kleinste Bestandteil ihres Ansinnens und ihrer Art der Machtausübung zu einer Lehre, einem Musterbeispiel des Übeltuns dargestellt wird.
Jesaja 34:8
Grund für das schwere Gericht ist das Üble, das sie seinen rechtschaffenen Anbetern angetan haben.
Jesaja 34:9, 10
Hier werden nun die Schwere und die Dauerhaftigkeit des Gerichts beschrieben. Die Wildbäche stehen für die geistige Belehrung durch die Vertreter der Organisation. Pech und Schwefel stehen für dauerhafte Verödung und Vernichtung. Niemand wird je wieder damit anfangen, so zu handeln, wie sie es taten. Was hier beschrieben wird, entspricht etwa dem, was über das Gericht an Babylon der Großen gesagt wird (Offenbarung 18:21-24).
Jesaja 34:11-15
Und das zukünftige Los dieses geistigen Landes der falschen Anbetung wird hier mit anschaulichen Worten beschrieben. Dass hier von Tieren die Rede ist, die dort wohnen sollen, veranschaulicht, dass in diesem Land kein Platz mehr ist, um die früheren Dinge wieder aufkommen zu lassen. Es hat seine endgültige Bestimmung erhalten, indem es zu einem Musterbeispiel des Übeltuns geworden ist. Man wird sich nur noch daran erinnern, wie groß das Übel war und dass diejenigen, die sogar Fürsten vor Jehova sein wollten und die ihre Brüder durch die große Drangsal und danach in Gottes Königreich führen wollten, nur Übeltäter sind.
Es war ja so, dass man durch diese Organisation bereits die bösen Machenschaften der fehlgeleiteten organisierten Religion verurteilt hat. Man hat es als abscheulich betrachtet, dass Menschen verfolgt und mit dem Kirchenbann belegt wurden, weil sie im Besitz der Bibel waren und ein eigenes Verständnis erworben hatten. Doch nun tat diese Organisation wieder dasselbe. Wer ein anderes Verständnis hatte, als das offizielle, von der Organisation kommende und dieses offen vertrat, wurde ausgeschlossen. Soll sich das ständig wiederholen? Nein, das soll nun nicht mehr geschehen, da vernunftlose Tiere ihre Zuteilung dort erhielten und das Vergehensmuster nun vollständig ausgelebt wurde!
Die hier beschriebenen Tiere sind fast ausnahmslos Raubtiere und nach dem mosaischen Gesetz unreine Tiere. Der „bockgestaltige Dämon“ stellt ein Gegenstand der falschen Anbetung dar, dem Opfer dargebracht wurde (3. Mo 17:7). Dass diese Tiere nun ihre feste Zuteilung dort erhalten haben, bedeutet, dass jeder, der ein solches Organisationssystem wieder aufbauen will und mit den verurteilten Dingen wieder beginnen will, sofort als raubgieriger, bösartiger, hinterlistiger und götzendienerischer Mensch eingestuft wird.
Jesaja 34:16, 17
Um noch mehr zu betonen, wie endgültig und absolut zuverlässig und dauerhaft das Urteil über diese letzte Neuauflage der fehlgeleiteten organisierten Religion ist, wird weiter daran erinnert, wie zuverlässig Jehova den Tieren einen Platz zuweisen kann. Denn der absolut zuverlässige Schöpfer hat diese Dinge so entschieden und ein für alle Mal festgelegt!
Geistige Wasser aus der Wildnis
Nachdem nun das ewige Gericht an der falschen Anbetung so drastisch beschrieben wurde, geht es nun wieder um die Segnungen für die wahre Anbetung:
Jesaja Kapitel 35
Jesaja 35:1, 2
Gerade an Orten, an denen man ursprünglich keine geistige Speise erwartet hatte, wird die Erkenntnis überströmend. Denn nicht von einer mächtigen organisatorischen Einrichtung und von erhabenen Aufsehern wird geistige Speise ausgeteilt, sondern von Personen, die durch ihr eigenes persönliches Studium zur Erkenntnis Jehovas gelangt sind. Diejenigen, die vorher wegen der Abtrünnigkeit der Organisation sehr gelitten hatten und die nach Antworten von Jehova gesucht hatten und lange keine fanden, haben nun Erkenntnis. Ihre geistigen Bedürfnisse werden jetzt völlig befriedigt. Ihre Fragen wegen der Ungerechtigkeiten, die sie innerhalb der Organisation erlebt hatten, werden beantwortet. Denn Wildnis, wasserlose Gegenden und Wüstenebene stehen für unerwartete Quellen geistiger Speise (Wasser des Lebens). Sie kommt aus dem Mund von scheinbar Unmündigen (Matthäus 21:16; Psalm 8:2) oder von Personen, die früher nicht befugt waren, sie auszuteilen. Darum wird der Geringe und ursprünglich Benachteiligte jetzt voller Freude sein (vergleiche Lukas 16:19-25). Und er wird die Pracht seines Gottes mit seinem geistigen Sehvermögen sehen können!
Jesaja 35:3, 4
Darum, weil diese Dinge so aufgelöst werden, dürfen alle Benachteiligten voller Zuversicht sein und mutig auf Jehova vertrauen, dem Gott unserer Rettung. Und wir dürfen wirklich aktiv werden und brauchen uns von den früheren Aufsehern nichts mehr verbieten lassen. Voller Mut sollen wir nun Jehova mit unserer neuen Erkenntnis verherrlichen. Und unsere bisherigen Herren, die bedingungslosen Gehorsam verlangt hatten, werden uns nicht mehr länger unterdrücken können. Denn wenn Jehova, der Schöpfer des ganzen Universums, auf unserer Seite steht, wer kann gegen uns sein (vergleiche auch Esther 9:1-4)? Und gemäß Joel 2:1-11 gibt es ein Werk zu tun. Die Organisation wurde geradezu für den Garten Eden gehalten. Man redete vom geistigen Paradies. Nun soll sie durch unser Zeugnis zu einer öden Wüstenei werden! Dazu muss all die Schlechtigkeit, die innerhalb der „Organisation Jehovas“ begangen wurde, aufgedeckt werden!
Jesaja 35:5-7
Jehova wird einen solchen Wandel herbeiführen, wie man sich das vorher kaum vorstellen konnte. Man glaubte ja schon, dass die volle Erkenntnis Jehovas durch die Organisation kommt. Dadurch war man geistig blind. Auch andere, die sich nicht der Organisation angeschlossen hatten oder die weggingen, hatten kein geistiges Sehvermögen. Sie waren auch die sogenannten „Abtrünnigen“, die man für geistig krank gehalten hatte, die nur zerreißen und nichts aufbauen konnten (vergleiche mit der Erzählung „Schakale und Araber“ von Franz Kafka).
Nun, da die Erkenntnis aus der „Wildnis“ kommt, kann Jehova einen solchen Wandel herbeiführen. All diejenigen, die vorher schwach waren oder gar als böse galten und nicht viel zu melden gehabt hatten, sind nun das genaue Gegenteil. Denn sie sind nun befreit worden von ihren Bedrückern, die sie irregeführt hatten. Denn jeder weiß, dass man geistiges Sehvermögen entwickelt, wenn man selbst die Bibel studiert und nachsinnt und nicht die Vertreter einer großen Organisation für sich denken lässt, um ihnen blind zu folgen (Jesaja 30:25, 26; Daniel 12:3). Das war es ja, das schon Charles Taze Russell und seine kleine Bibelstudiengruppe erkannten, die wie in einer Wildnis zurückgezogen, erst einmal die falschen Kirchenlehren verlernen mussten (Hohes Lied 8:5).
Jesaja 35:8-10
Gemäß Jesaja 33:8 wurden die Landstraßen verödet, als es noch die Organisation gab. Nun aber, mitten in der sinnbildlichen Wildnis, wird es wieder eine Landstraße geben. Man wird wieder wirkungsvoll handeln können, hat eine klare Orientierung, da man geistiges Sehvermögen erworben hat. Die Zusammenarbeit wird funktionieren. Und man ist wie in einer Organisation geschützt (Jesaja 26:1-6). Denn für die Unreinen, das heißt für die in geistiger Hinsicht falsch Eingestellten, wird es keinen Platz geben (siehe auch Jesaja 26:1, 2). Durch diese neue Infrastruktur werden wir wirklich vor herrschsüchtigen Menschen geschützt sein. Es ist die Erkenntnis durch die geistige Ernährung durch das Wort Gottes, die wie eine Stadtmauer geworden ist (1. Petrus 2:2; Hohes Lied 8:10). Wie schön diese Zeit doch sein wird.
Autor: Bernd Oelschlägel, niedergeschrieben 2012-2017
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