Wie ist die Menschheitsgeschichte zu verstehen? Was hat es mit den im Bibelbuch Daniel aufgezeichneten Prophezeiungen auf sich? Wer ist der König des Nordens und des Südens und was hat dies mit Nationalismus auf sich? All diese Fragen werden hier beantwortet. Grundlage dieser Abhandlung ist Offenbarung 10:11: „Du musst wieder prophezeien über Völker, Nationen, Sprachen und viele Könige.“

Nationen, was steckt dahinter?

Heute ist die Menschheit unterteilt in viele Nationen. Durch den Nationalismus entstehen Kriege und sehr viel Leid. Bereits in Babel, das durch Nimrod gegründet wurde, der als Erster ein Gewaltiger wurde auf der Erde (1. Mose 10:8-10), vereitelte Jehova ihr Vorhaben, indem er ihre Sprache verwirrte, wodurch die verschiedenen Sprachen entstanden sind (1. Mose 11:5-9).

Aber woher kommen all die Nationen?

In 1. Johannes 5:19 heißt es: Wir wissen, daß wir von Gott stammen, aber die ganze Welt liegt in der [Macht] dessen, der böse ist. 
Dann sagte Jesus gemäß Johannes 14:30: … denn der Herrscher der Welt kommt. Und er kann mir nicht beikommen
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und in Offenbarung 12:9: Und hinabgeschleudert wurde der große Drache – die Urschlange -, der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt; er wurde zur Erde hinabgeschleudert, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeschleudert.

Als Jesus vom Teufel versucht wurde, zeigte der Teufel ihm alle Königreiche der Welt und erklärte:

„Alle diese Dinge will ich dir geben, wenn du niederfällst und mir einen Akt der Anbetung erweist.“

Jesus lehnte mit den Worten ab: „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen.‘ „ (Matthäus 4:9,10).

Jesus stellte nicht infrage, dass dem Satan alle Königreiche der Welt gehören. Wäre das nicht der Fall, dann wäre es auch keine Versuchung für Jesus gewesen.

Aus den erwähnten Bibeltexten geht klar hervor, dass alle Königreiche und Regierungssysteme der Welt letztlich unter der Herrschaft eines Geistgeschöpfes stehen, das offensichtlich die Macht hat, menschliche Könige einzusetzen und abzusetzen, wie es will, obwohl es unsichtbar ist. Es wird als Satan und Teufel bezeichnet.

Herrscht er allein? Nein, denn es gelang ihm, Engel auf seine Seite zu ziehen (Offenbarung 12:9). Diese wurden dann die Dämonen.
Die Frage ist nun, wie herrschen Satan und die Dämonen über die Menschen?

Lies Epheser 6:11-13

Hier wird erklärt, wer unsere eigentlichen Feinde sind. Es sind die unsichtbaren Geistgeschöpfe, Satan und die Dämonen. Dann ist hier auch von Regierungen und Gewalten die Rede, nachdem gesagt wurde, dass es sich nicht um Blut und Fleisch handelt. Dies zeigt, dass die unsichtbaren Geistgeschöpfe auch unsichtbare Regierungen bilden. Und dann ist von der vollständigen Waffenrüstung die Rede, durch die wir uns schützen können.

Betrachten wir einmal zwei Bestandteile, der große Schild des Glaubens und der Brustpanzer der Gerechtigkeit:

(Epheser 6:14, 16): … angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit … Vor allem nehmt den großen Schild des Glaubens, mit dem ihr alle brennenden Geschosse dessen, der böse ist, auslöschen könnt.

Hier könnte man sich die Frage stellen, warum man beides benötigt. Wenn man einen großen Schild vor sich hat, ist doch auch die Brust geschützt. Oder nicht?

Zwei Arten von Angriffen

Wir erkennen, dass es zwei Arten von Angriffen (Geschosse, Pfeile) gibt. Die brennenden Geschosse sind feurige Prüfungen, die uns niederwerfen, zu Opfern machen sollen. Dagegen hilft ein großer Glaube, durch den wir in solch prüfungsreichen Zeiten die Hoffnung wahren können, dass alles gut ausgehen wird.

Die Pfeile, die vom Brustpanzer der Gerechtigkeit abgehalten werden, sind Versuchungen und Verlockungen, die uns zu Übeltätern machen sollen. Dagegen hilft es, wenn wir die Gerechtigkeit Jehovas genau kennen und lieben, sodass wir nicht unsere eigene Gerechtigkeit aufstellen.
Satans Angriff soll uns also zu Übeltätern machen. Sind wir es geworden, weil unsere Waffenrüstung Lücken hatte, dann kann Satan uns benutzen und wir werden dann zu brennende Geschosse für andere, die Opfer unserer bösen Machenschaften werden.

Und so funktioniert die Herrschaft Satans. Zuerst werden Menschen dazu gebracht, den Willen der Dämonen zu tun und dann kann Satan diese Menschen als Werkzeuge gebrauchen.
Das ist besonders wirksam, wenn diese eine Autoritätsstellung in einer Organisation haben, seien es staatliche oder religiöse Organisationen oder solche aus der Geschäfts- und Finanzwelt.

Doch wie wirken Satan und die Dämonen zusammen und was hat es mit den in Epheser 6:12 genannten Regierungen und Gewalten auf sich?

Wie entstehen Nationen?

Betrachten wir folgende Bibeltexte:

Offenbarung Kapitel 20

Vers 3: Und er schleuderte ihn in den Abgrund und verschloß [diesen] und versiegelte [ihn] über ihm, damit er die Nationen nicht mehr irreführe, bis die tausend Jahre zu Ende wären. Nach diesen Dingen muß er für eine kleine Weile losgelassen werden.

Vers 7-9: Und sobald die tausend Jahre zu Ende sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, und er wird ausziehen, um die Nationen, die an den vier Ecken der Erde [sind], irrezuführen, Gog und Mạgog, um sie zum Krieg zu versammeln. Die Zahl dieser ist wie der Sand am Meer. Und sie rückten über die Breite der Erde vor und umringten das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt. Aber Feuer kam aus dem Himmel herab und verzehrte sie.

Hier stellt sich uns die Frage: Was sind das für Nationen, die am Ende der Tausendjahrherrschaft von Satan erneut irregeführt werden? Schließlich sollte es dann ja keine menschlichen Nationen geben, da wir alle Brüder sein werden (vergleiche Matthäus 23:8).

Eine Antwort könnte darin bestehen, dass sich unter dem Einfluss Satans wieder erneut Nationalstaaten bilden werden als Ergebnis der Irreführung. Das anzunehmen ist sicher vernünftig, denn der ganze Nationalismus und die Nationalstaaten haben ja ihren Ursprung von Satan und die Dämonen (Daniel 10:20-21; 1. Johannes 5:19). Aber ist diese Antwort allein schon befriedigend?

Eine Veranschaulichung:

Jemand schaut sich eine Druckmaschine in einer Druckerei an und er sieht eine Papierbahn durch ein Druckwerk laufen. Vor dem Druckwerk ist das Papier weiß, danach aber ist ein klares Druckbild zu erkennen. Er fragt einen Dabeistehenden, wie das Bild auf das Papier kam. Dieser sagt ihm, das sei einfach unter dem Einfluss des Druckwerks entstanden. Er schaut sich das Druckbild genau an und da findet er Text und Bilder, ein Lebensbericht und andere Dinge. Was hat das alles mit dem Druckwerk zu tun?

Er wundert sich über die Antwort und fragt nun einen Drucker. Der erklärt ihm, dass sich in dem Druckwerk eine Druckplatte befindet, auf der dieses Druckbild schon vorhanden war, bevor die Papierbahn bedruckt wurde. Das Druckwerk übertrug es lediglich von der Platte auf die Papierbahn. Und die Druckplatte wurde zu einer früheren Zeit hergestellt durch eine Maschine, die es von einer elektronischen Form auf die Druckplatte übertrug. Davor wurde der Artikel durch die Autoren mit Hilfe von Computern her- und zusammengestellt.

Diese Antwort war nun wirklich befriedigend.
Dann erklärte der Drucker noch weiter, dass die Druckplatte für diese Produktion sogar schon vor Jahren hergestellt wurde und lange Zeit im Archiv aufbewahrt wurde. Jetzt hat man sie wieder neu herausgeholt um den Artikel, der früher schon gedruckt wurde, wieder neu aufzulegen.

Also die menschlichen Nationen sollen nach tausend Jahren wieder neu erscheinen, mit all den organisatorischen Strukturen. Wo kommen sie her? Oder was ist hier die „Druckplatte“, von der sie sich auf die Menschen, die irregeführt werden, übertragen können?

Dämonennationen

Dazu müssen wir verstehen, dass dem Satan ein riesiges Heer von Dämonen zur Verfügung steht. Aus Offenbarung 5:11 und 12:4 geht hervor, dass es wirklich eine riesige Zahl von Dämonen geben muss. Und diese Dämonen müssen ja unter sich irgendwie organisiert sein. Einige haben offensichtlich die Führung inne, sind Dämonenfürsten, wie die beiden in Daniel 10:20-21 erwähnten „Fürst von Persien” und „Fürst von Griechenland”. Und genau so, wie das Druckbild von der Druckplatte auf die Papierbahn übertragen wird, müssen wir uns die Nationen so vorstellen, dass sie zuerst als Dämonennationen existierten, bevor dieselben hierarchischen Nationalstrukturen dieser Dämonen auf die Menschen übertragen wurden.

Während den tausend Jahren des messianischen Königreiches gibt es die Nationen unsichtbar als Dämonennationen weiterhin, wie die Druckplatte im Archiv, denn die Dämonen leben ja weiter. In Offenbarung 20:3 wird ja gesagt, dass Satan in den Abgrund geworfen wurde. Hier ist nicht von Dämonen die Rede, sondern von Satan allein (im Gegensatz zu Offenbarung 12:9, wo auch von den Dämonen die Rede ist, die zur Erde geschleudert wurden als „seine Engel“). Und in Offenbarung 20:7 ist ebenfalls nur von Satan die Rede, der nun wieder losgelassen wurde. Aber in Vers 8 ist von Nationen, die an den vier Ecken der Erde sind, die Rede, so als ob sie schon vorher da waren (Offenbarung 12:5).

Wenn man nichts in die Bibeltexte hineininterpretiert, sondern das so liest, wie es hier steht, sollte demnach nur Satan im Abgrund gewesen sein, während die Dämonennationen an den „vier Ecken der Erde“ blieben und nun wieder von ihrem Anführer Satan gelenkt werden, um die Erde und die Menschen auf ihr anzugreifen und natürlich erneut, wie früher, irrezuführen. Und der Begriff Magog steht nun zusammen mit ihrem Anführer Gog für die Dämonennationen.

Fazit

Ja, die menschlichen Nationen stellen nur ein Druckbild von den Dämonennationen dar. Und diese Dämonennationen wurden bereits lange vor der Tausendjahrherrschaft Christi gebildet und gehen bis auf die Zeit unmittelbar nach der Sintflut zurück, wo die materialisierten Engel wieder in den unsichtbaren Bereich zurückkehrten (1. Mose 6:1-4; 2. Petrus 2:4).

Wenn wir das verstanden haben, können wir besser verstehen, von was in Hesekiel 38:1-6 die Rede ist und was hier die Völker sind und wir können verstehen, was in Sacharja 14:2 mit „alle Nationen” gemeint ist.

Und wir erhalten einen neuen Blickwinkel, durch den wir die Geschehnisse auf der Erde, ja die ganze Geschichte besser verstehen können.

Betrachten wir dazu noch eine andere Veranschaulichung.

Das Marionettentheater der Menschheit

In einem Marionettentheater sind die Akteure, mit denen spannende Geschichten gespielt werden, nur Puppen, die an Fäden hängen. Doch oberhalb des Schauplatzes, abgeschirmt durch eine Kulisse, sitzt jemand (oder mehrere Personen), der die Fäden in der Hand hat und so die Puppen bewegt. Der Zuschauer sieht nur die Puppen und weiß normalerweise nicht, wer sie bewegt. Doch sie werden so geschickt geleitet, dass die Zuschauer den Eindruck erhalten, sie seien äußerst lebendig.

Jetzt überlegen wir mal, was da so alles passieren kann. Zwei Figuren mögen in der gespielten Geschichte Feinde zueinander sein. Oder die eine Figur ist der Polizist, die andere der Dieb. Beide werden aber durch den gleichen Marionettenspieler über ihre Fäden geführt.

Oder wir sehen eine Figur, wie sie im Verlauf der gespielten Geschichte plötzlich irgendwie ihren Charakter verändert. Sie bewegt sich plötzlich anders als vorher. Der Zuschauer wundert sich und denkt vielleicht, dass es am Szenenwechsel der gespielten Ereignisse liegt. Aber in Wirklichkeit hat der Marionettenspieler gewechselt, der die Fäden in der Hand hält. Ein anderer Marionettenspieler bewegt die Puppe eben etwas anders, obwohl die Puppe immer noch die gleiche „Person“ in dem Schaustück darstellt.

Genauso müssen wir uns die Herrschaft der Dämonen vorstellen. Die Dämonen sind die Marionettenspieler, die die Fäden in ihrer Hand halten, während die Menschen und besonders die menschlichen Könige nur die Puppen sind. Dazu kommt allerdings noch der Umstand, dass die Menschen, auch die menschlichen Könige, sterben, die Dämonen aber nicht sterben. Und so kann derselbe Dämon während aller Epochen der Menschheitsgeschichte an den Fäden ganz unterschiedlicher Herrscher ziehen. Die Herrscher und ihre Herrschaftsbereiche kommen und gehen, doch die Dämonen, die sie lenken und leiten, bleiben immer dieselben.

Den Willen Jehovas getan

Aber eine Frage stellt sich uns noch. Tun menschliche Könige und Politiker immer den Willen der Dämonen oder kommt es auch vor, dass sie gerecht handeln und den Willen Jehovas tun?

Dazu ist das Bibelbuch Daniel sehr aufschlussreich.
Jehovas Volk war noch nicht aus dem babylonischen Exil zurückgekehrt, obwohl sich gerade ein riesiger politischer Umsturz ereignet hatte, indem Babylon von den Medern und Persern eingenommen wurde, da forschte Daniel gründlich nach:

Lies Daniel 9:1-2

Jehova hatte zuvor durch den Propheten Jeremia prophezeien lassen, wie Jehova sein Volk nach siebzig Jahren wieder zurückführen würde (Jeremia 25:11; 29:10). Weitere Details werden im Bibelbuch Jesaja genannt:

Lies Jesaja 44:28-45:1

Hier wird sogar der persische König mit Namen genannt. Jehova nennt ihn „mein Hirt“ und „seinen Gesalbten“. Dadurch wird ersichtlich, dass dieser menschliche Herrscher dieses Mal nicht den Willen der Dämonen, sondern den Willen Jehovas tun würde. Die Dämonen würden ja nie auf die Idee kommen, Gottes Volk zu befreien. Aber wie kommt es dazu, dass ein menschlicher Herrscher den Willen Jehovas tut?

Betrachten wir den Bericht aus Daniel weiter. Als Daniel nun sah, dass die siebzig Jahre um waren und Jerusalem immer noch verödet dalag, flehte er zu Jehova um Gunst für sein Volk (Daniel 9:3-19). Doch dann sah er eine übernatürliche Erscheinung. Ein Engel kam zu ihm:

Lies Daniel 9:20-23

Das war also die Antwort auf sein Gebet. Doch warum wird gesagt, dass er „vor Müdigkeit ermattet“ eintraf? Was hat diesen Engel denn so müde gemacht (oder warum übertrug sich die Müdigkeit des Engels auf Daniel, sodass Daniel müde war)? Womit hat er sich vorher beschäftigt?

Einige Zeit später kam wieder ein Engel zu Daniel, und zwar im 3. Jahr des Cyrus (Daniel 10:1-12). Nachdem der Engel den Daniel getröstet hatte und ihn als „sehr begehrenswerter Mann“ bezeichnet hatte, tat dieser Engel etwas außerordentlich Bemerkenswertes. Er ließ dem Daniel, einem Erdenmenschen, Anteil nehmen an seinen eigenen Problemen und Kämpfen, er schüttete ihm regelrecht sein Herz aus. Dieser prächtige Engel, der dem Daniel so haushoch überlegen war, erklärte ihm nun, vor welchen Herausforderungen er steht und wie ihm ein anderer Engel beistehen musste:

Lies Daniel 10:12-14

Von einem mächtigen Engel getröstet zu werden ist schon etwas ganz Besonderes. Und wenn derjenige, der uns Mut zusprechen möchte, uns so viel Vertrauen entgegenbringt, dass er uns Anteil nehmen lässt an seinem eigenen Leben, sind wir sehr gerührt. Wie viel mehr, wenn sogar ein Engel uns an seinem Leben Anteil nehmen lässt! Und genau das tat der Engel. Und da wir diesen Bericht nun in der Bibel lesen können, erhalten wir ganz besondere Einblicke in einen Bereich, zu dem wir sonst niemals Zugang bekommen könnten. Wir können nun hinter die Kulissen des großen Marionettentheaters blicken.

Wir schauen in den geistigen Bereich, wo sich die Engel und auch die Dämonen aufhalten. Es geht nicht um die menschlichen Herrscher (die Puppen), sondern um den Kampf gegen einen Dämonenfürsten, den Fürst des königlichen Reiches Persiens (der an den Fäden zieht). Der musste von dem Engel besiegt werden. Kein Wunder, dass der Engel Gabriel, wie wir vorher gelesen haben, nach dem Kampf vor Müdigkeit ermattet war.

Aber warum dieser Kampf gegen diesen Dämon gerade nachdem die 70 Jahre babylonisches Exil zu Ende waren? Damit die Verheißungen Jehovas Wirklichkeit werden können! Erst nachdem der Dämonenfürst, der normalerweise dem Perserkönig seinem Willen unterwirft, besiegt ist, kann Cyrus Jehovas „Hirt“ werden. Unter dem Einfluss des Engels, der für Gottes Volk steht, handelt der Perserkönig Cyrus so, wie wenn er ein Diener Jehovas wäre (Esra 1:1-4,7-8). Und da der Engel neben den Königen von Persien blieb, konnten die Israeliten in ihr Heimatland zurückkehren, den Tempel wieder aufbauen und schließlich die Mauern Jerusalems wieder errichten.

Wer sind der König des Nordens und der König des Südens?

Aber wir erfahren von dem Engel noch viel mehr. Noch ein Dämonenfürst kommt ins Spiel:

Lies Daniel 10:20-21

Hier ist von „Fürst von Griechenland“ die Rede, ein weiterer Dämonenfürst und von Michael, der den Christus darstellt, bevor er auf die Erde kam. Zwei offensichtlich sehr mächtige Dämonenfürsten, gegen die die Engel kämpfen müssen und das sicher nicht nur einmal. Denn die beiden Dämonen sterben ja nicht. Sie sind heute immer noch da, auch wenn Griechenland und Persien schon lange aufgehört haben, Weltmächte zu sein. Die Dämonen sind flexibel wie die Marionettenspieler und benutzen immer wieder neue Könige mit neuen Herrschaftsgebieten als ihre „Puppen“. Und genau das wird in Daniel Kapitel 11 beschrieben.

In Daniel 11 werden zahlreiche Ereignisse geschildert, die sich bis in die heutige Zeit abspielen. Es ist von Königen die Rede, die kommen und gehen, ja die halbe Menschheitsgeschichte. Aber wir müssen uns im Klaren sein, dass der Engel in Wirklichkeit gar nicht über irdische Dinge redet, sondern über das, was sich im Unsichtbaren dahinter verbirgt. Wie die Dämonen die menschlichen Herrscher gelenkt haben, darum geht es. Wir erhalten Einblick über das, was hinter der Kulisse des großen Marionettentheaters abläuft, von wo aus die Fäden gezogen werden, damit die Puppen tanzen. So ist vom König des Nordens und König des Südens die Rede. Gemeint sind aber nicht die menschlichen Herrscher (Puppen), die erwähnt werden, sondern die beiden Dämonenfürsten, unter deren Einfluss bestimmte menschliche Herrscher geraten sind.

Von Anfang an werden zwei Dämonenfürsten erwähnt, zuerst als Fürst von Griechenland und Fürst von Persien, danach unter dem Decknahmen König des Nordens und König des Südens. Aus dem Kontext und Reihenfolge der erwähnten Könige geht hervor, dass der König des Nordens der Fürst von Griechenland sein muss und der König des Südens dann der Fürst von Persien.
Einzelheiten darüber, welcher menschliche König unter dem Einfluss welches der Dämonenfürsten geraten ist, stehen im Buch Die Prophezeiung Daniels – Achte darauf Übersicht S. 284 [9].

Stellen wir uns das als Marionettentheater vor. Ein Marionettenspieler, der einst die Fäden der Perserkönige in der Hand hält, bekommt den Diadochenherrscher, Ptolemaios Lagi, in seine Hand. Später auch die Königin Zenobia. Und zum Schluss die Politiker der angloamerikanischen Weltmacht, also der USA und Großbritannien. Der Marionettenspieler, der die Fäden von Alexander dem Großen in der Hand hatte, hatte auch die Fäden der römischen Herrscher Augustus und Tiberius und aller Könige der römischen Weltmacht in der Hand. Und später dann die Herrscher des Heiligen Römischen Reiches, das Deutsche Reich unter Kaiser Wilhelm, Hitler und das Dritte Reich sowie Stalin und der kommunistische Ostblock. Wen danach? Wir werden sehen.

Was machten die Dämonenfürsten vorher?

Aber haben die beiden in Daniel erwähnten Dämonenfürsten erst seit der Zeit Daniels ihr Unwesen getrieben? Sicher nicht, denn sie waren ja schon vorher da und kamen nicht erst in der Zeit, in der Daniel gelebt hat, ins Dasein.

Vorher wurde Babylon von den Persern besiegt, worauf Persien von Griechenland geschlagen wurde. Dies legt nahe, dass der Fürst von Griechenland oder König des Nordens auch der Dämonenfürst ist, der der eigentliche Herrscher über das alte Babylon war. Umgekehrt ist das Herrschaftsgebiet des Südkönigs z. B. in der Zeit des Diadochenherrschers Ptolemaios Lagi Ägypten gewesen. In Geschichtsbüchern wird Ägypten meist als Erstes erwähnt. Es war die erste Weltmacht. In der Bibel wird Nimrod genannt, der ein Gewaltiger wurde und die Stadt Babel baute. Auch die Hauptstadt der Assyrer, Ninive, ließ er bauen. Es wird aber nicht gesagt, dass er Ägypten oder eine Stadt in Ägypten gründete. Daraus kann man schließen, dass der menschliche Herrscher Nimrod (Puppe) von dem König des Nordens (Marionettenspieler) geführt wurde. Während Ägypten unter dem König des Südens stand.

Das sind jetzt viele Schlussfolgerungen auf einmal, magst du sagen. Aber denk daran, wie es bei einem menschlichen Herrscher ist. Wenn der einmal an der Macht ist, möchte er immer weiter. Niemals würde er freiwillig oder kampflos seine Macht abgeben. Und so bleibt er Herrscher, bis er stirbt oder wirklich besiegt wurde. Sollte das bei einem Dämonenfürsten anders sein? Der stirbt nicht und besiegt wird er erst am Ende dieses Systems der Dinge in der großen Drangsal (Daniel 11:45-12:1). Somit ist es geradezu selbstverständlich, dass der Dämonenfürst, der bereits mit Nimrod seine Macht gefestigt hat, bis zum Schluss für seine Sache kämpfen wird, um Jehova und der wahren Anbetung Widerstand zu leisten (1. Mose 10:9). Und im Bibelbuch Daniel ist von diesen Dingen die Rede!

Die Geschichte der Menschheit zeigt den Hintergrund

Aber es gibt noch eine Möglichkeit, die Zusammenhänge zu erkennen. Durch die Art und Weise, wie sich die Puppen bewegen und verhalten, kann man erraten, wer an den Fäden zieht und man merkt, wenn der Marionettenspieler wechselt. So können wir die Weltgeschichte betrachten. Also stellen wir uns vor, der Marionettenspieler hat zuerst die Puppe „Nimrod“ in seiner Hand, dann die Könige Assyriens und Babylons, auch Griechenland mit Alexander des Großen, später Antiochos IV (Epiphanes) und schließlich die römischen Herrscher.
Was lässt sich zu all diesen Herrschern sagen und wie waren sie zur wahren Anbetung eingestellt?

Nimrod, Assyrien und Babylon

Von Nimrod wissen wir aus der Bibel, dass er ein gewaltiger Jäger im Widerstand gegen Jehova war (1. Mose 10:9). In besonderer Weise trotzte er der wahren Anbetung. Er baute Babel.

Gemäß 1. Mose 11:4 sagten sie: „Auf! Laßt uns eine Stadt und auch einen Turm bauen mit seiner Spitze bis in die Himmel, und machen wir uns einen berühmten Namen, damit wir nicht über die ganze Erdoberfläche zerstreut werden.“

Sie wollten sich einen berühmten Namen machen, um so Jehova zu trotzen. Aber Jehova vereitelte ihr Vorhaben und verwirrte ihre Sprache.
Von dort aus begann die fehlgeleitete organisierte Religion, die später mit „Babylon die Große“ bezeichnet wird (1. Mose 11:1-9; Offenbarung 17:5). Da die Menschen von dieser Zeit an auf der Erdoberfläche zerstreut wurden, konnte sich die falsche Anbetung, die auf Babylon zurückgeht, überall verbreiten (siehe das Buch „die Suche der Menschheit nach Gott“) [1]. Das spätere Weltreich Babylon war ebenfalls ein Religionszentrum und es war ein autoritär geführtes Reich, das dafür bekannt war, dass seine Gefangenen nie mehr freikamen. Auch Assyrien war ein mächtiger Feind der wahren Anbetung. Als durch Sanherib, den König von Assyrien, Jerusalem bedroht wurde, verteidigte Jehova die Stadt, indem sein Engel 185.000 Assyrer schlug (siehe Jesaja Kapitel 36 und 37).

Über den Seleukidenherrscher Antiochos IV. Epiphanes ist bekannt, dass er die jüdische Religion und das jüdische Brauchtum ausrotten wollte. Er ließ sogar im Jerusalemer Tempel einen heidnischen Altar errichten, auf dem man dem griechischen Gott Zeus opferte. Das war der Auslöser für den Aufstand der Makkabäer (siehe der Wachtturm vom 01.09.2011 S. 14) [20]. Unter dem römischen Kaiser Tiberius wurde Jesus hingerichtet. Später wurde das neu gegründete Christentum verdorben und die abtrünnige Christenheit als Teil der fehlgeleiteten organisierten Religion entstand.

Römische Staatsreligion

Wie kam es zu diesem Abfall von der wahren Anbetung? Zum einen wurden Lehren aus der griechischen Philosophie hinzugefügt, wie die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele. Dann wurde nach heftiger Verfolgung durch Rom, das nun schon abtrünnige Christentum zur römischen Staatsreligion. So entstand die römisch-katholische Kirche. Später im Mittelalter besaß die Kirche große Macht darüber, was in den Schulen gelehrt wurde. Die damalige Wissenschaft war stark geprägt durch die Ansichten des Aristoteles, der auch der Lehrer von Alexander des Großen war. Gelehrte, die von den Lehren Aristoteles abwichen, mussten mit Verfolgung rechnen.

Wenn wir nun hinter die Kulisse schauen, haben wir es nur mit einem Dämonenfürsten zu tun, der als Drahtzieher all dieser Dinge betrachtet werden kann. Darum, ob griechische Philosophie oder babylonische Religion oder römische Staatskirche, alles der gleiche dämonische Hintergrund, nämlich der König des Nordens.

Der König des Südens ist scheinbar tolerant

Der König des Südens war eher tolerant und er bot zeitweise den Anbetern Jehovas eher Schutz. Vielleicht, weil er von dem Engel, der in Daniel genannt wird, schon ein blaues Auge abbekommen hat und nicht noch ein zweites wollte (Daniel 10:20). Jedenfalls sind die Könige von Persien, Ptolemaios Lagi und seine Nachfolger und die Königin Zenobia eher für eine tolerantere und bildungsfreundliche Herrschaftsweise bekannt. Und die anglo-amerikanische Weltmacht ist eine Demokratie. Trotzdem trotzt auch er Jehova und dies brachte besonders der Pharao zum Ausdruck, der Israel als Sklavenvolk hielt und nicht ziehen lassen wollte (2. Mose 5:20).

Die Mächte in den letzten Tagen

Nun leben wir in den letzten Tagen. Zu Beginn im Jahr 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Der Nationalismus flammte auf. Dies hatte Folgen für die damaligen Bibelforscher. Sie wurden verfolgt und das Werk kam fast zum Erliegen, als einige Brüder, die die Leitung im Werk innehatten, ins Gefängnis kamen. Auch später, besonders in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, gab es viel Verfolgung. Wie sind diese Dinge in der Bibel vorhergesagt worden?

Die Verbindung mit den Ereignissen im unsichtbaren Bereich wird in Offenbarung 12:4, 13 aufgezeigt (siehe die Abhandlung „Siegreicher Glaube”). Es ist der Drache, Satan der Teufel, der für die Verfolgungen verantwortlich ist. Doch wie Satan vorging, wird weiter in Offenbarung Kapitel 13 erklärt (siehe die Abhandlung „Werbung für die Menschenherrschaft” und das Buch „Die Offenbarung – ihr großartiger Höhepunkt ist nahe“ Kapitel 28) [21].

Wilde Tiere als Symbol der Menschenherrschaft

Hier ist von drei wilden Tieren die Rede:

Ein siebenköpfiges wildes Tier, das aus dem Meer heraufsteigt, steht für die Menschenherrschaft mit all ihren Regierungsformen und die sieben Köpfe für die Vollzahl der verschiedenen Regierungsformen und die sieben Weltmächte Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und Anglo-Amerika.

Das zweihörnige wilde Tier steht für die anglo-amerikanische Doppelweltmacht, die in der Zeit des Endes die vorherrschende Weltmacht ist (Offenbarung 13:12).

Dann wird dem ersten wilden Tier noch ein Bild gemacht und Leben eingehaucht (Offenbarung 13:14, 15), sodass der Völkerbund entstand, der später durch die UNO ersetzt wird.

Satan hat ein Ziel. Die Menschen sollen das erste wilde Tier anbeten. Aus dem Bibelbuch Daniel kann man weiter entnehmen, dass die anglo-amerikanische Weltmacht auch die Marionette des Dämonenfürsten ist, der als König des Südens bezeichnet wird (siehe das Kapitel „Nationen, was steckt dahinter?”). Und die politischen Mächte, die den Ersten und Zweiten Weltkrieg ausgelöst haben, also das Deutsche Reich unter Kaiser Wilhelm und die Hitler-Diktatur, wurden vom König des Nordens gelenkt (siehe das Buch „Die Prophezeiung Daniel Achte darauf“ Tabelle S. 284) [9].

Satans Herausforderung

Nun schauen wir wieder in anschaulicher Art und Weise hinter die Kulissen. Satan forderte ursprünglich Jehova heraus, indem er behauptete, er könne eine bessere Herrschaft über die Menschen bringen als Jehova. Diese dadurch aufgeworfene Streitfrage wird sehr gut in dem Buch „Was lehrt die Bibel wirklich“ Kapitel 11 Absatz 12 veranschaulicht [27]. Auf dem Bild sieht man, wie ein frecher Schüler seinen Lehrer herausfordert, indem er behauptet, er könne die Rechenaufgabe besser lösen als er. Darauf gibt der Lehrer dem Schüler die Kreide in die Hand. Was würde der Schüler tun? Wie geht die Geschichte weiter?

Der Schüler zeichnet selbstbewusst seine vielversprechende Lösung an die Tafel. Zuerst denken einige in der Klasse, das funktioniert, dann aber wird die Sache widerlegt. Dann kommt der zweite Anlauf. Eine neue Idee, die Aufgabe zu lösen. Sie scheitert genauso. Aber der Schüler gibt nicht auf. Die dritte Idee wird vorgetragen, dann die vierte, fünfte, sechste und siebte Idee.

Nachdem alle sieben Ideen sich als Fehlschlag erwiesen haben, möchte der stolze Schüler immer noch nicht aufgeben und auf gar keinen Fall seine Niederlage eingestehen. Also versucht er noch einmal vor der Klasse für seine vielen Bemühungen zu werben, denn etwas Neues fällt ihm nicht mehr ein. Schließlich hat jede der sieben Lösungsansätze bei bestimmten Vorgaben mehr oder wenig von dem richtigen Ergebnis abgewichen. Also in der richtigen Kombination soll das Ganze doch noch gut sein. Das ist dann der achte Versuch, obwohl nichts Neues mehr dazukommt. Wichtig ist ihm, dass die meisten Mitschüler noch Hoffnung haben, dass es ihm doch noch halbwegs gelingt.

Genauso hat es Satan, der Teufel, gemacht. Und Jehova wird schließlich zum Karikaturisten, wenn er in seinem Wort dieses Werk Satans beschreibt. Es ist das siebenköpfige wilde Tier (jeder Kopf steht sozusagen für einen Versuch, die Menschenherrschaft gelingen zu lassen).

Satans Schöpfung

Jedes Tier, das Jehova geschaffen hat, hat natürlich nur einen Kopf. Aber was hat da Satan zustande gebracht. Man stelle sich das mal konkret vor. Ein Tier mit sieben Köpfen. Jeder Kopf hat seinen eigenen Willen. Wie soll so ein Tier nur leben können? Jehova würde nie so etwas Groteskes erschaffen. Seine Schöpfungswerke sind wunderbar und alles hat seinen Sinn. Aber das Werk Satans ist so ein missratenes Gebilde. Und er hat ihm noch ein Bild gemacht, das bewirken soll, dass die Menschen das erste Tier auch noch anbeten! Und das tun die Menschen, indem sie bei politischen Konflikten auf eine UNO-Resolution hoffen, die alles regeln und wieder in Ordnung bringen soll. Die UNO gibt Hoffnung, dass Weltfriede doch noch möglich ist, obwohl die Mitgliedsstaaten ganz unterschiedliche Regierungen haben. Eben alle Formen der Menschenherrschaft, die durch die sieben Weltmächte verwirklicht wurden, sind vertreten.

Auch die anglo-amerikanische Weltmacht stellte für viele ein Hoffnungsträger dar. Durch die technischen Meisterleistungen, etwa die Mondlandung und durch die große militärische Stärke und das Handeln als Weltpolizist, wurde sie zum Hoffnungsträger.

Die UNO zusammen mit anderen internationalen Organisationen, mit dem scharlachfarbenen Tier identifiziert, wird passend auch als achter König bezeichnet (Offenbarung 17:11; siehe das Kapitel “Das Ende Babylons”). Die anglo-amerikanische Weltmacht wird auch als falscher Prophet bezeichnet (Offenbarung 19:20). Doch Jehova wird den Menschen bald diese Hoffnungsträger und Gegenstände der Anbetung wegnehmen, wodurch das Scheitern Satans in Verbindung mit der aufgeworfenen Streitfrage endgültig besiegelt ist (Offenbarung 19:20; 20:10).

Die letzte Großaktion des Nordkönigs

Doch bevor das geschieht, muss noch „Babylon die Große”, die fehlgeleitete organisierte Religion gerichtet werden gemäß Offenbarung Kapitel 17 und 18. Wie leitet Jehova dieses Gericht ein? Wie steht dies mit der Gerichtsbotschaft in der kleinen geöffneten Buchrolle in Verbindung, die den Bauch des Johannes so bitter machte (Offenbarung 10:10)?

Lies Daniel 11:44, 45

Wo liegt der in Vers 45 erwähnte Ort? Zwischen dem großen Meer der von Gott entfremdeten Menschen und dem heiligen Berg der Zierde, das ist ein Ort im Himmel, wo die Geistgesalbten mit Christus regieren werden. In diesem Land befinden sich diejenigen, die „zur Wahrheit kamen” (aus dem Meer) und die Hoffnung haben, nach ihrem Tod zum Leben im Himmel auferweckt zu werden. Also der geistgesalbte Überrest oder diejenigen, die beim Gedächtnismahl von den Symbolen nehmen (siehe das Buch Die Prophezeiung Daniels Achte darauf! Kap. 16 S. 282 Abs. 25) [9]. Dieser Bibeltext wurde schon früher so erklärt, dass der König des Nordens etwas unternehmen möchte, um gegen die Verkündigung der guten Botschaft und das, was dadurch bewirkt wird, vorzugehen (siehe der Wachtturm vom 1.09.1974 „Eine gute Botschaft für die ganze Menschheit“ ab Abs. 27) [22].

Man beachte, dass er seine Palastzelte, das heißt, sein Regierungssitz in diesem Land aufpflanzt. Das heißt, er regiert von diesem Land aus!

Der Marionettenspieler „König des Nordens“ hat zuerst die Marionette, „Deutsches Reich“ mit Kaiser Wilhelm in seiner Hand, dann die Marionette „Drittes Reich“ mit Adolf Hitler und die Marionette „Kommunistischer Block“. Aber da ist etwas, was seine Aufmerksamkeit sehr erregt und zornig macht. Im Osten steht Michael. Auch er hat eine Marionette in seiner Hand. Durch sie wird ein Volk geführt, das sich weigert, das wilde Tier anzubeten. Und das erregt seinen Grimm. Sie beten Jehova an und nicht Satans System. Sein Chef, der Gog aus dem Norden, setzt ihn auch unter Druck, dies doch zu verhindern. Er gebraucht zwar seine drei Marionetten, um Krieg gegen die Marionette Michaels zu führen. Doch wird nicht das gewünschte Ergebnis erreicht.

Was passiert dann?

Michael schaut ihn an. „Möchtest du meine Marionette bedienen?“ Natürlich möchte er das. Michael überlässt ihm seine Marionette, während er die letzten Vorbereitungen für die Königreichsregierung im Himmel trifft. Und nun nimmt der König des Nordens tatsächlich Michaels Marionette. Er lässt seine drei Marionetten fallen und nimmt nun diese eine begehrte Marionette, die ein kleines Volk unter sich vereint hat, ja das Volk, das Jehova anbeten möchte. Diese Marionette wird nun plötzlich von diesem Zeitpunkt an vom König des Nordens und nicht mehr von Michael gelenkt und geleitet!

Wie es zu der Entscheidung des Nordkönigs kam, sich auf Unterwanderung zu spezialisieren

Zu Beginn der Zeit des Endes gab es viel Verfolgung durch Regierungen und Staaten, wie schon erwähnt. Dies wurde besonders durch den starken Nationalismus bedingt. Besonders stark war die Verfolgung in den Ländern des Königs des Nordens. Aber auch in anderen Ländern flammte der Nationalismus auf und es kam zur Verfolgung.
Wie wird dies in der Bibel beschrieben?

Lies Offenbarung 13:5-7

Hier ist von dem siebenköpfigen wilden Tier die Rede. Ihm wurde ein Maul gegeben. Das ist doch verwunderlich. Ein Tier mit sieben Köpfen müsste doch eigentlich auch sieben Mäuler haben, denn ein Maul befindet sich doch normalerweise am Kopf. Wie soll das nur gehen? Und ein Tier, das sieben Köpfe hat, ist sich selbst ja nicht einig, da jeder Kopf seinen eigenen Willen hat. Und doch redet das Tier Lästerworte gegen Jehova wie aus einem Maul und führt dabei Krieg gegen die Diener Jehovas.

Genauso kurios ist es auch in der Wirklichkeit. Nationen, die sich politisch völlig uneins sind und Krieg gegeneinander führen oder völlig unterschiedliche Regierungskonzepte haben, sind sich in einem Punkt alle einig. Wenn es darum geht, Jehova, seine Herrschaft und seine Diener abzulehnen und sie zu verunglimpfen. So wurden Zeugen Jehovas zum Beispiel im Naziregime verfolgt und in der ehemaligen DDR wieder verfolgt, obwohl diese Regierung ja bestimmt sehr gegen den Nationalsozialismus war.

Man muss auch betonen, dass der eigentliche Feind des Volkes Jehovas nicht eine bestimmte politische Macht oder die vorherrschende Weltmacht war, denn es ist nicht das zweihörnige wilde Tier, das Krieg führt, sondern das siebenköpfige wilde Tier, das für die Menschenherrschaft steht. Wenn es auch in den USA im Jahr 1918 zu Festnahmen von Brüdern kam, die die Führung unter den Dienern Jehovas innehatten, so wurde dies durch den aufflammenden Nationalismus während des Ersten Weltkrieges, der ja vom Deutschen Reich ausging, begünstigt.

Aber der gewünschte Erfolg hatte Satan nicht erreicht. Das Volk, das Jehova anbeten möchte, wuchs weiter.
Nun sollte die Zeit herbeikommen, in der die in Daniel 11:44, 45 beschriebenen Ereignissen stattfinden und der König des Nordens die Marionette Michaels übernimmt. Das führt nun zu einer anderen Art von Verfolgung. Diejenigen, die in der Organisation die Führung übernehmen, sollen selbst zu Handlangern Satans werden. Und die leitende Körperschaft, die sich in dem sinnbildlichen Land zwischen dem großen Meer und dem heiligen Berg der ‚Zierde‘ befindet, soll von demselben Dämon gelenkt werden, der zuvor u. a. Adolf Hitler und Stalin gelenkt hatte und früher einmal die römischen Cäsaren und noch früher Alexander der Große (siehe Franz-Kafka: „Der Kübelreiter„)!

Eine prophetische Karikatur bestätigt das Vorgehen des Nordkönigs

Gibt es für diese neue Situation eine Karikatur in der Bibel, die dies treffend beschreibt? Die gibt es!

Schlage Daniel Kapitel 7 auf:
Lies Daniel 7:7, 8

Das vierte Tier, das Daniel sah, stellt die Weltmacht dar, die nach Babylon, Medo-Persien und Griechenland die Welt beherrschte, das Römische Imperium. Aber was ist das für eine merkwürdige Erscheinung. Das Tier hat doch selbst Augen und ein Maul, warum müssen dann ausgerechnet an einem kleinen Horn Augen und ein Maul wachsen? Augen und Mund sind normalerweise Weichteile, aber ein Horn ist hart. Wie merkwürdig! Und warum redet es mit diesem Maul großtönende Dinge und nicht mit dem Maul des Tieres? Das muss ein besonders kurioses Täuschungsmanöver vom Teufel sein.

Man soll nicht merken, dass das schauende und redende Gesicht in Wirklichkeit ein Horn an dem schrecklichen vierten Tier ist! Ja, man sollte es überhaupt nicht mit dem wilden Tier in Verbindung bringen! Man hört sich die Reden an und findet sie vielleicht noch gut, weil man denkt, sie kommen von Jehova. Und wer von Jehova selbst in eine erhabene Position gebracht wurde, darf ja auch großtönende Worte reden, denkt man vielleicht. Aber wer weiß schon, dass sie von dem Dämonenfürsten beeinflusst worden sind, der auch der unsichtbare Herrscher über das römische Weltreich war (siehe Kapitel Römische Staatsreligion).

Vergleich mit dem Weltgeschehen

Betrachten wir nun weitere Einzelheiten in der Prophezeiung über das kleine Horn. In Daniel 7:8 wird gesagt, dass drei Hörner vor ihm ausgerissen wurden (siehe auch Daniel 7:24). Der König des Nordens hatte ja in der Zeit des Endes drei „Marionetten“ in seiner Hand. Zuletzt war es der kommunistische Block. Doch wie erstaunt waren wir, als es mit diesem Imperium plötzlich zu Ende ging und als so plötzlich auch die Berliner Mauer fiel. Das hat doch vorher wirklich keiner erwartet. Dies war deshalb so erstaunlich, weil es ohne großen Krieg und auch ohne Bürgerkrieg, ohne von anderen Nationen im Krieg besiegt zu werden, ablief. Vorher hatten sich die Friedensforscher noch den Kopf zerbrochen, wie man die Eskalation des Kalten Krieges verhindern kann. Dann gab es für sie nichts mehr zu tun. Der Kalte Krieg war plötzlich aus.

Aus menschlicher Sicht hat man für dieses Phänomen keine Erklärung. Anders, wenn man hinter die Kulissen des großen Marionettentheaters schaut. Es war auf den Interessenwandel des Königs des Nordens zurückzuführen. Der Dämonenfürst hatte eben einen besonderen Plan entwickelt. Er wollte unbedingt über das Volk herrschen, das Jehova anbetet, um es von der wahren Anbetung abzubringen und Unheil darüber zu bringen. Und deshalb gab er lieber den kommunistischen Block auf. Da die beiden Vorgängerreiche das gleiche Verfolgungskonzept verwendeten wie der kommunistische Block, ist von drei Hörnern die Rede, die vor dem kleinen Horn ausgerissen werden, also vor dem neuen Verfolgungskonzept weichen mussten, obwohl sie durch Kriege (1. und 2. Weltkrieg) ihr Ende fanden.

Und der Begriff „kleines Horn“ ist sicher passend. Man hat die Größe des Volkes, das Jehova anbetet, mit der Größe der Schweiz verglichen (siehe Jahrbuch 2013 S. 179) [23]. Die Schweiz ist bei weitem nicht so volkreich wie Deutschland unter Hitler oder Kaiser Wilhelm und erst recht nicht so volkreich wie der kommunistische Block. Aber da es die Anbeter Jehovas sind, ist es umso bedeutender für den Dämonenfürsten und darum ist seine Erscheinung größer als die seiner Genossen (Daniel 7:20). Und es ist wirklich verschieden von den anderen politischen Herrschaftsformen (Daniel 7:24).

Wie das Ende Babylons der Großen kommen soll

Betrachten wir nun, was sich aus dieser Situation ergibt:

Lies Daniel 7:9, 10

Eine große Gerichtsverhandlung wurde im Himmel einberufen. Jehova selbst, der Alte an Tagen, führt den Vorsitz. Seine Engel sind bei ihm. Was für eine erhabene Szene. Und nun beginnt das Gericht. Wir sind gespannt, wie das Urteil ausfällt:

Lies Daniel 7:11, 12

Ist uns aufgefallen, dass das Tier getötet und nicht das Horn ausgerissen wurde? Aber das Tier wurde wegen der großtönenden Worte des Horns verurteilt. Jehova durchschaut den Trick des Teufels natürlich und zieht den Verursacher zur Rechenschaft.

Dieses hier beschriebene Gericht kann nicht schon unmittelbar nach 1914 stattgefunden haben, da die politischen Mächte danach weiterhin große Macht besaßen und sowohl der König des Südens, als auch der König des Nordens durch mächtige menschliche Regierungen vertreten wurden.
Über den König des Nordens wird in Daniel 11:44 gesagt, dass er völlig zu seinem Ende kommen müsse und dass es für ihn keinen Helfer geben wird.

Wir hatten schon gesehen, welcher Zusammenhang zwischen dem Weltreich der fehlgeleiteten organisierten Religion, Babylon der Großen und dem König des Nordens besteht. Nimrod, Babylon, Griechenland mit seinem Philosophen und Rom sowie das päpstliche Rom, alles steht mit dem König des Nordens in Verbindung. Das in Offenbarung Kapitel 17 und 18 beschriebene Gericht an der falschen Religion muss mit dem Ende des Königs des Nordens gleichbedeutend sein.

Das Ende der falschen oder fehlgeleiteten organisierten Religion ist noch nicht ganz das Ende des politischen Systems Satans (Offenbarung 18:9,15). Aber Satan kann danach nicht mehr die Religion benutzen, um seine politischen Ziele zu erreichen. Darum heißt es auch im Vers 12, dass den übrigen Tieren (politische Mächte) zwar eine Verlängerung des Lebens gewährt wurde. Doch die Herrschaft wurde ihnen weggenommen. Denn nun ist der Weg frei für das messianische Königreich:

Lies Daniel 7:13-14

Nach dem Ende des Königs des Nordens und der falschen Religion finden nun im Himmel die Ereignisse statt, die auch in Offenbarung Kapitel 19 beschrieben werden.

In Offenbarung 19:6 heißt es:

Und ich hörte etwas, was wie eine Stimme einer großen Volksmenge war und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Geräusch schwerer Donner. Sie sprachen: „Preiset Jah, denn Jehova, unser Gott, der Allmächtige, hat als König zu regieren begonnen.

Nachdem das Gerichtsurteil wegen des kleinen Hornes vollstreckt wurde, hat Jehova nun das Gericht des gesamten bösen Systems der Dinge eingeleitet. Er hat sozusagen das Zepter in die Hand genommen. Das sind wirklich spannende Zeiten! Bis dahin müssen wir unter widrigen Bedingungen ausharren:

Lies Daniel 7:21-22

Hier wird uns versichert, dass Jehova diese verheerenden Dinge nur kurze Zeit zulässt, bis er eingreift.

Die Wirksamkeit des Nordkönigs unter denen, die Jehova anbeten wollten

Daniel erhielt noch ein zweites Mal eine Vision von dem kleinen Horn:

Schlage Daniel Kapitel 8 auf:
Lies Daniel 8:9-12

Hier kam das kleine Horn aus dem Tier hervor, das Griechenland symbolisiert. Auch dies bestätigt wieder, dass es zum König des Nordens gehört, aber gleichzeitig hoch hinauswill, nämlich dorthin, wo die Geistgesalbten im Himmel sein werden, dem heiligen Berg der „Zierde“. Seine Bestrebungen haben weitreichende Folgen.

Das beständige Opfer für Jehova, der heilige freudige Dienst hörte schließlich auf, da der Predigtdienst nur noch mechanisch und nicht mehr mit der richtigen Einstellung durchgeführt wird. Auch wurde die Wahrheit fortgesetzt zur Erde geworfen. Natürlich kann nur jemand, der die Wahrheit hat, sie zur Erde werfen. Eine weltliche Regierung ist dazu nicht in der Lage, da sie die Wahrheit sowieso nicht kennt. Aber diejenigen, die in jener Organisation, deren Glieder „in der Wahrheit sind“, nun die Führung übernehmen, können das tun. Und sie tun es, indem sie Lehren bzw. „das Verständnis“ ändern und die wahre Lehre untergraben.

Das Heer wird durch diese Übertreter übergeben, da diejenigen, die die richtige Einstellung haben, unterdrückt werden und man Unterwerfung von ihnen verlangt.

Lies Daniel 8:23-25

Inwiefern versteht er doppelsinnige Reden?

Wie würdest du folgende Frage beantworten: Seit wann gibt es Zeugen Jehovas: seit knapp 6000 Jahren, seit den 1870er Jahren oder seit 1931?
Wenn man argumentiert, dass Abel der erste Zeuge Jehova ist, dann ist die erste Antwort richtig. Will man wissen, seit wann sich in der neuen Zeit eine Gruppe „Zeugen Jehovas“ nennt, dann wäre die dritte Antwort richtig, denn die ernsten Bibelforscher nahmen im Jahr 1931 den Namen „Jehovas Zeugen“ an. Da die Bibelforscher eigentlich vorher schon Zeugen Jehovas waren, da sie ja Zeugnis für Jehova ablegten, könnte auch die zweite Antwort richtig sein, da es seit den 1870er Jahren die ernsten Bibelforscher gibt.

Seit wann gibt es die „Organisation“, die man auch als „Organisation Jehovas” bezeichnet? Schon vor der Erschaffung der Menschen oder schon in der Zeit Noahs, Abrahams oder Moses? Oder gibt es sie erst frühestens seit den 1870er Jahren bzw. seit 1881, dem Gründungsjahr von Zions Watch Tower Tract Society?

Wenn man an „Jehovas Universalorganisation” denkt, zu der auch die Heerscharen der Engel gehören, wäre die erste Antwort richtig. Wenn man die Organisationen auf der Erde meint, die Jehova im Laufe der Geschichte gebrauchte, wäre die zweite Antwort brauchbar. Aber es gibt auch eine Organisation, die erst am Ende des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm und durch die heute die Zeugen Jehovas organisiert sind (siehe das Buch „Die Offenbarung – ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!“ Kapitel 27 S. 178 Abs. 5 Gottes Königreich ist geboren!)[21][8].

Durch diese unterschiedlichen Wortbedeutungen kann die Wahrheit durch geschicktes doppelsinniges Reden verzerrt wiedergegeben werden. In den einleitenden Worten zum Video „ Jehovas Zeugen — Glaube in Aktion, Teil 1“ [43], zum Beispiel, ist zuerst von Geschichte eines Volkes seit über 100 Jahren die Rede und am Ende der Rede von der Geschichte der Zeugen Jehovas, die vor über 6000 Jahren begann.

Was wird damit erreicht?

Wir sollen glauben, dass die Organisation, durch die die heutigen Zeugen Jehovas organisiert sind, schon lange besteht und deshalb von dauerhaftem Bestand ist. Besonders der Begriff „sichtbarer Teil der Organisation Jehovas“ bringt dies so deutlich zum Ausdruck, da hier die Verbindung zu „Jehovas Universalorganisation” direkt hergestellt wird (vergleiche Jesaja 30:22). Aber eigentlich besteht sie ja erst seit Ende des 19. Jahrhunderts, als Charles T. Russell und seine Leute die Organisation gründeten. Aber durch diese Verknüpfung verschiedener Bedeutungen erhält die Organisation eine solch unsterbliche und erhabene Größe, dass man sie anbetungsähnlich verehrt. Und genau das möchte Satan erreichen. So, wie es sein Ziel ist, dass die Menschen das siebenköpfige Weltmächtetier „anbeten“ (indem sie ihre Hoffnung in die Menschenherrschaft setzten), so möchte er bei Dienern Jehovas erreichen, dass sie dann wenigstens ihre Organisation „anbeten“ (indem sie ihre Hoffnung ganz in die Organisation setzten).

Er ist auch grimmigen Gesichts, denn es wird gelehrt, dass alle, die nicht rechtzeitig in die Organisation eingesammelt werden und solche, die wegen begangener Sünden ausgeschlossen werden, ohne rechtzeitig wieder aufgenommen zu werden, das kommende Gericht in „Harmagedon” nicht überleben würden.

Wodurch wird bewirkt, dass sie so viel Macht haben über die Diener Jehovas? Jesus sagte über die religiösen Führer seiner Tage: „Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf Moses‘ Stuhl gesetzt“ (Matthäus 23:2). Das bedeutet, dass ihre Autorität von dem Stuhl kam, auf den sie sich gesetzt haben. Und genauso sitzen die Glieder der leitenden Körperschaft auf einem erhabenen Stuhl, der „treuer und verständiger Sklave“ genannt wird. Das macht sie so mächtig. Denn schließlich gibt es viele Beweise, dass Jehova in der Vergangenheit mit dem „Sklaven“ war, um das großartige Werk zu tun, das Jehovas Zeugen seit über 100 Jahre durchführen. Diejenigen, die jetzt die Führung übernehmen, haben sich ins gemachte Nest gesetzt. Der Dämonenfürst übernimmt die Fäden, die vorher der erhabene Michael in der Hand hatte, und dann glauben alle, dass es immer noch Michael ist, der sie führt.

Verwunderliche Art, die Wahrheit zu verdrehen

Auch die Art und Weise, wie er Verderben verursacht, ist verwunderlich, denn formal geht ja alles so weiter wie früher. Nur geistig gesinnte Brüder merken, dass der Geist, mit dem Jehova gedient wird, sich völlig gewandelt hat und dass nichts mehr stimmt und dass ein verurteilender Geist vorherrscht.

Viele, die Jehova dienen, machen ganz normal und routinemäßig weiter und sind sorglos. Manche fallen dann plötzlich in Unehre und werden dann vielleicht sogar aus der Christenversammlung ausgeschlossen. Da erst ist der Schreck groß.

Jehova selbst nimmt sich schließlich der Sache an. Doch wie lange sollten diese Zustände andauern? Was wird das Ende dieser Dinge sein? Das wird nun in den folgenden Versen erklärt:

Lies Daniel 7:25-27

Die Unverschämtheiten richten sich stets gegen alle, die mit der rechten Herzenseinstellung Jehova in Lauterkeit dienen wollen und dadurch gegen Jehova selbst. Die Grundlage dafür, dass man an die Organisation geglaubt hat, durch die Jehovas Zeugen organisiert werden, bestand darin, dass man an den „treuen und verständigen Sklaven“ gemäß Matthäus 24:45-47 geglaubt hat. Weil die ernsten Bibelforscher schon lange vor 1914 auf dieses bedeutsame Jahr hingewiesen haben und dadurch bei der Ankunft des Herrn im Jahr 1914 geistige Speise zur rechten Zeit austeilten, indem sie „Jehovas Plan der Zeitalter“ erklärten, wurden sie schließlich über die ganze Habe gesetzt, indem sie allein den Auftrag erhielten, die gute Botschaft gemäß Matthäus 24:14 in dieser bedeutsamen Zeit am Tage des Herrn zu verkünden. Darum glauben alle Zeugen Jehovas, dass ihre Religionsgemeinschaft allein mit diesem Werk betraut worden ist.

Wie versucht wurde, Zeiten und Gesetze zu ändern

Nun aber wurden Zeiten und Gesetz geändert, indem man plötzlich lehrt, den „treuen und verständigen Sklaven“ gäbe es erst seit 1918 und er würde erst in der Zukunft, in der großen Drangsal, über die ganze Habe gesetzt. Das Werk vor 1918 wird mit dem Werk Johannes des Täufers verglichen.

Da dieses veränderte Verständnis sogar die ganze Geschichte in einem neuen Licht erscheinen lässt, hat man auch ein neues Buch über die Geschichte der Zeugen Jehovas herausgegeben mit dem Titel: „Gottes Königreich regiert“ [2], obwohl man ja schon das Buch „Jehovas Zeugen, Verkündiger des Königreichs Gottes“[8] seit 1993 veröffentlicht hatte. Denn man hat Gottes Königreich (eine künftige Regierung im Himmel, die dann über die Menschen auf der Erde regiert) von der Zukunft auf die Gegenwart verlegt. Dadurch soll die gegenwärtige Organisation mit ihren Gesetzen und rechtlichen Entscheidungen schon Ausdruck des Königreiches Gottes auf Erden sein. Auf diese Weise hat man auch wieder das Königreich vom Himmel auf die Erde verlagert, denn die rechtlichen Entscheidungen dieser Organisation kommen ja von Menschen auf der Erde (vergleiche mit dem Buch „Jehovas Zeugen, Verkündiger des Königreichs Gottes“ Kap. 4 „der große Abfall beginnt“ S. 38) [8]. Und man hat eine heilige Geistlichenklasse, die leitende Körperschaft.

Natürlich wurde mit diesem neuen Verständnis nur beabsichtigt, Zeiten und Gesetz zu ändern. Denn die Wahrheit lässt sich durch ein neues Verständnis nicht ändern. Doch diese Zustände sollen nur für eine kurze Frist, nämlich für eine Zeit und Zeiten (zwei Zeiten) und eine halbe Zeit, das sind dreieinhalb Zeiten oder dreieinhalb Jahre, bestehen (siehe die „Gute Nachricht Bibel”). Von demselben Zeitabschnitt ist auch in Offenbarung 11:2 die Rede. Hier wurde die Zeitspanne mit 42 Monaten angegeben, was wieder dreieinhalb Jahre sind.

Wann kommen diese Dinge zum Abschluss?

Nun bleibt für uns die spannende Frage, wann die dreieinhalb Zeiten begannen und wann sie somit enden! Das neue Verständnis über den treuen und verständigen Sklaven wurde erstmals in der Jahresversammlung in Brooklyn im Oktober 2012 vor den dort Versammelten vorgestellt. Doch erst im Wachtturm vom 15.07.2013 wurden die neuen Lehren ausführlich in vier Studienartikeln behandelt. Diese Artikel wurden dann in allen Versammlungen in der Zeit vom 02.09.2013 bis 29.09.2013 studiert. Eine Woche später fand dann wieder eine Jahresversammlung statt, in der die Glieder der leitenden Körperschaft erstmals nicht nur als Vertreter, sondern gemeinsam als der „treue und verständige Sklave” auftraten.

Somit begannen die dreieinhalb Zeiten mit dieser Jahresversammlung am 5./6.10.2013 und endeten am 5./6.04.2017!

Und wie wir in Daniel 7:26 erfahren, kommt danach die Zeit, in der das Gerichtsurteil verkündet werden muss, sodass seine eigene Herrschaft schließlich weggenommen wird. Und er muss sogar gänzlich vernichtet werden.

Am 5.04.2017 wurde beim obersten Gericht Russlands die Verhandlung aufgenommen, die nur wenige Tage später zum Verbot der Zeugen Jehovas in Russland führte!

Auf diese Ereignisse und die Zeitspanne von dreieinhalb Zeiten wird nochmals in Daniel Kapitel 12 Bezug genommen.

Lies Daniel 12:5-7

Gemäß einigen anderen Bibelübersetzungen kann man statt „wunderbare Dinge“ auch „erstaunliche Ereignisse“ oder „unbegreifliche Geschehnisse“ oder „unerhörte Zustände“ sagen. Es sind wirklich erstaunliche Dinge, die vor sich gehen, seit der Dämonenfürst, der mit dem Decknamen „König des Nordens“ bezeichnet wird, die Führung über das heilige Volk übernommen hat. Doch der Engel hebt beide Hände zum Schwur empor, um bei Jehova selbst zu schwören, dass diese Dinge ein Ende nehmen.

Nachdem dreieinhalb Zeiten um sind und wenn die Kraft des heiligen Volkes, das heißt die Organisation, zerschmettert ist, werden diese Dinge ein Ende nehmen. Und sie werden in der Weise ein Ende nehmen, wie es auch in Offenbarung 11:7, 8 beschrieben wird, nämlich durch die politischen Mächte. Wir können uns daher sicher sein, dass die Herrschaft des Königs des Nordens wirklich ein Ende findet! Sollten sich nicht alle, die auf Jehovas Seite stehen, wirklich freuen, wenn diese Dinge geschehen (Lukas 21:28)?

Denn am Ende wird die Herrschaft der Dämonen wirklich durch Gottes Königreich ersetzt, wie wir aus Daniel 7:27 erfahren (Offenbarung 14:1). Und dieses Königreich wird für immer bestehen (Daniel 2:44).

Autor: Bernd Oelschlägel, niedergeschrieben im Jahr 2013, Schlussbemerkungen: 2018

CC-BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

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