Weltverhältnisse wie in den Tagen Noahs?

Woran können wir erkennen, dass wir vom Standpunkt Gottes aus betrachtet in einer wirklich schlimmen Zeit leben? In der Bibel lesen wir, dass Gott es schon einmal bedauert hatte, Menschen gemacht zu haben, weil ihre Schlechtigkeit so groß war (1. Mose 6:5, 6). Das war in den Tagen, bevor er eine katastrophale Flut über die Menschen brachte, die als Sintflut bekannt ist. Was fand Gott damals so schlimm, dass er die Sintflut herbeiführen wollte? Sollten die Weltverhältnisse von heute mit dieser schlimmen Zeit vergleichbar sein?

Wir leben heute in den Tagen, von denen Jesus in Matthäus 24 sprach. Wir erhalten aus diesem Kapitel und anderen Bibelstellen eine Beschreibung der Weltverhältnisse, wie sie in den letzten Tagen dieses Systems der Menschenherrschaft sein würden. Wenn wir die Welt ungeschönt betrachten, sehen wir klar, dass es so ist, wie in der Bibel beschrieben. Aber wir können hier hochaktuell noch eines hinzufügen. Jesus verglich diese Zeit nämlich mit den Tagen Noahs. Die Menschen werden genauso gleichgültig gegen die Wahrheit sein wie damals (Matthäus 24:37–39). Aber geschehen aktuell auch die gleichen schlimmen Dinge wie damals?

Was damals geschah

Was geschah laut Bibelbericht in der damaligen Welt?

Den Bibelbericht finden wir in 1. Mose 6:1, 2

Lies 1. Mose 6:1, 2 (NWT 2018)

Die „Söhne des wahren Gottes“ nahmen sich Frauen, die sie erwählten. In vielen Bibelübersetzungen ist hier von „Gottessöhnen“ die Rede. Wer waren oder sind die „Gottessöhne“ oder „Söhne des wahren Gottes“? Um das zu verstehen, müssen wir noch zwei andere Bibeltexte heranziehen:

Lies 2. Petrus 2:4 und Judas 6 (NWT 2018)

Gott bestrafte also die Engel, die gesündigt hatten, und warf sie in den Tartarus. Gemäß Judas 6 haben sie ihre ursprüngliche Stellung nicht bewahrt und verließen ihre rechte Wohnstätte. Sie wurden bestraft und für das künftige Gericht aufbehalten, sind also heute noch da, wenn auch in Fesseln und Finsternis.

Es handelt sich also bei den Gottessöhnen um Engel, die gesündigt hatten, indem sie ihre ursprüngliche Stellung aufgaben und Frauen nahmen, genauer gesagt heirateten (siehe auch Hiob 1:6; 38:7). Das war eine schwere Sünde, die die ganze damalige Menschheit so sehr verdarb, dass Gott die Sintflut über sie brachte.

Auf diese gefallenen Engel nehmen zahlreiche Bibeltexte Bezug. Sie werden als Dämonen bezeichnet. Jesus traf einmal zwei von Dämonen besessene Menschen. Die Dämonen fragten ihn, ob er vorhatte, sie vor der bestimmten Zeit zu quälen (Matthäus 8:29). Die bestimmte Zeit ist offenkundig das künftige Gericht, das in Judas 6 erwähnt wird. Somit sind diese Dämonen die gefallenen Engel, von denen gesagt wird, dass sie damals Frauen nahmen.

Hier stellt sich uns eine Frage:

Engel sind doch Geistwesen und nicht Menschen aus Fleisch und Blut. Außerdem sind Engel doch eigentlich geschlechtsneutral und sind weder männlich noch weiblich (vergleiche Matthäus 22:29, 30). Warum sollten sie also Frauen heiraten und nicht Männer? Und wie können sie als Geistgeschöpfe menschliche Nachkommen hervorbringen?

Um diese Frage zu klären, müssen wir uns zuerst mit den von Jehova zugedachten Rollen für Mann und Frau befassen:

Die von Jehova zugedachte Rolle für Mann und Frau in der Ehebeziehung

Betrachten wir dazu einige Bibeltexte:

Lies Matthäus 19:5, 6

Mann und Frau sollen eine dauerhafte Beziehung eingehen und eine Einheit bilden. Was Gott verbunden hat, soll kein Mensch auseinanderbringen, heißt es in Matthäus 19:6. Der Mann soll Vater und Mutter verlassen und fest zu seiner Frau halten (Matthäus 19:5).

Lies Korinther 11:3; Römer 7:2, 3 und Epheser 5:33

Außerdem hat der wahre Gott eine feste Ordnung eingeführt. Paulus redet davon in 1. Korinther 11:3: Das Haupt eines jeden Mannes ist der Christus und das Haupt einer Frau ist der Mann. Über die Frau wird gesagt, dass sie im Gesetz ihres Mannes wandelt (siehe Römer 7:2, 3). Der Mann soll seine Frau lieben wie sich selbst. Sie sollte tiefen Respekt vor ihm haben (Epheser 5:33).

Betrachten wir noch Beispiele aus alter Zeit. Jesus erwähnte in einer Veranschaulichung eine Witwe, die immer wieder zu einem Richter ging, um ihn aufzufordern, ihr zu ihrem Recht zu verhelfen (Lukas 18:2, 3). Warum erwähnte er eine Witwe? Weil normalerweise der Ehemann dafür zuständig war, ihr zum Recht zu verhelfen. Er war ihr Beschützer und ihr Rechtsanwalt.

Lies 2. Mose 21:22

Auch wenn es um Kinder oder das Thema Abtreibung geht, ist der Mann der Verwalter des Rechts. So heißt es in 2. Moses 21:22 im Falle einer Abtreibung, dass der Ehemann der Frau das Strafmaß festlegen soll. In Bezug auf das Kinderkriegen waren Frauen oft so eingestellt, dass sie ihrem Mann die Kinder gebären würden (1. Mose 16:1; 17:19; 30:1-7).

Konnten die Geistgeschöpfe wie buchstäbliche Männer aus Fleisch und Blut werden?

Wie es damals vor der Sintflut wirklich war, können wir heute natürlich nicht ganz genau wissen. Oft verbreitet man die Vorstellung, dass die Engel sich materialisiert haben und Männer wurden, die mit Frauen eine buchstäbliche Beziehung zwischen Mann und Frau aus Fleisch und Blut eingegangen wären.

Aber darum ging es den ungehorsamen Engeln überhaupt nicht. Sie wollten Macht ausüben und dazu die Herren oder „Besitzer“ der Frauen werden (vergleiche Sprüche 31:23 und Jeremia 31:32 aus der NWÜ 1986). Das bedeutet, dass sie die Rolle eines Mannes übernehmen, ihr Rechtsanwalt und Beschützer zu sein. Sie sollten in dem Gesetz dieses Geistgeschöpfes wandeln. Dazu sollte sie auch für ihn Kinder bekommen, die ebenfalls in seinem Gesetz aufwachsen und erzogen werden sollten.

Es waren doch genug Männer da, die Kinder zeugen konnten. Nur sollten diese nicht die wirklichen Ehemänner der Frauen sein. Und die Kinder sollten nicht die Kinder der Männer sein, die sie gezeugt haben. Dies gibt Aufschluss darüber, warum in Gottes Augen die sexuelle Unmoral eine schwere Sünde darstellt.

Der Zusammenhang zwischen Götzendienst und sexueller Unmoral

Betrachten wir eine Begebenheit, bei der die Israeliten schwer gesündigt hatten. Man findet die Geschichte in 4. Mose 25:1-9.

Lies 4. Mose 25:1-9 (NWT 2018)

Die männlichen Israeliten hatten also Geschlechtsbeziehungen mit Frauen, die nicht ihre Frauen waren. Die Frauen aber gehörten Dämonen, nämlich dem Baal von Peor. Und so hatten die Dämonen ein leichtes Spiel, Herr über die Israeliten zu werden. Und das war das eigentliche Problem.

Genauso musste es auch vor der Sintflut gewesen sein. Die Frauen gehörten den ungehorsamen Engeln, die später als Dämonen bezeichnet wurden. Die Männer hatten Geschlechtsbeziehungen mit diesen Frauen, die davon schwanger wurden. Aber die Frauen und ihre Kinder gehörten den „Söhnen Gottes“. Und so wurde die ganze damalige Gesellschaft von diesen späteren Dämonen beherrscht. Die Kinder wurden von ihnen erzogen und hatten dann auch die Einstellung oder die Geisteshaltung dieser ungehorsamen Engel. Sie wurden die Gewaltigen oder die Männer von Ruhm (1. Mose 6:4).

Es geht also nicht darum, dass die Engel sexuelle Gefühle für Frauen gehabt hätten. Sie wollten Macht ausüben und übernahmen so die Rolle, die Jehova den Ehemännern zugedacht hatte. Über die Kinder wollten sie ebenfalls die Herren sein. Das biologische Zeugen von Kindern kam dann durch sexuelle Unmoral zustande, also durch Männer, die nicht die Ehemänner der Frauen waren. Sie waren für die Engel oder „Söhne Gottes“ nur so etwas wie Leihmänner.

Was tun die Dämonen, die damaligen Gottessöhne, heute?

Diese Frage wird schon in dem Bibelstudium Nationen ausführlich behandelt. Eine kurze Erklärung enthält auch das Traktat „Wer beherrscht die Welt wirklich?“, herausgegeben von Jehovas Zeugen. Wir wollen an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung geben.

Das Treiben der Gottessöhne, der gefallenen Engel, erklärt Paulus folgendermaßen:

Lies Epheser 6:11, 12 (NWT 2018)

Es sind heute die Weltbeherrscher dieser Finsternis. Dann spricht er auch von Regierungen. Wie soll man sich das vorstellen? Haben die heutigen Regierungen etwas mit diesen damaligen Gottessöhnen zu tun?

Als Jesus in der Wildnis vom Teufel versucht wurde, bot dieser ihm alle Königreiche der Welt an, wenn er ihm nur einen Akt der Anbetung erweisen würde (Matthäus 4:8-10). Natürlich konnte er sie ihm nur anbieten, wenn sie ihm auch gehören. Satan, der Teufel, wird deshalb auch als Herrscher der Welt bezeichnet. Aber er ist nicht allein. Jene gefallenen Engel stehen auf seiner Seite und bilden die Regierungen, von denen Paulus spricht (vergleiche Offenbarung 12:9). Im Bibelbuch Daniel werden zwei besonders mächtige Dämonenfürsten erwähnt: der Fürst von Persien und der Fürst von Griechenland. Diese Dämonenfürsten hatten damals die beiden großen Nationen unter ihrer Hand. Im weiteren Verlauf der Geschichte blieben sie große Staatenlenker. Sie werden auch als König des Südens und König des Nordens bezeichnet (siehe in der Abhandlung Nationen, siehe auch in der Vers-für-Vers-Betrachtung von Hesekiel 38 und 39).

Wenn wir nun verstanden haben, dass jene Gottessöhne von damals heute als Lenker der Welt fungieren und sie die Regierungen der Welt unter ihrer Kontrolle haben, dann müssen wir uns jetzt ihre Rolle im Umgang mit Frauen etwas genauer ansehen.

Wer nimmt heute die biblisch zugewiesene Rolle von Ehemännern ein?

Lassen wir die Entwicklungen der letzten 70 Jahre mal kurz Revue passieren, wie sie beispielsweise in Westdeutschland waren.

Bis 1958 hatte der Ehemann das Letztentscheidungsrecht in allen Eheangelegenheiten. Dann gab es ein neues Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Frauen waren meist Hausfrauen. Wenn eine Frau eine gewerbliche Arbeit aufnehmen wollte, musste ihr Ehemann zustimmen. Das wurde dann 1977 mit der Familienrechtsreform abgeschafft. Ehefrauen wurden im weiteren Verlauf der Geschichte immer unabhängiger von ihren Ehemännern. Zunehmend wurden Frauen erwerbstätig und viele auch alleinerziehend. Man strebte die sogenannte Gleichstellung von Mann und Frau an.

Es gäbe auf diesem Gebiet noch sehr viel zu sagen. Viele weitere Änderungen kamen hinzu.

Es ist eine enorm rasante Entwicklung. Wenn ich nur bis in meine Kindheit zurückgehe, habe ich noch eine ganz andere Welt erlebt, was die Rolle von Mann und Frau betrifft.

Aber durch diese Dinge haben sich die Abhängigkeitsverhältnisse der Frauen grundlegend geändert. Sie sind nicht mehr von ihren Ehemännern abhängig, dafür umso mehr von der Welt. Weltliche Einrichtungen kümmern sich um ihre Bedürfnisse. Sie arbeiten für einen weltlichen Arbeitgeber. Viele Einrichtungen wurden geschaffen, die Frauen Schutz und Rechtsbeistand bieten sollen. Männer, insbesondere in der Rolle als Partner, werden nicht als Beschützer betrachtet, sondern als Bedrohung. Was soll die Frau tun, wenn sie sich von einem Partner bedroht oder nicht ganz richtig behandelt fühlt? Das zeigt seit Kurzem ein Werbespot (siehe auf der Website „hilfstelefon.de“ das Video auf dieser Seite weiter unten). Es ist vom BAFzA – Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Das Hilfstelefon

In den Werbespots werden Frauen dazu ermuntert, beim Hilfstelefon anzurufen, um Hilfe zu erbitten. In einem Werbespot sieht man eine Frau, die mit einem kleinen Jungen auf dem Schoß an einem Tisch im Wohnzimmer sitzt, und sie wirkt nachdenklich. Sie stellt eine Frage: „Ich weiß nicht, ob das schon Gewalt ist.“ Dann greift sie zum Handy, das auf dem Tisch liegt, und ruft die Nummer an. „Hier bekomme ich Hilfe“, sagt sie.

In dem Wohnzimmer ist keine Spur von Gewalt zu sehen, keine Verletzung. Selbstbewusst hat sie ihren Sohn fest im Griff. Das Hilfstelefon soll ihr die Frage beantworten, ob „es“ (wohl das Verhalten ihres Partners, der aber nicht zu sehen ist) trotzdem schon Gewalt ist. Im Hintergrund sieht man ein Gemälde, das wohl ihr Sohn gemalt hat. Darauf ist ein Gesicht mit langen Haaren (wohl eine Frau) zu erkennen, das riesige Augen und einen riesigen Mund hat. Das Wohnzimmer wohlgeordnet, wahrscheinlich nach dem Geschmack der Mutter eingerichtet.

Es ist eindeutig: Männer gelten nicht als die Beschützer ihrer Frauen. Sie gelten stattdessen als Bedrohung und potenziell gewalttätig. Die Frauen müssen vor diesen Männern geschützt werden. Dazu bieten sich weltliche Einrichtungen an! Dass auch Ehefrauen vom Staat vor Ehemännern geschützt werden sollen, zeigen auch weitere Gesetzesänderungen. Seit 1999 gilt in Deutschland die Vergewaltigung in der Ehe als Straftatbestand.

Abtreibungen und die Rechte von Mann und Frau

Hatten Ehemänner früher in Verbindung mit der Familienplanung die Führungsrolle inne, änderte sich das grundlegend. Dies wird besonders deutlich, wenn es um eine so schwerwiegende Entscheidung wie die Abtreibung eines ungeborenen Kindes geht.

Heute gibt es die Regelung, dass die schwangere Frau, die vorhat, ihr Kind abtreiben zu lassen, eine staatlich anerkannte Beratungseinrichtung aufsuchen muss. Nachdem sie beraten wurde, erhält sie eine Bestätigung von dieser Stelle. Mit dieser Bestätigung der Schwangerschaftsberatung kann sie dann zu einem Abtreibungsarzt gehen und die Abtreibung vornehmen lassen, wenn sie sich noch innerhalb der ersten 14 SSW befindet.

Was ist, wenn der Vater des Kindes mit einer Abtreibung nicht einverstanden ist? Hat er ein Vetorecht? Nein, er hat keinerlei Rechte und das auch dann nicht, wenn er mit ihr verheiratet ist! Die Frau kann allein zur Beratungsstelle gehen und braucht ihm das gar nicht mitzuteilen. Beraten wird die Frau also durch die Welt allein, nicht in Verbindung mit einem Ehemann. Sie wandelt so ganz sicher nicht im Gesetz ihres Mannes, sondern im Gesetz der Welt.

Nicht vom Mann, aber von weltlichen Einrichtungen abhängig.

Die Einheit von Mann und Frau gibt es nicht mehr. Die meisten Beziehungen halten nur eine kurze Zeit. Sie müssen auch nicht halten, denn es gibt keine gegenseitige Abhängigkeit mehr. Frauen sind finanziell unabhängig und können notfalls auch als Alleinerziehende zurechtkommen. Auch hierfür gibt es passende Einrichtungen, die sich um die Kinder kümmern: Die Kita, oder im Notfall eine Mutter-Kind-Einrichtung. Ein Ehemann hat hier keine notwendigen Aufgaben mehr und ist nicht nötig. Die Frauen und ihre Kinder sind in der Obhut von weltlichen Einrichtungen. Im Falle einer Scheidung kümmert sich auch ein Scheidungsanwalt um ihre Angelegenheiten. Ämter helfen, die nötige finanzielle Unterstützung auch nach einer Scheidung oder Trennung von den Männern einzuholen.

Somit kommen wir zu dem Ergebnis, dass alle Funktionen, die normalerweise vom biblischen Standpunkt her die Ehemänner gehabt hätten, nun von weltlichen Einrichtungen übernommen werden. Und auf diese Weise haben die Gottessöhne wieder die Frauen genommen, denn die weltlichen Einrichtungen gehören ihnen!

Fazit

Diese Entwicklungen sind alle in den vergangenen Jahrzehnten vonstattengegangen, und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Natürlich werden sie als große Fortschritte gefeiert. Lassen wir uns nicht von dieser Propaganda beeinflussen! Unser Schöpfer sieht das anders.

Die Welt ist einem Zustand entgegengegangen, der dem vor der Sintflut entspricht. Die damaligen „Söhne Gottes“, die heute von der Welt und den Regierungen in der Welt vertreten werden, haben sich wieder Frauen genommen. Deshalb sollten wir voller Erwartung sein, dass auch Gottes Strafgericht nicht mehr lange auf sich warten lässt. Wir leben wirklich in den letzten Tagen der letzten Tage.

einlandarzt

Die inspirierte Geschichte "Ein Landarzt" von Franz Kafka beschreibt in Symbolsprache, wie ich ein Zeuge Jehovas wurde und was ich dann erlebte!