Die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas bestand in den letzten Jahren aus sieben oder acht Personen, die man auch als erfahrene Älteste bezeichnet hat. Doch was sind das für Menschen? Wie sind sie in dieses Gremium gekommen? Haben sie besondere Fähigkeiten oder Eigenschaften? Hat Gott sie berufen? Oder haben sie gesagt: „Wir wollen das machen?“
Wie alles begann
Betrachten wir den Anfang: Der erste Mensch der in Verbindung mit dieser Organisation genannt wird und der als Gründungsvater der ernsten Bibelforscherbewegung gilt, war Charles Taze Russell. Aus dieser Bewegung gehen die heutigen Zeugen Jehovas hervor.
Was war Charles Taze Russell für ein Mensch? Man könnte ihn als Aktivist bezeichnen. Er war eigeninitiativ tätig. Es war sein eigenes Anliegen, Erkenntnis aus der Bibel zu gewinnen, die falschen Kirchenlehren, besonders die Höllenlehre, zu entlarven. Er wollte den Menschen helfen, sich davon auch geistig zu befreien. So wurde er eine führende Persönlichkeit aus Eigeninitiative.
Vom Geist geleitet
Freilich, er selbst und gläubige Menschen gingen davon aus, dass Jehova Gott und Jesus Christus diese Dinge gelenkt und geleitet haben. Die nachfolgende Entwicklung bis in die heutige Zeit hinein betrachtet man als vom Geist Gottes geleitet (Sacharja 4:6).
Man hat sogar ein neues Wort hierfür geschaffen: das Wort „überwalten“. Damit ist gemeint, dass Menschen zwar innerhalb eines gewissen Rahmens Dinge planen oder verwalten können, aber es zusätzlich noch eine unsichtbare übergeordnete Lenkung gibt, durch die am Ende alles so wird, dass biblische Prophezeiungen in Erfüllung gehen.
Man kann sich das vielleicht so vorstellen: Menschen planen und handeln, wissen aber nicht, was langfristig dabei herauskommt, weil sie das nicht im Griff haben. Die Fähigkeit, so zu handeln, dass auch viel später das gewünschte Ergebnis erzielt wird, ist nicht vorhanden. Wenn man zu einem späteren Zeitpunkt aber die langfristige Entwicklung vor Augen hat, ist es genau so geworden, wie es vorausgesagt wurde.
Das ist so wie bei der Schwangerschaft. Die Zellen eines kleinen Zellklumpens teilen sich. Der Zellklumpen wird größer. Was wird das Endergebnis sein? Wer kann verstehen, dass da zum Schluss ein Mensch herauskommt (siehe den Beitrag Universum und Demut)?
Aus all diesen Dingen kann man schlussfolgern, dass es eine unsichtbare Lenkung gegeben haben muss, die ganz sicher nicht von den unfähigen Menschen kam.
Sich an einem Werk zu beteiligen, dass eine besondere unsichtbare Lenkung hat, durch die Prophezeiungen in Erfüllung gehen, ist wirklich begeisternd. Und das ist es auch, was einen echten Zeugen Jehovas antreibt, aktiv zu sein. Das treibt auch mich an, diese Dinge zu schreiben.
Irrtümer ausräumen
Man könnte denken, wenn es eine solche Lenkung gibt, dann wird alles gut und immer besser werden. Das ist aber nicht der Fall. Durch das prophetische Wort wird uns zwar versichert, dass es für gerechtigkeitsliebende Menschen ganz zum Schluss sehr gut ausgehen wird. Aber die Bibel enthält auch sehr viele Prophezeiungen über unheilvolle Entwicklungen. Diese sind dann mit einer Gerichtsbotschaft verknüpft.
Der Grund hierfür ist, dass man verkehrte Denk- und Handlungsweisen nur verurteilen kann, wenn es sich durch das Gesetz von Ursache und Wirkung bestätigt hat, wie schlecht sich diese Dinge auswirken. Deshalb lässt unser Schöpfer gewisse Dinge geschehen, die zwar schlecht, aber letztendlich notwendig sind, um das Böse ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Dadurch wird nochmals deutlich, dass der Mensch nicht fähig ist, sich selbst und andere zu beurteilen.
Falls man nämlich die Prophezeiungen vorher schon kannte, weil man die Bibel studiert hatte, zeigt sich, dass die Fähigkeit, alles im Voraus zu wissen, trotz dieser Kenntnis nicht vorhanden war. Denn aufgrund der eigenen selbstgerechten Parteilichkeit hat man die unheilbringenden Prophezeiungen übersehen oder nicht auf sich selbst angewendet (siehe auch den Beitrag Unparteilichkeit). Und man findet neue Prophezeiungen aus unerwarteten Quellen (etwa die von Franz Kafka), die sich ebenfalls erfüllt haben.
Die unheilvolle Entwicklung der Organisation
So wurde diese Organisation wieder zu „Babylon die Große“, die man ursprünglich verlassen wollte. Und wie wir gesehen haben, ist die heutige leitende Körperschaft sogar zum „König des Nordens“ geworden (siehe den Beitrag Unser neuer Rechtsanwalt). Sie wird von Dämonen geleitet. Dementsprechend finster ist diese Organisation geworden. Sie ist das genaue Gegenteil von dem, was Christus gelehrt hat.
Aber wir haben bei der klassischen Fotografie gesehen, dass immer zuerst ein Negativ entsteht, also das Gegenteil des eigentlichen Bildes. Das gehört hier zur Verfahrensweise dazu (siehe den Beitrag Der Umkehrprozess der Christenversammlung). So sind diese Entwicklungen in der Organisation auch notwendig und sie wurden vorausgesagt.
Durch diese Verfahrensweise kommt ans Tageslicht, dass auch Menschen, die vorgeben, Jehova zu dienen, in Wirklichkeit lügen und aus egoistischen und habsüchtigen Beweggründen heraus handeln (siehe 2. Petrus 2:3). Sie wollten aus der Erkenntnis der Prophezeiungen Kapital schlagen. Sie wollten sogar die Zuverlässigkeit ihres Schöpfers, der sich immer an sein Wort hält, ausnutzen, um über ihre Mitmenschen zu herrschen. Doch Gott lässt sich nicht verspotten. Sein Wort geht dann gegen sie selbst in Erfüllung.
Weil sie Jehova zu ihrem Komplizen machen wollen, sagen sie oft das Richtige, tun aber genau das Gegenteil. Gemäß dem neuen Jahrestext für 2022 „Wer Jehova sucht, dem fehlt es nicht an Gutem“ (Psalm 34:10) soll man Jehova suchen. Das tun sie natürlich nicht, denn sie erkennen nicht, wie der Name Jehovas durch die Erfüllung der Prophezeiungen zum Ausdruck kommt (Matthäus 23:3).
Da die heutige leitende Körperschaft zum König des Nordens geworden ist, wollen wir im Folgenden untersuchen, was das für Menschen sind und wie man heute ein Glied der leitenden Körperschaft wird.
Die leitende Körperschaft heute
In der Wachtturmliteratur gibt es von einigen dieser Leute Lebensberichte. Um die genannten Fragen zu beantworten, ist der Lebensbericht von Samuel Herd besonders aufschlussreich.
Während Russell aus Eigeninitiative tätig war, ist heute alles eine Frage der Zuteilung. Man wird ernannt. Dies geht aus allen Lebensberichten der heutigen Glieder der leitenden Körperschaft hervor. Sie erhielten nach und nach verschiedene Zuteilungen. Zum Schluss wurden sie meist nach Brooklyn und nach Warwick gebeten, wo die sogenannte „Weltzentrale“ ist und erhielten schließlich eine Zuteilung als Helfer, bevor sie dann selbst zum Glied der leitenden Körperschaft ernannt wurden.
Irgendwann im Laufe dieser Entwicklung mussten sie dann wohl auch beim Gedächtnismahl angefangen haben, von den Symbolen zu nehmen, um sich als Geistgesalbte kenntlich zu machen. Wann das war, erfährt man in den meisten Lebensberichten nicht. Nur bei Gerrit Lösch erfährt man es. Bei ihm war es, kurz nachdem er seine Frau geheiratet hatte (siehe den Artikel aus dem Wachtturm vom 15. 7. 2014 Einen Vater verloren, einen Vater gefunden in dem Kapitel EINE ZUTEILUNG NACH DER ANDEREN).
Nun wollen wir einmal den Werdegang von Samuel Herd unter die Lupe nehmen.
Der Lebensbericht von Samuel Herd
Der Lebensbericht ist in der Studienausgabe DER WACHTTURM vom Mai 2018 abgedruckt mit der Überschrift: Am Anfang so arm, am Ende so reich
Zunächst erfahren wir, dass er arm in einer einfachen Blockhütte zur Welt kam. Als Afroamerikaner hatte er und sein Elternhaus kein hohes Ansehen.
Offenkundig wollte er schon früh etwas tun, um seine Situation zu verbessern. Zuerst versuchte er es mit Boxen:
In der Highschool hatte ich einen Freund, der Profiboxer war. Er überredete mich, das Boxen auch mal auszuprobieren. Ich fing an zu trainieren und trat bei den Golden Gloves, einem Boxverband, ein. Aber ich war nicht besonders gut und nach ein paar Kämpfen hörte ich wieder auf.
Der Wachtturm vom Mai 2018 Am Anfang so arm, am Ende so reich
Nehmen wir einmal an, er wäre zum Boxen hochbegabt gewesen. Dann wäre er heute vielleicht ein bekannter Profiboxer. Nun aber merkte er, dass das nichts ist.
Dann war die Frage, ob er beim Militär Karriere machen könnte. Doch das war auch nichts:
Ich sollte eine Laufbahn beim Militär einschlagen. Das war aber nichts für mich. So wurde ich 1956 nach den zwei Pflichtjahren ehrenvoll entlassen.
Der Wachtturm vom Mai 2018 Am Anfang so arm, am Ende so reich
Es war ihm aber offensichtlich wichtig, wie Menschen über ihn dachten, denn er betonte, dass er ehrenvoll entlassen wurde.
Dann war er erst mal ein Macho. Doch das änderte sich bald, denn er wurde von zwei junge Frauen, die Zeuginnen Jehovas waren, zum Versammlungsbuchstudium eingeladen. Er nahm die Einladung an. Hättest du das an seiner Stelle auch getan? Eine der beiden Frauen heiratete er später. Sie gingen dann beide im Dienst für Jehova auf.
Ist es verständlich, dass er solche Entscheidungen getroffen hatte? Immerhin lernte er seine Frau kennen und bekam als Zeuge Jehovas das Gefühl, auf der Siegerseite zu stehen. Man wartet auf das Paradies und hilft anderen Leuten, ebenfalls den Lebensweg einzuschlagen, der zur Rettung aus einer unheilvollen Welt herausführt. Wird man jetzt wegen seiner Rasse diskriminiert, ist es für Christus, der ebenfalls verachtet wurde.
Die Ernennung
Nun wurde er zur Königreichsdienstschule in New York eingeladen, doch er hatte kein Geld für die Reise dorthin. Außerdem bot man ihm eine Stelle an:
Zu der Zeit war ich arbeitslos und hatte finanziell zu kämpfen. Ich hatte allerdings bei einer Telefongesellschaft in Pine Bluff ein Vorstellungsgespräch gehabt. Ich wäre der erste schwarze Angestellte dort. Schließlich kam die Zusage.
Der Wachtturm vom Mai 2018 Am Anfang so arm, am Ende so reich
Wie soll er sich entscheiden? Er hätte auf Jehova vertrauen können, die Stelle abzusagen in der Hoffnung, dass Jehova für die nötigen Mittel sorgt. Manche Absolventen solcher Schulen haben schon ihre Arbeitsstelle deswegen aufgegeben. Und wie mir der Kreisaufseher berichtet hat (siehe den Beitrag Herzlich willkommen), haben manche von ihnen danach noch nicht einmal die theokratische Zuteilung antreten dürfen, weil sich die leitende Körperschaft anders entschied.
Er nun wollte die Stelle annehmen und die Schule absagen. Doch dann geschah etwas, was uns die Frage beantworten hilft, was hinter Ernennungen wirklich steht:
Eine Glaubensschwester ernennt Samuel Herd
Eines Morgens klopfte eine Schwester aus der Versammlung, deren Mann nicht in der Wahrheit war, an unsere Tür und überreichte mir einen Umschlag. Er war voller Geldscheine. Sie und ihre Kinder waren wochenlang früh aufgestanden, hatten auf einem Baumwollfeld Unkraut gejätet und so Geld für meine Reise nach New York zusammengespart.
Der Wachtturm vom Mai 2018 Am Anfang so arm, am Ende so reich
Diese Glaubensschwester wollte also unbedingt, dass er die Schule besucht. Und so beschaffte sie mit ihren Kindern durch mühevolle Arbeit das Geld für die Reise. Aber warum war es ihr so wichtig, dass er die Schule besucht?
Sie sagte:
„Geh zur Schule und lern so viel du kannst. Und dann komm zurück und bring uns bei, was du gelernt hast.“
Der Wachtturm vom Mai 2018 Am Anfang so arm, am Ende so reich
Was wollte sie damit sagen? Sie hatte doch die Bibel als Lehrbuch. Jeder Zeuge und jede Zeugin Jehovas sollte selbst lernen und dann im Einklang mit dem eigenen Gewissen handeln. Wozu brauchte sie da Samuel Herd, um ihr etwas beizubringen? Jehova ist unser Vater und Jesus Christus ist unser Mittler. Braucht man da noch jemand anderes?
Samuel Herd hatte diese Ernennung und die damit verbundene Rolle offenkundig angenommen. Er wurde zunächst Kreisaufseher, später Bezirksaufseher. In der Funktion als reisender Aufseher hatte er schon die von der Glaubensschwester zugeteilte Rolle inne. Dann wurde er mit seiner Frau ins Bethel eingeladen. Schließlich wurde er neues Glied der leitenden Körperschaft. Jetzt konnte er erst recht für Anleitung sorgen, wie es die Glaubensschwester gewünscht hatte.
Wir können also festhalten. Auch wenn die einzelnen Ernennungen erst im Laufe vieler Jahre vorgenommen wurden. Die eigentliche Ernennung in seine Rollenzuteilung kam von der Glaubensschwester. Sie ernannte ihn mit diesem Satz:
Geh zur Schule und lern so viel du kannst. Und dann komm zurück und bring uns bei, was du gelernt hast.
Eine neue Geistlichenklasse
Und genau so, wie die Glaubensschwester und ihre Kinder hart arbeiteten, arbeiten Jehovas Zeugen mit ihren Kindern hart für die Glaubensgemeinschaft, den Dienst unter Anleitung durch die Ältesten und auch, um mittels Spenden das weltweite Werk zu unterstützen. Dafür erhalten sie Anleitung durch die leitende Körperschaft.
Eigentlich hatten schon die ernsten Bibelforscher erkannt, dass die Lehrer der Kirchen die Menschen doch nur irreführten. Durch ein persönliches Bibelstudium kann man diese falschen Lehren entlarven. Wir müssen nur denkende Christen sein, unseren Verstand und unser Gewissen gebrauchen, um zu erkennen, wie verkehrt die Kirchenlehren sind. Mit dem Wort „Geh zur Schule und lern so viel du kannst. Und dann komm zurück und bring uns bei, was du gelernt hast.“ wollte sie wieder Geistliche über sich haben. Sie war für Babylon.
Und so schiebt sich wieder eine Geistlichenklasse zwischen Gott und den Menschen. Sie soll für Anleitung sorgen. Auf diese Weise entsteht Babylon die Große wieder neu, obwohl man sie doch verlassen hatte (Jeremia 51:9; siehe die Deutung der Geschichte Kafkas „Ein Traum“).
Jehova kündigt das Ende der leitenden Körperschaft an
Vor Jehova kann diese Ernennung durch eine Glaubensschwester nicht von dauerhaftem Bestand sein. Das langfristige Geschick der leitenden Körperschaft wird in der Bibel in Jesaja 22:25 folgendermaßen beschrieben:
. . .‚An jenem Tag‘, ist der Ausspruch Jehovas der Heerscharen, ‚wird der Pflock, der an einem dauernden Ort eingeschlagen ist, entfernt werden, und er soll umgehauen werden und fallen, und die Last, die daran ist, soll weggetilgt werden, denn Jehova selbst hat [es] geredet.‘ “
Jesaja 22:25 NWÜ 1986
Mit dem Pflock, der an einem dauerhaften Ort eingeschlagen ist, ist die leitende Körperschaft gemeint. Denn man dient an diesem Ort mit der Aussicht auf ewiges Leben. Die wahre Anbetung wurde wieder hergestellt (Schebna, der für die Geistlichen der Christenheit steht wurde zuvor durch Eljakim ersetzt: siehe im Buch Die Prophezeiung Jesajas – Licht für alle Menschen Band 1 Kapitel Aus Beispielen der Treulosigkeit lernen, Absatz 21). Jehovas Zeugen haben ihr Vertrauen in diesen Pflock gesetzt und geglaubt, dass er von dauerhaftem Bestand sei. Doch er soll umgehauen werden und fallen (siehe das Bibelstudium Was hat es mit Schebna und Eljakim auf sich?).
Für die Glaubensschwester, die Samuel Herd ernannt hatte und zusammen mit ihr alle, die so eingestellt sind, erfüllt sich wohl Offenbarung 18:14:
Ja, die guten Früchte, nach denen du Verlangen hattest, sind dir weggenommen worden, und all die Delikatessen und die prächtigen Dinge sind dir verloren gegangen, um nie wieder gefunden zu werden.
Offenbarung 18:14 NWT 2018
Sie kamen aus den Versammlungen
Und in Jeremia 50:44-46 lesen wir:
. . .Siehe! Wie ein Löwe wird jemand aus den stolzen [Dickichten] entlang dem Jordan zu dem dauerhaften Aufenthaltsort heraufkommen, aber in einem Augenblick werde ich sie davon wegeilen lassen. Und den, der erwählt ist, werde ich darüber einsetzen. Denn wer ist mir gleich, und wer wird mich herausfordern, und wer nun ist der Hirte, der vor mir bestehen kann? 45 Darum hört den Beschluß Jehovas, den er gegen Babylon gefaßt hat, und seine Gedanken, die er gegen das Land der Chaldạ̈er ausgedacht hat. Sicherlich werden die Kleinen der Herde umhergeschleppt werden. Sicherlich wird er ihretwegen ihren Aufenthaltsort öde werden lassen. 46 Bei dem Schall, [wenn] Babylon ergriffen worden ist, wird die Erde gewiß zum Erbeben gebracht werden, und ein Geschrei wird unter den Nationen gehört werden.“
Jeremia 50:44-46 NWÜ 1986
Die Glieder der leitenden Körperschaft kamen aus den Versammlungen (den stolzen Dickichten entlang dem Jordan, also geistig bewässert). Als Geistgesalbte haben sie die Hoffnung auf ewiges Leben im Himmel. Und die leitende Körperschaft ist wie eine Person, wie ein Löwe. Doch Jehova wird sie (die Einzelpersonen) davon wegeilen lassen. Denn Jesus Christus ist der von Jehova erwählte.
Weitere Folgen
Jehova hat das Recht dazu, solche Entscheidungen zu treffen. Schließlich ist die ganze Organisation durch diese Ernennung babylonisch geworden. Die Folge wird sein, dass die Kleinen der Herde umhergeschleppt werden.
In Sacharja 14:5 ist davon die Rede, wenn es heißt:
. . .Und ihr werdet fliehen müssen, so wie ihr wegen des [Erd]bebens in den Tagen Usịjas, des Königs von Juda, geflohen seid. . . .
Sacharja 14:5 NWÜ 1986
Treffend wird dies auch in Offenbarung 6:12 ausgedrückt:
. . .und die Sonne wurde schwarz wie härenes Sacktuch, und der ganze Mond wurde wie Blut. . .
Offenbarung 6:12 NWÜ 1986
Die Sonne ist die leitende Körperschaft, die Anleitung gibt. Der Mond wird von ihr beleuchtet. Es sind die Ältesten. Wenn die leitende Körperschaft aufhört zu bestehen, dann können auch die Ältesten nichts mehr tun oder ihre Herrschaft rechtfertigen. Stattdessen wird ihre Blutschuld aufgedeckt.
Die Rolle der Dämonen
Da die Ernennung der Glieder der leitenden Körperschaft nicht von Jehova kommt, sondern von den Gliedern der Versammlung, haben sich ihnen Dämonen bemächtigt. Der Dämonenfürst, der mit dem Decknamen König des Nordens bezeichnet wird, hat großes Interesse an der babylonisch gewordenen Organisation, denn er führte stets Babylon die Große an.
Jehova ließ dies als Ausdruck seines Strafgerichtes zu. Das wird in der Bibel durch eine Vision beschrieben. Johannes sah einen siebten Engel, der seine Schale auf die Luft ausgegossen hat (Offenbarung 16:17). Denn dadurch gewann der Herrscher der Gewalt der Luft die Oberhand (Epheser 2:2). Dies läutet das Ende Babylons der Großen ein.
Der Mitteilungskanal Jehovas
Einige mögen sich vielleicht fragen, wen man da noch vertrauen kann. Von wem geht geistige Belehrung aus? Wer ist der von Jehova autorisierte Mitteilungskanal? Denn man hat geglaubt und hervorgehoben, dass die leitende Körperschaft der Mitteilungskanal Jehovas sei.
Die Schöpfung
Jehova ist unser Schöpfer. Er hat auch das ganze Universum gemacht. Er bekundet keinerlei Parteilichkeit, wie aus seiner Schöpfung eindeutig hervorgeht (siehe den Beitrag Unparteilichkeit). Darum müssen wir auf das zurückgreifen, was er uns mitgegeben hat. Er hat uns einen Verstand gegeben, das logische Denkvermögen, durch das wir Unwahrheit entlarven können. Er hat uns ein Gewissen gegeben. Diese Dinge sind dezentral, denn jeder Einzelne ist mit eigenem Verstand und mit eigenem Gewissen ausgestattet. Und wegen der Unparteilichkeit kann nicht der eine Mensch größer sein als der andere, um Anleitung zu geben.
Mit unserem Verstand können wir auch die Schöpfung erforschen und die Eigenschaften des Schöpfers erkennen. Wir erkennen, dass alles logisch und vernünftig ist. Wir erkennen, dass seine Gesetze von dauerhaftem Bestand sind.
Darüber hinaus hat Jehova Gott auch für inspirierte Schriften gesorgt, durch die wir einen Gottesbeweis haben. Wir erfahren den Vorsatz Jehovas und wir können uns durch sie im Spiegel sehen, sodass wir die Fehlerhaftigkeit unserer Wege erkennen. Daraus ergibt sich die Chance, sie zu bereuen und aufzugeben.
Die ernsten Bibelforscher haben diesen Mitteilungskanal genutzt. Zuerst haben sie mithilfe ihres Verstandes die inspirierten Schriften erforscht und dann an „denkende Christen“ appelliert, ihnen Zeugnis gegeben.
Noah wandelte mit dem wahren Gott
Eine weitere Möglichkeit für Gott hingegebene Menschen besteht darin, mit Gott zu wandeln, wie es Noah tat (1. Mose 6:9). Man betet um Jehovas heiligen Geist und bittet um seine Führung und Leitung. Man zeigt durch sein ernsthaftes Studium seines inspirierten Wortes und auch seiner Schöpfung, dass man aufrichtig an ihm interessiert ist.
Wenn man Dinge nicht versteht, stellt man die Fragen im Gebet und bittet um Antworten. Man bemüht sich auch, sie mithilfe der genannten Dinge schon zu finden. Jehova schenkt aufrichtigen Menschen seinen Geist und hilft ihnen, geistige Dinge zu verstehen. Manchmal lässt er uns Erfahrungen machen, durch die wir eine Antwort erhalten.
Erschlagene Zeugen Jehovas
Vielleicht brauchen wir zu Beginn einen Gedankenanstoß von einem Lehrer, wie es bei dem äthiopischen Eunuchen war. Philippus fragte ihn, ob er diese Dinge, die er in der Bibel las, versteht. Er gab ihm zur Antwort:
„Wie könnte ich es denn je, wenn mich nicht jemand anleitet?“
Apostelgeschichte 8:31 NWÜ 1986
Daraufhin erklärte ihn Philippus diese Dinge. Er verstand, ließ sich taufen und ging allein (ohne seinen Lehrer Philippus) zurück in sein Land. Was er dort tat, wissen wir nicht. Auch Philippus, sein Lehrer, konnte das nicht kontrollieren.
Und so ähnlich brauchen wir zu Beginn solche Lehrer als Gedankenanstoß. Wir brauchen sie nicht zur Dauerberieselung und auch nicht, um uns zu kontrollieren.
Charles Taze Russell war so ein Lehrer. Aber wer könnte es heute sein?
Die Brüder Christi
Dazu ist ein Bibeltext aus Offenbarung Kapitel 5 sehr aufschlussreich:
Und ich sah inmitten des Thrones und der vier lebenden Geschöpfe und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen, als wäre es geschlachtet worden … „Du bist würdig, die Buchrolle zu nehmen und ihre Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden
Offenbarung 5:6-9 NWÜ 1986
Das Lamm, das wie geschlachtet dastand, war würdig, die Siegel des Buches zu öffnen. Gemeint ist Jesus Christus. Doch wie bringt uns dieser Text der Antwort auf unsere Frage näher?
Wir haben schon gesehen, dass der Christus heute auf der Erde Brüder hat. Und wir haben gesehen, wer diese Brüder sind und dass es nicht die Glieder der leitenden Körperschaft sind (siehe den Beitrag „Der Umkehrprozess der Christenversammlung“).
Und das Öffnen der Siegel des Buches ist sozusagen der Schlüssel, um das richtigen Verständnis der inspirierten Schriften vermitteln zu können und die richtigen Gedankenanstöße geben zu können.
Wenn wir also wissen wollen, wer dafür autorisiert ist, das richtige Verständnis zu liefern, dann müssen wir bei denen suchen, die wie Christus von den offiziellen Lehrern der Organisation, den „Bauleuten“ (Psalm 118:22), verworfen worden sind oder von ihnen keine Anerkennung erhalten, denn so erging es dem Christus.
Es sind sozusagen erschlagene Zeugen Jehovas (Abkürzung ezj nicht exzj), die weiterhin am Glauben eines Gott hingegebenen Zeugen Jehovas und an den gerechten Grundsätzen festhalten!
Der Wechsel
Dass Jehova mit diesen handelt, geht auch aus dem Bibeltext in Hesekiel Kapitel 11 hervor. Hesekiel sieht zuerst Männer im Hause Jehovas stehen, die auf Schädliches sinnen. Denn sie sagen:
‚Steht das Bauen von Häusern nicht nahe bevor? Sie ist der Kochtopf mit weiter Öffnung, und wir sind das Fleisch.‘
Hesekiel 11:3 NWÜ 1986
Sie meinen also, dass sie das Fleisch, also die Hauptpersonen seien, mit denen Jehova handelt. Und die Organisation oder Anbetungsstätte ist der Kochtopf. Genauso ist es heute. Man kündigt weiterhin große Bauprojekte an und man soll weiterhin glauben, dass diejenigen, die die Führung in der Organisation übernehmen das „Fleisch sind“, mit denen Jehova handelt. Die Aufmerksamkeit aller Glaubensbrüder ist auf die Frage gerichtet, was sie als Nächstes tun oder ankündigen. Und sie suchen Anleitung von ihnen.
Doch Jehova lässt nun Hesekiel folgendes prophezeien:
„Sprich: ‚Dies ist, was Jehova gesprochen hat: „Ihr habt das Richtige gesagt, o Haus Israel; und was die Dinge betrifft, die in eurem Geist aufkommen, ich selbst habe es gewußt. Ihr habt eure Erschlagenen in dieser Stadt zahlreich werden lassen, und ihr habt ihre Straßen mit den Erschlagenen gefüllt.“ ‘ “ „Dies ist daher, was der Souveräne Herr Jehova gesprochen hat: ‚Was eure Erschlagenen betrifft, die ihr in ihrer Mitte hingelegt habt, sie sind das Fleisch, und sie ist der Kochtopf mit weiter Öffnung; und euch selbst wird man aus ihrer Mitte herausführen.‘ “
Hesekiel 11:5-7 NWÜ 1986
Nach dieser Prophezeiung sind es also die Erschlagenen, mit denen Jehova handelt in Verbindung mit der Glaubensgemeinschaft. Denn sie sind das „Fleisch“ und die Glaubensgemeinschaft ist der Kochtopf. Und die Männer mit ihren großen Bauprojekten wird man hinausführen. Sie werden gerichtet sein und keine Rolle mehr für die wahre Anbetung spielen.
#ezj oder #erzj nicht #exzj: ezj bzw. erzj bedeutet „erschlagene Zeugen Jehovas“
Autor: Bernd Oelschlägel
CC-BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
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