Warum ich nicht wählen gehe

Zeugen Jehovas beteiligen sich in der Regel nicht an politischen Wahlen, da sie politisch neutral und kein Teil der Welt sein wollen. Das ist eine Entscheidung einer Gruppe oder Organisation, könnte man meinen, und alle müssen da mitmachen. Nein, es ist meine Entscheidung! In diesem Artikel sollen nun einige schwerwiegende Gründe aufgezeigt werden, die zeigen, dass dies wirklich die richtige und folgerichtige Entscheidung eines Menschen ist, der sich gefreut hat, die Wahrheit gefunden zu haben.

Es geht ohnehin vielen Menschen so, dass sie gar nicht wissen, welche Partei für sie wählbar sein könnte. Sie machen alle eine Politik, die man in vielen Teilen nicht richtig findet. Gerade in jüngster Zeit sind die Menschen mit ihrer Regierung völlig unzufrieden. Dann wird sie bei der nächsten Wahl abgewählt und es gibt eine neue Regierung. Mit dieser sind sie dann noch weniger zufrieden.

Das Problem der kognitiven Dissonanz

Wir leben in einer Welt, in der es einem nicht schwerfallen sollte, viele Dinge, die in der Politik entschieden werden, nicht gut oder sogar katastrophal zu finden. Die Zustände in der Welt sind schlimm und werden immer verheerender. Nun aber wird uns Hoffnung gemacht, dass wir durch unsere Stimme etwas zur Verbesserung beitragen könnten. Nachdem man sein Kreuzchen bei einer Partei gemacht hat, erlebt man, dass diese Partei eine schlimmere Politik betreibt, als man sie sich je hätte vorstellen können. Sie macht das Gegenteil von dem, wofür wir sie gewählt haben wollten und was ihre Politiker versprochen haben.

Aber wir haben sie gewählt, das ist das Problem. Jetzt tritt ein psychologisches Phänomen auf, das man als Gegensteuern gegen eine sogenannte „kognitive Dissonanz“ erklären kann. Die kognitive Dissonanz besteht darin, dass die Partei oder Person, die wir gewählt haben, jetzt Dinge tut, die wir als böse und schlecht einstufen müssten, und wir deshalb diese Partei eigentlich nicht hätten wählen dürfen. Wir haben aber durch unsere Wahl zum Ausdruck gebracht, dass wir auf ihrer Seite stehen wollten.

Dadurch entsteht großes Unbehagen, das wir unbedingt loswerden wollen. Und das erreicht man dann, indem man versucht zu erklären, weshalb unter den gegenwärtigen Umständen das, was die Politiker tun, dennoch logisch und vernünftig sein könnte. Man versucht, ihre Politik zu rationalisieren und zu rechtfertigen. Dabei helfen die Medien und die Redegewandtheit der Politiker. Jetzt fühlt man sich besser, da man zu dem Ergebnis kam, dass ihre Politik doch vernünftig sein könnte, was sie in Wirklichkeit natürlich nicht ist.

Wahrheit geht verloren

Durch diesen psychologischen Effekt geht uns eine klare Sicht darauf, was wirklich wahr und was unwahr ist, verloren. Wir belügen uns selbst. So können wir nicht mehr die Wahrheit erkennen. Wir sind eine Marionette der politischen Systeme geworden. So verheerend wirkt es sich aus, wenn man wählen geht.

Als Zeugen Jehovas hat man gesagt: „Wir sind in der Wahrheit!“ Wir haben die kostbare biblische Wahrheit kennengelernt. Dadurch wissen wir, warum die Welt so ist, wie sie ist. Wir wissen, dass diese Welt gerichtet worden ist und ihrem Ende entgegengeht. Unsere Hoffnung ist auf die von Gott geschaffene neue Welt gerichtet. In dieser wird es überhaupt keine Menschenherrschaft mehr geben.

Darum müssen wir uns stets raushalten, damit wir niemals zu einem Komplizen der Bösen werden. Denn das Verkehrte kann nicht geheilt werden. Die heutige Welt kann nicht durch eine „bessere Politik“ geheilt werden. Und die Politiker begehen große Verbrechen, indem sie Kriege unterstützen, in denen schließlich gemordet wird.

Aber ist es nicht gut, wenn Politiker das tun, was die Menschen im Land wollen, weil sie ja wiedergewählt werden wollen? Sind sie in einer Demokratie nicht Volksvertreter? Wessen Interessen folgen sie?

Wessen Interessen vertreten sie?

Mittlerweile gibt es in fast jedem Land politische Wahlen, egal, ob eher eine Autokratie oder eine Demokratie vorherrscht. Durch das bereits erwähnte psychologische Phänomen in Verbindung mit der kognitiven Dissonanz haben die Herrschenden ihre Wähler gut im Griff. Und sie werden durch ihre Wähler legitimiert, jede Politik zu machen, die ihnen in den Sinn kommt. Denn die Wähler haben Personen und Parteien, nicht Programme oder bestimmte Taten und Entscheidungen der Politiker gewählt. Diese Personen fühlen sich legitimiert, auch wenn sie wissen, dass der Wähler das, was sie entschieden haben, nicht wollte.

Manchmal machen sie kein Hehl mehr daraus und sagen, dass sie so handeln, egal, was ihre Wähler wollen, und dann sogar Kriege unterstützen. Dabei stellt man zunehmend fest, dass sie den Menschen, ihrem Land und manchmal auch sich selbst schaden. Aber das scheint nicht zu zählen. Sie werden zu einer bestimmten, scheinbar alternativlosen Handlungsweise und Sichtweise getrieben. Das ist so merkwürdig, dass manche die Politiker nur als Marionetten sehen, die von irgendwelchen mächtigen und vielleicht finanzstarken Hinterleuten getrieben werden. Aber was steckt wirklich dahinter?

Die Herrschaft der Dämonen

Auf dieser Website habe ich Artikel veröffentlicht, die sich auf das gegenwärtige politische Geschehen beziehen (siehe dazu »Krieg in der Ukraine – was bedeutet er?«, .»Jahresrückblick 2023«, »Jahresrückblick 2024 und Ausblick« und »Jetzt ist Krieg im Iran – aber was bedeutet er?«). Dadurch soll aber kein bestimmter politischer Standpunkt vertreten werden. Vielmehr geht es um die eigentlichen Drahtzieher im Hintergrund. Das sind keine Menschen, sondern unsichtbare Geistgeschöpfe. In der Bibel wird nämlich klar erklärt, dass die ganze Welt in der Hand solcher unsichtbarer Geistgeschöpfe ist. Zwei dieser besonders mächtigen Dämonenfürsten spielen eine besondere Rolle. Sie werden als König des Südens und König des Nordens bezeichnet (zur Vertiefung, siehe die Abhandlung »Nationen«). Um ihre Interessen geht es in den genannten politischen Konflikten.

Die Kriege, die in der Ukraine und zuletzt gegen den Iran geführt wurden, sind von niemandem Interesse. Alle verlieren. Die Energiepreise steigen. Keiner wollte, dass die Straße von Hormus unpassierbar wird. Und doch tun sie es. In den genannten Artikeln versuche ich klarzustellen, dass es nicht die Interessen der Menschen sind, nicht mal die Interessen von vermögenden Hintermännern, sondern die Interessen der unsichtbaren dämonischen Drahtzieher.

Auch finanzstarke Hintermänner können schnell zugrunde gehen, wenn die unsichtbaren Drahtzieher das wollen. Satan, der die unsichtbaren Drahtzieher anleitet, wird in der Bibel als Herrscher, der die Macht über die Luft hat, beschrieben (Epheser 2:2). Er bestimmt die allgemeine Geisteshaltung der Menschen, was sie gut finden und worüber sie tief empört sind. Gegenwärtig sind sie über einen ehemals finanzstarken Hintermann, den Milliardär Jeffrey Epstein, tief empört. Er wird als der größte Verbrecher aller Zeiten gehandelt. Schon der Kontakt zu einem solchen Menschen wird verurteilt.

Das hat eine klare Signalwirkung an alle, die Macht zu haben scheinen: Wer denkt, er würde zu den finanzstarken Mächtigen gehören, muss sich im Klaren sein: Wer von ihnen nicht immer den Willen der Dämonen tut, geht unter.

Fazit

In den heutigen letzten Tagen dieses Systems der Menschenherrschaft sind die Dämonen besonders aktiv. Sie wollen um jeden Preis ihren Willen durchsetzen, um ihren Krieg gegen den wahren Gott zu führen (vergleiche Offenbarung 16:13, 14).

Es ist für mich absolut notwendig, dass ich niemals wählen gehe, um mich nicht zum Komplizen zu machen und der kognitiven Dissonanz zu erliegen. Vor über 30 Jahren bin ich ein Zeuge Jehovas geworden. Und ich habe begeistert gerufen: „Jetzt bin ich in der Wahrheit!“ Damit ich das auch weiterhin bleiben kann, darf ich nicht wählen gehen.

Ich wähle keine politische Partei, auch keine religiöse Partei, Gruppe oder Organisation. Ich wähle auch nicht die Organisation, in die ich als Zeuge Jehovas eingesammelt worden bin. Denn sonst würde ich der kognitiven Dissonanz erliegen, wenn in der Organisation Dinge entschieden oder getan werden, die meinem Gewissen zuwider sind. Ich will kein Komplize für irgendwelche schlechten Taten sein. Da ich aber den Glauben eines Zeugen Jehovas habe, ist das wie ein Paradoxon. Das erkläre ich in dem Artikel »Wir sind in der Wahrheit!«.

einlandarzt

Die inspirierte Geschichte "Ein Landarzt" von Franz Kafka beschreibt in Symbolsprache, wie ich ein Zeuge Jehovas wurde und was ich dann erlebte!