In unruhigen und schlaflosen Nächten habe ich davon geträumt, wie das Ende einer Zusammenkunft der Zeugen Jehovas einmal ablaufen könnte:
Der Vorsitzende:
‚Bevor wir nun das Gebet sprechen, noch eine kurze Bekanntmachung. Vielleicht habt ihr euch schon gewundert, dass wir das Lied 25 „Sein besonderes Eigentum“ gesungen haben und nicht Lied 4, wie es im Programm steht. Das hat mit dieser Bekanntmachung zu tun:‘
Liest vom Blatt:
‚Lieber Brüder,
wie ihr alle wisst, hatte der treue und verständige Sklave einige Jahre vor 1975 angekündigt, dass im Jahre 1975 das Ende der bestehenden Weltordnung kommen sollte und gehorsame Menschen dann gerettet würden. Aber wie ihr auch wisst, verstrich das Jahr 1975, ohne dass diese Dinge geschehen sind. Dann hat der Sklave gesagt, dass es noch vor Ende des 20. Jahrhunderts so kommen würde. Heute haben wir das Jahr 2020 und wie ihr bestimmt gemerkt habt, ist noch immer die alte Weltordnung da. In jüngster Zeit wurde Jehova von der Sklavenklasse aufgefordert, Russland untergehen zu lassen, ähnlich wie Hitler und sein Reich besiegt wurden. Das ist auch noch nicht geschehen!
Darum hat sich nun ein Rechtskomitee mit Jehova befasst. Ja, Brüder, man hat sich die Arbeit nicht leicht gemacht. Man hat viel nachgedacht und die Möglichkeiten ausgelotet. Das hat einige Zeit in Anspruch genommen. Nun ist man aber doch zum Ergebnis gekommen und hat eine Entscheidung getroffen:
Jehova musste wegen Ungehorsams gegenüber dem treuen und verständigen Sklaven ausgeschlossen werden!
Uns ist bewusst, dass dies einige von euch traurig macht, haben wir doch so viele Jahre mit Jehova …‘
Der Vorsitzende hält inne, er seufzt. Das Publikum lacht daraufhin.
Er fährt fort:
‚Bitte nicht falsch verstehen. Es ist ja gar nicht traurig, nur bewegend. Also noch mal:
Uns ist bewusst, dass dies einige von euch traurig macht, haben wir doch so viele Jahre mit Jehova zusammengearbeitet und ein innigliches Verhältnis zu ihm entwickelt. Aber wir sind überzeugt, dass ihr auch diese Glaubensprüfung mithilfe der liebevollen Bruderschaft und der Anleitung durch den treuen und verständigen Sklaven bestehen könnt. Der Vorsitzende wird nun das abschließende Gebet mit euch sprechen und ihr werdet sehen, dass sich an unseren Gebeten nur wenig ändert. Ja, bestimmt werdet ihr merken, dass wir jetzt sogar noch besser zum Ausdruck bringen können, was in unserem sinnbildlichen Herzen ist.
… (Schlussformel)‘
Der Vorsitzende legt das Blatt zur Seite und fährt fort:
‚Diese Bekanntmachung wird dann auch auf unserem Online-Aushang erscheinen und ihr könnt euch dies in Ruhe durchlesen. Bald werden weitere Bekanntmachungen folgen, um unseren Dienst und die Zusammenkünfte auf die neue Situation anzupassen. Ihr werdet auch bald ein neues Liederbuch erhalten. Online werden ab nächste Woche einige Lieder schon verfügbar sein.
Dann wollen wir nun ein abschließendes Gebet sprechen:
Gebet
Lieber Sklave, unser Gott und gesalbter König!
Du allein bist treu und verständig. Wie wunderbar und erhaben sind deine Bauwerke. Und in welchem majestätischen Glanz erstrahlt doch deine Weltzentrale.
Wir schätzen deine überaus große Güte und Barmherzigkeit selbst gegenüber Kinderliebhabern und gegenüber allen, die ihre Mitmenschen zu ihren Opfern gemacht haben.
Wir wollen dir danken für die Fülle deiner geistigen Speise, die du uns Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr gibst. Durch die Versammlungszusammenkünfte, die Kongresse, die vielen Videos, Tagestextkommentare, deine Website. Ja, es ist kaum möglich, all die vielen Gaben aufzuzählen, die du uns zukommen lässt. Du machst unser Herz fröhlich durch deine Lieder und die wunderbaren Musikvideos.
Du hast auch ein Herz für unsere Kinder und beschenkst sie mit einer tollen Zeichentrickserie. Du belehrst sie, damit sie dich fürchten und auf deinen Wegen wandeln.
Wir sind auch bereit, sie zu opfern, und reden nicht mehr mit unseren Eltern, wenn das von dir eingesetzte Rechtskomitee dies von uns verlangt.
Bitte gib uns auch weiterhin in solch gleichbleibender Regelmäßigkeit unsere geistige Speise, damit wir gut schlafen können.
Und schütze uns auch weiterhin vor den Abtrünnigen. Bewahre uns vor der höheren Bildung, die nicht im Einklang sein kann mit deiner Weisheit.
Wir wollen dir stets ergeben sein und all deine Anweisungen befolgen, auch wenn wir sie mit unserem eigenen kleinen Verstand nicht begreifen können, denn unergründlich sind deine Wege.
Wir wollen stets deiner Lehren folgen, auch wenn sie im Widerspruch zu allem bisher Gesagten stehen, denn immer wieder machst du alle Dinge neu.
Wir gehorchen dir auch dann, wenn das der sichere Tod für uns bedeuten würde.
Und wie ein Chamäleon seine Farbe ändert, hast du deine Identität geändert. Du bist nun eine kleine Gruppe erfahrener Ältester geworden: die leitende Körperschaft und nicht mehr alle Geistgesalbte.
Du hast auch die Ältestenschaften mit ihren Rechtskomitees erhöht, sodass wir alle mit Angst und Schrecken erfüllt sind. Oh, wie groß ist doch deine Majestät.
Und in deiner weisen Voraussicht hast du in deiner Weltzentrale für dich und deinem Gott wunderbare Ausstellungen erschaffen, durch die wir deiner Herrlichkeit und die deines Gottes bis in alle Ewigkeit gedenken können. Bestimmt werden wir in das Totenklagelied einstimmen, das Jehova vor langer Zeit, als er noch nicht ausgeschlossen war, gesprochen hat:
Trauerlied
„Du warst das Muster an Vollkommenheit,
voller Weisheit und vollkommen an Schönheit.
Du warst im geistigen Paradies.
Jeder kostbare Mensch, der Jehova anbeten wollte, schmückte dich:
Ob Glaubensbruder oder Glaubensschwester, Kinder oder Ältere, Vater oder Mutter, Wissenschaftler, Wahrheitssucher oder Idealist. Sie waren erprobt, für ihren Glauben einzustehen.
Am Tag deiner Erschaffung wurden sie aktiv.
Ich setzte dich als den gesalbten beschirmenden Chẹrub ein.
Du warst auf dem heiligen Berg Gottes und gingst inmitten der eifrigen wahrheitsliebenden Menschen umher, die ihren Erschaffer ehren wollten.
Du hast dir auf deinen Wegen nichts zuschulden kommen lassen vom Tag deiner Erschaffung an,
bis sich Ungerechtigkeit an dir fand.
Durch deinen ausgiebigen Handel mit dem Glauben der Menschen
wurdest du mit Gewalt erfüllt und fingst an zu sündigen.
Deshalb giltst du als nicht heilig und ich werde dich vom Berg Gottes vertreiben und dich vernichten,
du beschirmender Chẹrub, weg von den mit Eifer für Wahrheit eintretenden Menschen.
Dein Herz wurde überheblich wegen deiner Schönheit.
Du hast deine Weisheit zunichtegemacht durch deine herrliche Pracht.
Ich werde dich zu Boden werfen.
Ich werde dich zu einem Schauspiel für Herrschende machen.
Durch deine große Schuld und deinen unehrlichen Handel mit dem Glauben wahrheitsliebender Menschen hast du deine Heiligtümer entweiht.
Ich werde in deiner Mitte ein Feuer ausbrechen lassen und es wird dich verzehren.
Ich werde dich vor allen, die dich ansehen, zu Asche machen auf der Erde.
Alle unter den Völkern, die zu Jehovas Zeugen gehören, werden dich entsetzt anstarren.
Dein Ende wird plötzlich kommen und schrecklich sein
und dann ist es für alle Zeiten aus mit dir.“
…
Ja, dieses Gebet wollen wir dir darlegen durch unsere treue Ältestenschaft und das liebevolle Rechtskomitee‘
Alle laut: ‚AMEN‘
(Siehe Hesekiel 28:12-19; revidierte Neue-Welt-Übersetzung)
Autor: Bernd Oelschlägel
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