Größe des Universums
Bei Jehovas Zeugen ist es üblich, zu sagen: „Er hat Jehova verlassen“, wenn er die Organisation verlässt, in der Jehovas Zeugen organisiert sind. Man bezeichnet sie auch als „Jehovas Organisation“.
Nun ist Jehova ja auch der Schöpfer des ganzen Universums. Wie groß ist eigentlich das Universum? Man geht davon aus, dass die entferntesten Objekte, die man mit einem Teleskop erkennen kann, über 13 Milliarden Lichtjahre entfernt sind.
Um uns das vorstellen zu können, verkleinern wir das Universum in einem bestimmten Maßstab, sodass diese Entfernung so groß ist wie der Abstand zwischen Erde und unsere Sonne. Das heißt, die Karte, auf die ein Schnittbild des ganzen sichtbaren Universums passt, hätte in diesem Maßstab die Größe der Kreisscheibe, die die Erde bei ihrem Umlauf um die Sonne beschreibt. Wie groß wäre in diesem Maßstab die Erde?
Was würdest du schätzen? So groß wie ein Fußball oder wie eine Murmel oder gar so klein wie ein Sandkorn?
Nein, sie hätte eine Größe von 0,000015 mm. Sie wäre kleiner als ein Virus und ungefähr hundertfünfzig Atome im Durchmesser! Aber ist die Entfernung zwischen Erde und Sonne denn so klein?
Religiöse Legitimation von Herrschaft
Ein schlauer Mensch, der über andere Menschen herrschen wollte, hatte eine Idee: „Die Sonne ist ja so mächtig, denn sie bestimmt den Lebensrhythmus der Menschen. Wenn ich mich um die Mittagszeit auf einen Turm stelle, der 100 m hoch ist, dann bin ich der Sonne auch 100 m näher als das Fußvolk. Das legitimiert doch bestimmt meine Herrschaft!“ Hat er recht?
Das hängt von der Jahreszeit ab. Die Erde umkreist die Sonne nicht exakt auf einer Kreisbahn, sondern auf einer Ellipse. Dadurch schwankt die Entfernung zwischen 147,1 und 152,1 Mio. km. Im Winter ist die Sonne am nächsten. Würde der Mensch im Frühjahr auf den Turm steigen, müsste er beachten, dass sich die Sonne um 500 m/s von der Erde entfernt. Würde er einen Aufzug benutzen, der maximal beschleunigt und abbremst, um noch auf dem Boden stehen zu können, dann wäre er mehr als 3000 m weiter entfernt von der Sonne, wenn er oben ankommt. Also das funktioniert so wohl nicht!
Welches Fazit kann man daraus ziehen. Es ist wohl ziemlich schwer, Jehova, den Schöpfer des Universums, zu verlassen! Man rechnet am besten nicht aus, wie klein der Mensch bei dem oben beschriebenen Maßstab wäre. Der Schöpfer benötigt wohl ein starkes Teleobjektiv, um uns sehen zu können. Und dann würden die Fotografen sagen, kann man bei einer Gruppe von Menschen nicht mehr sagen, welcher vorn und welcher hinten steht. Die Unterschiede wären so klein. Es gäbe keine Perspektive.
Aber der Mensch hat ein Bewusstsein und kann diese Dinge sogar berechnen, weil wir im Bilde Gottes erschaffen wurden, laut Bibel. Doch wo kommen wir eigentlich her. Kommen wir aus der Ursuppe, wie es manche Leute behaupten?
Wie ist der Mensch ins Dasein gekommen?
Wir bestehen aus ungefähr knapp hundert Billionen Zellen, die alle in besonderer Weise zusammenarbeiten, damit wir leben und denken können. Aber das war nicht immer so. Am Anfang waren wir nur eine winzige vereinte Ei- und Samenzelle. Dann hat sich diese Zelle geteilt und es waren zwei, dann vier und so weiter und am Schluss Billionen. Biochemiker befassen sich mit den chemischen Vorgängen und Reaktionen, die ablaufen müssen, damit das alles funktioniert. Letztendlich ist es eine riesige Verkettung von solchen einzelnen Vorgängen.
Wie das funktioniert, kann man an einem einfachen Modellversuch erproben. Man nehme zehn Fußbälle und ordne sie in einer Reihe, sagen wir im Abstand von einem Meter hintereinander an. Dann kickt man den ersten Ball, der trifft den zweiten, der den dritten und so weiter, bis der zehnte Ball getroffen wird und in das elf Meter entfernte Tor rollt. Ganz einfach! Oder doch nicht so einfach?
Wer das probiert, wird eine Überraschung erleben. Wahrscheinlich wird schon der zweite Ball in die leicht falsche Richtung weiterrollen, sodass er den dritten Ball gar nicht mehr trifft. Oder er trifft ihn noch, aber nicht in der Mitte, sodass dieser hoffnungslos in die falsche Richtung rollt. Kaum eine Chance, auch nur den fünften Ball zu treffen!
Aber bis ein Mensch aus der ersten Zelle entsteht, müssen ja unzählig viele Millionen Vorgänge nacheinander stattfinden. Wie soll da ein wohlgeformter Mensch herauskommen? Völlig unmöglich! Nur, wir haben es vor unseren Augen, dass es funktioniert! Und ob die werdende Mutter mit dem linken Fuß oder mit dem rechten Fuß aus dem Bett steigt, spielt auch keine Rolle. Das Ziel, ein neuer Mensch, wird erreicht!
Wie lange hat es gedauert, bis aus einer Zelle ein Mensch geworden ist?
Atheisten, die an die Evolution glauben, sagen, dass sehr viel Zeit verstrichen ist, bis durch die Evolution aus einem einzelligen Wesen, das aus der Ursuppe kam, ein Mensch wurde. Mehrere Milliarden Jahre hat es gedauert. Doch wie würde eine Mutter auf die oben erwähnte Frage antworten? Wie lange hat es bei dir gedauert? Ich habe damals noch nicht die Wochen oder Monate gezählt, aber man sagt, dass es ungefähr neun Monate sind!
Was haben deine Urlaubsfotos mit dem Bauplan eines Menschen zu tun?
Aber sie sagen auch, dass der Bauplan eines Menschen schon in dieser einen ersten Zelle war, von Vater und Mutter in der Samen- und Eizelle geliefert. Eine Samenzelle ist 0,003 mm dick und eine Eizelle ist ein bisschen größer, so groß wie ein Staubkorn. Aber die Erbinformation liegt in ungeheuer komprimierter Form vor und ist auf einem sogenannten DNA-Molekül codiert. Wie viel Speicherplatz gibt es da? Es ist ungefähr ein Gigabyte Speicher.
Heute können wir ja etwas mit solchen Größenordnungen anfangen. Wir haben vielleicht ein Handy mit 16 GByte Speicher und ein Computer mit 1000 GByte Festplatte. Unsere Urlaubsfotos vom letzten Urlaub sind auf einem USB-Stick drauf und brauchen vielleicht ein Gigabyte Speicherplatz, also gerade so viel, wie auf dem DNA-Molekül passt!
Kann das wirklich sein? Der Bauplan eines ganzen Menschen nur so viel, wie unsere Urlaubsfotos? Auf der Festplatte unseres Computers passt tausend Mal so viel drauf! Geh einmal zu einem Autohersteller und frag ihn, ob der Bauplan eines Autos auch mit nur einem Gigabyte auskommt. Und wie ist es mit der Firmenverwaltung und den Bauplänen der Produktionsmaschinen? Auf dem Genom muss ja auch der Bauplan für die Plazenta untergebracht sein. Ich glaube, sie würden alle den Kopf schütteln und sagen, das ist ja fast nichts. Wir brauchen viele Tausend Gigabyte.
Aber um wie viel komplexer ist doch ein Mensch als ein Auto! Auch da kann doch wieder etwas nicht stimmen! Zuerst vertun sie sich mit der Zeit, die es dauert, bis aus einer Zelle ein Mensch wird und dann behaupten sie, der Bauplan des Menschen sei nur ein Gigabyte groß! Wie verrückt die Leute doch sind.
Was können wir von unserem Mobiltelefon über die mögliche Herkunft des Bauplans eines Menschen lernen?
Aber wie funktioniert das dann nur? Wir müssen uns wohl im Klaren sein, dass wir nicht alles sehen, was es gibt und was im Hintergrund abläuft. Was wir nicht wissen, existiert in unseren Augen nicht.
Wir telefonieren mit dem Handy mit einem Freund, der am anderen Ende der Erde wohnt. Kein Problem. Wir wissen ja, wie es geht. Wir brauchen nur unser kleines Kästchen aus der Tasche zu holen und mit den Fingern an ein paar Stellen auf der Scheibe drauf drücken, sodass eine Nummer eingegeben wird. Dann klingelt es bei dem Freund oder es ertönt eine Melodie, denn die Nummer war die des Freundes. Und nachdem er auch an eine Stelle auf der Scheibe gedrückt und vielleicht gerutscht hat, kann er mit dir sprechen. Mehr braucht man nicht zu wissen, nur dass man auch eine monatliche Gebühr bezahlen muss.
Wenn jemand doch ein bisschen nachdenken will, stellt er sich das so vor, dass eben unsichtbare Funkwellen von dem einen Handy zu dem anderen gewandert sind.
Doch in Wirklichkeit ist es etwas komplizierter. Man braucht in der Nähe beider Handys jeweils einen Antennenmast. Die Telefondaten werden zu dem Antennenmast transportiert, dort schon elektronisch verarbeitet, über Kabel weitergeleitet, zu einem Zentralrechner geschickt, über lange Übersehkabel, eventuell über Satelliten weiter transportiert, wieder zu einem im anderen Land stehenden Zentralrechner bis zum Antennenmast und dann zum Handy. Dazu müssen die Rechner natürlich alle laufen. Damit sie das tun, müssen sie von vielen Mitarbeitern bedient und gewartet werden. Natürlich musste zuvor alles programmiert werden. Bestimmt eine Menge Arbeit.
Dinge, die man nicht sieht
Kennen wir die Leute, die dort arbeiten und alles am Laufen halten? Haben wir schon mal einen von ihnen gesehen? Aber wenn das System nicht läuft, dann kannst du nicht telefonieren. Du lädst auch Programme vom Internet herunter und surfst im Internet. Damit das alles möglich ist, müssen viele Leute ihre Arbeit getan haben, um alles am Laufen zu halten.
Aber glaubst du nicht an die Existenz dieser Leute, nur weil du sie nicht gesehen hast? Woher weißt du, was alles im Hintergrund während einer Schwangerschaft ablaufen muss, damit ein neuer Mensch entsteht? Kennst du die Mitarbeiter, die alles am Laufen halten? Und wer ist ihr Chef? Wer hat alles vorbereitet, installiert und programmiert? Ist das niemand gewesen, nur weil du nichts gesehen hast?
Es ist wohl nicht so leicht, Jehova zu verlassen. Aber wie mir scheint, ist jemand, der einer religiösen Organisation ergeben ist, besonders weit von seinem Schöpfer entfernt!
Autor: Bernd Oelschlägel
CC-BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
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https://de.wikipedia.org/wiki/Genom
https://www.spektrum.de/frage/wie-viele-zellen-hat-der-mensch/620672