Ausmaß der Sintflut

Oft wird die Sintflut so dargestellt, dass angeblich alle Berge vollkommen unter Wasser gestanden hätten und dass es eine globale Flut gewesen sei. Das ist natürlich völlig absurd und zeigt nur, dass man den Bibelbericht falsch verstanden hat.

Was müssen wir beachten?

Wenn wir das in der Bibel aufgezeichneten Tagebuch Noahs richtig verstehen wollen, müssen wir Folgendes bedenken:

  1. Es ist ein Augenzeugenbericht, wie es Noah erlebt hat. Er befand sich in dem Holzkasten, den er gebaut hatte und nicht im Weltraum.
  2. Es ist eine Übersetzung und sie mag Fehler des Übersetzter enthalten.
  3. Von Gott aus betrachtet bestand der Zweck darin, die damalige menschliche Zivilisation auszulöschen, nicht das Leben der Tiere auf der ganzen Erde. Für diesen Zweck wäre eine lokale Flut ausreichend, da sich die Menschheit noch nicht auf der ganzen Erde ausgebreitet hatte.

Wie viel Wasser?

Laut 1. Mose 7:11, 12 regnete es 4 Wochen lang ununterbrochen. Dann ist in 1. Mose 7:20 von bis zu 15 Ellen die Rede. In den Bibelübersetzungen wird das meist so formuliert, dass das Wasser 15 Ellen, das sind etwa 6,675 Meter, über den Gipfeln der Berge stand. Eine solche Interpretation ist natürlich völlig unlogisch, da die verschiedenen Berggipfel ganz unterschiedlich hoch sind und 15 Ellen, also etwas mehr als sechs Meter, im Vergleich zur Höhe von Bergen fast nichts sind.

Nein, man muss es so verstehen: Die Angabe „15 Ellen“ bezieht sich auf die Wassermenge. Es regnete also bis zu 6675 Liter pro Quadratmeter in den 4 Wochen. Das sind in einer Stunde 7 Liter pro Quadratmeter. Dies ist die Regenintensität, die man heute als Starkregen bezeichnen würde. Das ist auch heute nichts Ungewöhnliches, nur dass es damals 4 Wochen ununterbrochen stark regnete.

Global oder Lokal?

Noah baute nicht nur die Arche, sondern er warnte die Menschen, wie es aus 2. Petrus 2:5 hervorgeht. Es gab damals kein Internet und auch keine schnellen Verkehrsmittel. Er musste die Menschen schon zu Fuß und persönlich erreichen, um sie zu warnen. Das war wohl möglich, weil das Gebiet der damaligen Zivilisation, über die Gottes Strafgericht kommen sollte, nicht allzu groß war. So war auch die Flut ein lokales Ereignis.

Als Noah aus der Arche schaute, konnte er nichts als Wasser und Regen sehen. Es war für ihn sicher überwältigend. Und so wie er es erleben würde, redete auch Gott mit ihm. Noah kannte nicht die ganze buchstäbliche Erde. Für ihn war das Flutereignis absolut katastrophal, wie wenn wirklich „alles“ Leben ausgetilgt worden wäre (1. Mose 7:21-23). Dennoch war es in Bezug auf den Planeten Erde nur lokal.

Noah brachte die Tiere in die Arche, die er kannte und in die Arche passten. Einige wild lebende Tiere kamen unaufgefordert herein. Gott hatte ihm in Übereinstimmung mit 1. Mose 1:28 diesen Auftrag gegeben und ihm so die Tiere in seine Obhut gegeben. Natürlich blieb die Vielfalt der Tierwelt außerhalb des Flutgebietes unberührt.

Ablauf

Die Wassermassen schossen von den Bergen, auf denen es auch in größeren Höhenlagen regnete. Es wäre zwecklos gewesen, wenn die Menschen vorher auf die Berge geflüchtet wären. Deshalb heißt es in 1. Mose 7:20 „die ganzen Berge wurden bedeckt“.

Das Wasser sammelte sich im Tal zu einem großen See, auf dem die Arche antriebslos 150 Tage lang schwamm. Schließlich ist sie durch den Wind getrieben am Fuße des Ararat gestrandet. Wegen des Nebels konnte Noah die Berge lange Zeit nicht sehen. Erst weitere 74 Tage später, nachdem die Arche aufgesetzt hatte, sah er die Gipfel der Berge wieder. Der Nebel hatte sich verflüchtigt.

Wenn wir davon ausgehen, dass der 1. Monat des Lebens Noahs der heutige September war (siehe in der Wachtturmliteratur: Einsichten in die heilige Schrift Stichwort Jahr: Hebräer), dann ist es im 10. Monat nun Sommer. Dadurch konnte das Wasser schnell verdunsten und der Nebel verschwand.

Nach insgesamt 314 Tagen entfernte er die Decke der Arche. Und nach 370 Tagen ging er aus der Arche hinaus. Nun ist es Herbst und an den Berghängen könnte die Vegetation schon die ersten Früchte als Nahrungsmittel hervorgebracht haben.

Autor: Bernd Oelschlägel

CC-BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

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