Der Umkehrprozess der Christenversammlung

Wir wollen zuerst den Umkehrprozess in der klassischen Fotografie beschreiben und ihn dann auf die Christenversammlung übertragen.
Die Entstehung eines Bildes in der klassischen Fotografie ist nämlich nur über einem Umweg möglich. Es entsteht immer zuerst ein sogenanntes Negativ, bei dem die belichteten Stellen dunkel, die unbelichteten Bereiche hell sind. Es ist also gerade falsch herum. Und das Gleiche gilt auch für die Christenversammlung. Um das wieder in Ordnung zu bringen, braucht man ein Verfahren, das als Umkehrprozess bezeichnet wird.

Der Umkehrprozess in der klassischen Fotografie

In der klassischen Fotografie entsteht immer erst ein sogenanntes „Negativ“, bevor man daraus das eigentliche Bild bekommt. Denn an den Stellen, die belichtet werden, wird Silbersalz zu elementarem Silber reduziert. Nach der Belichtung sind erst kleine Mengen vorhanden. Danach kommt der Film in den Entwickler, durch den sich in einem autokatalytischen Vorgang an den Stellen, an denen bereits Silber vorhanden ist, noch mehr elementares Silber bildet. Jedenfalls werden dadurch die belichteten Stellen dunkel und nicht hell. Das „Negativ“ ist entstanden (Abbildung 1).

Ein Negativ-Foto des Autors
Abbildung 1 Negativ-Bild

Aber wie kann man daraus das gewünschte positive Bild bekommen?

Das geht durch eine zweite Belichtung mit anschließender Zweitentwicklung. Nach der Erstentwicklung kommt der Film sofort in das Umkehrbad. Es stoppt die erste Entwicklung und wirkt wie eine Zweitbelichtung. Dann kommt es in den Farbentwickler. Jetzt werden die im Negativ vorhandenen hellen Stellen entwickelt, die zuvor nicht entwickelt wurden. Denn diese enthalten noch das unveränderte Silbersalz, das nun zu Silber reduziert wird. In einer daran gekoppelten chemischen Reaktion wird gleichzeitig Farbstoff gebildet. Danach muss der Film in das Bleichbad, das das ganze Silber (von der Erst- und von der Zweitentwicklung) wieder herauslöst. Zurück bleibt der Farbstoff, der nur bei der Zweitentwicklung entstanden ist und nun das positive Bild formt (Abbildung 2).

Positiv-Foto des Autors
Abbildung 2 Positiv-Bild

Das hört sich alles kompliziert an, ist aber der normale Vorgang bei der klassischen Fotografie. Denn es ist einfach nicht zu vermeiden, dass zuerst ein „Negativ“ entsteht. Und so ähnlich ist es auch, wenn Menschen etwa in der Christenversammlung aufgrund einer gewissen Erkenntnis eine Form der Anbetung entwickeln. Darum ist hier ebenfalls ein Umkehrprozess notwendig.

Der Umkehrprozess in der Christenversammlung

Wie wurde der Umkehrprozess in der Christenversammlung vorbereitet?

Glücklicherweise hat Jehova den Umkehrprozess schon lange geplant und hierfür seinen Sohn gesandt. Jesus wurde von den religiösen Führern als Gotteslästerer verurteilt und ausgeliefert, sodass er wie ein Verfluchter an einem Pfahl starb. Nun ist aber Jesus, nicht die religiösen Führer der Juden, die Leitfigur. Er steht in Gottes Gunst und wer an ihn glaubt, hat ewiges Leben (Johannes 3:16, 36; 6:40). An ihn zu glauben bedeutet aber, den als der Gerechte anzusehen, der als böse eingestuft wurde. Und dadurch wurde der Umkehrprozess eingeleitet. Nicht die religiösen Führer stehen in Gottes Gunst, sondern ein von ihnen Verfluchter und diejenigen, die zu ihm halten!

Jetzt wollen wir den Entwicklungsvorgang mit anschließendem Umkehrprozess bei Jehovas Zeugen näher untersuchen.

Die Erstentwicklung bei Jehovas Zeugen

Nachdem die ernsten Bibelforscher durch die gewonnene Erkenntnis belichtet wurden, sind Jahrzehnte verstrichen, in denen sich ihre Form der Anbetung entwickeln konnte und das (Negativ-) Bild entstand. Das wollen wir uns mal ansehen (siehe Abbildung 3).

Skizze der Hierarchie in der Christenversammlung
Abbildung 3 Das Negativ der Christenversammlung

Hier sieht man ganz oben der Himmel und unten die Gehenna. Die Gehenna war bei den Juden ein Müllabladeplatz. In die Gehenna kommen alle, an denen Gott kein gefallen hat, und sie werden dort vernichtet, erhalten also kein ewiges Leben. Genauso kommen dorthin alle Elemente, die Gott als Müll einstuft und sie verwirft.

Oben, nahe bei dem Himmel, sehen wir eine Gruppe von sieben Personen mit Krawatte. Das ist die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas. Sie haben die Hoffnung, zu den 144.000 Geistgesalbten zu gehören, die im Himmel mit Christus regieren werden. Daneben sind drei Älteste, die ein sogenanntes Rechtskomitee bilden können. Dort entscheiden sie, ob jemand aus der Christenversammlung ausgeschlossen werden muss.

Unten, nahe bei der Gehenna, sind kopfüber die Ausgeschlossenen und Aussteiger. Diese werden gemieden und so behandelt, wie wenn sie nicht mehr leben würden. Man geht davon aus, dass Gott sie nicht mehr mag, weil sie gegen ihn gesündigt haben. Alles, was sie bisher aus Liebe zu Jehova und Jesus Christus getan haben, zählt nun nicht mehr. Es fällt sozusagen in die Gehenna (die Münzen in Abbildung 3). Sie selbst haben vielleicht noch die Gelegenheit, zu bereuen und um Wiederaufnahme zu bitten. Wird dies von den Ältesten gewährt, können sie wieder in Gottes Gunst gelangen mit der Hoffnung auf ewiges Leben. Sollte allerdings Gottes Gericht vorher kommen, sind sie natürlich in der Gehenna, von Gott verworfen, und werden dort vernichtet.

Die Ältesten sind überzeugt, dass sie danach, wenn die Ausgeschlossenen und Aussteiger alle in der Gehenna sind, als Erdenfürsten im Paradies weiterhin die Führung übernehmen dürfen. Sie sind in Abbildung 3 etwas größer gezeichnet als die Glieder der leitenden Körperschaft. Denn wenn einer von der leitenden Körperschaft nicht mehr weitermachen möchte und sogar der durch die Gruppe vertretenen Lehrmeinung widerspricht, dann wird er wahrscheinlich zuerst seines Amtes enthoben. Danach kümmern sich die drei Ältesten um ihn und er wird ausgeschlossen. So erweisen sich die drei Älteste als größer. Denn wer ist größer als der, der einem Mitbruder den Garaus machen kann?

Wo ist Jehova und Jesus Christus?

Jetzt stellt sich die Frage, wo in diesem Bild Jesus Christus und Jehova positioniert werden müssen.

Um das herauszufinden, ist das Video „Der verlorene Sohn kommt zurück“, herausgegeben von Jehovas Zeugen, sehr nützlich.

Dieser Film stützt sich auf ein Gleichnis Jesu (Lukas 15:11-32). In dem Gleichnis hat ein gütiger Vater zwei Söhne. Der eine bleibt bei seinem Vater. Der andere lässt sich sein Erbe auszahlen, verlässt den Vater und verprasst das Geld mit Huren. Er führt ein sündiges Leben. Doch dann bereut er und kehrt zu seinem Vater zurück. Der Vater kommt ihm entgegen, umarmt ihn, küsst ihn und freut sich sehr und gibt ein Festessen für den zurückgekehrten verlorenen Sohn. Dem zweiten Sohn gefällt das nicht und er wird neidisch.

In der Deutung des Gleichnisses stellt der Vater Jehova dar. Und das gibt uns die Möglichkeit, anhand des Films von Jehovas Zeugen zu erkennen, wo Jehova in dem Bild positioniert ist. Wir müssen hierzu nur sehen, wer in dem Film die Rolle des Vaters in dem Gleichnis einnimmt und wie es ihm ergeht. So ergeht es Jehova.

Wie es dem Vater ergeht, so ergeht es Jehova

In dem Film hat ein Familienvater, der ein Zeuge Jehovas ist, zwei Söhne. Der eine ist im sogenannten Pionierdienst, also ein eifriger Zeuge Jehovas und arbeitet in der Firma seines Vaters mit. Der andere will das nicht und lässt sich von einem zweifelhaften Freund eine andere Arbeitsstelle vermitteln. Er verlässt seinen Vater und es geht anschließend auch finanziell mit ihm steil bergab. Nachdem er alles verloren hat, geht er zu einer Arbeitskollegin und übernachtet bei ihr und begeht sexuelle Unmoral. Dann bereut er alles tief und kehrt zu seinem Vater zurück.

Natürlich reagiert der Vater in der Geschichte wie in dem Gleichnis. Er freut sich, will die Rückkehr seines Sohnes feiern und vergibt bereitwillig. Doch es gibt, anders als in dem Gleichnis, noch eine Schwierigkeit. Älteste haben wegen der sexuellen Unmoral ein Rechtskomitee eingerichtet und er muss nun zum Termin erscheinen. Der Vater fährt ihn mit dem Auto hin und liefert ihn ab. Er selbst wartet im Auto auf ihn, bis die Komiteesitzung zu Ende ist und er wieder herauskommt.

Interessant ist das Gespräch mit seinem Vater im Auto, kurz bevor er zur Komiteesitzung geht:

Vater neben seinem Sohn mit geschlossenen Augen bei der Vorstellung, sein Sohn könnte ausgeschlossen werden.
Vater mit Sohn vor der Rechtskomiteesitzung (aus dem Video Der verlorene Sohn kommt zurück, herausgegeben von Jehovas Zeugen)

Der verlorene Sohn: Aber Dad, was, wenn sie mich ausschließen. Ich hab dir und Mum doch schon so weh getan.

Der Vater: Wenn es so weit kommt, dann stehen wir das auch durch. David, diesen Brüdern liegt wirklich viel an dir. Was auch immer sie entscheiden, wir müssen darin die Liebe Jehovas sehen.

Glücklicherweise wird er nicht ausgeschlossen und der Vater kann nun mit dem Rückkehrer feiern und sich freuen.

Der Sohn verabschiedet sich erleichtert von den drei Ältesten. Der Vater schaut zu.
Rechtskomitee überstanden und nicht ausgeschlossen (aus dem Video Der verlorene Sohn kommt zurück, herausgegeben von Jehovas Zeugen)

Überlegen wir mal, was gewesen wäre, wenn die Ältesten ihn ausgeschlossen hätten. Dann hätte der Vater natürlich nicht fröhlich sein können, sondern er hätte ihn sogar völlig meiden sollen! Was für eine Schmach das für ihn gewesen wäre! Sein Sohn hätte sich später an die Ältesten wenden können, um wieder aufgenommen zu werden. Wenn sie ihn dann wieder aufgenommen hätten, wäre er sicher den Ältesten und nicht seinem Vater dankbar. Für ihn gäbe es so ein Happy End.

Der Vater wäre dauerhaft der Betrogene. Er könnte nicht das tun, was er unbedingt tun wollte und das Verhältnis zu seinem Sohn wäre wahrscheinlich dauerhaft getrübt geblieben, da er ja überhaupt nichts für seinen Sohn tun konnte. Der Sohn hatte deshalb auch mit den Worten: „Ich habe dir und Mum doch schon so weh getan“ mehr an seine Eltern gedacht. Und der Vater konnte offenkundig nicht den geringsten Einfluss auf die Rechtskomiteeentscheidung nehmen. Das geht aus seinen Worten hervor: „Wenn es so weit kommt, dann stehen wir das auch durch“. Er rechnete damit, dass es so kommen kann und er sich dann damit abfinden müsste. Kein Vetorecht für ihn.

Die Rolle der drei Ältesten

Noch etwas können wir dem Film entnehmen. Welche Rolle spielen die drei Ältesten wirklich?

Sie sind der Weg, da von ihren Entscheidungen der weitere Lebensweg des Sohnes und sogar des Vaters abhängt. Sie sind die Wahrheit, da alle Glieder der Christenversammlung einschließlich seine Eltern ihre Entscheidungen wie die unanfechtbare Wahrheit zur Kenntnis nehmen müssen. Und sie sind das Leben, da von ihren Entscheidungen letztendlich abhängt, ob jemand als treu befunden wird und so weiterhin die Hoffnung auf ewiges Leben haben darf. Nur wenn er nicht ausgeschlossen wird oder nachdem er wieder aufgenommen wurde, darf er Gemeinschaft mit seinem Vater haben.

Das fertige negative Bild

Wenn wir nun bedenken, dass der Vater in dem Gleichnis für Jehova steht, dann müssen wir Jehova wohl in unserem Bild ganz unten positionieren, unter den Ausgeschlossenen. Denn in der Geschichte konnte er weniger ausrichten als der verlorene Sohn.

Bleibt noch die Frage, wo wir Jesus Christus positionieren müssten. Natürlich nicht weit von seinem himmlischen Vater entfernt. Er wurde ja auch wie die Ausgeschlossenen von den „Bauleuten“ verworfen und als Gotteslästerer und Verfluchter an den Pfahl gebracht. Also positionieren wir Jesus in dem Bild dicht bei den Ausgeschlossenen. Das fertige Bild zeigt Abbildung 4.

Skizze der Hierarchie der Christenversammlung komplett mit Jehova und Jesus
Abbildung 4 Das Negativ der Christenversammlung komplett

Nun ist unser Negativbild fertig und wir können es aus dem Erstentwickler nehmen und zur erneuten Belichtung ins Umkehrbad tun. Dann kommt es in den (Zweit-) Entwickler und es entsteht das Positivbild. Wir sind gespannt auf das Ergebnis:

Das Positivbild nach dem Umkehrprozess

Das neue Bild zeigt nun Abbildung 5. Natürlich ist der Himmel weiterhin oben und die Gehenna unten, weil dies ja oben und unten, hell und dunkel definiert. Der übrige Teil des Bildes ist gedreht worden. Jetzt ist Jehova im Himmel und Jesus Christus ist nahe bei Jehova und bei den „Ausgeschlossenen“. Denn sie sind jetzt die Brüder Christi, da sie wie Jesus von den Bauleuten verworfen wurden. Ihre geistigen Schätze, alles, was sie aus Liebe zu Jehova und Jesus Christus getan haben, fallen nicht in die Gehenna, sondern in den Himmel, wie es Jesus auch gesagt hat (Matthäus 6:20).

gedrehte Hierarchie der Christenversammlung: Ausgeschlossene oben und Älteste unten
Abbildung 5 Das Positiv der Christenversammlung nach dem Umkehrprozess

Die Älteste, die das Rechtskomitee bilden, sind jetzt als Gruppe „der Antichrist“. Denn sie haben die Rolle Christi eingenommen, der gesagt hat: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Johannes 14:6). Nur war es bei ihnen mit umgekehrtem Vorzeichen als Vernichter und Verflucher und nicht als Retter. Darum ist der Begriff „Antichrist“ passend. Sie sind wie die Pharisäer, die Jesus verflucht haben. Über diese sagte Jesus: „Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?“ (Matthäus 23:33). Darum sind sie hier der Gehenna ganz nahe.

Da sie auch das Angebot Satans angenommen haben, zu sein wie Gott, erkennend gut und böse und Satan mit seinem Ansinnen von Gott verurteilt wurde, ist das Streben der Ältesten auf die Gehenna gerichtet (1. Mose 3:5; Römer 16:20; Offenbarung 20:10). Ihre Vorstellung, die Erdenfürsten im Paradies zu sein, erfüllt sich nun in der Gehenna. Sie waren wie der Pilot, der auf dem Kopf flog und die Sterne mit den Lichtern auf der Erde verwechselte (siehe die Zeitschrift Der Wachtturm vom 01. 05. 1996 S. 23 Halte standhaft bis zum Ende an deiner Zuversicht fest).

Die leitende Körperschaft repräsentiert in seiner letzten Zusammensetzung den König des Nordens. Denn gemäß Daniel 11:45 regiert der Dämonenfürst, der mit dem Decknamen „König des Nordens“ bezeichnet wird, an dem sinnbildlichen Ort, an dem sich der sogenannte „Überrest“ (Geistgesalbte auf der Erde) befindet (siehe hierzu die Abhandlung „Nationen“ und dort „Die letzte Großaktion des Nordkonigs„; siehe auch Joel 3:6 mit Erklärung). Es ist auch der „Nordische“ aus Joel 2:20. Sie repräsentiert das sinnbildliche Tyrus, die Kronenspenderin gemäß Jesaja 23:8. Durch die leitende Körperschaft wurden verschiedene Glaubensbrüder in Führungspositionen gebracht und erhielten so eine Krone. Sie ist unser neuer Rechtsanwalt oder Advokat, wie es Franz Kafka ausdrückt.

Die Glaubensgemeinschaft mit ihren führend vorangehenden Personen war zu Beginn der „treue und verständige Sklave“. Zuletzt ist es der „übelgesinnte Sklave“, der seine Mitbrüder schlägt (Matthäus 24:45-51).

Während diejenigen, die sich durch das Richten in Rechtskomitees zu Gott gemacht haben, schon Gegenstände der Gehenna sind, besteht für die Glieder der leitenden Körperschaft noch Hoffnung, dass ihnen vergeben wird. Denn sie nahmen die Rolle Aarons ein, der ein goldenes Kalb gemacht hatte. Jehova vergab Aaron, vielen Israeliten aber nicht. Aaron bereute sogleich, als Moses die schlimme Sache auflöste. Wahrscheinlich wurde es ihm mildernd angerechnet, dass er vorher gemeinsam mit Moses sehr viel Mut gezeigt hatte und dass er von den damaligen Ältesten der Israeliten unter Druck gesetzt wurde, das goldene Kalb zu machen.

Die Ältesten werden auch als Menschen der Gesetzlosigkeit bezeichnet (2. Thessalonicher 2:3, 4), denn sie wendeten Regeln und Grundsätze willkürlich an, wie es ihnen passte. Sie hatten für alles Argumente, die sie sich aber immer passend gemacht haben. Sie haben sich auf die Bühne im Königreichssaal gestellt und sich über jeden anderen Glaubensbruder erhoben. Ihre Rechtskomiteeentscheidungen musste jeder anerkennen und als direkt von Gott kommend betrachten, wie uns das Video „Der verlorene Sohn kommt zurück“ ja deutlich vor Augen führt. So konnten sie sein wie Gott um Gut und Böse zu erkennen und den von ihnen als böse Eingestuften auszuschließen (1. Mose 3:5).

Und durch den Opfertod Jesu kommen nun diejenigen zum Leben, die als Sünder verworfen wurden und in den Augen der Menschen gestorben sind. Sie sind geistig frei und durch Glauben an Jesus und den Umkehrprozess dürfen sie ewig leben, da sie die Menschenherrschaft, die Satan der Eva angeboten hatte, zurückweisen. So werden sie von ihren Sünden losgekauft.

Die anderen, die zu den Ältesten halten, bleiben in geistiger Gefangenschaft und sind geistig schon tot. Nur wenn sie Umkehren zu ihren Ausgeschlossenen und die Verurteilung durch Menschen nicht fürchten, sind sie frei und können leben. So erfüllen sich die Worte Jesu aus Matthäus 16:25: Wer sein Leben retten möchte (durch die Gunst der Ältesten) wird es verlieren und wer es um Christi Willen, also im Negativbild vor dem Umkehrprozess, verliert, wird es finden.

Was ist mit den vielen anderen?

Nun mag man sich fragen, was mit den vielen anderen geschieht, die nicht in dem Bild eingezeichnet sind. Sie haben die Wahlmöglichkeit, zu entscheiden, auf welcher Seite sie stehen möchten. Und dann werden sie so eingestuft, wie es in dem Gleichnis von den Schafen und Böcken erklärt wird (Matthäus 25:31-46). Wer den Brüdern Christi, also den Ausgeschlossenen bzw. Geächteten, Gutes tut, wird als Schaf eingestuft und von Jehova gesegnet mit der Aussicht auf ewiges Leben. Wer zu den Ältesten hält und so die Brüder Christi ächtet, sie völlig meidet, ihnen nichts Gutes tut, wird als Bock eingestuft. Sie sind die Verfluchten, die in die Gehenna kommen.

Viele haben ihre ausgeschlossenen Freunde und sogar nahe Familienangehörige über Jahre geächtet, kein Wort mehr mit ihnen geredet. Eigentlich müssten diese schon als Böcke eingestuft werden. Wenn sie noch rechtzeitig aufrichtig bereuen und zu ihren Ausgeschlossenen umkehren, dann haben sie noch eine Chance, wenn ihre Ausgeschlossenen ihnen dann vergeben.

Und zu allen anderen kann man sagen: Letztlich wird jeder zeigen, wie er denkt, ob er menschliche Götter und dementsprechend Etiketten ehrt oder ob er die Urteile zurückweist und nach seinem Gewissen, gesundem Urteilsvermögen und mit Mitgefühl handelt (Johannes 7:24).

Autor: Bernd Oelschlägel

CC-BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Da der Autor diese Inhalte auch Menschen zugänglich machen möchte, die eine andere Sprache sprechen, ist dieser Beiträge mit CC-BY-SA 4.0 (siehe https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0) lizenziert. Wer eine andere Sprache spricht und den Wunsch hat, den wertvollen Aufschluss, den Jehovas Geist daher getragen hat, aus Liebe zu übersetzen und in anderen Sprachen zugänglich zu machen, der soll sich ermuntert fühlen, dies zu tun. Die verwendeten Zitate und Bildzitate aus der Bibel oder anderen Quellen sind in der Regel in anderen Sprachen verfügbar. Sie beruhen auf das Zitatrecht bzw. Fair Use und sind auf die vorliegende Public License nicht anwendbar. Dies trifft auch auf Fotos und Bildzitate zu.

einlandarzt

Die inspirierte Geschichte "Ein Landarzt" von Franz Kafka beschreibt in Symbolsprache, wie ich ein Zeuge Jehovas wurde und was ich dann erlebte!