Schakale und Araber

In dieser inspirierten Geschichte von Franz Kafka geht es um das Zusammenspiel zwischen Vertretern der Organisation und ihre scheinbaren Gegner und Aussteiger bei Jehovas Zeugen. Sie sind aber ihre besten Mitarbeiter, weil sie ins duale Gefängnis bringen.
Online Lesemöglichkeit des Kafka-Textes z. B. https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/erzaehlg/chap004.html

Hoch thront die Majestät der Wachtturmgesellschaft mit ihrer herrlichen Weltzentrale und dem in der Bibel erwähnten „treuen und verständigen Sklaven“, der nach der heutigen Auslegung aus den sieben oder acht Männer der leitenden Körperschaft gebildet wird. Durch das großartige Wachstum, die vielen Menschen, die eingesammelt werden, wird dieses Haus mit immer mehr Pracht und Herrlichkeit erfüllt.

Es gibt da allerdings Personen, die das nicht so mögen und sie tun alles, um dieses großartige Werk zu zerreißen, es für null und nichtig zu erklären! Sie machen alles schlecht und bringen dieses großartige Haus in Verruf! Und sie tun ihr Möglichstes, um den ganzen Glauben der Zeugen Jehovas zu einem Trümmerhaufen werden zu lassen. Natürlich muss man diese bekämpfen mit Mitteln der geistigen Kriegführung. Sie sind ja die Feinde, die schlimmsten Spielverderber. Sie verderben doch den Weingarten Jehovas (Hohelied 2:15)! Doch sind sie wirklich die Feinde der Vertreter der Wachtturmgesellschaft? Könnte es nicht sein, dass sie in Wirklichkeit sogar ihre Mitarbeiter sind?

Um diese Frage geht es in der Geschichte „Schakale und Araber“ von Franz Kafka aufgeschrieben. Es ist die Problematik, wie sie auch im Beitrag „Das duale Gefängnis“ beschrieben wird.

Die Organisation der Loyalen und die bösen Gegner

Die Araber stehen für die Vertreter der Wachtturmgesellschaft. Sie sind stolze Söhne Abrahams, des Freundes Jehovas. Aber sie sind nicht Erbe der Verheißung. Sie sind Söhne der Unfreien, Hagar, die wiederum für den alten Bund steht, der nicht frei gemacht hat. So vertreten sie die organisierte Religion mit ihren vielen Regeln und nicht die geistige Freiheit eines Christen, der Jehova in Geist und Wahrheit anbetet.

Die Schakale sind die erwähnten „Abtrünnigen“, die die Organisation hassen und sie zerreißen möchten. Sie sind auf ihre Art darum bemüht, Außenstehende und Behördenvertreter auf ihre Seite gegen die „Araber“ zu bringen. Sie schimpfen über die Brutalität der Araber, denen viele zum Opfer gefallen sind und es gibt viel Geschrei. Die Schakale sind für Reinheit. Sie wollen, dass jedes Tier friedlich krepiert, sodass nur noch reine Knochen übrig bleiben. Das viele Blutvergießen der Araber ist ihnen ein Gräuel:

„… Frieden müssen wir haben von den Arabern; atembare Luft; gereinigt von ihnen den Ausblick rund am Horizont; kein Klagegeschrei eines Hammels, den der Araber absticht; ruhig soll alles Getier krepieren; ungestört soll es von uns leergetrunken und bis auf die Knochen gereinigt werden. Reinheit, nichts als Reinheit wollen wir, …“

Menschen sollten also nicht mehr die schlimmen Erfahrungen machen, die durch die organisierte Religion verursacht werden. Stattdessen sollten sie sozusagen durch Unglauben krepieren. Reinheit im Sinne von völligem Fehlen von Glaube. Das ist ihr Anliegen.

Doch als die Araber ein frisches Opfer bringen, stürzen sich die Schakale darauf und werden dann von den Arabern davongejagt. Personen, die Opfer wegen der Machenschaften der organisierten Religion geworden sind, verlieren durch die Arbeit der „Schakale“ endgültig ihren Glauben. Sie sind danach rein, frei von jedem Glaube an Gott. Und davor möchten ihnen dann wieder die Vertreter der Organisation schützen, was dann wieder lobenswert erscheint.

Sie gehören der Organisation der scheinbar Loyalen und sind ihre besten Interessenvertreter

Nach diesen Dingen spricht der Araber aus, was diese Hunde für sie tatsächlich sind:
Wir lieben sie deshalb; es sind unsere Hunde … Wunderbare Tiere, nicht wahr? Und wie sie uns hassen!“

Sie sind wirklich die Mitarbeiter der Organisation der Zeugen Jehovas, die zur Organisation der Diebe geworden ist. Denn mit ihrer Hilfe halten sie jeden, der in seiner christlichen Freiheit Jehova in Geist und Wahrheit anbeten möchte, in geistiger Gefangenschaft. Man hat nur zwei Optionen. Entweder, man bleibt der Organisation treu, egal, wie viel Unrecht dort geschieht. Oder man wird zum Aussteiger, jemand, der den Glauben aufgibt, sein Hingabeversprechen und seine christliche Taufe vergisst. Einen Weg, die Organisation zu verlassen und als böse zu verwerfen und gleichzeitig Jehova treu zu bleiben, sich an die eigenen Versprechen zu halten, finden sie nicht.

Es ist wie bei einem Raubüberfall. Geld oder Leben, sagt der Räuber, der seinem Opfer die Pistole vor die Stirn hält. Normalerweise möchte man beides behalten. Aber wenn man nur die zwei Optionen hat, entscheidet man sich meist dafür, sein Geld herzugeben.

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