Tut dies immer wieder zur Erinnerung …

Zeugen Jehovas hatten ein Rechtskomitee gegen ihn gebildet und ihn dann zu einem Abtrünnigen erklärt!

Er wurde schon von seinen Mitbrüdern gemieden, da man ihn irgendwie für geistig krank hielt. Doch dann bildete man ein Rechtskomitee gegen ihn und er wurde verurteilt und sogar zum allerschlimmsten Abtrünnigen gestempelt. Das Rechtskomitee fand nachts statt, sodass die Zeugen Jehovas zunächst nichts davon mitbekamen und nicht erfuhren, wie es bei der Gerichtsverhandlung zuging. Als dann das Urteil feststand, waren alle Zeugen Jehovas – oder fast alle – in loyaler Ergebenheit seinen Richtern gegenüber gegen ihn. Sie nahmen das Urteil an und befürworteten, ihn als einen zum Tode Verurteilten zu betrachten. Er wurde dann, was damals in dieser Zeit noch möglich war, einem Politiker übergeben.

Denn es war so nicht nur möglich, ihn zu ächten und dem geistigen und sozialen Tod zu überliefern, wie es heute üblich ist, sondern er konnte sogar hingerichtet werden. Man hat es dann mit dem üblichen Hinrichtungsinstrument getan und ihn an einen Holzpfahl genagelt und hingehängt, bis er tot war. Dadurch wurde er in Übereinstimmung mit ihrem Gesetz ein Verfluchter, denn es heißt dort, dass jemand von Gott verflucht sei, der an einen Stamm gehängt wird.

Doch es war Gottes eigener Sohn und er hatte alles richtig gemacht. Sollte Jehova Gott ihn als Verfluchten betrachten? Er war der Werkmeister der Schöpfung und seine Richter verdankten ihm ihr Leben.

Das Gedächtnismahl

Das Gedächtnismahl wurde von Jesus persönlich bei seinem letzten jüdischen Passahfest am 14. Nisan 33 u. Z. eingeführt, bevor er dann an einem Marterpfahl starb. Er sagte: „Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich.“ (Lukas 22:19). Jesus opferte sein Leben freiwillig, um uns von unserem falschen Weg der Menschenherrschaft zu erlösen. Adam und Eva hatten den Weg eingeschlagen, selbst zu entscheiden, was gut und böse ist. Das gipfelte nun darin, dass sie sogar den Werkmeister der Schöpfung für böse erklärt haben. Dadurch wurde dieser eingeschlagene Weg endgültig zunichtegemacht. Jesus starb für diese Sünden. Denn Sünde hat die Bedeutung von „Das Ziel verfehlen“. Und wenn wir den Werkmeister der Schöpfung hinrichten, dem wir sogar unsere Existenz zu verdanken haben, dann ist wirklich klar, dass wir das Ziel verfehlt haben.

Warum sich an Jesus erinnern?

Jehova Gott hat seinen Sohn Jesus Christus von den Toten auferweckt, wie schon damals viele Menschen Augenzeugen geworden sind. Heute gehen wir davon aus, dass er unsichtbar als Geistgeschöpf aktiv ist und dafür sorgt, dass das Gebet „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ in Erfüllung geht. Wenn Jesus aber unsichtbar gegenwärtig ist, warum sollen wir uns wie an einen Verstorbenen erinnern? Weil wir vergessen könnten, unter welchen Umständen man ihn verurteilt und dem Tode überliefert hat. Wir könnten übersehen, welche Konsequenzen sich daraus für uns ergeben.

Die Brüder Christi

Durch die Verurteilung des Christus von einem religiösen Gericht der damaligen Zeugen Jehovas (siehe Jesaja 43:10-12), wurden solche Gerichtsverfahren für null und nichtig erklärt. Das ist die Lehre, die wir verstehen müssen! Leider geriet dies in Vergessenheit. Über fast 2000 Jahre Christenheit gab es weiterhin religiöse Gerichte. Viele Menschen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt oder mit dem Beil hingerichtet (Offenbarung 20:4). Der Besitz der Bibel genügte manchmal schon als Grund. Es erfolgte meist nach dem gleichen Muster wie bei Jesus. Man übergab sie den weltlichen Machthabern. Sie durften die Hinrichtung ausführen.

Auch heute gibt es bei Jehovas Zeugen solche Gerichte. Es sind die Rechtskomitees. Den buchstäblichen Tod muss niemand erleiden, aber viele werden durch das Rechtskomitee dem geistigen und sozialen Tod überliefert. Sie erfahren letztendlich Ähnliches wie der Christus. Darum betrachtet sie Jesus als seine Brüder. Sie sind zwar nicht ohne Sünde. Dennoch beachtet Jesus genau, wie man die geringsten seiner Brüder behandelt (Matthäus 25:34-46).

Sie sind ja als Ausgeschlossene wie im Gefängnis oder nackt und haben ihre bisherigen Freunde und oft auch Familienangehörige verloren. Sie sind ganz allein und manchmal psychisch krank und bräuchten eigentlich geistigen Beistand. Wer kümmert sich um sie? Habt ihr sie schon vergessen? Sind sie für euch gestorben? Wollt ihr nicht wissen, wie es ihnen geht, was sie bewegt und was sie tun? Wenn sie sogar zu eurem Familienkreis gehören, eure Kinder oder eure Eltern sind: Wollt ihr sie wirklich vergessen? Wer betet für sie? Sie beten vielleicht für euch. Darum erinnert euch an sie. Zu diesem Zweck ist das Gedächtnismahl gedacht!

Vorschlag für die Ausgeschlossenen

Ihr Ausgeschlossene, kommt zum Gedächtnismahl der Zeugen Jehovas, wenn ihr euren ehemaligen Mitbrüdern helfen wollt. Wenn sie euch sehen und ihr sie herzlich grüßen wollt, dann erinnern sie sich an euch und erfüllen so den Zweck des Gedächtnismahls. Benehmt euch anständig als Gäste, die sich an alle Regeln halten. Nehmt nicht von den Symbolen, denn Christus nahm nach seiner Hinrichtung auch nicht von den Symbolen (Lukas 22:18). Aber versucht, sie herzlich und arglos zu grüßen. Stellt euch vor, sie sind alle da, um sich an euch zu erinnern. Es ist ein Fest für die Ausgeschlossenen. Vielleicht könnt ihr ihnen helfen, dies zu verstehen. Denn nach Jesu Worten hängt ihr Leben davon ab, wie sie euch behandeln (Matthäus 25:34-46). So könnt ihr ihnen vielleicht helfen. Auf ihre Vorstellungen, wie sie euch helfen wollen, dürft ihr euch natürlich nicht einlassen. Denn sie müssen sich korrigieren und ihr seid die Hauptpersonen, nicht der Vortragsredner. Wenn möglich, weist sie auf diesen Artikel hin.

Zur Vertiefung

Lösegeld: Die Himmelsleiter

Hingabe und Taufe: Unser Hingabegelübde

Jesu Worte zum Abschluss des Weltsystems: Matthäus Kapitel 24 und 25

Zur Erinnerung an die Brüder Christi und zur Kenntnisnahme, was sie erleben, sind auch Berichte von Aussteigern z. B. auf YouTube und Bücher, die sie geschrieben haben, gut (siehe dazu auch meinen Artikel über Unparteilichkeit).

einlandarzt

Die inspirierte Geschichte "Ein Landarzt" von Franz Kafka beschreibt in Symbolsprache, wie ich ein Zeuge Jehovas wurde und was ich dann erlebte!