In diesem Artikel geht es um das wohl geheimnisvollste und für uns Menschen bedeutendste Schöpfungswerk, das unser Erschaffer hervorgebracht hat – ein Werk, das weder materieller Natur ist, noch in unserem Gehirn oder Verstand zu finden ist. Wir haben etwas, was wir auf keinen Fall verlieren möchten. Ist es unser Leben? Wir halten es für unser Leben, aber es ist in Wirklichkeit unsere Identität.

Wenn ein Mensch stirbt, leben ja seine Kinder weiter, sodass das Leben weitergeht. Sie können da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Beruhigt uns das aber? Warum haben wir keine Angst, wenn wir uns abends schlafen legen? Während wir tief schlafen, haben wir kein Bewusstsein. Ist das nicht so ähnlich wie beim Tod? Aber wir wachen am nächsten Morgen wieder auf. Das wissen wir. Und dann können wir mit neuer Kraft da weitermachen, wo wir am Vorabend aufgehört haben.

Aber wenn wir sterben, machen eben unsere Kinder weiter. Warum ist das nicht das Gleiche? Weil wir eine Identität haben!
Ich lebe, solange ich meine Identität behalte – als der Mensch, der ich bin.
Die Kinder haben eine andere Identität. Angst vor dem Tod zu haben bedeutet, Angst davor zu haben, dass unsere Identität für immer erlischt.

Dabei ist die Identität stofflich nicht auszumachen. Kein Ort im Gehirn ist Zentrum unserer Identität und auch unser Bewusstsein, das durch einen tiefen Schlaf unterbrochen werden kann, ist etwas anderes. Sie ist nicht greifbar und doch ist sie für uns das Realste, was es gibt.

Das ewige Leben

In der Bibel wird treuen Menschen ewiges Leben verheißen. Aber was bedeutet das? Leben wir einfach endlos weiter oder sind wir durch eine Auferstehung plötzlich wieder da? Was meinte Jesus, als er zur Marta folgende Worte sagte: (Johannes 11:25, 26, frei wiedergegeben, siehe verschiedene Übersetzungen):

. . .“Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nie sterben.“

Warum sagt Jesus zu Martha, wenn sie Glauben an ihn hätte, würde sie nie sterben? Sie ist doch später gestorben und die anderen Jünger Jesu auch. Bis jetzt sind alle Menschen auf der Erde gestorben. Dazu betrachten wir einmal Jesus selbst.

Wer ist Jesus?

Er wurde wie alle Menschen auf der Erde von einer Frau, von Maria, geboren. Er wuchs in einer Familie auf, war aber schon als Kind außergewöhnlich (siehe Lukas Kapitel 1 und 2). Dann wurde er von Johannes getauft und Gottes heiliger Geist kam auf ihn. Er ging in die Wildnis und fastete 40 Tage lang. Der Teufel kam und stellte ihn auf die Probe. Der Teufel wusste natürlich, wer Jesus war. Er kannte ihn (siehe Lukas 3:21-22; 4:1-13).

Jesus redete dann vor dem Volk so, wie wenn er zur Zeit Abrahams gelebt hätte. Aber wie kann das sein? Er ist noch nicht 50 Jahre alt und Abraham ist schon seit über 2000 Jahren nicht mehr am Leben. Die Pharisäer betrachteten ihn als Hochstapler und wollten ihn für seine Aussage steinigen. Jesus aber erklärte (Johannes 8:58):

„Bevor Abraham gewesen ist, bin ich [gewesen]“

Aber wurde nicht die Maria mit ihm schwanger? Wurde nicht im Leib der Maria aus einer winzigen Zelle ein neugeborenes Kind, das dann weiter zu einem erwachsenen Mann heranwuchs? Offenkundig pflanzte Gott Jesu vormenschliche Identität in diesen von einer Frau geborenen Menschen. Und so war er der, der schon vor Abraham, ja vor der Erschaffung der Menschen existierte.

Wenn also Jesus zur Martha sagt, dass Menschen, die an ihn glauben, nie sterben müssten oder zum Leben kommen, auch wenn sie sterben, dann ist damit gemeint, dass seine Identität nicht für immer erlischt. Jesus verglich den Tod der Menschen, an die sich Gott erinnern möchte, mit einem Schlaf. So wie wir nachts schlafen und ohne Bewusstsein sind, ist der Tote. Genauso, wie wir mit derselben Identität wieder aufwachen, kommt der Tote zurück.

Was ist der Tod?

Wenn wir tot sind, haben wir kein Bewusstsein. Das ist während eines tiefen Schlafes genauso. Aber was ist mit unserer Identität? Ist unsere Angst berechtigt, dass sie mit dem Tod für immer erlischt?

Der erste und der zweite Tod

Im Bibelbuch Offenbarung ist gleich von zwei Arten von Tod die Rede. Über Menschen, die reuelos schlechtes treiben und die nur noch als schlechte Beispiele verurteilten Tuns in Erinnerung bleiben, heißt es, dass sie den zweiten Tod erleiden würden. Sie müssen also damit rechnen, dass ihre Identität für immer erlischt. Veranschaulicht wird dies mit einem See, der mit Feuer und Schwefel brennt (Offenbarung 21:7-8). Damit ist aber nicht ewige Qual, sondern Auslöschung als dauerhaft Verurteilte gemeint. Ewige Qual ist nicht möglich, da Tote kein Bewusstsein haben. Während einer Narkose gibt es ja auch keine Qual.

Diejenigen, die „siegen“, dürfen hingegen die Dinge erleben, die hier im Bibelbuch Offenbarung aufgezeichnet sind. Das heißt, wenn sie auch einen normalen (ersten) Tod sterben, erlischt ihre Identität nicht, sondern sie ist wie die Identität von Jesus. Der Tod ist nur ein Schlaf, und sie wachen mit ihrer Identität wieder auf. Ob wir dann wieder als Kinder einer Frau geboren werden wie Jesus oder ob es anders ist, das müssen wir Gott überlassen. Gemäß Offenbarung gibt es auch verschiedene Arten von Auferstehung, aber dazu soll nun hier nicht näher eingegangen werden.

Das Identitätsproblem der Menschheit

Wir sehen, dass das Thema Identität von höchster Bedeutung ist. Die Menschen haben ihre Identität ursprünglich von Gott bekommen. Doch wie in der Abhandlung »Die Himmelsleiter« im Kapitel »Die Erbsünde« erörtert, kam es anders. Die ersten Menschen ließen sich dazu verführen, sich selbst eine Identität zu geben. Durch Übertragung und Gegenübertragung wurde dies an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. So bekam die Menschheit ein großes Identitätsproblem. Ihre selbstgeschaffenen Identitäten waren vergänglich und so haben sie die Aussicht auf ewiges Leben verloren.

Wie die Menschen durch Christus erlöst werden können, ist das Thema in der Abhandlung »Die Himmelsleiter« im Kapitel »Das Loskaufsopfer«. Die Menschen brauchen eine neue Identität, die durch Christus kommt. Die christliche Taufe ist ein Symbol dafür. Wenn der Täufling nach dem Untertauchen wieder herauskommt, hat er symbolisch eine neue Identität. Gemäß Kolosser 3:10 wird die christliche Identität durch genaue Erkenntnis der Wahrheit erneuert (siehe auch 1. Timotheus 2:3, 4; Epheser 4:22, 23). Sie steht also unmittelbar mit Erkenntnis in Verbindung.

Gruppenidentität

Die Identität, für die sich die ersten Menschen entschieden haben, führte zur Menschenherrschaft. In dieser haben bestimmte Menschen die Identität von Befehlshabern und Gesetzgebern. Andere Menschen haben die Identität von Untertanen innerhalb einer Gruppe. Die Menschheit ist unterteilt in Gruppen. Das sind Nationen, Religionen, Interessengruppen, ethnische Gruppen usw. Innerhalb einer Gruppe gibt es durch Ernennungen, Erbfolge oder Wahlen Personen oder Personengruppen, die eine besondere Autorität über die anderen Mitglieder der Gruppe haben.
Wenn zwischen verschiedenen Gruppen Konflikte entstehen, werden oft Kriege geführt.

Die Gruppenidentität von Religionen

Genauso sind die verschiedenen Religionen durch ihre Gruppenidentitäten gekennzeichnet. Um sich als Gruppe von anderen Gruppen abzugrenzen, werden Namen und Symbole verwendet. So verwendet man als Symbol für die christliche Gruppenidentität das Kreuz. Es gibt aber in der Christenheit viele Untergruppen: Religionsgemeinschaften und Konfesssionen. Sie haben alle ihre Bezeichnungen und meist auch ihre eigenen Symbole. Auch innerhalb einer Kirche oder Religionsgemeinschaft gibt es wieder Untergruppen, die auch oft ihre eigenen Bezeichnungen und Symbole haben.

Wegen der Reformation kam es unter denen, die sich Christen nennen, zur Aufspaltung in vielen Gruppen, in großen und kleinen Kirchen. Die Reformation unter Martin Luther hatte eigentlich die Rückkehr zu einer gerechteren Kirche und zu den Grundprinzipien des Christentums zum Ziel. Doch es kam nicht zur Reformation einer Kirche, sondern zur Entstehung vieler Kirchen. Einige, die diese Entwicklung bedauerlich fanden, definierten später eine übergeordnete Gruppe: Die Ökumene.

Sekten

Die Bezeichnung Sekte wird meist negativ verwendet, um eine religiöse oder weltanschauliche Gruppe zu diffamieren. Man warnt davor, dass man aus einer Sekte nicht mehr heil herauskommt und stattdessen wie ein Gefangener in ihr ist. Aber hier muss man sich im Klaren sein, dass das die Eigenschaft einer jeden Gruppenidentität werden kann. Eigentlich sind alle diese religiösen Gruppen auch Sekten.

Und es ist wirklich so: Hat man eine Gruppenidentität angenommen, bekommt man später Angst, diese Gruppenidentität, die die eigene Identität geworden ist, wieder zu verlieren. Diese Angst kann sehr groß werden. Es ist die Angst vor dem Tod! Wenn die Gruppenzugehörigkeit nur pro forma ist („wir sind halt noch nicht ausgetreten“) und uns nichts bedeutet, haben wir keine große Angst. Darum fühlen sich viele Kirchenmitglieder nicht in einer Sekte.

Auch Zeugen Jehovas werden von manchen als Sekte bezeichnet, obwohl doch all die anderen Gruppen und Kirchen genau genommen Sekten sind. Oder man bezeichnet sie als anerkannte Religionsgemeinschaft, damit man so die negativen Auswirkungen der Gruppenidentitäten aller Religionsgemeinschaften herunterspielen kann. Aber was ist das ursprüngliche Anliegen der Zeugen Jehovas und wie ist es gekommen?

Der Kampf gegen die falsche Gruppenidentität

Die ernsten Bibelforscher, aus denen die Zeugen Jehovas hervorgingen, erkannten, wie schädlich die Gruppenidentitäten der verschiedenen Kirchen sind. Die Mitglieder dieser Gruppen werden eingeschüchtert durch falsche gottentehrende Lehren. Wer erkennt, dass Lehren falsch sind, kann nichts zur Korrektur beitragen, da er sich weiter an die Gruppenmeinung halten muss.

Einige, die später als ernste Bibelforscher bezeichnet wurden, verließen ihre Kirchen und damit ihre Gruppenmeinungen und studierten die Bibel wieder ganz neu. Die Bibel muss sich selbst auslegen und nur das, was man unabhängig von irgendeiner kirchlichen Lehre als wahr erkennt, lässt man gelten.

Auf diese Weise haben sie ein unvergleichliches Verständnis der heiligen Schrift erworben. Und dieses Verständnis beflügelt die Zeugen Jehovas bis heute. Sie sagen: „Wir sind in der Wahrheit!“ Man hat erkannt, wo wir uns heute im Strome der Zeit befinden, nämlich in der Zeit, in der die in der Bibel vorausgesagte Wiederkunft des Herrn unmittelbar bevorsteht.

Der Kampf geht weiter

Aber kaum, dass man sich zusammengefunden hat und die Zahl der ernsten Bibelforscher wuchs, hatte man wieder eine Gruppe. Man verwendete eine Zeit lang das Symbol: „Kreuz und Krone“. Mit diesem Symbol unterschieden sie sich zwar von allen kirchlichen Gruppen, es definierte aber auch eine Gruppenidentität. Man verwarf das Symbol schließlich (siehe den Wachtturm vom 1.1.2000: Artikel »Mit dem Wächter dienen«: »Eine fortschreitende Reinigung«). Das Kreuz oder irgendein anderes Symbol wurde von da an nicht mehr verwendet. Auch andere Gruppenmerkmale, wie das Feiern von Weihnachten oder das Feiern von Geburtstag, lehnte man ab.

Die Dreieinigkeitslehre erkannte man klar als falsche Lehre und lehnte sie ab. Aber diese Lehre ist eben auch ein Gruppenmerkmal der Kirchen. Sie wurde nämlich ursprünglich von Kaiser Konstantin, der die damaligen christlichen Schulen einigen wollte, als Merkmal für die Gruppe aller anerkannten Christen festgeschrieben. Dies wurde im Konzil von Nicäa unter Kaiser Konstantin formuliert (erstes ökumenisches Konzil) und später kam dann noch ergänzend das Konzil von Konstantinopel hinzu (zweites ökumenisches Konzil). Christen, die diese Lehre nicht annahmen, wurden als abtrünnige und falsche Christen verfolgt. Somit ist sie eine der ersten von einem menschlichen Herrscher installierten Gruppenlehre der Christenheit.

Doch es gab dann aufgrund von Abspaltungen der Gruppe der ernsten Bibelforscher auch ein Identitätsproblem. Im Jahre 1931 erhielten sie dann auf einem Kongress den neuen Namen: Jehovas Zeugen. Damit hat man wieder eine Gruppenidentität, zwar nicht durch Symbole, sondern durch einen Namen geschaffen. Doch es ist ein biblischer Name und stützt sich auf Jesaja 43:10-13. Man ging davon aus, dass dieser Name nicht von Menschen, sondern von Gott gegeben wurde, auch wenn ein menschlicher Vertreter (Rutherford) ihn eingeführt hatte (siehe das Buch »Jehovas Zeugen – Verkünder des Königreiches Gottes« Kapitel 11 »Wie wir als Zeugen Jehovas bekannt wurden«).

Denn der erste Zeuge Jehovas war Abel. Er kannte Rutherford nicht. Der Name steht nämlich für das, was auch schon Abel verkörperte. Wenn wir aus dieser Erkenntnis heraus den Namen annehmen, dann ist es eine Identität gemäß genauer Erkenntnis und nicht eine Gruppenidentität. Wir haben verstanden, welche Eigenschaften und Handlungen mit diesem Namen verbunden sind (siehe das Buch »Jehovas Zeugen – Verkünder des Königreiches Gottes« Kapitel 1 »Warum sollte Jehova Zeugen haben?« und Hebräer 11:4).

Und wie ist es bei Jehovas Zeugen heute?

Leider ist es bei diesen guten Dingen nicht geblieben. Was geschehen ist, wird am besten durch die Geschichte Kafkas »Das Urteil« veranschaulicht. Viele meiner Veranschaulichungen handeln davon (siehe Der Fischer und die Bettler, Die Blume, Die Wanderer, Zwei Verkaufsstände, Restaurantbesuch). Wir wollten Babylon heilen, aber sie wurde nicht geheilt. Die falsche Gruppenidentität ist heute genauso verkehrt und verheerend wie zur Zeit der ernsten Bibelforscher, die deshalb aus ihren Kirchen hinausgingen. Zeugen Jehovas verfolgen heute ein Ritual. Sie besuchen zweimal in der Woche die Zusammenkünfte ihrer Versammlung und werden dort angehalten, immer den Ältesten und der leitenden Körperschaft zu gehorchen.

Sie getrauen sich nicht, eine andere Meinung als die Gruppenmeinung zu vertreten. Denn dann könnten sie als Abtrünnige angesehen und im Extremfall ausgeschlossen werden. Davor haben alle Todesangst. Denn es wäre, wie wenn sie sterben würden. Und ihre Angehörigen, die sie dann meiden, tun so, wie wenn sie gestorben wären. Nur die Gruppenlehren gelten, und wenn sie geändert werden, muss jeder die neuen Lehren so betrachten, als ob man nie etwas anderes gelehrt hätte (siehe den Artikel »Gibt es Karneval bei Jehovas Zeugen?«). Sie verwenden auch das „jw.org“-Logo als Symbol für ihre Gruppenidentität.

Das ist ein Zustand, der schon schlimmer ist als der, dem die ernsten Bibelforscher den Rücken kehrten. Das müssen wir dringend beenden, und dies ist gar nicht so schwer. Wir haben sowohl die ernsten Bibelforscher als auch Christus zum Vorbild.

Geht aus ihr hinaus, mein Volk!

Gemäß Offenbarung 18:4 ergeht an uns folgende Aufforderung:

Geht aus ihr hinaus, mein Volk!

Jehova hat sein Volk. Somit gibt es eine Identität, die von Gott und nicht von Menschen kommt. Wenn wir also dem Gebot aus Offenbarung 18:4 nachkommen wollen, müssen alle, die zu Jehovas Volk gehören, aus der falschen Gruppenidentität (ihr) hinausgehen. Das hört sich doch gar nicht kompliziert an. Dazu müssen wir mit den Ritualen aufhören, mit der man die Gruppenidentität festmachen möchte.

Und dann sollte man weiterhin das tun, was auch die ernsten Bibelforscher getan haben: Großes Interesse an der biblischen Wahrheit und der genauen Erkenntnis haben, die Bibel studieren, die Eigenschaften und Handlungen fortsetzen, die auch Abel, der erste Zeuge Jehovas, hatte. Er besuchte keine Versammlungszusammenkunft, lies sich nicht von Ältesten oder einer leitenden Körperschaft belehren. Wenn wir mit Gleichgesinnten zusammenkommen, sollte es so sein, wie Paulus empfahl: mit Freimut (Hebräer 10:19-25). Aber wie steht es um den Gruppennamen: Jehovas Zeugen?

Erschlagene Zeugen Jehovas

Jesus Christus ist ein Zeuge Jehovas gewesen, als er in Israel lehrte, denn er gehörte zu dem Volk, über das Jehova sagte, dass sie seine Zeugen seien gemäß Jesaja 43:10-13. Laut dem Buch »Jehovas Zeugen – Verkünder des Königreiches Gottes« Kapitel 1 »Warum sollte Jehova Zeugen haben?« ist er auch weiterhin ein Zeuge Jehovas, obwohl er mit dem Statut einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, in der Jehovas Zeugen in Deutschland organisiert sind, ganz sicher nichts zu schaffen hat. Er wurde aber schon damals von seinem Volk verworfen. Man behandelte ihn wie einen Verfluchten und brachte ihn an einen Pfahl. Man schnitt ihn von seinem Volk ab. So wurde er ein erschlagener Zeuge Jehovas. So möchte auch ich, der ich Christus angehöre, als erschlagener Zeuge Jehovas genannt werden. Dieser Ausdruck stützt sich auf Hesekiel 11:6-7 (siehe auch Hesekiel 21:14 NWÜ bzw. Hesekiel 21:19 Einheitsübersetzung 2016):

Sie, die Anführer des Volkes, haben ihre Erschlagenen gesammelt, da sie sie wieder in die falsche Gruppenidentität gebracht haben. Man wurde von ihnen wieder nach Babylon der Großen zurückgetragen, aus der man ursprünglich hinausgehen wollte. Aber nach Hesekiel 11:6, 7 sind die Erschlagenen das Fleisch (mit denen Jehova handelt), während die Anführer des Volkes von Jehova verworfen werden.

Ich bin froh, ein erschlagener Zeuge Jehovas zu sein. Die großartige Erkenntnis der ernsten Bibelforscher und Zeugen Jehovas habe ich nicht verworfen. Gleichzeitig durfte ich neue Erkenntnisse gewinnen. Und diese muss ich nicht der Gruppenmeinung opfern. Sie ist hier auf dieser Website veröffentlicht. Meine Identität ist von Jehova. Einige meiner Artikel habe ich auch unter der Identität »Ein Landarzt« geschrieben. Wie ich zu dieser Identität komme, steht in der Erklärung zur Geschichte von Franz Kafka. Jehova gibt uns Identität kraft seines prophetischen Wortes. Und wir dürfen auch als Einzelne unsere Identität haben.

Vergessen wir nicht: Jehova richtet uns als Einzelne, nicht als Gruppe. Das steht in Offenbarung 20:13. Und wenn sich Jehova gerne an uns erinnert, dann können wir unsere eigene ganz persönliche Identität behalten, auch wenn wir sterben.

Was ist die Rolle der Organisation?

Bleibt noch die Frage, was dann die Rolle der Organisation ist, durch die das Zeugniswerk der Zeugen Jehovas organisiert wurde. Das erfahren wir in Römer 10:13-15 (lies): Gemäß diesen Worten ist die Organisation ein Lehrkörper, mit deren Hilfe wir und Menschen, denen wir Zeugnis geben, geholfen werden, eine genaue Erkenntnis über den Namen Jehovas und die Rolle Jesu Christi zu erhalten. Wenn wir den Namen und seine Bedeutung verstehen, dann können wir auch glaubensvoll so handeln, dass wir gerettet werden. Nicht die Organisation gibt uns die Identität, die nicht vergeht, sondern unsere genaue Erkenntnis der Wahrheit. Ist der Zweck des Lehrens erfüllt, brauchen wir keine Organisation.

Die Gruppenidentität ist völlig überflüssig. Das zeigt auch eine Begebenheit aus Apostelgeschichte 8:26-39. Philippus half einem äthiopischen Eunuchen, die Bibel zu verstehen. Dieser konnte sie ohne seine Hilfe nicht verstehen. Als der Eunuch durch die Erklärungen des Philippus ein tiefes Verständnis erlangt hatte und jetzt völlig verstand, was es mit Jesus auf sich hat, wollte er sich taufen lassen. Die Taufe symbolisiert eine neue Identität, die er nun durch das tiefe Verständnis erhalten hatte. Aber wurde er Teil der Gruppe, der Philippus angehörte? Nein! Er ging freudig weg nach Äthiopien und sah Philippus nie wieder. Er empfing also keine Gruppenidentität, sondern eine Identität, die durch die genaue Erkenntnis erneuert wird, und diese ist von Gott und nicht von Menschen (Kolosser 3:10).

Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt

Die Identität, die von dauerhaftem Bestand ist, kommt von Gott allein, denn er ist ewig. Die ersten Menschen haben eine vergängliche Gruppenidentität erhalten, weil sie auch ihrem Vater im Himmel eine falsche Identität zugeschrieben haben. Wir müssen unseren himmlischen Vater wieder neu kennenlernen. Er hat sich zu diesem Zweck einen Gedenknamen gegeben: Hebräisch etwa JHWH oder als Jehova ausgesprochen. Doch das ist nur ein Wort. Es hat eine tiefe Bedeutung. Er heißt so viel wie: „Er lässt werden“ oder „Er veranlasst zu werden“ oder „Er wird sich erweisen“.

Er ist der Gott, der aus einer winzigen Zelle ein Mensch werden lässt. In der Zelle finden chemische Reaktionen statt. Sie teilt sich, wird zu einem Zellklumpen. Dies geschieht alles nach klaren Naturgesetzen. Aber was soll das ergeben? Keine versteht es. Aber am Ende kommt da ein Mensch heraus, der ein Bewusstsein und eine Identität hat.

Man könnte sagen: Jehova ist der Gott des Wachstums. Wie es funktioniert, weiß man nicht. Aber am Ende kommt das heraus, was er sich vorgenommen hat, das werden soll. Ob das im Mutterleib ist oder es sich um Entwicklungen handelt, die sogar über Tausende Jahre gehen. Am Ende ist es so, wie er beschlossen hat. Alles ist so geworden. Seine Vorhersagen, die er in der Bibel hat aufzeichnen lassen, treffen alle zuverlässig ein. Alles entwickelt sich nach seinem Wort. Dies klar zu erkennen, ist die Grundlage für echten Glauben und eine unvergängliche Identität.